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Schon den Römern war die Eule ein unheilverkündender Vogel und wenn ein j6(d)ci in den Mauern der Stadt sich sehen ließ, suchten die Priester durch Selbst- «iniaunaen die Götter zu versöhnen, um Unglück von der ^tadt abzuwenden.
Auch in der deutschen Volkssage ist dieser düstere Vogel der Nacht der Vertreter b4 bösen Princips und in der schauerlichen Erzählung vom wilden Jäger, der mit ftineui unheimlichen Gefolge nächtlicherweile durch die Lüfre zicüt, hat die Eule — rote Lberall — die Aufgabe, das Tämonische der Erscheinung zu erhöhen.
Die Dichtkunst hat diese traditionelle Auffassung adoptirt und in Goethes -zaust", in Weber's „Freischütz" und anderen romantischen Bühnenmerken ist ihr ^ieiclbe roenifl amnuthende Rolle zugetheilt. In Shakespeare's „König Heinrich yl. kipt es: „Die Eule schrie bei Deiner Geburt - ein böses Zeichen!" und in derselben •Tidjnuifl au anderer Stelle: „Du unglückbedeutender, furchtbarer Todesvogel, Schrecken inscres Volkes und unsere blutige Geißel". ...
Es ist wahr, die ganze Erscheinung dieses Nachtvogels im Meine m breiten Kopf, Im großen, runden, glotzenden Augen, den scharfen Krallen an den Klauen und dem Men, starken Schnabel hat nichts, roas die Sympathien des Menschen erwecken konnte iinb manchem nächtlichen Wanderer ist schon ein heimliches Grauen ubtt-kommen, roenn Has klagende Geschrei des Kauzes an sein Ohr drang: die Wiffenschast aber, diese gewaltige Feindin des Aberglaubens, hat längst die Ehre diefes viclverkannten und wicloerläuindeten Thieres gerettet und ihm den gebührenden Platz unter den nützlichen Hcscköpfeu im großen Haushalte der Natur angewiesen. ,_
Nicht viel besser als den Eulen ergeht es den Raben und Krähen, deren dusteres, schwarzes Gewand sie im Volksglauben zll Todesboten stempelte.
Schon der altrömische Dichter Vergil, geboren nn Jabre «0 .v Ehr. Geb., sagt: Der heisere Rabe auf schwankendem Aste zur sinken krächzend, verkündet das kommende llnniiirf" und in vielen Gegenden Deutschlands herrscht noch heute die Meinung, daß in ociH- Hause, auf welchem sich ein Rabe niederläßt und dreimal schreit, m nächster M Jemand stirbt. Fliegt eine größere Schaar Krähen über einen Ort und laßt Mei ihren rauhen Ruf ertönen, so bedeutet das Unglück für die Gemeinde, Brand ober epidemische Krankheiten und wenn sie sich auf einem Felde niederlaßt, Hagel- fädfl. Deshalb gehörten auch diese Thiere seit undenklichen Zeiten zu deniemgen, die der 'Rensch mit seinem Haß verfolgte, bis auch hier die beuchte der Aufklärung der besseren Erkenntniß Bahn brach, daß die rabcnartigen Vögel durch Vertilgung von Aas, Mäusen und schädlichen Jnseeten aller Art großen Ruhen schaffen.
(Schluß folgt.)
Lokales.
G. Gießen, 29. April. sSterblichkeit in Gießend Die Sterblichkeit war während der Woche vom 19. bis 25. April wieder eine etwas erhöhte, es waren irn Amen 10 Todesfälle zu verzeichnen. Davon ereigneten sich 3 bei Kindern, < bei
Erwachsenen. Von den ersteren starb eins an Bronchienentzündung, das zweite an allgemeiner Abzehrung, das dritte an Gehirnentzündung. Bei den erwachsenen Personen war Todesursache: Krebs zweimal, Bauchfellentzündung, Darmverschlingung, Altersschwäche, Lungenschwindsucht je einmal. Ein Mann, der durch einen unglücklichen Zufall einen ^»chädelbruch erlitten hatte, erlag den Folgen dieser Verletzung.
Gießen, 29. Avril. Gestern Nachmittag verursachte eine total betrunkene ältere Frau auf der Grünberger Straße einen großen Auflauf. Die schon öfter in diesem verwahrlosten Zustande betroffene Person wurde per Karren durch die Polizei nach dem Arresthause verbracht.
— Heute Vormittag 9 Uhr 50 Min. ist Herr Wilhelm Wenzel mit Familie nach St. Francisco abgereist.
Verwischtes.
Ottawa (Amerika), 24. April. Die von Indianern verübte Metzelei in Frag Lake ist jetzt völlig bestätigt worden. Detaillirten Berichten zufolge brannten die Indianer alle Gebäude nieder und zwangen die Leute, sich nach der Kirche zu begeben. Nackdern ein Gottesdienst abgehalten worden, wurden zehn der hülflosen Weißen er- schofsen. Zwei Priester wurden zu Tode geprügelt und deren Leichen alsdann verbrannt. Mr. Dickens, der in Fort Pitt befehligte, ist in Battleford angekommen und berichtet, daß einer seiner Leute getödtet und einer verwundet wurde. Es liegen auch Einzelheiten über das Gefecht in Fort Pitt vor. Es scheint, daß infolge der von den Indianern bekundeten zunehmenden Feindseligkeit gegen die Weißen der Faktor M'Lean beunruhigt wurde und das Lager des Indianerhäuptlings „Big Bear" besuchte, um mit ihm zu conferiren und seinen Schutz zu beanspruchen. „Big Bear" nöthigte M'Lean, einen Brief an die Civilisten in Fort Pitt zu schreiben, worin dieselben aufgefordert wurden, sich dem Häuptling anzuschlicßen, da widrigenfalls er (M'Lean) getödtet werden würde. Die Civilisten leisteten der Aufforderung Folge, die Polizei- maimschaft weigerte sich jedoch, sich zu ergeben. Es entspann sich ein Gefecht, in welchem die Polizei die Indianer zurücktrieb und mehrere derselben verwundete. Die Polizei begab sich alsdann in einem Boote den Fluß abwärts nach Battleford. Die Vorhut von Oberst Otter's Entsatzcolonne, bestehend aus 100 Mann berittener Polizei, ist in Battleford angekommen und daS Gros der Colonne befindet sich nur noch 18 Meilen von der Stadt entfernt. Die Indianer verschwanden rasch beim Annähern der Colonne. General Middleton's Streittraft ist jetzt nur noch 4 Meilen von Riel's Hauptstellung entfernt und ein Angriff wird in Kurzem erwartet.
Dr. Gensch,-
prakt. n. Specialarzt für Haut-, Frauen - u. Ge- «ehlechtflkrankheiten (Syphilis)etc. Frankfurt a.M. Btiftitr. 22, fr. Assist. Prof. Ricord’e. Ausw. brieft.
Mobiliar ! Versteigerung.
Donnerstag, den 30. April c. uni) die folgenden Tage jedesmal von
Nachmittags 2 Uhr ab
arten Luvwigstraße 37, II Stock bie jnm Nachlaß des verstorbenen Frl. LMünch gehörigen Gegenstände, besehend in Möbeln, Bettwerk, Weißzeug.Porzellan und GlaS, «leider, Küchengerätde und an- Tires Mobiliar, namentlich: 1 feines Pianino, 1 Kafsenfchrank, 1 Sopha mit « Stühlen, 1 Schreibsecretair, l Glas- -ftbtanf, Tische, Stühle, Kommode. Kleiderschränke, Spie- -kl, Teppiche, 2 sehr schöne Lüster und sonstige Gegenstände «ersteigert.
Sämmtliche Gegenstände sind sehr gut erhalten und können am Tage der Versteigerung von Morgens 10 Uhr ab eingesehen werden.
3« der Donnerstag den 30. April beginnenden Versteigerung der zum Nachlaß des Fräulein A. Münch ge- Prigen Gegenstände wird bemerkt, daß
Donnerstag Nachmittag 2 Uhr Äuhengeräthe, Glas, Porzellan und Lmenzeug,
Freitag Nachmittag 2 Uhr Silberzeug, Möbel, Kaffenschrank und Hmino,
Samstag, wo nöthig, der Restver- higert wird-
Aebeitsverding.
Lamstag den 9. Mai c«, Morgens 81 U6r, sollen im Gem.-Hause zu Odeu- Aasen für diese Gemeinde vergeben wer- btn:
rüncherarbeiten — 172,50 X, Maurer- enbeiten — 51,50 X, Rohrleituna — Fj bM. Holzspalierfertigung — 84,38 x, LZchreinerar beiten — 83,75 X, Pflaster- Abc i len = 387,28 X, Steinanfuhr — AD x, Sandlieferung — 155 X, Ka- molbtnu — 66,92 X
lsr-ofdorf, den 27. Avril 1885.
3316 Das Bürgermeisteramt.
Aepfelwein
3298 im Deutschen Hof.
; '3189 Eine Zimmer-Douche billig zu □xrfojufen. Näh. in der Erped- d. Bl.
Ftlgrmeinrr Anzeiger. Mobiliar-Versteigerung.
Montag den 4. Mai er. und die folgenden Sage, jedesmal von Nachmittags 2 Ubr an,
werden im großen Saal des ZRenzel'schen zu 8ieHen die
zur Concursmasse gehörenden Mobilien (Hotelmöbel), bestehend aus:
einer größeren Anzahl Herrschafts- und Gesindebetten , 2 Spiegel- schränken, diversen Spiegeln (darunter 3 große Spiegel mit Trumeau^, Sopha's (dabei mehrere Garnituren mit je 6 Stühlen), Waschkommoden, Waschservicen, Tischen, Nachttischen, Kofferböcken, Kleidergestellen, Kleiderschränken, Bildern, Vorhängen, Rouleaux, Z^mmer- teppichen, Bettvorlagen, Bettweißzeug, Handtüchern, Gläsern, Flaschen, Lampen, 1 Tafelclavier rc. re., gegen Baarzahlung versteigert.
Die Gegenstände sind größtentheils neu und sehr gut erhalten.
Die Besichtigung kann von Samstag Nachmittag an erfolgen. Gießen, den 28. April 1885.
3320 A. v. Jungenfeld, Concursverwalter.
BÄD WILDUNGEN.
Gegen Stein, Gries-, Nieren- und Blasenleiden, Bleichsucht, Blutarmut»), Hysterie :c. sind feit Jahrhunderten als specifische Mittel bekannt: Georg- Bictor-Ouelle und Heleueu-Ouelle. Wasser derselben wird in stets frischer Füllung versendet. — Anfragen über das Bad, Bestellungen von Wohnungen im Bade- logirhause und Europäischen Hose rc. erledigt:
Die Inspection der Wildunger Minerafq -Actiengesellscnaft. __
ft. Steöel’s patent=8ta6i«eer kalt zu streichen; bei Hitze nicht ablaufend. Langjährige Atteste. 3300
___________A. Biebel; Düsseldorf.
Restauration „Zur schönen Aussicht1?
Meinen werthen Gästen und einem verehrl. Publikum diene hiermit zur gefl. Nachricht, daß ich die Wirthschaft so lange, bis sich ein Kaufliebhaber findet, vor wie nach weiter betreiben werde und halte mich mit einem giüen Glas LLetien-Gxportbier, sowie feinem Wein, einer vorzüglichen Taffe Kaffee und nur gut zubereiteten Speisen bestens empfohlen- Hochachtungsvoll
Heb. Sehraner«
NB. Das obere Wirthszimmer, von welchem man die schönste Ansicht Gießens hat, kann stets separat abgegeben werden; auch steht ein gutes Piano zur Verfügung. _____________________________D- O-
foL lllSWillMliTIT 'M- befördere ich stets zu den billigffen Preisen, bei anerkannt bester Verpflegung, durch den KTordd. Lloyd über E x ® xn e xi, sowie über Hamburg, Antwerpen, Rotterdam und Liverpool, nach allen Häsen von Nord- und Süd-Amerika und Australien.
Chr. Wallenfels, Marktplatz.
Wechsel auf alle größeren Plätze zum Tagescourse? 2270
x
Accord gegeben werden: Maurerarbeit laut Kostenüberschlag
Steinhauerarbeit Dachdeckerarbeit Schreinerarbeit Glaserarbeit Schlosserarbeit Weißbinderarbeit Pflasterarbeit Brechen von Mauersteinen Anfahren derselben Lieferung von Kalk
„ „ Sand
„ „ Russensteinen
„ „ Tuffsteinen
„ „ Cement
„ „ Plattziegel
„ „ Latten
„ „ Sandstein
platten
Brechen von Pflastersteinen
672 70 20 —
34 10 465 50 107 —
92 50 188 - 298 60 117 —
36 — 168 — 153 - 468 —
105 -
21 - HO —
11 50
60 —
240 —
48 —
135 —
Arbeiisdersteigerung.
Samstag den 2. Mai, Nachmittags um 1 Uhr, sollen im Gasthaus zur „Burg Münzenberg" zu Münzenbeeg die bei Renoviruug einer Hofraithe vorkommenden Bauarbeiten und Lieferungen öffentlich in
Anfahren derselben „
Lieferung von Pflastersand „
Münzenberg, den 25. April 1885.
3301 Johannes Diehl III.
Ieikgeöolenes.
Zu verkaufen:
3 Mühlwellen mit 2 Kammrädern, 2 Paar französische Mühlsteine, Balancierhaue, 2 runde Eisen, 2 Cylinder- kasten mit Cylinder, ä 3 Meter lang, Schnecke und Schöpfwerk, Griessorkirer, Schwungmühle, 2 Trichter mit Zubehör, 1 gußeiserne Presse.
Die Gegenstände sind in gutem Zustande und werden, nur wegen Neubau nicht paffend, verkauft.
3296 Großmühle.
Billig u. gut!
Gebr. Kaffee
aarantirt rein und kräftig schmeckend, per Pfund 97 Pfg., roh per Pfund 80 Pfg.
bei Carl Schulze II., 2366 Neuen Bäue 17.
Spargel
täglich frisch bei 3152
Gärtner Schaum.


