Ausgabe 
10.11.1889 Erstes Blatt
 
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Pest, 8. November. Staatsminister Graf Herbert g Bismarck hatte die Einladung des deutschen General- I consuls Frei Herrn v. Plessen, bei ihm Quartier zu nehmen, | schließlich dankend abgelehnt und war ebenfalls imHotel Hungaria" abgestiegen, nahm aber die Einladung des Gene- ralconsuls zum Frühstück und Diner an, zu welchem auch die Minister und der Corps - Commandant Pejacsevic ge­laden sind.

Pest, 8. November. Staatsminister Graf Herbert Bismarck machte heute Nachmittag dem Ministerpräsidenten Tisza einen halbstündigen Besuch.

Pest, 8. November. Gras Bismarck besuchte heute Minister Fejervary, Julius Andrassy und General Pejacsevic.

Bern, 8. November. Der Bundesrath berief die Bun­desversammlung auf den 25. d. M. ein. Unter den Vorlagen befinden sich der Handelsvertrag mit Belgien, der Verfassungszusatz betreffend Einführung des Gesetzgebungs­rechts über das Gewerbewesen, die Kranken- und Unfallver­sicherung.

Paris, 8. November. Beim Jahres-Bankette des! Journal des Debats" führte Leon Say aus, eine ge­mäßigte Politik, welche die Wähler bei den letzten Wahlen verlangten und eine allen offene Republik sei nothweudig, welcheAFähigkeit habe, eine wirklich nationale Regierungsform zu werden, indem sie eine unzweideutige, klare Politik ein­halte und die Strenge gewisser Gesetze bei der Ausführung mildere. Die Kammern müßten das Gleichgewicht im Budget Herstellen, mit klugen Reformen vorgehen und der Presse wie dem Parlament die gebührenden Freiheiten lassen. |

Paris, 8. November. Es wird versichert, daß das i Cabinet beabsichtige, nach den Wahlprüfungen zu de-

missioniren.

Rom, 8. November. Mittelst Dekret des Königs ist der Kronprinz zum Oberstlieutenant des fünften Infanterie- Regiments und General Boni an Stelle Bonellis zum Com- mandeur des elften Armeecorps ernannt worden. Ein weiteres Decret reorganisirt den militärischen Hofstaat des Königs. Vier Offiziere desselben werden zur Dienstkeistung beim Kron­prinzen commandirt.

Rom, 8. November. Die Nachricht, daß der Papst gestern von einem plötzlichen Unwohlsein befallen worden sei, wird von der Umgebung desselben dementirt.

Rom, 8. November. Mittelst Decret des Königs ist General B a l d i s s e r a nach Italien zurückberufen und General Oveso zum Obercommandanten der afrikanischen Truppen ernannt worden.

Rom, 8. November. Ein Cyclon zerstörte in Giar- d a n i (Sicilien) die Häuser in einer Ausdehnung von tausend Meter Länge. Ein Menschenverlust ist nicht zu beklagen. Italien wird bei der Antisclavereiconferenz in Brüssel durch den Brüsseler Gesandten und den Londoner Geschäfts­träger Catalani vertreten werden.

Mailand, 8. November. Kaiser Wilhelm trifft am 12. d. M. in Monza ein. Er wird begleitet von Lucanus und Hahnke, dem Chef des Militärcabinets, und wird daselbst an der Jagd theilnehmen. Er reist am 14. nach Verona weiter, wo er mit der Kaiserin zusammentrifft. Beide setzen dann die Reise über den Brenner fort. Die Herzöge von Aosta und Genua werden bei dem Eintreffen des Kaisers in Monza anwesend sein.

Belgrad, 8. November. Die Skupschtina nahm das Gesetz, das Budgetjahr mit dem Kalenderjahr in Ueber- einstimmung zu bringen, an. Dasselbe tritt zu Neujahr in Shraft.

Darmstadt, 9. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog wird der am 20. ds. Mts. stattfindenden Eröffnung des städtischen Festspielhauses zu Worms bei­wohnen.

Locales und provinzielles.

Gießen, 9. November.

* In Erfüllung unseres Versprechens, unseren Lesern auch die Namen derjenigen von den vorgeschlagenen 54 Candi- baten zur Stadtverordnetenwahl mitzutheilen, welche mit den auf sie abgegebenen Stimmen in der Minderheit blieben, d. h. nicht gewählt wurden, lassen wir dieses Verzeichniß hier | folgen. Es erhielten Stimmen: Carl Brück 392, Carl Wenzel 354, Wilh. Gail 346, Louis Flett 317, PH. Uhl 316, Aug. Heß 294, Fr. Helfrich 283, L. W. Plank 262, W. Grüne­wald 249, Wilh. Seuling 244, Architekt Huhn 179,Th.Baistl61, Dr. Buchner 160, Th. Haubach 160,1. Haustein 154, J.Klein 114, H. Homberger 112, Karl Orbig 106, L. Chr. Rübsamen 89, Dr. Kübel 73, Emil Fischbach 72, Karl Haas 65, A. Zur- buch 63, A. Katz 59, Dr. Mettenheimer 49, H. F. Nassauer 49, A. Maier 47, Prof. Dr. Riegel 39, Gg. Throm 31, Aug. Schlessiinger 28, Landger.-Rath Holzapfel 24, Rechtsanwalt Metz 15, Gg. Heinr. Schirmer 15, C. Schwan 13, Adolf Zinßer 12, H. Leib 9, Ed. Silbereisen 9, K. Euler 7, Ad. Möhl 5, Dr. Klein 4, August Ackermann 2, Emil Pistor 1. Außer diesen Stimmen wurde noch eine große Anzahl auf nicht öffentlich aufgestellte Stadtverordneten-Candidaten ab­gegeben. Die nunmehr abgeschlossene Wahl hat gezeigt, zu welcher - Stimmenzersplitterung die Geltendmachung mitunter recht unbedeutender Sonderinteressen führen kann; ob das Be­streben der verschiedenen Bezirksvereine, sonstigen Vereine und Parteien eine derartige Stimmenzersplitterung in Zukunft unmöglich machen wird, muß wohl Angesichts der hinter uns liegenden Agitation bezweifelt werden. Möge das Er- gebniß der Wahl der Stadt Gießen- wie ihrer Bürgerschaft zum dauernden Wohle gereichen!

T Strafkammer. Die Anklagesache gegen Jacob Zopf von Gelnhausen, welche eine ganze Reihe von Betrügereien zum Gegenstand hat, beschäftigte gestern zum zweiten Male die Strafkammer hiesigen Landgerichts, nachdem der An­geklagte in der früheren, beinahe zum Schluß gediehenen Verhandlung, Antrag auf Vernehmung einer Anzahl Ent­lastungszeugen gestellt und das Gericht deren Vernehmung

angcordnet hatte. Der Angeklag,t§, dessen keckös AuftreiLw | in der gestrigen Verhandlung einen wenig günstigen Eindruck I machte, nennt sichBauaufseher" und wurde nach einem be- I wegtcn Vorleben, als die Bahnlinie Stockheim-Gedern in An- I griff genommen, nach Ortenberg verschlagen, wo er bei dem | Unternehmer Krauße in Dienst als Aufseher trat. Auch bei I dem Nachfolger Kraußes, dem Bauunternehmer Hunerke, I versuchte er gleiche Beschäftigung zu erhalten, dieser mußte I ihm jedoch von Anfang an wenig Vertrauen geschenkt haben, denn er wies den immer zudringlicher werdenden Angeklagten ab. Nichtsdestoweniger behauptete Letzterer, mit Hunerke in I einem Dienstverträge gestanden zu haben- ja er machte sogar seine angeblichen Ansprüche gegen Hunerke,, später auch gegen I dessen Sohn, welcher die Geschäfte seines Vaters führte, auf dem Rechtswege geltend, wurde jedoch in beiden angestrengten Prozessen mit seinen angeblichen Ansprüchen abgewiesen. Erwiesen ist, daß Zops auf den Namen Hunerkes bei dem I Buchhändler Eberling in Büdingen zwei Reißzeuge erschwin- I delte, von denen er eines dem jungen Hunerke als Pfand für ein gegebenes Darlehen von 7 Mk. anbot. Auch bei I Gustav Engel III. in Ortenberg stand Angeklagter vom Sommer 1887 bis Januar 1888 als Steinhauer in Arbeit, aus diesem Geschäfte wurde er aber im letztgenannten Monat entlassen, da er sich auch hier als Schwindler entpuppte. Sich für den Eigenthümer des Geschäfts ausgebend, trat er mit dem Zimmermeister Schmidt von Lich in geschäftliche Unterhandlungen, besuchte diesen auch alsJacob" Engel,, logirte in Lich bei Wirth Glöckner, prellte denselben um die Zeche und pumpte dazu noch Schmidt um 3 Mk. an. Diesem letzteren wurde es klar, wem er in die Hände gefallen, als ! er von ihm gefertigte Baupläne, welche demJakob" Engel zur Richtschnur bei Ausführung demnächstiger Steinlieserungen dienen sollten, an diese Adresse absandte und mit dem Ver­merk einJacob" Engel existire in Ortenberg nicht, zurück­erhielt. Nach der Entlassung des Zopf aus dem Engel'schen Geschäfte datiren die vielen Schwindeleien, welche er in ver­schiedenen Orten der Wetterau begangen hat, immer unter der Vorspiegelung, in Diensten Engels zu stehen und für diesen Geschäfte in der Umgegend zu besorgen. Die Orte Reichelsheim, Staden, Leidhecken, Nieder-Mockstadt, Stock-

: heim u. a. waren das Operationsfeld des Angeklagten und meistens Wirthe sind es, die dem rasfinirten Gauner zum Opfer fielen. Nachtquartier, Zehrung und selbst baares Geld wollte Keiner dem Menschen verweigen, der sich seiner Aussage nach in Diensten eines so achtbaren Mannes wie Engel befand, ja, der sogar einmal als Schwiegersohn des Engel sich zu bezeichnen die Frechheit hatte. In Reichels­heim, wo Zopf nicht ganz unbekannt war, da er dort eines

| Tags in Begleitung seines Dienstherrn Engel erschien, hatte er leichtes Spiel, Niemand wußte von seiner inzwischen er­folgten Entlassung und seine Angaben, Herr Engel komme nach und bezahle, fanden, unterstützt durch sein sicheres Auf­treten, Glauben. Die von dem Angeklagten nachträglich auf- gerusenen Personen wußten zu seiner Entlastung nichts an­zuführen und erfolgte deshalb Verurteilung in eine Ge- fängnißstrafe von 4 Jahren (einschließlich einer^ kürzlich in Coblenz wegen Betrugs erhaltenen Gesängnißstrafe von 1 Jahr), sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren.

D. Luthers Geburtstag wird am Sonntag Abend durch eine Festversammlung in Steins Garten, ähnlich der im ver­gangenen Jahre gefeiert werden, nachdem die kirchliche Feier in den Gottesdiensten der evangelischen Gemeinde und durch Festgeläute am Vorabend sowie am Morgen des 10. November vorangegangen ist. Die Versammlung in Steins Garten, zu welcher alle Mitglieder der evangelischen Gemeinde freien Zu- I tritt haben, verspricht wieder ebenso zahlreich besucht zu werden wie voriges Jahr. Die Ansprache sowohl wie die Gesänge des Kirchengesangvereins (Chöre und Soloquartette) lassen darauf schließen, daß die Feier einen erhebenden Verlaust nehmen wird.

Von morgen (Sonntag) ist, wie im Annoncentheil angezeigt, der Feierabend für Lehrlinge wieder geöffnet. Diese Einrichtung, welcher von Anfang aus vielen Kreisen ein wohl­wollendes Interesse entgegengebracht wurde, ist in der That ebenso gemeinnützig wie interessant. Wer Gelegenheit nimmt, um sich von dem Feierabend ein Bild zu verschaffen, wird dies bestätigen. An jedem Sonntag Abend des Winterhalb­jahrs versammeln sich viele Lehrlinge in dem Saale des alten Rathhauses, die einen erfreuen sich an den vielerlei anregen­den Spielen (Tivoli, Schach, Lotto u. a. m.), die andern be­nutzen die gut ausgestattete Bibliothek, und um 8 Uhr ver­einigen sich alle zum gemeinsamen Gesang von Volksliedern ernsten und fröhlichen Charakters, worauf in der Regel eine Ansprache oder ein kurzer Vortrag über Wissenswerthes aus der Geschichte oder Länderkunde folgt. Kommt irgend ein besonderer Gedenktag, so wird Gelegenheit genommen, seineBedeu- tung im Feierabend zu besprechen. Weihnachten wird durch eine einfache, herzliche Feier bei brennendem Christbaum ausgezeichnet, Kaisers Geburtstag gibt Veranlassung zu patriotischer Festes­freude kurz, was im Feierabend geboten wird, kann und soll nur dazu dienen, die sittlich-religiöse Bildung und Erzieh­ung der Lehrlinge zu fördern. Im vorigen Winter wurde der Feierabend von 156 Lehrlingen besucht. Die stärkste Besucherzabl an einem Abend war 85, die geringste 26. Der Feierabend war an 20 Sonntagen geöffnet, Leiter des Feier­abends ist Pfarrer Dingeldey, dem einige andere Herren freundlichst zur Seite stehen. Es ist zu erwarten, daß auch von Seiten der Handwerksmeister dem Unternehmen ein för­derndes und freundliches Wohlwollen zu Theil wird. In dankenswerther Weise hat die Stadtverwaltung nun schon seit Jahren das Local u. s. w. zur Verfügung gestellt, im Uebrigen ist die Einrichtung ganz auf die milde Unterstützung Aller, denen das Wohl der Jugend am Herzen liegt, angewiesen.

f Bei Tagesanbruch gelang es heute der Polizei eine Weckdiebin, welche aus der Südanlage ihr Wesen trieb, zu fassen.

* Die Ausstellung von GÄuälden im: alten Schlbß wird, wie aus einem Inserat in vorliegender Nummer ersichtlich, morgen Sonntag geschlossen. Allen, welche die Gemälde noch nicht besichtigt, bietet sich morgen noch Gelegenheit,, diese in­teressante Ausstellung zu besichtigen.

t Burkhardsfelden, 9. Nov. Vergangene Nächt brach in der Hofraithe des Wilhelm RüHit dahier Feuer aus, welches rasch um sich griff und Haus und Scheuer zerstörte. Ueber die Entstehung des Brandes ist zur Zeiv noch nichts bekannt.

Friedberg, 6. November. Ein in voriger Woche- durch Polizeidiener Fourier und Gensdarm Steinbach hier ver­hafteter Stromer entpuppte sich als ein- von verschie­denen Gerichten und Polizeibehördew wegen virrfachen Raubs, Einbruchs und Diebstahls seit Jahren gesuchter Gauner. Der­selbe wurde zunächst der Staatsanwaltschaft in Neuwied zu- gesichrt.

Herbstein, 7. November. Gestern, als dem Todestage Gustav Adolfs, waren es 34 Jahre, daß die hiesige evan­gelische Gemeinde gegründet wurde. Wie alljährlich, so wurde dieser Stistungstag gestern Abend durch einen Gottes­dienst gefeiert. NachdemKomm heiliger Geist" gesungen und der Altardienst verrichtet war, fang die Gemeinde Eine feste Burg ist unser Gott". Hierauf predigte Herr Psarr- Verwalter Orth über die Textesworte Matthäi 16, 1319, nämlich von dem Felsengrunde, worauf unsere evangelische Kirche ruht, Jesus Christus dem Sohne Gottes. Nach been­digter Predigt wurde das heilige Abendmahl gefeiert, worauf der Gottesdienst mit Segen, Gebet und dem Gesang:Voll­bracht ist nun die heilige Feier", schloß.

Schlitz, 6. November. Im GasthausZum weißen Roß" wurde am Samstag zu einer Mahlzeit ein Weißkraut­kopf von achtzehn Pfund Gewicht verwendet. Dieses zier­liche Früchtchen hatte Herr Lehrer Müller in Queck aus seiner Heimath (Trebur) zum Geschenk erhalten.

Vermischte».

* Frankfurt, 8. November. Die in der Nacht vom 28. auf 29. October ausgeführte Blutthat auf dem Mu­sikantenwege, bei welcher der Spengler Jacob Sauer von dem Schlosser Wilhelm Döll erstochen wurde, hat vor dem hiesigen Schwurgerichte heute ihre Sühne, soweit von einer solchen die Rede sein kann, gefunden. Döll giebt die That zu, will aber von Sauer mit einem Hausschlüssel angegriffen worden sein, und sich im Stande der Nothwehr befunden haben. Die wenigen Zeugen bekunden auch die gegenseitige Rempelei, hervorgerufen durch eine mißfällige Aeußerung des Döll über Sauers Versuch, den von seiner Frau herunter­geworfenen Hausschlüssel zu finden. Die Anklage auf Mord wurde nach den Zeugenaussagen gar nicht erhoben, sondern auf tödtliche Körperverletzung, für welche die Staatsanwaltschaft 6 Jahre Zuchthaus beantragte. Die Geschworenen entschieden sich für eine, ohne Zubilligung mildernder Umstände, be­gangene Körperverletzung mit tödlichem Erfolg und der Ge­richtshof verurtheilte Döll zu 4 Jahren Gesängniß.

Vor einigen Monaten schenkte ein hiesiger Kaufmann einem Büffetmädchen ein Loos der preußischen Klassenlotterie und ging dann auf Reisen. Vor einigen Tagen kehrte er zurück, der Zufall brachte das Gespräch aus jenes Lorterie- loos, man sah jetzt die Ziehungslisten nach und machte die freudige Entdeckung, daß es 15000 Mk. gewonnen hatte. Das Mädchen erhob den Gewinn und legte ihn bei der Sparkasse an.

Der Pferdefleisch - Verbrauch in Berlin hat in Folge der Vertheuerung des Fleisches ungemein zugenommen. Im October sind, wie dieFleischer-Ztg." meldet, in Berlin nicht weniger als 816 Pferde geschlachtet, das sind 200 mehr als im October des Vorjahres. Der Consum im diesjährigen October hat sich also gegen das Vorjahr um 25 pCt. vermehrt.

Moderne Marterwerkzeuge aus dem 19. Jahrhundert. Vor etwa vierzehn Tagen starb in Innsbruck der Bürger Leopold Ettel. Als großer Liebhaber von Antiquitäten hatte er eine große Anzahl werthvoller Gegenstände aus den ver­schiedensten Jahrhunderten zusammengebracht. In seinem Nachlasse befand sich auch ein Schrank, enthaltend mehrere Fächer mit Marterwerkzeugen aus den letzten Jahrhunderten. Das oberste Fach trug die InschriftModerne Marterwerk­zeuge aus dem 19. Jahrhundert", und als man dasselbe öffnete, kamen zum Vorschein Steuerzettel, Zahlungsauf- I träge, Executionsbefehle rc.

__ Einige Regeln für den Besuch öffentlicher Concerto: Wer ein Concert besuchen will, Sei pünktlich da und sitze still, Tret' auch den Tact nicht voll Gefühl, Und laß' unnützes Fächerspiel;

Und steh' nicht auf und lauf' nicht fort, Bevor verklang der Schlußaccord. Wer dazu sich nicht kann versteh'n, Der mag zur Wachtparade geh'n. (N. Mustkztg.)

Martini, der 11. November, gehört mit zu den I wichtigsten nnd gewichtigsten Tagen des ganzen Jahres. Nicht nur, weil der guteMartinsmann" an seinem Gedächtniß- tage als ganz specieller Freund der Kinderwelt dieser ganz I besonders gedenkt, indem er verkleidet als eine Art von Con- I current des Nicolaus und Vorläufer des Christkindl^ins sie neckt und beschenkt nein, der heilige Martin, der sogen. Pelzmärten", kommt nicht nur als freudenreicher Gast und Gönner für Groß und Klein, sondern er bringt auch gar I manche Gaben zur Erinnerung an des Lebens Schattenseiten! I Ist Martini doch in manchen deutschen und ausländischen Gegenden eines derZiele", d. h.Quartale" mit obligatem Dienstboten- und Wohnungswechsel, Mieths- und anderen Zahlungen; außerdem aber bildet er den Mittelpunkt I für die Haupt-Schlachtzeit, um wohlversorgt den anrückenden | Winter zu erwarten, denn wie einst bei den alten Angel-