tischen Ereignisse unterbrochen wurde, erklärt. Das Schreiben gipfelt in dem Ersuchen an die Bürgermeisterei, durch Einrichtung einer Sammlung in der Stadt mit zur Ausführung des Denkmals 'und Abtragung einer Ehrenschuld- für die Kämpfer der Freiheitskriege beizutragen. Die Versammlung spricht sich gegen die Bewilligung eines Beitrages, wie gegen Errichtung einer Sammlung aus, nachdem sowohl der Herr- Vorsitzende wie die Herren Beigeordneter Langsdorfs und Stadtverordneter Scheel ihre Bedenken dagegen geäußert. Herr Beigeordneter Langsdorfs machte geltend, daß mit der Errichtung von Denkmalen in der Neuzeit etwas zu weit gegangen werde, die Schlacht bei Leipzig sei, wenn er sich juristisch ausdrücken solle, verjährt und durch neuere Ereignisse überholt, für Bewilligung eines Beitrages aus Gemeindemitteln könne er sich nicht aussprechen, man müsse die Ausgaben aufs Geringste beschränken. Herr Scheel bemerke, daß zum Andenken an die Leipziger Schlacht schon viele Denkmale beständen, wenn die Stadt Leipzig in ihrem Interesse eines solchen bedürfe, so könne sie aus eigenen Mitteln eins errichten. — Herr Herz Schulhof hat lt. Testament seine Schwester zur Universalerbin eingesetzt unter der Bedingung der Abgabe von Legaten in Höhe eines Dritttheils seines hinterlassenen Vermögens zum Besten von hülfsbedürftigen Personen der Stadt Gießen. Ueber die Höhe des der Stadt zugewiesenen Capitals liegen Anhaltspunkte noch nicht vor. Herr Bürgermeister G n a u t h bemerkt, daß in voller Würdigung des von dem Herrn Schulhof bewiesenen Edelmuthes wohl kein Grund vorliege, das Legat abzulehnen. — Die vorliegenden Rechnungen über ausgesührte, aus der Hand vergebene Arbeiten, u. A. für Abschlagen der Knaben-Badeanstalt, werden gutgeheißen. — Zur Complettirung der Geräthe in der städtischen Turnhalle sind einige Sprungböcke, Kletterstangen u. s. w. nöthig. Die auf 600 M. veranschlagten Kosten werden bewilligt. — Dem israel. Gesangverein soll auf Ansuchen ein Schulsaal zum Abhalten von Gesangsübungen an Samstag-Abenden gegen Entrichtung einer Entschädigung von 80 Pf. sür den Abend (für Heizung und Beleuchtung) im Mädchenschulgebäude an der Schillerstraße überlassen werden. — Die Frist, während welcher neu errichtete Häuser ohne Verputz bleiben dürfen, läuft für das Schulgebäude an der Westanlage mit Frühjahr nächsten Jahres ab. Es wird deshalb beschlossen, die aus Herstellung des äußeren Verputzes dieses Gebäudes entstehenden Kosten, veranschlagt zu 5110 M., in das nächste Budget einzustellen. — Das Gesuch des Herrn Georg M ö h l um Erlaubnis; zur Errichtung eines Neubaues an der Bahnhof- und Marktstraßen- Ecke wird beanstandet, da der für fragt. Neubau vorgesehene Erker in Rücksicht auf die dortige Straßenbreite als den Bestimmungen des Localbaustatuts nicht entsprechend zu bezeichnen ist. — An den Plänen zur Errichtung eines Exerzier- Hanses hinter der Schloßkaserne, in der Flucht des Feldfahrzeugschuppens, findet die Versammlung, nichts zu beanstanden. Das Exerzierhaus wird in Fachwerk, mit massiven Giebeln ausgeführt. — Dem Gesuch des Herrn Heinrich Schön um Erlaubniß zur Erbauung eines Gartenhauses am hinteren Nahrungsberg, welches in einer früheren Sitzung wegen der unzulässigen Bauart, wie seiner Lage außerhalb des Stadtplanes wegen abgelehnt worden, wird insofern stattgegeben, als dem Gesuchsteller vorläufig für die Dauer eines Jahres die Belassung des bereits in Ausführung begriffenen Gartenhauses gestattet, aber untersagt werden soll, in demselben eine Feuerungsanlage herzurichten. — Für die neu eröffneten Straßen sollen Straßenschilder in der bereits eingeführten Form von den seitherigen Lieferanten bezogen werden. — Die auf 370 Mk. veranschlagten Kosten für Herstellung des Bohlenbetags an der Bi sm ar ck- straßen-Brücke werden bewilligt. Von der Pflasterung der Brücke mußte mit Rücksicht auf die nicht für eine solche berechnete Tragfähigkeit abgesehen werden, desgl. von der Belegung mit Holzpflaster, welches sich bei der den Einflüssen der Witterung zu sehr ausgesetzten Bauart der Brücke in der
wohl einsehen, daß hier der Schweigende schließlich der Klügere war und darum machte er kurz entschlossen Kehrt, um auf der entgegengesetzten Seile der Bühne bald daraus an Anderen seine schlechte Laune auszulassen. Wenn er in diesem Augenblicke sich doch den Esel mehr zu Gemüthe gezogen hätte!
Jndeß war der Stundenzeiger dem feierlichen Augenblicke der Eröffnung immer mehr nahe gerückt. Draußen im Zuschauerraume summte und brummte es wie in einem großen Bienenschlage; das Parquet und die Ränge füllte das eleganteste Publikum Zürichs und auf den Gallerien drängte sich, fest aneinandergekeilt, eine vielhundertköpfige, festlich erregte Menge, die durch immer neu Hinzukommende noch von Minute zu Minute anschwoll. HerweghS Name hatte wie ein zauberhafter Magnet gewirkt. Endlich ertönte das erlösende Zeichen. Das Orchester Hub zu Webers stimmungsvoller Jubelouverture an. Der Schlußaccord war verklungen, der Vorhang rauscht auf und von frenetischen Zurufen empfangen, trat Georg Herwegh vor die Brüstung. Es waren kernige, zündende, Freiheit athmende Worte, bei denen es wie Wetterleuchten über die durchgeistigten Züge des schönen Mannes zuckte, die von seinen Lippen erklangen. Ein unbeschreiblicher Beifall brach los, als er geendet hatte und sich zurückzog. „Herwegh! . . . Herwegh! . . . Tusch! . . ." erscholl es von allen Seiten; aber vergeblich. Herwegh erschien nicht wieder. Es war, als ob ihn der Erdboden plötzlich verschlungen habe. Händeringend liefen der Direetvr auf der einen, der Regisseur auf der anderen Seite der Bühne umher, jeden Winkel durchsuchend, unausgesetzt seinen Namen rufend. Umsonst, Herwegh war nicht zu finden.
Draußen dauerte der Beifallssturm und das Rufen ununterbrochen fort. Und ruhte er einmal für einen Moment, so war es nur, um gleich darauf mit erneuter Kraft loszubrechen. Der Direetor war außer sich. In seiner Verzweiflung stürzte er mitten auf die Bühne und rief dem beim Vorhang postirten Arbeiter zu: „Um Himmels Willen, nur
Gartenstraße nicht bewährt hatte. — Entsprechend suche einer Anzahl Interessenten soll die äußere Schill erst raße ausgebaut und mit Trottoir versehen werden, nachdem die Bebauung dieser Straße so weit vorgeschritten ist, daß die Stadt die Verpflichtung zum Ausbau derselben anerkannt. Veranschlagt sind die Kosten ans 2040 Mk. '
Auf desfallsige Anfrage Großh. Administrations-Com- Mission beschließt die Versammlung, die Unterhaltung der „Anlagen" vor dem Universitätsgebäude zu übernehmen. — Nachdem der neue obere Theil des Friedhofs entlang der Licherstraße und dem Steinbacher Weg mit einer Mauer umgeben, macht sich auch die Bepflanzung des zwischen Licherstraße und Friedhof liegenden Geländes nöthig- dasselbe soll nach Art der unteren Friedhofs-Anlage hergestellt und eingesät, die daneben liegenden Holzlagerplätze nach der neuen Anlage hin durch Buschwerk abgesondert werden. Die hierfür veranschlagten Kosten mit 5070 Mk. werden, zu Lasten des nächstjährigen Budgets, bewilligt. Bei im oberen Theile des Friedhofs ftattfinbenben Be
freie Zeit bleibt also nur noch in den Aben d- stunden. Und da sitzen nun die weiblichen Familienglieder tief in verschwiegene Nächte hinein und häkeln, stricken, sticken und applicieren, als wäre das Weltall mit Tischdecken, Socken, Sophakissen, Schlummerrollen, Hauskäppchen und Pantoffeln zu versorgen! Freilich, auch anderwärts häuft sich dieser Proviant. Die Geschäftslager und die Schaufenster füllen sich und hier in vollster Oeffeutlichkeit gewahrt man die Ueberproduetion der vorweihnachtlichten Wochen. Man rüstet sich für den großen Umsatz, welcher in sehr vielen Geschäften das Deficit des ganzen Jahres decken und die eigentliche Ernte liefern soll. So wirft das große Ereigniß seinen Schatten voraus und wohin er fällt in Deutschland — das ja allein so ausnahmslos das Christfest als Gabenfest feiert — bringt er Leben und Treiben die Fülle, bis ihn der Lichterglanz des Tannenbaums auslöscht, unter dessen verklärendem Glanze Alles ausgebreitet liegt, was des großen Ereignisses Schattenepoche producirt hat. Es ist eine fleißige Zeit von jetzt bis Weihnachten!
dem Ge- und eigentlich
erdignngen sollen in Zukunft die Leichenzüge durch das obere Thor geführt und damit eine Schonung der Wege im unteren Friedhöfe herbeigeführt werden. — Mit Ausdehnung des Friedhofs hat sich auch die Nothwendigkeit ergeben, Bestimmungen über Anlage und Preis von Erbbegräbnissen auf dem neuen Theile desselben zu treffen. Nach den seither gemachten Erfahrungen sind die an der Mauer nach dem Nahrungsberge hin gelegenen Plätze gesuchter, als diejenigen an der Mauer der Licherstraße. Es wird beschlossen, den Preis für ein Erbbegräbniß am Nahrungsberg auf 150 Mk., für ein solches am oberen Theile, am Steinbacher Weg, auf 120 Mk. und für ein an der Licherstraße gelegenes auf 100 Mk. festzusetzen. — Der letzte Punkt der Tagesordnung, die Trichinenschau betreffend, kam nicht mehr zur Beratung, doch stheilte der §err Vorsitzende mit, daß die Metzger mit den Hauptpunkten der von der Stadt zu treffenden Bestimmungen ihr Einverständniß bereits erklärt hätten.
* Große Ereignisse werfen ihre Schatten und je größer das Ereigniß, desto größer ist natürlich auch sein Schatten. Nun giebt es einen ungemein zahlreichen Theil aller Deutschen, denen das Weihnachtsfest ein außerordentlich großes und wichtiges Ereigniß ist- je näher es rückt, desto eifriger ist man beflissen, feiner würdig und gerüstet zu sein. Allen voran natürlich die Kinderwelt. Jetzt beginnen die Buch- stabirkünstler „mit heißem Bemühen", das einem Faust Ehre machen würde, ihre Wunschzettelschriftstellerei und damit eröffnet sich eine Aera lieblicher Familiencomik. Ja, jetzt ist nun die Saison der unheimlich artigen Kinder angebrochen, aber nicht minder unheimlich ist die veredelnde Wirkung des Weihnachten in Sicht bei Dienstboten u. s. w. So höflich, so aufmerksam wird man im ganzen Jahre nicht behandelt wie jetzt, so eifrige Lauscher auf die geheimsten Wünsche hat man niemals gekannt. Lohn und Strafe, das sind die Götzen, zu denen wir beten, und am Weihnachtsabend erwartet die nun losgelassene Jugend ihren Lohn. Noch in anderer Hinsicht wirft das Fest, von dem wir uns nur noch wenig über 5 Wochen trennen, seine Schatten, oder da es ein solches des Lichtes ist, seinen Glanz voraus. Die geheimuißvollc Nadelarbeit beginnt, welche so viele Nachtruhe und was leider mit das schlimmste werden kann, so manches gute Auge kostet. Es ist jetzt dic Zeit gekommen, da für den Vater, den Bruder und — „für ihn" gearbeitet werden muß, und Eile thut noth, wenn man mit dem beabsichtigten Geschenk noch fertig werden will. Denn wie wenig Zeit und Möglichkeit bleibt für die Arbeit wirklich! Vater und Brüder, Mutter und Schwestern sind während des ganzen Tages gegenwärtig und machen die Arbeit fast unmöglich, weil sie gerade immer dann, wenn man eben angefangen hat, in's Zimmer treten und sind sie einen Augenblick wirklich nicht da, so hindert die Unriihe des Gedankens, daß sie kommen und überraschen könnten, den flotten Fortschritt der Arbeit ebenso,
jetzt noch nicht den Vorhang aufziehen!" Aber nie sollte ihm seine Vorsicht und vor allen Dingen seine Sprechweise ver- hängnißvoller werden als in diesem Augenblicke. Der An- gerujene hatte wieder nur die drei letzten Worte des Directors verstanden — ein Druck, und gerade das, was er hatte verhüten wollen, ging unabwendbar vor sich: der Vorhang rauschte höhnisch empor und gab den guten Director in seiner höchst fragmentarischen Costümirung den Blicken Aller preis. Für einen Moment, ungefähr wie wenn durch einen heftigen Blitz der Gewitterregen jäh unterbrochen wird, ward es todtenstill im Zuschauerraum. Kaum aber wurde man sich über die Situation klar, als auch schon ein Gelächter losbrach, ein Gelächter, wie es mit Worten nicht zu beschreiben ist. „Vorhang runter !" brüllte der Director außer sich - und nach Art des Vogel Strauß, der, um sich unsichtbar zu macheii, sich unter den eigenen Federn versteckt, kroch er ganz in sich zusammen und suchte in seinen bekannten langen Schritten so schnell als möglich die schützenden Conlissen zu erreichen.
(Schluß folgt.)
— Wie man dem Drücken der Schuhe abhilft. Darüber schreiben die „Dresdener Sonntagsblätter": Mein Schuhmacher brachte mir ein Paar neue Stiefeln, welche mich, als ich sie anzog, drückten. Da machte ich den Versuch, sie mit Glycerin einzuschmieren, welches ich auf ein Stückchen Zeug getropft hatte- ich rieb das Oberleder, sowie die Sohlen damit ein und ließ es eintrocknen. Dieses Verfahren wiederhole ich drei- bis viermal und rieb die Schuhe bann mit einem Stückchen Zeug ab - als ich die Schuhe anzog, legte sich das Leder weich an den Fuß an, so daß ich bequem gehen konnte. Seit dieser Zeit lasse ich das Schuhwerk nicht mehr wichsen, da durch das Wichsen das Leder hart wird, leicht bricht und zerreißt. Bei Gebrauch von Glycerin behält das Leder sein neues Ansehen, wird weich und ist haltbarer. Auch dringt bet feuchtem Wetter die Nässe nicht durch.
vermischte».
— lieber das gestern mitgetheilte Unglück in der Pulverfabrik zu Hauau wird dem „Fr. I." geschrieben: Die Katastrophe der Explosion in der Pulverfabrik bei Hanau ist furchtbarer, als man gestern übersehen konnte. Unser Berichterstatter war an Ort und Stelle, um sich von dem Thatbestande zu überzeugen. Er wählte den Weg vom Bahnhof zu Hanau nach der Unglücksstätte, aber diese zu besichtigen war ihm nicht vergönnt, da die unter Staatsüberwachung stehende Fabrik militärisch abgesperrt ist. Dieselbe liegt mitten im Walde, 20—30 Minuten vom Bahnhof entfernt und ist eingezäunt - die einzelnen Fabrikräume sind sporadisch in der Einzäunung vertheilt, so daß die in dem einen Theil Beschäftigten von den anderen nichts wissen. Gestern Morgen um V210 Uhr nun erfolgte plötzlich ein furchtbarer Schlag in dem einen abgeschlossenen Theile der weitläufigen Fabrik, in einem Trockenraume, wo Patronenhülsen gefüllt, geschliffen und fertig gemacht werden - eine dichte Rauchwolke stieg auf, eine mächtig lodernde Flamme folgte und das Unabänderliche war geschehen. Sofort ertönte die Alarmglocke und der Portier des 20 Minuten entfernt liegenden Offiziershauses, die Polizei in Hanau und verschiedene Aerzte wurden benachrichtigt. Zuerst erhielt Dr. Siebert Nachricht - dieser sowie Dr. Roser, der Chefarzt der -Landeskrankenanstalt zu Hanau, und Dr. Schwarz eilten unverzüglich mit sämmtlichen ihnen zu Gebote stehenden Nettungsutcnsilien zur Unglücksstätte. Dort angelangt, fanden sie bereits 2 Todte vor. Mittels Wagen der Pulverfabrik, mit Omnibussen und mitgebrachten Droschken wurden nunmehr 16 von der Katastrophe sehr- schwer Betroffene nach Hanau befördert und zwar zunächst nach dem Landeskrankcnhause. Dort starben bis heute Nacht 3 Uhr — neun, deren Namen folgende sind: 1) Anna Ott aus Nieder-Rodenbach, 2) Lina Giez aus Nieder-Nodenbach, 3) Marg. Römer aus Nieder-Rodenbach, 4) Kath. Ott III. aus Nieder-Rodenbach, 5) Mina 'Rolle aus Groß-Auheim, 6) Auguste Langhaus aus Hanau, 7) Anna Grasmann aus Groß-Krotzenburg, 8) Helene Adam aus Ober-Rodenbach, 9) Margarethe Reuter aus Nieder-Rodenbach. Sieben Schwer- verwundete, an deren Aufkommen die Aerzte zweifeln, liegen noch im Landeskrankenhause, nämlich: Lina Wagner aus Groß-Auheim, Martha Link aus der Colonie Pulverfabrik, Bertha Hahn aus Rückingen, Margaretha Neußwig aus Nieder- Rodenbach , Elisabeth Dietzel aus Nieder-Rodenbach, Maria Lehmann aus der Pulverfabrik, Anna Grasmann aus Groß- • Krotzenburg, sowie der Abtheilungs-Aufseher Jacob Wagner aus Groß-Auheim, welche sämmtlich im Gesicht, an der Brust und an den Armen Brandwunden davongetragen haben. Die Betroffenen sind (bis auf den (^genannten) Mädchen im Alter von 16 bis 21 Jahren. Die Leichen der sofort tobt Aufgestmdcnen sind vom Kopf bis zur Sohle förmlich verkohlt. Rühmlichst kann erwähnt werden, daß der Director der Pulverfabrik, Herr Weisbrod, sofort am Platze- war und thatkrästig Wesentliches zur Verhütung eines noch gräßlicheren Unglücks 'beitrug. Arbeit mit Schießbaumwolle war die Ursache des Unfalls, worüber sofort die Untersuchung eingeleitet' wurde. Merkwürdigerweise ist die Eisenbahnkatastrophe an der Curve bei Hanau gerade an demselben Tage vor 5 Jahren geschehen.
Literatur und Kunft.
— Es ist ein bemerkenswerther und nicht genug zu lobender Zug unseres Zeitalters, daß die Wissenschaften und Künste nicht mehr das Privilegium einzelner Bevorzugter sind, sondern die größten Geister ihren Stolz darein setzen, von Jedem aus dem Volke verstanden zu werden. Alles wird popularisirt, nur eine Wissenschaft, welche tief in das Leben eines jeden Eulturmenschen eingreift, blieb im Ganzen und Großen noch immer das Geheimniß der Fachgelehrten: wir meinen die Rechtswissenschaft. Das soeben im Verlage von F. W. v. Biedermann in Leipzig erschienene »Nachschlage« buch der ArbeiterschutzGesetzgebung des Deutschen Reiches* von Ernst Thetnert - Ml cklcy uno Frredrtch Sirettzler kommt nun einem Bedurfniß entgegen, welches von allen Kreisen der Bevölkerung gewiß lebhaft empfunden wird. Welcher Arbeiter, Arbeitgeber, Staats- und Communalbeamte kommt nicht in die Lage, in dem so weitverzweigten Gebiete der deulschen Arbeiter Gesetz- gebung Rath suchen oder geben zu müssen? Wer kann die zahlreichen Gesetze alle im Kopfe behalten? Die Beantwortung einer bestimmten Frage in den Gesetzbüchern nachzuschlagen, verstehen die Wenigsten, es ist deßhalb eine sehr glückliche Idee zu nennen, welche die Verfasser des „Nachschlagebuchs" zur Ausführung brachten. Die gesammte Socialgesetzgebung des Deutschen Reiches ist in diesem Buche nach Schlagwörtern alphabetisch geordnet aneinander gereiht, so daß es jedem Laien leicht wird, aufzufinden was er sucht. Wer einen Blick in das Buch wirft, wird finden, daß hiermit etwas wirklich Praktisches geboten ist. Der billige Preis von 1 JL macht die Anschaffung Jedem leicht.
A 7|int7 Cpl U/u/P Hoflieferant Sr.Maj.d Kaisers u Königs Bonn. Berlin u. n. Z.UIILZ. obl. " Wb., Antwerpen, empfiehlt als unübertroffen ihre seit mehr KKÄS Gebrannten Java Kaffees 55 —Lebensmittel-Branche käuflich sind.
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