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Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: Zweite Berathung des Etats.

Beim Etat des Reichstages fragt der Abg. Broemel (bfr.), ob es nicht angängig sei, im Reichstage einen Markenverkauf und eine Briefabholungsstelle der Berliner Packetfahrt-Gesellschast einzurichten.

Abg. Dr. Buhl (natl.): Es wird Aufgabe des Vor­standes sein, diese Anregung näheck zu erwägen.

Abg. Dr. Meyer- Halle (bfr.) fragt, ob die vom Reichstage gekauften Bücher von Mitgliedern des Buchhändler- Ringes oder von solchen Buchhändlern gekauft werden, welche den höchsten Rabatt bewilligen- er wünscht, daß bei letzteren gekauft werde.

Der Etat des Reichstages wird bewilligt.

Beim Etat desReichskanzlers und der Reichskanzlei" wünscht Abg. Richter (bfr.) Auskunst über die Lage der Vorerörterungen über bas Kaiser-Wilhclm-Denkmal. Es müsse barem festgehalten werben, baß bas Denkmal nicht etwa von einem späteren Herrscher dem Kaiser Wilhelm I. errichtet werbe, sonbern baß es ein Denkmal sei, welches bas Volk bem Begründer der deutschen Einheit errichte. Entgegen den gemeinsamen Anschauungen im Reichstage und bei den verbündeten Regierungen ist nun von Sr. Majestät dem Kaiser eine Aeußerung gethan, wonach nur die Schloßfreiheit für die Errichtung des Denkmals in Betracht kommen könne. Redner wünscht Auskunft über die Stellung der Regierung bezüglich der Platzfrage.

Staatssccretär Dr. v. B 0 e11icher: Eine Entscheidung über die Platzfrage ist bisher nicht getroffen; sie ist ja auch verschiedener Deutung fähig. Ich denke mir die Sache so, daß dem Reichstage eine Vorlage im Auftrage Sr. Majestät gemacht wird und daß dann der Reichstag über die Platz­frage zu entscheiden hat.

Abg. Meyer-Halle wünscht auch die Aeußerungen der Jury über die Platzsrage kennen zu lernen.

Abg. Dr. Böckel (Antisemit) bittet eine die Abzahlungs­geschäfte betreffende Petition dem Reichskanzler zur gesetz­lichen Regelung der Angelegenheit zu überweisen, da diese Geschäfte nur darauf ausgehen, armen Leuten das Geld ab­zunehmen ; Redner führt an einer Reihe gerichtlich festgestellter Fälle aus, daß diese Geschäfte auf unsolidem Grunde beruhen. Die meisten dieser Geschäfte seien im Besitz von Juden. In Berlin habe sich vor Kurzem das erste christliche Abzahlungs­geschäft etablirt; aber schon nach wenigen Tagen war es von einem Juden angekaust, der daschristliche" Abzahlungs­geschäft fortsetzt. '(Heiterkeit.)

Staatssecretär Dr. v. B oet tich er: Auf ein Rund­schreiben an die Einzelregierungen in Angelegenheiten der Abzahlungsgeschäfte sind die Antworten kürzlich eingegangen. Die Behandlung der Sache ist keine leichte, doch wird es hoffentlich gelingen, den aussaugenden Geschäften einen Riegel vorzuschieben- allerdings gibt es viele Abzahlungsgeschäfte, die durchaus nützlich sind, z. B. die Rähmaschinen-Geschäfte- kleine Leute können eine Nähmaschine selten ganz mit einem Male bezahlen.

Abg. Richter (bfr.) wünscht zu wissen, welche Stellung der Reichskanzler ber Forberung bes Herrn v. Bennigsen nach einem Reichsfinanzministerium gegenüber einnimmt.

Staatssecretär Dr. v. Boetticher: Eine Meinungs­äußerung bes Kanzlers liegt nicht vor. Zu einer Ent­schließung in biefer Angelegenheit wäre eine Versasfiings- änberung unb bie Genehmigung bes Reichstags nöthig.

Der Etat bes Reichskanzlers unb ber Reichskanzlei wirb genehmigt.

Bei bem Etat besR e i ch s j n stiz am t s" regt ber Abg. Baumba ch-Berlin (bfr.) bie Frage an, in welcher Weise bie weitere Behanblung bes bentschen bürgerlichen Gesetz­buches von ben tierbünbeten Regierungen geplant sei. Die Kritik bes Gesetzbuchs sei vielfach eine recht abfällige. Am

Pflege bes Obstbaues aufzuhelfen? Meist erlahmt das Thun unb Schaffen bes Einzelnen, wenn es überhaupt begonnen, weil es an gemeinsamem Wirken fehlt, ohne welches freilich selten etwas Rechtes zu Stande kommt. Klagen hierüber, sowie über bie Schwierigkeit, reifgeworbene Früchte vor bie- bischen Hänben zu schützen, werben denn auch in ber Regel von ben Lanbbesitzern ben Mahnungen zur Anpflanzung ent­gegengebracht.

Leiber ist es wahr, baß Zuchtlosigkeit, unb zwar aus vielen Grünben, unter bem jungen Volke zugenommen hat. Einer ber Gründe ist aber eben der, daß bei ber Seltenheit unb ben hohen Preisen bes Obstes ärmere Kinder ihm gegen­über in eine Tantaluslage versetzt werden. Erinnern wir uns nur unserer eigenen Jugend. Wer hätte wohl nicht da­mals den rothwangigen Aepseln des Nachbars, die so ver­lockend am Baume hingen, verlangende Blicke zugeworfen und welcher Knabe hätte nicht in die reifenden Birnenbäume frem­der Besitzer einen Steinwurf riskirt. Gäbe es aber mehr Obst, so würde der Jugend ein billiger Autheil daran zu­fallen, die Bewachung der Bäume erleichtert und ihre Aus­plünderung vermindert werden.

Ganz besonders find nun, diese Mißzustände abzuhelfen, die Volksschullehrer berufen. Wohl wissen wir, daß sie viel, sehr viel, alles bewirken sollen, aber auch heute treten wir wieder mit der Bitte an sie, mitzuhelfen an einem Werke zur Beförderung des Volkswohles. Gerade der Lehrer, zumal wenn ihm ein Schulgarten, und fei dieser auch noch so klein, zur Verfügung steht, hat die schönste Gelegenheit, bei dieser Sache erzieherisch zu Werke zu gehen wenn er ben kind­lichen Naturtrieb ber Obstliebe als Stämmchen benutzt, um ein Ebelreis barauf zu pfropfen, aus welchem zunächst Achtung fremben Eigenthums unb Werktätige Liebe für Baum unb Strauch erwächst.

Also bran an's Werk, verehrte Herren Lehrer, nament­lich auf bem Lanbe, auch bie Liebe ber Kinber zu Ihnen selbst wirb burch Ihre Mithilfe bei biefer Sache kräftige Keime bekommen! Egon W.

besten bürste es sein, wenn man ben zwischen Romanisten unb Germanisten ausgebrochenen Streit zunächst zu Enbe kommen läßt unb bann erst bie weitere Behandlung des bürgerlichen Gesetzbuchs fortsetzt.

Staatssecretär v. Oehlschläger: Um den Streit zwischen Romanisten und Germanisten werden bie üerbünbeten Regierungen sich nicht kümmern, vielmehr'bie Sache möglichst beschleunigen. Das allgemeine Lanbrecht brauchte von seiner Fertigstellung bis zur Veröffentlichung 45 Jahre, bas öster­reichische Gesetzbuch 58 Jahre. Ein Enbtermin für unser bürgerliches Gesetzbuch läßt sich nicht angeben, boch sinb noch einige Nebengcsctze, Grunbbuch-Orbnung unb Subhastations- orbnung sertigzustellen. Aus ben Kritiken ergibt sich bie erfreuliche Erscheinung, daß das beutsche Volk lebhaften An­teil nimmt an bem Zustanbekommcii bes Gesetzes. Alle Kritiken werben gewissenhaft geprüft, banach werben bie weiteren Entschließungen gefaßt.

Abg. Veiel (nl.) hätte zwar gewünscht, baß nach zehn­jähriger Thätigkeit bie Angelegenheit des bürgerlichen Gesetz­buchs weiter entwickelt wäre, immerhin aber sei anzuerkennen, baß bie Commission eine Arbeit geschaffen habe, auf ber sich weiterbauen lasse.

Der Etat bes Reichsjustizamts wirb bewilligt.

Beim Etat besR e i ch s a m t s bes Innern" bringt Abg. Lingens (Ctr.) bie Frage ber Berichte ber Fabrik- Jnspectoren zur Sprache- er verlangt bie Mittheilung ber Originalberichte statt ber bisher vorgelegten Auszüge, weil ich aus biegen bie Meinung ber Fabrik-Jnspectoren über manche wichtige Punkte,' so namentlich über bie Sonntags­ruhe, nicht immer beutlich erkennen ließe.

Abg. Frohme (Soc.) führt aus, daß bie Arbeiter- bewegung unb namentlich bie Strickes nichts zu thnn haben mit umstürzlerischen Bestrebungen - entgegenstehenbe Meinungs­äußerungen ber Fabrikinspectoren seien unzutreffenb - ebenso bereu Lobpreisung ber Accordlöhne - bie Arbeiter sind diesem Stücklohnsystem abgeneigt. Redner wünscht ebenfalls un­verkürzte Wiedergabe des Berichts ber Fabrik-Jnspectoren.

Staatssecretär Dr. v. Boe11icher: Der Reichstag selbst hat sich für bie kürzere Form ber Berichte ausgesprochen- zugleich werben bie Berichte vollstänbig für bas preußische Abgeordnetenhaus abgebrueft unb enblich liegen bie Berichte im Original in ber Bibliothek bes Hauses aus. Ich muß also abwarten, ob bas Haus seinen früheren Entschluß ändern will. Entschieden zurückzuweisen sei die Behauptung, daß bie Fabrik-Jnspectoren einseitig bie Interessen ber Arbeitgeber vertreten. Für später sei ein befonberer Qnalifications- nachweis für bie Fabrik-Jnspectoren in Aussicht genommen.

Abg. Dr. v. Frege (cons.) nimmt bie sächsischen Fabrik- Jnspectoren in Schutz gegen Frohmes Angriffe. Die Jn- spectoren genießen bas volle Vertrauen ber Arbeiter wie ber Arbeitgeber unb es sei nur zu wünschen, baß ber Verhetzung ber Arbeiter burch gewissenlose Preßorgane entgegen­getreten werbe.

Hierauf vertagt sich bas Haus.

Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Tagesordnung: Jnitiativ-Anträge.

Schluß 5 Uhr.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Breslau, 12. November. Die Viehsperre auf bem hiesigen Schlachtviehmarkte ist seitens bes Polizeipräsidenten vom 11. b. M. ab aufgehoben.

Dresden, 12. November. Die zweiteKammer wählte mit Acclamation Haberkorn (Zittau), Oberbürgermeister Streit (Zwickau) unb Hanbelskammerpräsibent Georgi (Plauen) wie- ber in bas Präsibinm. Als Schriftführer würben Speck unb Ahnert einstimmig wiebergewählt. Die stellvertretenbcn Schriftführer sind Möbius unb Hartwig.

Paris, 12. November. Eine Proclamation bes Cen- tral-Boulangisten-Comites räth ben Parisern an, sich jeber Kunbgebung bis zur Gültigkeitserklärung von Joffrins Wahl zu enthalten. Die boulangistischen Journale rathen gleich­falls von allen Kunbgebungen ab. Es wirb behauptet, einige Parteiführer seien für eine sofortige Kunbgebung, um ben Schritt ber Delegirten von Montmartre zu unterstützen, welche bem Kammerpräsibenten einen Protest gegen Joffrins Wahl überreichen werben. Die Abreise Boulangers von Jersey wirb bementirt.

Paris, 12. November. Boulanger erließ von Jersey einen Aufruf an bie französische Nation, in welchem er sagt, bie Revision habe keine Niederlage, sonbern nur einen Auf­schub erlitten, ihr Sieg fei baburch nur mehr gesichert. Die nationale Partei werde ohne Unterlaß den Kampf für die Befestigung einer volkstümlichen Republik fortsetzen, welche Frankreich einer seiner Würde angemessene Stellung geben, zum Frieden führen und dem Lande bie absolute Untauglich­keit bes Parlamentarismus zeigen werbe.

Paris, 12. November. Die Minister beschlossen, bis zur Beenbigung ber Wahlprüfungen im Amte zu bleiben. Auf bem Concorbia-Platze sinb umfaffenbe Vorsichtsmaßregeln zur Aufrechterhaltung ber Orbnung getroffen. Zahlreiche Sicherheitsagenten sinb auf bem Platze, in ben benachbarten Kasernen sinb bie Truppen confignirt. Man glaubt, bie Bou- langiften werben, ba bas Publikum bezüglich ber geplanten Manifestation sich sehr gleichgültig zeigt, bieselbe überhaupt unterlassen.

Paris, 12. November. Nachmittags um zwei Uhr be­wegte sich eine zahlreiche Menschenmenge, bie boulangisti­schen Deputirten Deroulebe, Laisant, Pauly, Mecy, Castelin, Menorval, Mermeix unb Anbere an ber Spitze, über ben Concorbienplatz. Die Polizei ließ nur bie Depu­tirten passiren unb zerstreute bas Gefolge. Eine Abteilung ber Garbes bu Corps zu Pferbe verhinberte Massenansamm­lungen auf bem Platz, unb an ben Zugängen würbe bie Menge burch. einen Polizeicorbon zurückgehalten. Die An­kunft Joffrins unb anberer boulangiftischer Deputirter ging

ohne Zwischenfall vorüber. Fünf Delegirte bes Wahl­bezirks Montmartre fanben sich in Begleitung von boulan­gistischen Deputirten Nachmittags im Palais Bourbon ein, um Protest gegen bie Wahl Joffrins zu überreichen. Der Kammerpräsibent entsanbte zwei Secretäre, ben Protest ent­gegenzunehmen unb benselben ber Quästur zu übermitteln. Die mit ber persönlichen Überreichung bes Protestes beab- ichtigte Kunbgebung war bamit erlebigt.

Paris, 12. November. Deputirtenkämmer. Der Alterspräsibent Pierre Blanc eröffnete bie Sitzung mit einer Ansprache, in welcher er conftatirte, baß bie Republik nunmehr zum fünften Male über ben Angriff ihrer üerbünbeten Feinbe triumphirt habe. Die Kammer müsse ber Wieberkehr schmerz­licher Prüfungen begegnen, inbem sie bie Unzufriebenheit beseitige, welche solche Prüfungen veranlaßte. Er hoffe, bie Kammer werbe nicht wieber in früher begangene Fehler ver­fallen unb ausreizenbe Streitigkeiten, sowie unfruchtbare Dis- cussionen vermeiben. Blanc erinnerte ferner an ben Erfolg der Ausstellung, welche Frankreich bei allen Nationen zum Ruhme gereiche unb fügte hinzu:An uns ist es jetzt, Frankreich glücklich zu machen, inbem wir ihm Ruhe, Arbeit, wirtschaftliche Sparsamkeit unb sociale Gerechtigkeit geben." Hierauf begann bie Abstimmung zur Wahl eines provisorischen Präsibenten. Die Volksmenge, bie auf dem Concorbienplatze angesammelt war, hat sich erheblich verminbert.

Paris, 12. November. Unter ben Personen, welche am Kammerausgange verhaftet würben, befinben sich außer Dsroulebe bie boulangistsfchen Deputirten Le Herisse, Ban­deau, Redacteur Foussin vomDrapeau". Dieselben waren um 7% Uhr Abends noch in Haft unb werben voraussicht­lich noch Abenbs entlassen. Die Verhaftungen sind lediglich erfolgt wegen Weigerung, den Anordnungen der Polizei nach­zukommen, welche beauftragt war, jede Ansammlung von Gruppen zu verhindern.

London, 12. November. Aus Poonah (Indien) wird von gestern gemeldet, daß, als Prinz Albert Victor Nach­mittags eine Anhöhe bei Poonah besuchte, sein Elephant zu Fall kam. Der Prinz blieb unverletzt. Als der Prinz später nach dem Regierungsgebäude zurückkehrte, scheuten die Pferde. Der Prinz blieb auch hierbei unverletzt. Abends war die Stabt glänzenb erleuchtet.

Venedig, 12. November. Die Spitzen ber Behörden, Vereine unb Musikcvrps sinb auf 10 Dampfern zur Be­grüßung bes bentschen Kaiser paar es um 10% Uhr nach Mala Mocco gefahren.

Venedig, 12. November. Der Kaiser unb bie Kai­serin wurden bei ihrer Ankunft im Hafen von Mala Mocco von ben stäbtischen Behörden empfangen und von einer zahl­reichen Volksmenge enthusiastisch begrüßt. Die Musik-Corps spielten die preußische Nationalhymne. Das Kaiserpaar grüßte bankend von der Brücke desHohenzollern" unb fuhr weiter nach Venebig, gefolgt von Dampfern mit ben Behörden unb Vereinen. Um 12% Uhr langte berHohenzollern" unter Geschützsalut im Hafen von San Marco an, von zahllosen Gonbeln umschwärmt unb jubelnb begrüßt. Der Kaiser fährt um 4 Uhr nach Monza weiter. Die Behörben in geschmück­ten Gonbeln geleiten ihn bis zum Bahnhose. Die Kaiserin bleibt an Borb besHohenzollern".

Venedig, 12. November. Das Kaiserpaar und Prinz, Heinrich von Preußen bestiegen um 3 Uhr 10 Min. mit den Spitzen ber Behörben bie Munizipalitätsbarke, unter bem stürmischen Jubel einer zahllosen Menge, bie in Gondeln mit­fuhr. Die Majestäten fuhren, gefolgt von einem imposanten Zuge prachtvoll geschmückter Gondeln und Barken unter ununter­brochenen enthusiastischen Zurufen ber Bevölkerung, ben großen Canal hinauf zum Bahnhofe. Dort gab ber Kaiser ben Ver­tretern der Behörden bei der Verabschiedung bie Hanb unb ersuchte ben Synbicus, ber Bevölkerung für bie herzlichen, enthusiastischen Kunbgebungen zu banken. Der kaiserliche Zug fuhr Punkt vier nach Monza ab. Die Kaiserin kehrte nach der YachtHohenzollern" zurück, sie reift morgen Abend nach Verona.

Monza, 12. November. Der beutsche Kaiser traf um 9 Uhr 45 Min. hier ein unb mürbe von bem König, bem Kronprinzen unb ben Spitzen ber Behörben am Bahn­hofe empfangen - bie Monarchen umarmten sich in herzlicher Weise. Die Stabt ist prächtig illuminirt- der Kaiser wurde enthusiastisch begrüßt. Abends fand Familiendiner statt.

Luxemburg, 12. November. Heute früh entgleiste der Luxemburg-Oettinger Zug. Ein Bremser wurde getöbtet, zwei schwer verwunbet.

Newyork, 12. November. Der erste Spatenstich zu bem Baue bes Canals von Nicaragua erfolgte feierlich am 22. October in San Juan bet Norte.

Washington, 12. November. Präsibent Harrison erklärte burch Proclamation das Territorium Washington zum Staat. ,

Zanzibar, 12. November. Die von Hauptmann W t fi­rn a n n in bie Küstenlanbschaften Useguha und Usambara ent­sandten Streifcorps der deutschen Schutztruppen haben ein befestigtes Lager der aufständischen Araber erstürmt und die feindlichen Banden zersprengt. Die Beruhigung der ge­nannten Küstenlanbschaften nimmt einen günstigen Verlaus.

Darmstadt, 13. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog wirb heute Nachmittag zum Besuche bes Fürsten Leiningen nach Amorbach reisen.

Locales und Provinzielles.

Gießen, 13. November.

m. Theater. Cyprienne, Lustspiel in 3 Acten von V. Sarbon. Die Cyprienne ist zu einer Zeit entstauben, als bie Frage, bie ber Dichter in ihr behanbelt, auch nach ber practischen Seite hin ganz Frankreich auf bas Allerlebhafteste interessierte. Sarbou beschäftigt sich in seinem Lustspiel mit ber Lösbarkeit ber Ehe, einem Problem, mit bem sich um bie Zeit bes Entstehens seiner Dichtung auch bie französische