Ausgabe 
21.2.1889
 
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Zwetschen-Llätter, die an den Zweigen hängen, seine Eier gelegt hat. Auch diese Eier mutz man jetzt vernichten. Doch hiermit ist die Reihe der Feinde der Obstbäume noch nicht geschlossen, sondern man findet die Raupen des Apfelwicklers, der im Juni und Juli seine Eier an Aepfel und Birnen legt, woraus die Raupe, meist Made genannt, ftch in die Früchte bohrt und sich im September an einem Faden aus die Erde läßt, um sich einen Schlupfwinkel für den Winter zu suchen, in den Ritzen der Rinde. Hier und unter dem Moos der Aepfelbäume verbirgt sich im Winter ein Käfer, der Aepfel- blüthenstecher, der im Frühjahr in die Blüthenknospen ein Loch sticht und seine Eier legt. Dauert es durch Ungunst des Wetters bis zum Ausbrechen der Blüthen lange, kann er viele Eier legen. Die Maden entwickeln sich dann dadurch, datz sie die Blüthen leer fressen, wie dies die letzten Jahre hier geschah, so datz diese aussehen, als ob sie erfroren wären, und bringen natürlich keine Frucht. Kommt hierzu noch der Borken­käfer, der seine Eier in Gänge in das Holz legt, so ist beinahe immer der Baum ver­loren und cs wird eine Landplage.

Was kann man nun gegenüber diesen gefährlichen Feinden thun? Dadurch, datz man die Raupeneier an den Zweigen vernichtet und die alte, zerrissene Rinde abkratzt und die darunter liegende junge Rinde mit Kalkmilch bestreicht und dies grade

letzt. Das Abgeschnittene und Abgekratzte muß man sorgfältig verbrennen. Nun ist es gut, wenn man im April wieder Raupenletmbänder um die Bäume legt, die Raupen, welche man allenfalls noch auf den Bäumen findet, mit einem Raupenwischer, einem von nassem Stroh, um das Ende einer Bohnenstange gewickelten und mit Sackleinwand l umnähten, gut befestigten Wulst, durch Reiben tödtet und denen, die sich fallen lassen, die Rückkehr auf die Bäume durch die Klebrtnge verwehrt. Weiter ist es gut, sobald kein Schnee liegt, die, Erde unter den Bäumen bis an die äußersten Zweige aufzugraben und gleich mit ungelöschtem Kalk zu bestreuen, damit alles Ungeziefer, welches sich in die Erde zurückzteht, dadurch vernichtet wird. Diese Baumscheiben läßt man im Grab­land offen und hält sie rein. Man düngt die Bäume im Frühjahr und im Herbst dadurch, daß man Jauche in Löcher im äußeren Kranz der Baumscheibe schüttet. Da man vor dem Apfelblüthenstecher nicht sicher ist, wenn die Nachbarn im weiten Umkreis ihn nicht vernichtet haben, so ist es gut, ihm die Lust zum Eierlegen durch Aufftreuen von Kalkpulver, z. B. mit einem Blasbalg, zu benehmen.

Wer sich nach hier Vorgesagtem richtet, wird durch die Erfahrung belehrt werden, daß er gutgethan hat. l. e.

Oeffentliche Bekanntmachung.

Friedrich Leib zu Gießen ist, weil an Geistesstörung leidend, ent­mündigt, und Carl Loos zu Gießen ihm als Curator beigegeben worden. Rechtsgeschäfte mit jenem können gültig nur unter Zustimmung dieses abge­schlossen werden.

Gießen, den 18. Februar 1889.

Großherzogliches Amtsgericht. ___Stammler._____1393 Holzversteigerungen in der Königlichen Oberförstern

Strupbach.

I. Schutzbezirk Bieber.

(Königlicher Förster Guericke zu FH. Bieber).

Dien-tag den 26. Februar er., Vormittags */,10 Uhr, Districte 27 und 28, Schnnttenberg:

15 Stück Eichen - Stämme mit 21,05 km,

55 Stück Nadelholz - Stämme mit 16,41 fm,

75 Stück Nadelholz-Stangen I. bis III. Classe,

25 rm Eichen-Scheit und Knüppel,

25 Eichen-Reiser III. Clafse,

22 Buchen-Schette,

255 Buchen-Reiser II. und III.

Classe,

6 Buchen-Stockholz,

10 Nadelholz-Scheit u. Knüppel, 50 Nadelholz-Reiser UI. Cl- Zusammenkunft im Holzschlage, District 27b.

II. Schutzbezirk Königsberg. (Königlicher Förster Klein Wächter zu FH. Haina).

1) Montag den 11. März . er., Vormittags V210 Uhr, Distritt Nr 2, Rothestrauch:

4 rm Eichen-Scheit und Knüppel, 30 Buchen-Scheit und Knüppel, 935 Buchen-Reiser II. und III.

Claffe,

6 Weichholz-Scheit u. Knüppel,

4 Nadelholz-Scheit u. Knüppel, 60 Nadelholz-Reiser III. Claffe. Zusammenkunft im Holzschlage gegen­über dem Hofe Haina.

2) Montag den 18 März er., Vormittags 9 Uhr, Distritte 12 und 15 Rotheberg und Districte 22b und 24 Bieidenberg:

7 rm Eichen-Scheit und Knüppel,

30 Eichen-Reiser III. Claffe, 161 Buchen-Scheite.

130 Buchen-Knüppel, |

2090 Buchen - Reiser II. und III.

Claffe,

130 Buchen-Stockholz I. Classe,

21 Nadelholz-Scheit u. Knüppel, 265 Nadelholz-Reiser III. Claffe.

Zusammenkunft im Holzschlage, District 15 RolhebergSkopf, woselbst das Holz vom Bleidenberg mitverkauft wird.

Kaufliebhaber wollen sämmtliches Holz vor den Terminen besichtigen.

Forsthaus Strupbach, den 19. Februar 1889.

Der Königliche Oberförster: 1416 Baumann.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Bei heutiger Ersatzwahl wurde Herr L. Homberger mit 29 Stimmen zum Mitglied Großherzoalicher Handelskammer gewählt. a

Das W-hlprotokoll nebst Anlagen liegt vom 21. bis 24. Februar auf dem Bureau des Herrn Banquier Heichelheim offen-

in

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7. Juliane Fuchs aus Roth ....

8. Anna Marie Franz aus Allendors a- d.

Elisabethe Junker aus Reiskirchen . Magdalene Zahn aus Seligenstadt . Elisabethe Weber aus Nordeck . . Elisabethe Hoffmann aus Loetzbeuern Katharine Gravelius aus Grünberg Katharine Deubel aus Lollar . . .

Großherzogliche Handelskammer. F. C. B. Koch.

Bekanntmachung.

Folgende Dienstboten haben aus der hiesigen Spar- und Leihkaffe mit Rücksicht auf die bei ihren Namen erwähnten Dienstjahre bei einer Herrschaft die beigesetzten Prämien erhalten:

Summa 150

Die Prämien sind nebst den vorgelegten Dienstbüchern an jedem Zahltag dem Geschäftslokal der Sparkasse in Empfang zu nehmen.

Gießen, den 19. Februar 1889.

Die Direction des Spar- und Leihkaffeveceins.

Haberkorn.

Holzversteigerung.

Aus den Districten Häuser­born und Nückar- werden ver­steigert :

1) Dien-tag den 26. Fe­bruar : Buchen: 1 Rm. Scheiter, 1770 Wellen, 6 Rm. Stöcke; Gicherr: 26 Rm. Scheiter, 21 Rm. Knüppel, 1900 Wellen, 39 Rm. Stöcke; Nadel- bolz: 104 Rm. Knüppel (hiervon 5,4 Rm. von 3 M- Länge), 8070 Wellen (hiervon 100 Wellen von 34 M. Länge zu Bohnenstangen geeignet), 5 Rm. Stöcke. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr bei Schiffenberg an der Kälbertränke.

2) Donner-tag den 28. Fe­bruar : 31 Fichtenstämme von 12 bis 21 cm Durchm., 1013 m Länge mit 5,31 Fm., 2652 Fichtenderbstangen von 612 cm Durchm, 816 m Länge mit 126,45 Fm, 905 Fichtenreisstangen mit 11,83 Fm. Die im Rückars liegenden Fichtenstangen werden bei der Versteigerung nicht vorgezeigt, sie kommen Mittags 12 Uhr im Häuser­born zum Ausgebot. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr aus der Kreisstraße Gießen-Hausen am Häuserborn, wo die Chaussee nach Schiffenberg ab­zweigt. Das am Schafweiher sitzende

Gießen, den 19. Februar 1889.

1401

Ord.-Nr. Namen der Dienstboten

Pfennig-Sparkaffe Gießen.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in dem Schulhaufe in der Neustadt eine weitere Sammelstelle errichtet worden ist.

Dieselbe wird bis aus Weiteres jeden Samstag Nachmittag von 46 Uhr, zum erstenmal Sam-tag den 23. l. M. geöffnet sein.

Gießen, am 19. Februar 1889.

Die Direction des Spar- und Leihkaffe-Vereins.

Haberkorn.

Anzahl

Prämien

der Dienstjahre

JL

. 10

18

. 19

24

. 11

18

. 12

18

. 10

18

.. 10

18

. 10

18

hn 10

18

Holz wird nicht vorgezeigt, es kommt jedesmal Mittags 12 Uhr zum Aus­gebot.

Nähere Auskunft ertheilt der Gr. Forstwart Schlag zu Baumgarten.

Gießen, den 19. Februar 1889.

Großh. Oberförsterei Schiffenberg.'' _ Heyer. 1391

Die Lieferung

der in der Zeit vom 1. April bis 1. October 1889 für die unterzeichnete Anstalt erforderlichen Fletsch-, Back- und Specrreiwaaren, der Milch, sowie des Bedarfs an Steinkoblen, Stroh und Seife soll im Submissionswege vergeben werden. Offerten sind bis zum 28. d. MtS. bei der unterzeichneten Direction einzureichen.

Gießen, 18. Februar 1889.

Grobherzogliche Direction der Entbmdungs-Anstalt.

Dr. H. Löhlein. 1396 Holzversteigerung. Die auf Freitag den 15. d. Mts. in hiesigen Waldungen anberaumte, und nicht abgehaltene Holzversteigerung soll nunmehr Freitag den 2 2. d. MtS., um 10 Uhr an­fangend, abgehalten werden. Das Holz, welches zum Ausgebot kommt, steht in Nr. 35 desGießener An­zeiger" verzeichnet.

Rödgen, am 19. Februar 1889. Großh. Bürgermeisterei Rödgen?

Jnderthal. 1402

Holzversteigerung.

Dienstag den 26. und Mitt­

woch den 27. d. M, jedesmal Vormittags von 10 Uhr an, sollen in dem Oppenröder Gemeinde­wald, Districten Eichbusch und Gründ- chen, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden:

A. Bau-, Werk- und Nutzholz:

47 Eichenstämme von 1433 cm Durchm., 411 m Länge,

209 Fichten- und Kiesernstämme von 1336 cm Durchm., 417 m Länge,

193 Derbstangen von 812 cm Durchm, 619 m Länge,

536 Reisstangen von 47 em Durchm. 411 m Länge.

B. Brennholz:

Scheiter. Knüppel Reisig. Stöcke,

rm rm Wellen rm

Buchen 32 12 800 10

Nadel 68 4600 25

Die Zusammenkunft ist bei der Seiswiese an der Straße von Oppenrod nach Albach und zwar kommt am ersten Tag das Bau- und Werkholz, am zweiten Tag das Brennholz zur Ver­steigerung.

Oppenrod, den 20. Februar 1889.

Großh. Bürgermeisterei Oppenrod.

Petri. 1409

Gin kupferner Braukessel, 870 Liter groß, sowie mehrere Gassa- schränke billig abzugeben.

1395 W. Handwerk in Wetzlar-

| Versteigerung von Pappetöflumen.

Montag den 25. E M., Nachmittag- 12V3 Uhr,

I sollen an der Staatsstraße Gießen i Grünberg in Abth. 3348 circa 140 Stück meist deutsche Pappelbäume an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist an der Brücke zu Reiskirchen.

Dienstag den 26. l. M, Nachmittags 3 Uhr, kommen 6 Stück Pappelbäume irr Abth. 1819 derselben Straße (Hap­pels wiese) zur Versteigerung.

Gießen, den 18. Februar 1889. Großherzogl. Kreisbauamt Gießen.

1397 Walter.

Heilgevotenes.

1404] Wegzugshalber ist ein sehr gut erhaltenes Pianino durch Herrn Com- Missionär Gengnagel zu verkaufen.

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