Einzelbild herunterladen

gerechtfertigt, lehnte das Haus einen sich als ein Mißtrauensvotum gegen das Mini­sterium Crispi charaktertsirenden Antrag der Radicalen mit großer Mehrheit ab, was hoffentlich ein gutes Omen für Herrn Zrispt bedeutet.

Darmstadt, 18. Februar. Das Großherzogl. Regierungsblatt (Beil. Nr. 3) enthält:

Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Großherzoglich Hessischen Ludewigs- Uvtverstlät zu Gießen im Sommerholbjahre 1889 gehalten werden und am 6. Mai ihren Anfang nehmen. (Die Immatrikulation beginnt am 29. April.)

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Corresporrdenz-Bureau.

Berlin, 19. Februar. DerPost" zufolge stände morgen die Einbringung der Artillerie-Vorlage im Bundesrathe bevor. Der Wtederzusammentritt des Reichstags wäre am ersten oder fünften März zu erwarten. DieNordd. Allg. Ztg." lenkt heute die besondere Aufmerksamkeit ihrer Leser auf den gestern erwähnten Artikel desHan- növer'schen Courter", überschrieben:Kaiser und Kanzler." Das Organ Bismarck's druckt den Aufsatz ab und bemerkt, eS schließe sich vollständig den Auffassungen an, die in diesem Artikel zum Ausdruck gebracht sind.

Berlin, 19. Februar. Deutscher Handelstag. Der Staatsminister v. Bötticher begrüßte die Teilnehmer Namens der Regierung. Der Handelstag trete zu einer im Allgemeinen nicht ungünstigen Zett zusammen. Handel und Industrie könnten, wenn auch in einzelnen Zweigen noch eine Besserung zu wünschen sei, im Allgemeinen nicht klagen. Auch die Beziehungen zum Auslande seien günstig. Der neue schweizerische Handelsvertrag, die günstigen Erfolge der Melbourner Ausstellung, die bevorstehende bessere Verbindung mit dem Osten ließen eine Erweiterung des deutschen Absatzgebiets erwarten. Anlangend den Hauptberathungsgegenstand (Jnvaltditätsoersicherung), sei durchaus Hoffnung auf Verständigung vorhanden. Man müsse sich nur vor Augen halten, daß das Bessere leicht der Feind des Guten werde. In keiner der vorgeschlagenen Organisationen erblicke die Regierung ein absolutes Hinderniß. Die preußische Re­gierung wünsche den Ausbau auf den Berufsgenossenschaften, mache daraus aber keine Cabinetsfrage. Anlangend die Aufbringung der Mittel, empfehle sich unter keinen Umständen das reine Umlageverfahren, das bei einem Kriege oder einem wirthschaft- lichen Rückgänge die schwersten Nachtheile für die Versicherten zur Folge haben könne. Er empfehle das Prämienverfahren, das eine volle Deckung für alle Ansprüche biete. Eine Capttalanhäufung biete, wie die Sparkassen zeigten, keine Gefahr. Das Werk, an das Kaiser Wilhelm und seine Nachfolger so große Erwartungen geknüpft, sei zweifellos einer der wirksamsten Schritte zu der inneren Entwickelung des Reichs. Es bestehe kein Moment, das zur Besorgniß einer Störung des Friedens Anlaß gebe. Man dürfe sich daher der Förderung der wirthfchaftlichen Wohlfahrt in der Hoffnung hingeben, daß man dabei nicht gestört werde. Der Segen unserer Arbeit werde sicher nicht ausbleiben. Ihr bewährter Rath wird in den uns beschäftigenden Fragen gewissen­haft erwogen werden. Der Vorsitzende Frentzel dankte mit warmen Worten. Der Handelstag werde sich bemühen, die neue Gesetzesvorlage, welche Gestalt sie auch an- nehme, gut in die Wege zu letten. Frentzel brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Die Versammlung wählte durch Acclamation Frentzel, Htnrichscn (Hamburg) und Fromme! (Augsburg) zu Vorsitzenden, Eras, Jürgens, Genßel und Hermann zu Schriftführern. Hierauf begann die Berathung der Invaliditäts- Vorlage.

Bueck begründet die Ausschußanträge. Der Antrag, die Invalidenversicherung auf Handlungsgehilfen und Lehrlinge nicht auszudehnen, wird angenommen, desgleichen nach längerer Debatte der Antrag, betreffend die Herabsetzung der Altersgrenze von 70 auf 65 Jahre.

Der Ausschußantrag, am Reichszuschuß festzuhalten und zu verlangen, daß das Reich sich zu einem Drittel an der Aufbringung der Verwaltungskosten, sowie der Rücklagen zum Reservefonds betheilige, wird mit großer Majorität angenommen. Der weitere Ausschußantrag, das Umlageverfahren mit der Maßgabe zu empfehlen, daß der veranschlagte Jahresbeitrag desjenigen späteren Jahres schon von Anfang an erhoben wird, welcher erforderlich ist, um einen Betriebsfond mit Reservefonds (etwa 25 Mill.) bis dahin anzusammeln, wo der Jahresbedarf selbst auf die Höhe der bis dahi.» erhobenen Jahresbeiträge gestiegen ist, und von da ab den Jahresbedarf nach dem reinen Umlageverfahren zu erheben wird von Rüssel-Berlin begründet und mit 132 Stimmen von 50 Handelskammern gegen 30 von 19 Handelskammern ange­nommen. Auch der letzte Ausschußantrag auf Schaffung einer einheitlichen Reichs­anstalt und auf Feststellung der Invalidität durch Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten, wurde unverändert genehmigt. Der Antrag der Mannheimer und Magde­burger Handelskammern wegen Errichtung deutscher Handelskammern im Auslande, sowie ein Antrag auf Abänderung des Markenschutzgesetzes wurden gleichfalls ange­nommen. Nach Abstattung des Dankes an den Vorsitzenden durch Moller - Brackwede wurde die Sitzung Abends 51/2 Uhr geschlossen.

Haag, 19. Februar. Der König hatte eine ruhige Nacht. Die Entzündung im Munde und Halse hat nicht weiter um sich gegriffen.

Paris, 19. Februar. Carnot conferirte heute Vormittag mit Tirard, welcher sich darauf zu Meline begab. Die Verhandlungen Über die Neubildung des Cabinets werden dem Vernehmen nach erst nach der heutigen Kammersitzung und nach der ebenfalls heute stattfindenden Versammlung der Gruppen der Linken wieder auf­genommen.

Paris, 19. Februar. Mehrere Morgenblätter glauben, Carnot werde heute Freycinet oder Goblet berufen, wahrscheinlicher jedoch Freycinet, welcher bereits ein vollständiges Ministerium in Bereitschaft halte. Der republikanische Deputirte Mellot richtete an Boulanger ein Schreiben, in welchem er seinen Beitritt zum boulangistischen Programm erklärt.

Belgrad, 19. Februar. Die serbisch-bulgarischen Vertragsverhandlungen wurden gestern abgebrochen, weil die bulgarischen Deputirten sich weigerten, die Einfuhr serbischen Viehes nach Bulgarien zu gestatten.

r 9 f a 1 e e,

Gießen, 20. Februar. Am gestrigen Abend hielt Herr Dr. Pohlmeyer aus Berlin in Dem oberen Saale derBavaria" vor den Mitgliedern des Kaufmännischen Vereins und einer Anzahl Nichtrnitglieder einen VortragHeber die französische Revolution und das gegenwärtige Frankreich". Redner verbreitete sich über die große weltgeschichtliche Begebenheit des vorigen Jahrhunderts in sehr eingehender Weise, gab ein treues Bild der Zustände, die als die Ursachen der großen Revolution gelten und unterzog die damaligen französischen Könige, von Ludwig XIV. bis Ludwig XVI. nebst deren Rathgeber, z. B. Richelieu, Turgot, Malherbes und Mirabeau einer sehr eingehenden Charakteristik. Namentlich war es das Wirken des letztgenannten, Mirabeau, über welchen sich der Herr Vortragende des Weiteren verbreitete, sozusagen des einzigen Mannes, der, ein gefürchteter Verfechter der Rechte des sog. dritten Standes und durch sein Eintreten für eine constitutionelle Monarchie, das Königthum in Frankreich hätte retten können, seit dessen am 2. April 1791 erfolgtem Tode aber das große französische Staatsschiff unaufhaltsam ziel- und steuerlos umhergeworfen wurde. Die französische Nation rüste sich eben, die hundertjährige Gedenkfeier an das Jahr 1789 festlich zu begehen, die Feier an jene Zeit, welche gezeigt, wohin Jntriguen, Weiberherrschaft und Sittenlosigkeit in allen Schichten der Nation, der zur Wahrung des Ansehens derselben berufenen sowohl wie des Volkes, führen, festlich zu begehen; sie habe zu der Feier Einladungen an die monarchischen Staaten Europas erlassen, die derselben aber im Hinblick auf die jetzigen Zustände in Frankreich nicht entsprechen würden. Eine Vergleichung der jetzigen Zustände in Frankreich mit denjenigen zur Leit der französischen Revolution ergebe, daß Frankreich wieder einer Katastrophe ent­gegengehe, die Zustande seien eben derart, daß man heute noch nicht wisse, was der morgige Tag bringe; bleie Zustände mahnten aber die Nachbarstaaten, wohl auf der Hut zu sein. Nicht von außen sei Frankreich in seinem Bestände bedroht, sondern die heillosen Zustände im Innern würben bas Wort wahr machen, welches Mirabeau an feinem Lebensenbe, in richtiger Erkenntniß bes französischen Nationalcharakters gesprochen, .Frankreich geht an innerer FSulniß zu Grunbe". Der anberlhalbstünbige Vortrag

verschaffte ben Anwesenden ein klares und vollständiges Bild der großen französischen Revolution, der Redner verstand es vortrefflich, die Zuhörer in den Geist der damaligen Zeit einzuführen und gebührt dem Kaufmännischen Verein, als Glied der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, der besondere Dank, nicht nur seiner Mitglieder, sondern auch derjenigen, denen durch das freundliche Entgegenkommen des Vereins Gelegenheit geboten war, den überaus lehrreichen Vortrag des Herrn Dr. Pohlmeyer SU hören. Bei dieser Gelegenheit sei aber noch gestattet, die Bitte auszusprechen, bafe. das Publikum mehr wie seither bie Gelegenheit, gute unb belehrende Vorträge unent­geltlich zu hören, benutzen möge. Der gestrige Vortrag war zwar gut besucht, doch war noch hinreichend Raum für eine größere Anzahl von Personen vorhanden die nicht da waren. Die von-verschiedenen hiesigen Vereinen (es sei hier z. B. neben dem Kaufmännischen Verein nur auf den Localgewerbverein hingewiesen) gebotene Gelegenheit zur Theilnahme an ebenso unterhaltenden wie belehrenden Vorträgen wirb gewiß nur am besten durch zahlreichen Besuch belohnt.

Wir sind heute in der Lage, unseren Lesern das Programm für die bevor­stehenden Wohlthätigkeits-Vorstellungen mitt heilen zu können; dasselbe ist insofern ein abwechselndes, als die theatralischen Aufführungen an jedem Abend wechseln. In der ersten Vorstellung, Dienstag den 26. d. M., wird der einaktige SchwankFrauen- Emancipation" von Sonntag, in der zweiten Vorstellung, Mittwoch den 27. b. M., Einer muß heirathen", Lustspiel in einem Akt von Wilhelmi, gegeben; an beiben Abenben wirbDie Glocke" von Schiller in 7 Silbern gestellt, weich' letztere burch Pianofortebegleitung, Solls unb Chorgesang (bie Glocke in Musik gesetzt von Romberg) begleitet werden. Die Coftüme sind in streng historischer Ausführung von dem Hof- theater-Garberoben-Vorftand in Darmstabt beschafft worben. Kommenben Freitag finbet Costüm-Probe unb nächsten Montag Hauptprobe statt.

Gießen, 20. Februar. In der heute Mittag 12 Uhr beendigten Sitzung der Strafkammer hiesigen Landgerichts wurde Schreinermeister Werner wegen versuchten schweren Diebstahls, begangen durch nächtliches Einsteigen unb Erbrechen ber Thüren zur Wohnung des Gerichtstaxators Rothenberger bahier, in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten, abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft, zu Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte auf bie Dauer von 5 Jahren unb Tragung ber Kosten verurthellt, bagegen. von ber Anklage ber Anstiftung zum Meinelb freigesprochen.

Ein gestern Abenb in einem Hause bes Selterswegs ausgebrochener Branb würbe im Entstehen erstickt.

Das gestrige Concert ber Gesellschaft Lötsch aus Wien im Saale bes Casä Leib fanb bei ben Besuchern vielfach Anklang unb rechtfertigte ben guten Ruf, ber der Gesellschaft vorausging. Auf das heutige Concert fei daher nochmals aufmerksam gemacht.

UniverfltätS-Ehronik.

Der Privatdocent vr. Adolf Krazer in Würzburg ist zum außerordent­lichen Professor in der mathematischen unb naturwissenschaftlichen Facultät ber Kaiser- Wilhelms-Universität Straßburg ernannt worben.

Vermischtes.

Darmstabt, 18. Februar. Der ersten diesjährigen Staatsprüfung Im Justiz- unb Verwaltungsfache, welche heute ihren Anfang genommen hat, unterziehen sich breizehn Zanbtbaten, barunter 7 aus Rheinhessen, 5 aus Starkenburg, 1 aus Oberhessen.

sJosef Speckbacher f*J Am Sonntag ben 10. Februar ist in Hall in Tirol ber pensionlrte Adjunct bes Innsbrucker Oberlanbesgerichtes Joses Speckbacher, ber letzte Sohn bes burch seine Kriegsthaten in ben tirolischen Befreiungskämpfen, besonbers bet ber glorreichen Erhebung Tirols im Jahre 1809, berühmten Genossen Anbreas Hoser's, Josef Speckbacher gestorben.

Gingesaudt.

Gießen, 20. Februar.

Gestatten Sie, werthester Herr Rebakteur, baß wir auf bie gestrige Zuschrift einesFachmannes" einige Zeilen erroibern bürfen. Wir sinb erstaunt unb fast zer­knirscht von ber Logik unb Weisheit ber gestrigen Zuschrift und bemerkten mit Schrecken beim Durchlesen derselben, daß der Stadt eine furchtbare fast nicht zu überwältigende Aufgabe zugemuthet wurde, nämlich ben frisch gefallenen Schnee so zeitig wegschaffen zu lassen, bamit keine erhebliche Störung im öffentlichen Verkehr flattfinbet unb unsere Stabt mit ihren theilweise engen Straßen unb Gäßchen bei starkem Schneefall passirbar sei. Also ber Herr Fachmann rechnete aus, daß zur Fortschaffung ber mehrtägigen gewaltigen Schneemassen 33 Mann und 8 Fuhrwerke nothwendig waren und für die ganze Stadt zu reinigen demnach 140 Arbeiter nebst 34 Fuhrwerken anzustellen sind. Wir gestatten uns die Anfrage, ob diese Anzahl auch nothwendig märe, wenn der Schnee alsbald vom Trottoir und einem Theil ber Fahrbahn weggebracht würbe ? . Doch ganz gewiß nicht!

Wir gestatten uns ferner bie Frage an ben Herrn Fachmann, ob bas, was in großen Stäbten möglich ist, in Gießen nicht zu erreichen wäre, wenn man z. B. unsere in ber Stadt wohnenden Fuhrleute nebst denen aus den Nachbargemeinden (Wieftck rc.) rechtzeitig in Anspruch nimmt (an Arbeitern wirb es wohl auch hier nicht mangeln)? Aber freilich an das Schlittenfahren haben wir -Sticht gedacht, das wäre auch gar zu schlimm,, wenn solches entbehrt werden müßte. Doch Scherz bei Seite! Hat der Herr Fachmann noch nicht überlegt, daß es einem Hauseigenthümer manchmal fast unmög­lich ist, bei eintretendem Thauwettter fein (Ltraßenantheil so rasch zu reinigen, baß er nicht einen Strafzettel zu gewärtigen hat, welcher nicht nur ärgerlich, sondern nebst Gerichtskosten auch empfindlich ist. Hat er nicht bedacht, daß ein Privatmann oft gar nicht in der Lage ist, gegen schweres Geld einen Fuhrmann rechtzeitig zur Fort­schaffung von Schnee unb Eis zu erlangen, währenb es für bie e>tabt eine Kleinigkeit ist, sich zeitig unb btnbenb, wie auch billig bie Fuhrwerke zu sichern. Hat er ferner nicht bedacht, baß, wenn bie Stadt auch hier die Fortjchaffung der Schneemassen besorgt und bie Kosten hierfür bestreitet, es nur ein Akt ber Gerechtigkeit gegenüber Den schon genug belasteten Hauseigenthümern ist. daß solches geschieht! Der Herr Fach­mann hätte wohl besser gethan, darüber nachzusinnen, wie der Vorschlag im letzten Eingesandt praktisch durchzuführen sei, als nachzurechnen, wie viel Wagen Schnee in ber Stabt liegen könnten. Darum 8! tacuisees etc.

genügt (Eure Obstbaume!

Das ist auch wieber so ein Befehl von oben, denkt Mancher unb will ihm keine Aufmerksamkeit schenken, trotzbem sich bie Sache nicht so verhält. Wenn sich im Früh­jahr bie Bäume belauben unb Millionen Raupen fressen bie Blätter ab unb wenn Maben bie Blüthen zerstören unb wenn bie wenigen Früchte, welche sich angesetzt haben, wurmstichig herunterfallen, bann würden die Leute etwas darum geben, wenn sie die Möglichkeit hätten, etwas dagegen zu thun, doch bann vergebens. Wie man sich bettet so liegt man. Jetzt ist zum Theil bie richtige Zeit, etwas bagegen zu thun burch bas Reinigen ber Obstbäume. Misteln, bürre Aeste unb sich kreuzenbe Aeste wegnehmen ist darunter nicht zu verstehen, denn das thut jeder ordentliche Baumbesitzer ohne obenstehende Aufforderung, sondern die Säuberung von Feinden aus dem Thier- reich ist damit gemeint, und von Moos unb Flechten, sowie von ber alten rissigen Rinde.

Kann man auch jetzt die Klebgürtel zur Abfangung des Weibchens des Frost- schmetterlings nicht mehr anbringen, so kann man doch jetzt die Ringe der Eier dcS Ringelspinners um dünne Zweige durch Abschneiden ber letzteren entfernen. An Stellen, bie man nicht mit einer Leiter erreichen kann, empfiehlt es sich, bie Zweige mit einer an eine Bohnenstange feftöerbunbene Baumscheere, beren loser Arm mit einer burch ein in bie Bohnenstange geschraubtes Oehr gezogenen Korbei angezogen wirb, abzuschneiben. Hai man bies nicht sorgfältig genug gethan, unb leicht kann dem Auge ein Ring, ber ungefähr die Farbe ber Zweige hat, entgehen, dann muß man Ende April ober Anfang Mai, wenn die Räupchen auskriechen, Morgens früh mit einer Raupenfackel, einer Bohnenstange, an ,beren Spitze man Werg befestigt hat, bas man in Petroleum taucht, bie bann zusammensitzenben Räupchen verbrennen. Der Schwamm- spinner hat seine Eier an bie Rivbe am Stamme ber Aepfel- unb Birnbäume in ein 3 Zentimeter langes unb 1 Zentimeter breites wie aus schmutzigen Haaren zusammen- gestelltes Gebilb gelegt, während der Goldaster in zusammengebrehte Birn- unb