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30.4.1885 Erstes Blatt
 
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Gegenwärtig ist Rußland in dirccte Berührung mit Afghanistan getreten. Das Project für die Feststellung der Grenze ist leider auf ein Hinderniß gestoßen, so daß

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Symbolik und Aberglauben.

Bon Moritz Lilie.

(Nachdruck verboten.!

Die wissenschaftliche Kennlniß des Thierrciches gehör! zu den ältesten Zweigen der Naturgeschichte und ihre Anfänge reichen bis in's graue Alterthum umuf. ein Beweis, daß das Leben im Wesen der Thiere schon frühzeitig das besondere Unteres,e der Menschen in Anspruch nahm und den Forschungsgeist weckte. Der Wunsch, ück von denjenigen lebenden Wesen, mit denender Herr der Schöpfung" em und den selben Planeten bewohnte, die ihm auf Schritt und Tritt entgegentteten, denen er einen großen Theil der Annehmlichkeiten des Lebens verdankte, genallere .uenntnitz w schaffen, drängte sich ihm gewissermaßen von selbst auf, wenn auch die Bemühungen en tieferen Blick in daS Wesen und Sein dieser Mitgcscköpfe zu werfen, nickt sei»

auf arge Abwege führten. t k ,

Die Wissenschaften, soweit sie überhaupt bcrctts eriftirten, befanden hm nrct> tn der Kindheit und von den reichen Hülfsmittcln aller Art, die dein Forscher ien: zu Gebote stehen, hatte man selbstverständlich in jener Zeit keine Ahnung. Nur der äußere Eindruck, Die unmittelbarste Beybachtung bildeten die Grundlagen, au' die sich daS Urtheil über einzelne Bertteter der Thierwelt stützte, und cS ist daher nuht zu verwundern, daß sich aus solcher Oberflächlichkeit die Menge von Frrthüinern und falschen Vorstellungen entwickeln konnte, die selbst noch bis auf unsere Tage qe f°mm%/cnn bie alten Griechen und Römer- dem gewaltigen Beherrscher deS Elonro den königlichen Adler, feiner Gemahlin, der schönen und stolzen Juno, aber den Ihau als Attribute gaben, so lassen sich für diese Göttcracstaltcn schwerlich passendere cuui bilder finden; die äußere Erscheinung dieser Repräsentanten der Vogelwelt wirkte au» hier dirett auf jene Eulturvölker ein und traf mit den Vorstellungen, welche ste ncv von den höchsten Wesen ihrer religiösen Anschauungen und deren Eigenschaften niacklen, so genau zusammen, daß sie fast unwillkürlich zu ihnen führten. . ,

Weissagten doch auch ihre Priester aus dem Fluge der Vogel das cmicna der Menschen, denn die Götter offenbarten durch jene dem Eingeweihten idra Willcn.^a^ Wcimni6t)0ÜC| welches für die Menschen jenes ferneren Zeitalters dem Leben der Thiere lag, verleitete sie zu Ueberschwänglickkerlen der f'eltfamften »N- Wenn Thiere, die wie Der Stier, die schlänge, die uatze, das Krokodil u. ».» durchaus nichts Erhabenes an sick haben, göttlich verehrt wurden, so erschemt M» das jetzt schwer erklärlich und wir belächeln die Naivetät jener Volker, öu M» Rivsteriöse, das ihnen im Wesen diefer Geschöpfe entgegeutrat, für einen beweis uun­natürlicher Abstammung hielten. Aber es zeigt dies auch, daß man den schon damals großen Einfluß auf das Leben des Brenschen zufchned, ein Glaube, xj immer weitere Verbreitung fand unb selbst noch im Volksleben unserer Tage eine x deutsarne Rolle spielt. .

Der Aberglaube, gleichviel in welcher Form er nch zeigt, bat nock me», Gutes gestiftet, die hier angedeutete Art aber wird für die Thierwelt nickt mm» geradezu verderblich und bildet noch einen dunklen Punkt in unserer mit Reckt vow gepriesenen Eivllisation. Es ist nickt Rohheit, Unvernunft und Egoismus, wetcun hier in Frage kommt, denn gegen diese, sobald sie sick gegen unsere Mitgc'Ek wenden, besitzen wir in unserem Strafgesetzbuch ein sehr wirksames Mittel, uno I jetzt allerwärts in'S Leben getretenen Thiersckutzvereine haben m dieser i

schon BranckeS gebessert: die Ursachen des feinblidien Aufttetens ganzer Bevotterun^ klassen gegen gewisse Thiertormen liegen eben in jenem verderblichen Wahne, der wie die Erbsünde von Geschlecht zu Geschlecht fortpflanzt, und den nicht nur jeder Gebildete überhaupt, nicht nur Schule und Haus msbefoiioere rufen sind, sondern vor Allem auch daS gewaltigste Aufklarungsmittel untere. .

I Für den Städter, der Jahr aus, Jahr ein in den dumpfen Brauern fei®? Wohnortes zubringen und die mit Miasmen aller Art erfüllte Luft cuwibmcnm fr gibt es kaum einen größeren Genuß, als einen Spaziergang aufs Land, wo

I Natur in ihrer gaitzen herrlichen Ursprünglichkeit umgibt. Mit.^dogen ckturt

I die reine Lust und beneidet die einfachen Dorfbewohner um ihr an'pruckslo'es z. .

Da fällt fein BUck auf das Thor einer Scheuer, an welchem mit ausgebreUctcn 6 .

I eine Eule angenagelt ist. Wie kommt Minerva s geheiligter '^opel an , 7^.., I Ort? Der Aberglaube ist es, welcher zum Henkersknecht an Dteicm nutuicken I wurde und damit dem Landwirlhe einen fcklcchten Dienst erwies. . t

Dem armen Bogel ist es ergangen rote mancher 'chwacken allen schlimmsten Zeiten des finsteren Brittelalters, des erbittenten »Fanatismus, Der «u« I Berfolgmigswuth. Eine leichte Entzündung der Augenlieber genügte, iie z 4icr I stempeln und dem Flammentode ni überliefern, die Eule aber bat. fern a. m I brechen begangen, als daß sie das Licht des LaAes scheut und Nlll ui, I ihrem dunklen Schlupfwinkel hockt. Das war für die Merncken binm r 'niianon I ein Geschöpf des SatanS zu erklären: man kannte aber ihre körperliche - 0 und ihre Lebensweise nicht.

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es noch nicht hat zur Ausführung gelangen können. Die eingetretene Verzögerung ist bedenklick unb hat zur (hrflreifung militariftber Braßregeln am dem streitigen ^errain geführt, welche ernste Gefahren für den Frieden, den guten Willen unb die künftige Lösung der Grenzfrage mit sich bringen. Um die Gefahr abzuwenben, hatten wir am 17. Mär; mit Rußland ein Arrangement getroffen. Dasselbe enthielt eine Verpflichtung unb einen Vorbehalt seitens Rußlands. Dieser Vorbehalt hat bei uns dasselbe Gefühl hervorgerufen, wie in dem Unter Haufe, als er von mir mitgetheilt wurde. Wir batten bas Recht gehabt, unfererfeite auch einen Vorbehalt zu machen, wir waren aber in diese Vcrpflichttlng im Sinne einer liberalen Auslegung eingetreten. W»r meinten, daß der Vorbehalt im ehrenvollen Sinne unb im guten Glauben gemacht worden fei. (Beifall.) Ich bebaure nickt, sie fo aufgefaßt zu haben und sage nicht, daß biete Auf­fassung eine irrige gewesen sei. Was auch gezchehen mag, ^ich werde es nie bereuen, fo gehandelt zu haben. Die Abmachung war eine in aller Form abgeschlossene. b>ir hatten baraui gerechnet, daß die Verpflichtung mit vollster Aufrichtigkeit übernommen fei, rote nur je eine von zwei Nationen feierlich adgefchloffene Abmachung und daß. wenn ein Irrthum vorgekommen, beide Mächte dann Darin wetteifern wurden, die Ursache des IrrthumS aufzuklären unb der Welt zu zeigen, wodurch derselbe veianlapt worden und wer die Verantwortung dafür trage. Der blutige Zusammenstoß am 30. März war dem am 17. März geschlossenen Uedereinkommen gefolgt. Dieser unglück­liche Zusammenstoß hat deutlich gezeigt, daß von Seiten eines Theiles oder leider Theile durch Uebelwollen oder durch einen unglücklichen Zwischenfall es unterlaßen worden ist, die Bedingungen des getroftenen Arrangements zu erfüllen. Wir haben eS angesehen und sehen es noch an für die Pflicht beider Mächte und vor Allem für eine Ehrensache beider Mächte, zu untersuchen, auf welche Weife und durch wessen Fehler der Zusaminenstoß veranlaßt worden ist. Ick will durchaus nicht von vonv herein als ftststehend ansehen, daß wir im Recht sind, aber ich darf sagen, daß ich volles Vertrauen auf die Ehrenhaftigkeit und Intelligenz unserer Offiziere habe. Aber diejenigen, welche unsere Abmachung zum Lcheiterm gebracht haben, müssen ihrer eigenen Regierung und dem anderen Mitconttahenten als solche kenntlich gemacht werben. Wir find vielleicht noch nicht in voller Kenntnife aller T hatf acken, aber die T ha stacken, von denen wir wissen, erzeugen in unS einen ungünstigen Eindruck vou dem Verhalten einiger von denjenigen, die zu der anderen Pariei gehören. Ich will nicht von dem Principe der strengsten Gerechtigkeit abweichen und dem weiteren Resultate der gereckten Untersuchung nicht vorgreifen, welche wir zu verfolgen uns bemühen werden. Die Ursache deS beklagenSwerthen Zusammenstoßes ist vielleicht ungewiß, gewiß aber in. daß der Angriff ein Angriff von Seiten Der Russen war (Beifall), es ist wichtig, ui wissen, daß Rußland den Angriff prooocirt hat. Unter diesen Umständen liegt Der Fall vor, Vorbereitungen zu treffen und ich hoffe, daß das Haus nach meiner Rede auf einer Vertagung der Berathung, um Zeit zur Erwägung zu erhalten, nicht bestehen wird. Ein solches Verlangen könnte nur zur Folge haben, daß hier und anderwärts der Glaube entstünde, eS herrsche über diese Frage Unentschiedenheit im Parlament (anhaltender Beifall), während ich überzeugt bin, daß hierüber im Parlament nur cm Gefühl herrscht. Inoem sich dasselbe die volle Freiheit vorbehält, bas Verfahrin b<r Regierung nach seinem Ennessen zu beurteilen, wird eS die Forderungen der Gerecktig

I keit und Ehre bewilligen. Aus diesem Wege werden wir auch für Die Zwecke des | Friedens arbeiten. (Lang anhaltender Beifall.) Der Eredit wurde hierauf, wie schon gemeldet, bewilligt. . .

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'Menge wurde der Kronprinz jubelnd begrüßt. Die Stadt ist reich beflaggt. Der 1 Kronprinz und der Großherzog fuhren sofort nach der Wartburg.

Wiesbaden, 2*. April. DerRheinische tfiiner" meldet: Eine hier einge- i

troffene Depesche Rohlf'S besagt: Die Erpedition der Afrikareisenden Böhm unb Reichardt ist verunglückt. Böhm ist todt, Reichardt gerettet und in Zanzibar an-

28. April. Dem Journal des Debats" zufolge wurde der Zwischen­fall beneffs desBosphore Egyptien" durch Vermittelung Englands auf folgenden Grundlagen beigelegt: Egypten werde dem ftanzöfifchen diplomatischen Agenten lern Bedauern aussprechen. Die Druckerei desBosphore" wird wieder geounet, das Journal soll fofort wieder erscheinen können. Angesichts des Ausdrucks des Be­dauerns seitens Egyptens werde Frankreick auf die Amtsentseyung Der Polizeiagenten, die sich eine Verletzung des Hausrechts schilldig gemacht, verzichten.

Brüssel, 28. April. Die Repräfentantenkammer genehmigte einstimmig Die Vorlage, durch welche der König ermächtigt wird, den TitelSouverain des Eongo- staates" anzunehmen. z , . . n . ..

LonDon, 28. April. Tas Oberhaus nahm m dritter Lesung die cgypnscke Anleihebi am Unterstaatssecretär Ashley erklärte, seit letzten Freitag habe kein

Gefecht mit den Aufständischen im Nord-Westen von Eanada stattgefunden; die "Nach­richt daß die Aufständischen am Sonntag eine Niederlage erlitten hatten, entbehre da ­her der Begründung. Ter Vormarsch des Generals Middleton sei durch die Sorge I um die Verwundeten und durch die Herbeischaffung von Proviant :c. verzögert worden, I derselbe solle aber demnächst erfolgen. Ter Premier Gladstone erwiderte aus eine Anfrage, der Regierung sei von Rußland keine Vorstellung wegen Der Besetzung von Port Hamilton zugegangen. Von der Verpflichtung, Herat nicht zu befetzen, sei Ruy- land nicht zurückgetteten. Tie Regierung habe keine Bestätigung des Gerüchts von I einem neuen Gefechte zwischen Russen und Afghanen erhalten.

LonDon, 28. April. Ter Prinz und die Prinzessin von Wales sind heute | Morgen hier eingetroffen. , , o .r. . . I

Heute findet hier ein Eabinetsrath statt, zu welchem auch der Lordlieutenant von Irland, Earl Spencer, von Dublin hierher- berufen ist. Wie verlautet, soll Die Antwort der russischen Regierung auf die englische Depesche vom 21. ds. Mts., deren Tert heute früh hier erwartet worden sei und deren ungefährer Inhalt Lord Granville I bereits bekannt sei, den Gegenstand der Berathung bilden. .

DieDaily 'News" meinen, die Unterhandlungen mit Rußland feien noch im Gange, mit dem beiderseitigen Wunsche, daß ein friedlicher Ausgang nzielt roeroe. I Wie die Angelegenheit auch enden möge, einige Zeit werde noch verstreichen, ehe Die endgültige Entscheidung erfolgen roeroe. Nach derTimes" unterliege es keinem I Zweifel, daß das englische Eabinet als letzte versöhnliche Anstrengung vorgeschlagen habe die Frage, ob der Angriff des Generals Komaroff unprovocirt gewesen sei, einem unabhängigen Tribunal zu unterbreiten. Die Antwort Rußlands sei noch nicht eingegangen. Die Ablehnung der letzten Vorschläge des englischen Eabmets werde Den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Folge haben.

London, 28. April. Unterhaus. Gladstone sagte in der Rede, womit er die Ereditforderung begründete:Wenn bei unserer Ereditsorderung etwas ist, was dem Herkommen wenig entspricht, so liegt der Grund davon in der Eigenthumlichkeit des I Falles. Der Fall ist fast ohne Beispiel, denn es ist wahrscheinlich, daß ein ^cil der I für den Sudan geforderten 4* 1 * * */» Millionen in einem gewissen Grade für einen anderen I Zweck verwendet werden wird, nämlich für denselben Zweck, der den Zweck der Eredit­forderung für Specialvorbereitungen bildet. Wir schlagen diesen Modus vor, well es I wesentlich ist für die Politik, im ^pudan eine große Truppenmacht disponibel zu haben. Im Uebrigen schlagen wir Ihnen den gewünschten Eredit mit der ausdrücklichen Er­klärung vor, daß Der Sudan keinerlei Hindernisse bieten soll für die volle Erfüllung I unserer Pflichten dem Reiche gegenüber (Beifall) und daß es unsere Absicht ist, Die ganze Macht des Reichs frei zu lassen, um sie da zu verwenden, wo man deren be­dürfen wird. (Beifall.) Wir ersuchen Sie, uns den Eredit zu gewahren und es unserem Ermessen zu überlassen, denselben ohne irgend welche Hindernisfe zu verwenden zu geeigneter Zeit und mit erhöhten Verpflichtungen, sobald wir es für notbroenDig I halten. (Beifall.) Gladstone rechtfertigte demnächst die Politik der Regierung n Be­zug auf den Sudan. Der Mahdi habe nicht mehr eine so bedrohliche Bedeutung, wie I er sie nach der Einnahme von Karthum gehabt habe, derselbe sei von feinen Reben- I buhlern angegriffen. Gleichwohl habe die Regierung in ihren Verpflichtungen für die I Vcrtheidigung Egyptens nicht nachgelaffen, die Basis des Vorschlags der Regierung I fei einfach und klar, es liege ihr als die vornehmste Pflicht ob, Truppenstreltnafte tm I Sudan disponibel zu halten, um da für den Dienst verwandt zu werden, wohin sie I durch die Pflicht und durch die Ehre der "Nation gerufen werden könnten. Gladstoiie | ging fodann auf die Forderung der Regierung im Besonderen ein und erklärte: Ich I habe mit großer Befriedigung die Versicherung der Mitglieder der Opposition gehört, I daß sie gewillt seien, in jeder Weise die Bewilligung des EreditS zu beidneumgen, damit derselbe nach unserem Ermessen zur Ausrechthaltung der nationalen und Reichs- I Politik verwendet werden könne. Wir sind alle einig in Bezug auf unsere Ver- I pflichtungen Indien gegenüber. Mair hat gesagt, daß in Bezug auf diese Politik Die OrcDitforDerung von 6V2 Millionen eine geringfügige sei, aber, den .Wrimfrieg ausge­nommen, ist diese Ereditsorderung größer als irgend eine während der letzten 70 Jahre, sic ist auch größer, als es nach dem ersten Anblick scheint, denn sie erfolgt gleichzeitig mit der großen Erhöhung des Budgets für das Heer unb die Flotte und mit der be­trächtlichen Vermehrung, welche wir durch den Eredit von 4V, Millionen für den Sudan erhalten werden. Ganz abgesehen davon aber muß man sich vor Augen halten, daß es nur der' Anfang von nrilitärischen Vorbereitungen ist und daß man demnächst erst die Gesammtheit der Ausgaben für die gegenwärtigen Rüstungen unb auch ber Ausgaben für bic Kriegsvorbereitungen in Indien kennen mutz, um die Regierung in den Staub zu setzen, ben gegenwärtigen Ersorbernissen Rechnung zu tragen. (Beifall.) lUaii verlangt Informationen über bie gegenwärtige Lage unb bic Haltung ber Regierung. Es ist nicht der Fall eines Kriegs, ber vorliegt, wir haben auch einen augenblicklichen ober vielleicht in nächster Zeit bevorstehenben Krieg nicht vor uns, es würbe schwer sein, den Grab von Gefahr, vor bem wir uns befinden, festzustellen. Wir haben an einer ehrenhaften Lösung durch friedliche NUNel gearbeitet und werden fort- sahren, mit Ueberzeugung und Ernst baran zu arbeiten, ich meine bamit bic Eventualität eines Krieges ober des Abbruchs der Beziehungen zwischen zwei großen '.Nationen, roie Rußland und England, zu beseitigen, wir werden es uns zur Aufgabe machen, diese biplomatifche Eonttoverse in einer Weise zu Emde zu führen, daß, wenn dieselbe unglücklicher Weise mit einem Bruche ober mit einem Gewaltakte enden sollte, wir wenigstens bas Urtheil ber cioiliffrtcn Welt zurückweisen können, baß wir nicht alles Mögliche getlian hätten, um burch gerechte unb ehrenhafte Bemühungen zu verhinbern, baß sick die beiden Länder in einen Krieg stürzen. (Anhaltender Beifall.) Alles, was wir gegenwärtig thun, sind Vorbereitungen, aber es ist unsere heilige Pflicht, weitere Vorbereitungen zu treffen. Tie Ertbeilung einer Information ist im Augenblicke unmöglich, bie Frage ist baut noch nicht reif. Rechnen wir aber nicht zu sanguinisch auf ein zu günstiges Resultat. Verzweifeln Sie aber auch nicht barem, daß bie Vernunft unb bic Gerechtigkeit nicht auf beiben Seiten bie Oberbanb sollten behalten können. Sehen wir uns bas an, was sich zugetragen hat. Ter Ausgangspunkt dabei ist unsere Ehrenverpflichtung dem Emir gegenüber. Die diesbezüglichen politischen Erwägungen, sowie unsere Verpflichtungen gegen Den Emir sind keine absoluten, wir würden nicht verpflichtet sein, ihn zu vertheidigen, wenn er ber Tnrannei gegen feine Unterthemen sckulbig märe, es würde unserer Pflicht ;uroiberlaufen, ibn zu unterstützen bei einer Politik der Thorheit, aber wir haben Die Verpflichtung, ihm Untentützrmg und Beistand zu gewähren und Diese Verpflichtung wird ohne jede Einschränkung erfüllt werden (anhaltender Beifall). Sie ist lediglich bedingt durch die Art seines Verhaltens und davon, ob wir dasselbe aufrichtig billigen können. Aber Das gegen­wärtige Verhalten des Emirs, seine Aeußerungen dem Vicekönig Lord Tufferin gegen über unb die Prinzipien, die er ausgesprochen hat, geben ihm Das absolute Reckte uns dazu aufzufordern, daß wir ihm mit Rath unb That bei teben, bamit er seine Be sitzungen und feine wohlbegrünbeten Reckte wahren kann. Zu biefem Zwecke würbe ein Plan entworfen zur Abgrenzung seines Gebiets von demjenigen, was bisher turk­menisches Gebiet war, aber jetzt mit reißender Geschwindigkeit zu russischem Gebiete