Ausgabe 
21.12.1886 Zweites Blatt
 
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1886

Dienstag den 21. December

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Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montag#.

Bwred« t Schulstraße 7.

Psarrstelle zu Bechtheim. Die evang. Pfarrstelle zu Mommenheim. Die evang. Pfarrstelle zu Nieder - Eschbach. Die evang. Psarrstelle zu Albig. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Orten­berg mit einem Gehalt von 900 .X Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hopsmannsseld mit einem Gehalt von 900 «x Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Schmitten mit einem Gehalte von 900 Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 4. Leh­rerstelle an der Gemeindeschule zu Beerfelden mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1150 «X Dem Herrn Grasen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langen mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Ge­halt von 10001400 cX Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Zwingenberg mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 9001000 «X Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langwaden mit einem Gehalt von 900 .X Mit der Stelle ist die Verpflichtung zur Ab­haltung von Lesegottesdienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rainrod mit einem Gehalt von 900 eX Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Zwei Lehrerstellen an der Volksschule zu Offenbach, von denen die eine mit einem evang., die andere mit einem kath. Lehrer zu besetzen ist, mit einem Ansangsgehalt von je 1200 Jt Dem Herrn Fürsten zu Ysenburg-Birstein steht das Präsentationsrecht zu diesen Stellen zu. Zwei mit kath. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeinde­schule zu Astheim mit einem Gehalt von 900 <X. Mit der einen derselben ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Biblis mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalte von 1000 bis 1500 .X Dem anzustellenden Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an genannter Schule gegen be­sondere Vergütung übertragen werden.

Darmstadt, 18. December. Schluß des Inhalts Großh. Regierungs­

blattes (Beilage Nr. 28) :

11. Dienstnachrichten:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am

9. April dem evang. Pfarrer Gustav Eyermann zu Langen die evang. Pfarr­stelle zu Trebur, am 25. August dem 2. evang. Pfarrer Valentin Schrimpf ;u Butzbach die 1. evang. Pfarrstelle zu Butzbach zu übertragen; am 16. Septbr. den 2. evang. Pfarrer Wilhelm Thylmann zu Büdingen, von dem Herrn Fürsten zu Dsenburg-Büdingen auf die 1. eväng. Psarrstelle zu Büdingen prä- sentirt, für diese Stelle zu bestätigen; am 26. Septbr. dem evang. Psarrer Wilhelm Fritsch zu Nieder - Eschbach die evang. Psarrstelle zu Holzhausen, am 28. Septbr. dem evang. Psarrer Otto Kappeffer zu Alt-Leiningen die evang. Psarrstelle zu Eich zu übertragen; am 5. Octbr. den von dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels präsentirten evang. Pfarrer Gustav Theodor Mencke zu Stumpertenrod für die evang. Psarrstelle zu Wölfersheim zu bestätigen.

Am 8. Octbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Jacob Stephan Oestreicher aus Münster die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dorndiel, am 9. Octbr. wurde dem Schullehrer Johs. Müller zu Gonterskirchen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Götzen, an dems. Tage wurde dem Schullehrer Ludw. Schäfer zu Götzen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wingershausen übertragen; am 13. Octbr. wurde der Vice-Wachtmeister a. D. Peter Gunkel zum Steuer­aufseher ernannt; am 14. Octbr. wurde dem Schulamtsaspiranten August Bopp aus Beienheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Maar, am 16. Octbr. wurde dem Melchior Siebert aus Oberau die Stelle des Dieners am chemischen Laboratorium der technischen Hochschule, an dems. Tage wurde dem Schulamts- rspiranten Julius Zinßer aus Reinhardshain die Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Ellnbach , an dems. Tage wurde dem Schullehrer Philipp Stroh zu Dienheim die Lehrerstelle an der evang. Schule zu Alsheim, an dems. Tage wurden dem Schullehrer Ludwig Friedrich Schmidt zu Nieder-Wöllstadt und dem Schulamtsaspiranten Johann Simon Müller aus Zell Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Eberstadt, am 19. Octbr. wurde dem Schulamtsaspirant.n Christian Biedenkapp aus Gladenbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rodenbach übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg aus die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schönberg prä- sentirte Schulamtsaspirant Adam Storck aus Semd für diese Stelle, an dems. Tage wurde der von dem Herrn Grasen zu Erbach-Fürstenau auf die 3. Leh- verstelle an der Gemeindeschule zu Beerfelden präsentirte Schullehrer Friedrich Breidenbach daselbst für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde der Gesan­genwärter am Landeszuchthause Marienschloß Johann Friedrich Dern zum Gefangenausseher am Landeszuchthause ernannt; am 20. Octbr. wurde dem | Schulamtsaspiranten Jacob Listmann aus Dorn.Dürkheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ensheim, am 21. Octbr. wurde dem Garde-Unterosficier Fr Brückmann die Stelle des Pedellen an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms, an dems. Tage wurde dem Schullehrer G. Fröhlich zu Hüttenthal die Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Eimsheim, am 26. Octbr. wurde dem Schul­amtsaspiranten Heinrich Reul aus Vadenrod die Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Rainrod, am 28. Octbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Philipp Christian Best aus Lich die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bodenrod, am 1. Novbr. wurden den Schulamtsaspiranten Wilhelm Küfer aus Echzell und Herm Hofmann aus Hungen Lehrerstellen an der erweiterten Volksschule zu Nidda übertragen; an dems. Tage wurde der Hilsswärter Heinrich Heßler aus Groß Lumda zum Bahnwärter bei den Oberheff. Eisenbahnen ernannt; am 7 Novbr wurde der von dem Herrn Grasen zu Erbach-Erbach auf die Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Unter-Ostern präsentirte Schulamtsaspirant Lud- wig Scheuring aus Brensbach für diese Stelle, an dems. Tage wurde der von Dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule ru Zell präsentirte Schulamtsaspirant Georg Breunig aus Nieder-Modau für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde der provts. Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Heppenheim a. B. Heinrich Hornes zum Lehrer an dieser Schule, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt; am 10. Novbr. wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg aus die 1. Lehrerstelle an der evang. Schule zu Habitzheim präsentirte Schulamtsasptrant Philipp Seeger aus Brandau für diese Stelle bestätigt; am 13. Novbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Meister aus Hosheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lengfeld übertragen; am 17. Novbr. wurde der von dem kath. Psarrer und dem Ortsvorstande zu Mörlenbach auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mörlenbach präsentirte Schulverwalter Adam Geis daselbst sür diese Stelle, am 21. Novbr. wurde der von dem Ortsvorstand zu Mühl­heim auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mühlheim präsentirte Schulamtsaspirant Joseph Gremm aus Kloppenheim für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Riedel aus Rommel­hausen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Moos übertragen; am 24. Novbr. wurde der Dammwärter-Aspirant Gg. Frtedr. Kloos II. von Frei- Weinheim zum Dammwärter ernannt.

12. Dienstenthebungen.

13. Dienstentlassungen.

14. Charakterertheilungen.

15. Concurrenzeröffnungen:

Erledigt find: Die evang. Psarrstelle zu Burg-Gemünden. Die evang.

Frankfurter Mnhnachtsbnef.

O Frankfurt a. M., 17. December.

Noch wenige Tage und der Kerzenglanz des Christbaums spiegelt sich wieder in tausenden und abertausenden freudeleuchtender Kinderaugen

Weihnachten! Wie ein lieber Gruß aus den entschwundenen Taaen sorgloser, glücklicher Kindheit klingt uns dieses Wort. Es erweckt Erinnerungen, die in ihrem beseligenden Reize unvergänglich, unverwischlich sind.

So auch heute wieder, wenn uns auch in diesem Jahre einer der anheimelndsten Reize der Weihnachtszeit allem Anscheine nach versagt bleiben soll. Der Winter, der in den nächsten Tagen seinen Programm- oder vielmehr kalendermaßigen Einzug hatten wird, pflegt sich sonst an diese kalenderliche Bestimmung nicht zu binden. Dichter Schnee deckt oft schon lange vor ihrem Eintreten die weite Erde. Dieser dichte, weiße Schaum und Flaum gehört eigentlich zu einerrichtigen" Weihnachtswocke. Wenn es draußen flockig herniederwirbelt, dann drängen sich im warmen Zimmer die Kinder dichter zusammen und lassen sich gern allerlei erzählen : Von der Schneekonigin mit dem kalten Herzen, von der schönen Prinzessin und der bösen, neidvollen Fee, der all ihre Zauberkunst schließlich doch nichts geholfen, denn die Prinzessin Heiratbete doch ihren Prinzen, der sie so muthia zu befreien wußte aus dem dornenumwachsenen Schloß, dem Feuerring oder aus der Macht des feuerspeienden.Drachen.

Wer dann nicht mehr jung genug ist, um sich solche schone Märchen erzählen zu lassen, der muß sich schon die Mühe nehmen, wie ich, seine Märchen selbst zu träumen, wenn er so ganz allein in seinem Zimmer sitzt und sinnend in das flackernde Feuer blickt, aus dem es ihm wohl entgegenweht, wie Duft längst verblühter Ro en. Dann träumt auch er: Von längst vergessenen Küssen und glühenden Augen, die ihm einst wärmer gemacht, als jetzt das lustig flackernde Kaminfeuer. Da steigt aus den Gluthen des Feuers wohl auch die Gestalt der Schneekönigin empor, ihr Herz ist kalt wie Eis, ihre Blicke sind spitzige Eiszacken, ihre Arme breiten sich aus gegen den stillen Träumer----- . x

Das kommt davon, wenn man immer träumt. In einem Nu tragt uns die Göttertochter Phantasie auf ihren lichten Schwingen hinauf in ihr glänzendes Reich, wir vergessen für eine kurze Spanne Zeit, daß uns unzerreißbare Ketten hier unten festhalten. ^Velt, die uralte, ewig sich verjüngende Natur, die ja zu jeder Jahres­zeit gar vielfältige Reize entfaltet, hat keinen unbeträchtlichen Theil derselben der Weihnachtszeit bestimmt. In dem kleinen Stückchen Welt, das sich Frankfurt nennt, schlagen jetzt, wie allerwärts, alle Pulse um einige Grade rascher, trotz des mißgunstigm Wetters, das in den letzten Wochen ganzfaustisch" angehaucht war. ^entfpncht vollständig jener Stimmung, die Goethe im Vorspiel zumFaust den Dichter dem Theaterdirector gegenüber zum Ausdruck bringen läßt in den schonen Versen:

So gieb mir auch die Zeiten wieder, Da ich noch selbst im Werden war, Da sich ein Quell gedrängter Lieder Ununterbrochen neu gebar. , Da Nebel noch die Welt verhüllten, Die Knospe Wunder noch versprach ...

Nebel und Regen! das ist die Signatur der Zett seit langen Wochen und unter ihr seufzt die ganze Geschäftswelt, die ja doch zur Weihnachtszeit den Ausfall des aanzen Fabres zu decken hofft. Fast umsonst erstrahlen letzt die großen Erker im Lichte vieler Gaslampcn; fast umsonst bietet der Ladeninhaber all' s-m-Findigkeit auf, UM die Passanten durch glänzende Auslagen anzulocken und rum Kaufe emzuladen. Der fast ununterbrochen herniederrieselnde Regen duldet kein müßiges Stillestehn. Heute endlich blieben die Schleusen des Himmels geschloßen und cs war interessant, das Gcwoge der Menschen in den hellerleuchteten Straßen der Stadt zu beobachten. Besonders bieten di- prächtigen Läden der Jnnen-Stadt den Anziehungspunkt der Neugierigen, von denen allerdings nur die wenigsten gleichzeitig auch Käufer sind. Es ist ja selbstverständlich, daß all' die schönen Sachen, die so verlockend und m s beste Licht gerückt hinter den Erkerscheiben hervorschimmern, nur für die bekanntenoberen Zehntausend" erreichbar sind. Der breite Strom des Mittelstandes zieht sich zum

Meßmer Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Meßen.

Nr. 297, Zweites Blatt

oßes separates Bertil IeseWaft chugekn. Zpf, S-Moss/lM 43.

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