bedürftigen Welttheils eint und erblicken in der Begegnung der beiden Kaiser, zu welcher die Gasteiner Kur alljährlich Anlaß giebt, stets em erneutes Zeichen d^ser mmgen Wechselbeziehungen. Die herzlichsten ehrfurchtsvollsten Wunsche des osterrelchilchen Volkes begleiten den greisen Kaiser Wilhelm bei 1 einer Kur, der ihr alter Erfolg auch in 1 ejieii^21 be^nbVo°iagt : Der Deutsche Kaiser hat heute den Boden Oesterreichs betreten, um, wie seit Jahren, in der Alpenluft Gasteins Kräftigung und Erfrischung zu finden. Der aufrichtigen Freundschaft, welche bw beiden Kaiserhofe und Reiche segensreich verbindet, gedenkend, begrüßen ote Volker Oesterreich-Ungarns den Monarchen Deutschlands freudig in den Marken ihres Vaterlandes.
London, 22. Juli. Die „Mornmgpost" erfahrt, wahrend der letzten Tage habe zwischen Lord Salisbury und dem englischen Botschafter Thornton in Petersburg, sowie zwischen dem hiesigen russischen Botschafter v. Staat und dem Mmstter v. Giero ein unausgesetzter telegraphischer Verkehr stattgefunden die rnssstche Regierung habe neue Vorschläge bezüglich des Streitpunktes m der afghanischen Grenzfrage gemacht
London, 22. Juli. Unterhaus. Der Kanzler der Schatzkammer, Hrcks-Beach, theilte mit, daß der Regierung eine officielle Nachricht von dem Tode des Mahdi nicht zugegangen sei. Der letzte Angriff der Aufständischen auf Kassala sei zuruckgefchlagen worden, über den Verlust an Todten bei dem Kampfe fei noch nichts bekannt - Der Cabinetsrath berieth Instructionen für Drummond-Wolff und die letzten aus Petersburg eingegangenen Nachrichten über die.afghamsche Grenzfrage.
Madrid, 22. Juli. Die Ministerielle „Correspondencia erklärt, die Nachricht des Standard", wonach Erzherzog Carl Stephan von Oesterreich, Bruder der Königin, in die spanische Marine eintreten und die Schwester des Königs heirathen werde, für durchaiis^unbegrundet.^ ^Eutermeldung.) General Grcnfell telegraphirt aus Assuan: Von Gabra kommende Boten melden, der Mahdi fei am 29. Juni an den Blattern gifioiben. 22. 3^ Die Königin reist demnächst nach Petersburg. Die Kammer nahm das Gesetz, betreffend die Regentschaft Delyannis' während der Abwesenheit des Königsan. Die Kammer beginnt morgen die Budgetberathung.
New-Bork, 22. Juli. In dem Befinden des vormaligen Prafldenten Grant ist feit gestern eine Verschlimmerung eingetreten.
Pom Dresdener Turnfest-
Das Turne« vom IS. Juli (Sonntag).
Nachdem der Festzug Mittags 2 Uhr den Festplatz erreicht, wurde den Theil- nehmern eine in Folge der außerordentlich großen Hitze und längeren Zugsdauer als wünschenswerth bezeichnete größere Pause zur Sammlung gelassen und gegen 4 Uhr durch Böllerschüsse das Signal zur Aufstellung gegeben. An den Mit weiß-rothen Fähnchen gekennzeichneten Eingängen sammelten sich die Turner und ordneten sich zu Achterreihen. Stack dem Einmärsche in den Freiübungsraum schlossen sich diese zu 32er Reihen. Hand in Hand und in guter Richtung öffneten sich diese Lmlen allmalig von der Mitte aus zum Abstande und vereinigten sich zu 64er Reihen. Nachdem diese Aufstellung, die in musterhafter Ordnung vor sich ging, beendet war, legten die Turner Kopfbedeckungen und Oberkleider ab. Da inzwischen Se. Majestät der Komg erschienen war, so wurden noch einmal die Kopfbedeckungen ausgenommen und den beiden Majestäten und seinem glänzenden Gefolge ein dreimaliges Gut Heil', mit Hutschwenken gebracht. Gegen 5000 Mann harrten nunmehr des Eommandos. Jede der 16 Freiübungen wurde zunächst einmal im Takte oorgeturnt und zwar von zwei Turnern. Darauf kam jede Uebung zunächst als Haltausführung rhythmisch zur Geltung und wurde dann je nach Ermessen des Oberleiters, des Herrn Semmar- oberlehrers Frohberg, zwei bis vier Mal ausgeführt. Schon die ersten einfachen Hebungen zeigten, daß die Massen in ihren Heimathvereincn wacker geübt hatten, denn es „klappte" Alles, und die unwillkürlichen Ausrufe und Beifallsbezeuaungen der Zn- schauer erkannten dies auch vollauf an. Die Ausfallstellungen in den Hebungen 4 und 5 gaben dem Ganzen ein besonders malerisches Bild. Als jedoch die schwierigeren Hebungen ausgeführt wurden, wie z. B. die elfte mit Seittritt, Vorheben der Arme, Drehen und Vorbeugen des Rumpfes mit Beugen eines Kniees und Kreuzen der Arme auf dem Rücken, da brach ein wahrer Beifallssturm los, denn auch der Laie wurde entzückt von dem anmuthigen Bilde, das sich da den Blicken bot. Ganz besonders wirkte auf die Massen auch noch der Auslagetritt rückwärts im Wechsel mit dem Ausfall nach vorwärts, Vorhochheben und Rückenschwingen der Arme. Auch die Königlichen Majestäten schienen von dem großartigen Anblick der turnenden Masse entzückt und mehrfache Ausrufe der Bewunderung sollen nach Angaben der sich in unmittelbarer Nähe der höchsten Herrschaften Aufhaltenden von den Lippen derselben erklungen sein. - Bei dem Abmarsch, der ebenso wie der Aufmarsch, mit Musikbegleitung erfolgte, schloffen sich die 64er Reihen nach der Mitte zu. Hierdurch wurde eine sogenannte Säulenstellung formirt, die den Eindruck eines großartigen militärischen Schauspiels machte. In musterhafter Ordnung erfolgte der Abmarsch — so schildert der „Dresdener Anzeiger" den Verlauf.
Das Musterriegenturnen vom 19. und 20. Juli.
Ein wichtiger Theil des Festprogramms — das Musterriegenturnen — gelangte bereits am Festmontage kurz nach 7 Hhr Abends zum Abschluß. Wenn sich bis jetzt die Gesammtzahl der wirklich turnenden Musterriegen noch nicht hat feststellen lassen, da einige derselben aus nicht zu ermittelndem Anlasse fehlten, so dürften doch gegen 270 Riegen (!) an dem Musterriegenturnen sich betbeiligt haben.
Das überaus wechselvolle Bild der zumeist mustergiltig ausgeführten Turnübungen hatte schon in den Vormittagsstunden ein zahlreiches Publikum angelockt; in den Nachmittagsstunden aber verdichtete sich dasselbe an den Hmplankungen zu einer Mcnschenmauer. Die wiederholten lebhaften Beifallbezeigungen bekundeten die rege Theilnahme, mit der die Zuschauermenge den Vorführungen folgte.
Den einzelnen Riegen war die Aufgabe gestellt, innerhalb 20 Minuten eine geordnete Folge von Hebungen zur Vorstellung zu bringen und da galt es, sich zu sputen, den Kampfrichtern aber erwuchs die Aufgabe, in der nämlichen Zeit nicht nur die Schwierigkeitsstufe, den logischen Aufbau und die Ausführung der einzelnen Hebungen, sondern auch die turnsprachliche Benennung derselben, das Verhalten des Vorturners hinsichtlich der Leitung seiner Riege, sowie das Verhalten der Riege selbst im Kommen und Gehen, desgleichen während des Turnens und andere Aeußerlichkeiten einer Beurtheilung zu unterziehen — eine Arbeit, die einen kundigen Blick und ein sicheres Hrtheil voraussetzen.
Im Allgemeinen stimmen die Ansichten aller Sachverständigen darin überein, daß das Musterriegenturnen des sechsten deutschen Turnfestes einen glänzenden Verlauf genommen hat. Allenthalben war im An- und Abmarsch, sowie in dem gesammten äußeren Verhalten der Turnenden eine musterhafte Ordnung zu bemerken. Die fast durchgehends in logischer Folge geordneten und mit turnerischem Geschmack ausgewählten Hebungen wurden mit geringer Ausnahme sicher und elegant ausgeführt und ließen erkennen, mit welchem Fleiße man in der Heimath vorgearbeitet hatte. Nimmt man hinzu den imposanten und vortrefflich organifirten Apparat des Kampfrichter- Collegiums, dem die Beurtheilung der zahlreichen Riegen oblag, die vorzüglich äußere Anordnung in der Aufstellung der Geräthe n. s.w., so gibt dies einen Gesammleindruck, der das oben ausgesprochene Hrtheil als gerechtfertigt erscheinen läßt.
Als einen Fortschritt auf dem Gebiete des Musterriegcnturnens müssen wir es bezeichnen, daß nicht nur die elastische Jugend mit ihren Gipfelübungen excellirte; auch das auf der Sonnenhöhe des Lebens stehende Mannesalter hatte zu diesem Turnen zahlreiche Vertreter gesendet. Wenn wir mit Rücksicht auf Zeit und Raum, die uns hierbei zur Verfügung stehen, auf die Wiedergabe von Einzelheiten verzichten müssen, so vermögen wir die doch gezogene Schranke nicht allenthalben einzuhalten. Wir möchten nämlich jenen „alten Herren" unseren wärmsten Tank aussprechen, die es über sich vermochten, mit ihren „Nichtumsturzübungen" an die große Oeffentlichkeit zu treten. Mag auch das Auge des Kritikers Mängel verschiedener Art entdeckt haben, wir kennen nur das eine Hrtheil: Erst durch die Betheiligung der Altersriegen an unserem Musterriegen turnen ist der Festturnplatz zu einem Turnplätze geworden, auf welchem thatsächlich gezeigt wird, was die Gesammthcit und nicht ein geringer Bruchtheil der deutschen Turnerschaft kann und will.
Uni) so seien denn, ohne damit einzelnen Turnern, unter denen wir manch wackern Kämpen aus alter Zeit gewahrten, ober ganzen Riegen nahe treten zu wollen,
u. A. die Altersricgen Baum-Rostock, Fleischmann-Berlin, Bothke-Thorn unb- Rühle-Stettin genannt, die an Pferd, bez. schräger Leiter und Barren ihre einsacken Leistungen zeigten. Ten Vogel aber dürfte die Altersriege Böttcher-Görlitz abgeschossen haben, in der nur „Jungens" von den Sechszigern aufwärts Aufnahme gefunden hatten. Waren cs auch nur einfache Freiübungen, die der „alle Böttcher rüstig vorzeigte und stramm leitete, so veranschaulichten sie doch ein ehrliches^tuck Arbeit, dazu angethan, vor allem den Unterleib in geordneter Thatigkeit zu erhalten. Das Turnen dieser Jünglinge im schneeigen Weiß Der Haare hatte eiii^ zahlreiches Auditorium herbeigelockt, das die schlichten Vorführungen an ihrem Schlüsse mit schallendem Beifalle lohnte. Vater Böttcher aber wurde, nachdem er put lemem Häuflein Getreuer das Lied: „Deutschland, Deutschland über Alles 2c." gesungen und damit die ganze Vorführung zu einer erhebenden Feier gestaltet hatte, unter allgemeinem Jubel auf kräftigen Turnerschultern rittlings zur Freiübungstribüne zurückgetragen.
Und so denn „Auf Wiedersehen!" Ihr wackeren Alten und nicht minder ^Hi7 lieben Jungen, die Ihr so gleichgestimmt den Ton im Dreiklange unseres Festes: Frciübungs-, Musterriegen- und Wettturnen — getroffen habt, auf Wiedersehen beim nächsten Deutschen Turnfeste! (Festztg.)
Ein Zocialistenbegriibniß
(Don unserem Frankfurter Correspondenten.)
0. K. Frankfurt a. M., 23. Juli.
Es war gegen 9 Hhr früh am gestrigen Tage, als sich vor Dem in der Stiftstraße belegencn Bürgerstift einige hundert schwarzgekleidete Männer versammelten, von denen ein jeder ein rothes Blümchen im Knopfloch trug. Gleichzeitig fanden sich viele Schutzleute dort ein, besetzten zum Theil das Bürgerstift, zum Theil aber auch poftirren sie sich in den nächstgelegenen Straßen.
Der Socialist Hugo Hiller war am Montag dort gestorben und zu fernem Leichenbegängniß fanden sich die vielen Parteigenossen ein, zugleich aber auch — um etwaigen Demonstrationen vorzubeugen — die zahlreichen Polizeimannschaften.
Schon jetzt bemerkten wir Kränze mit rothen Schleifen bei den Leidtragenden. Als eine größere Anzahl derselben in das Bürgerstift eintreten wollte, wurden sie zurückgewiesen; schon bei dieser Gelegenheit machte sich eine ziemliche Erregung unter den anwesenden Socialisten bemerkbar.
Endlich wurde der Sarg heruntergetragen, der Zug fonnirte sich und zog dem Friedhöfe zu; unterwegs, in der Nähe des Friedhofs, begegneten ihm eine größere Anzahl Schutzleute, die ihm bis an die Gruft das Geleite gaben, während eine Anzahl berittener Schutzleute vor dem Portal des Friedhofs Aufstellung nahm. Der Sarg wurde in die Gruft gesenkt und der überwachende Commissar Meyer theilte den Anwesenden eine Verordnung des Polizeipräsidiums mit, laut welcher Reden und jegliche Demonstrationen zu unterlassen sei.
Namens der Frankfurter Socialisten trat nun Herr Füllgrabe vor und — ungeachtet der Ermahnung des Commissars — Hub er, eine rothe Schleife in der Hand haltend, zu reden an. „Hochverehrte Versammlung —"
Der Polizeicommissar fällt ihm in's Wort und Füllgrabe legt mit den Worten: „Im Namen der Frankfurter Genossen lege ich diese Schleife auf das Grab unseres Freundes", dieselbe auf den Sarg nieder.
Es folgten alsdann Kränze von Höchst, Mainz und Hanau nut kurzen bezüglichen Worten, sowie eine Schleife der Frankfurter socialdemokratischen Frauen.
Es trat alsdann Der MainzerSocialist Herr Leyendeckcr vor. Aiick er hielt eine rothe Schleife in der Hand und begann eine Rede, in welcher er den Verstorbenen als einen Kämpfer der Freiheit darstellte. ~ r
Der Commissar forderte auf Grund des § 9 des Socialistengcsetzes numyehr die Versammelten auf, auseinanderzugehen und den Friedhof zu verlassen. Da dieser Aufforderung nicht sofort stattgegeben wurde, Leyendecker vielmehr in seiner Rede nut den Worten fortfuhr: „Diese Schleife gebe ich Dir als ein Zeichen der Freiheit", wendete sich der Commissarius nach noch zweimal wiederholter Aufforderung zu seinen Beamten mit dem Befehl, „die Anwesenden mit der Waffe auseinanderzutreiben".
60 Schutzleute zogen blank und drangen auf die Socialisten ein.
Eine Scene allgemeiner Verwirrung trat ein, scharfe Hiebe fielen und vereinzelte Schmerzensschreie bewiesen, daß Verwundungen stattgefunden. Einen besonders schrecklichen Eindruck machte es, als Mehrere, von den vocdringenden Polizisten gedrängt, in das noch offene Grab stürzten. .
Die ganze Versammlung, etwa 1000 Leute, mußte auf ihrem Ruckzuge cm Seitenportal benützen, vor welchem, wie bereits oben erwähnt, die berittenen Schutzleute Posto gefaßt hatten. Diese, wahrscheinlich im Glauben, die Socialisten hätten sich widersetzt, empfingen die in wilder Panik hinausströmende Menge ebenfalls mit scharfen Säbelhieben und auch hier gab es Verwundete.
Es sollen im Ganzen 50 Personen theils mehr, theils minder schwer verletzt worden sein, darunter mehrere Frauen und Kinder.
Am Eingang zum Portale fand man, der „Franks. Ztg." zufolge, einen Mann Namens Schubli, der in der linken Seite heftig blutete. Seine Parteigenossen trugen ihn hinweg und er verlor alsbald die Besinnung. Schreiner Lorenz Merz ist am rechten Arm verwundet, Arbeiter Friedrich Brünner hat einen Hieb über die linke Hand erhalten, der Arbeiter Wilmuths einen Säbelhieb über den Rücken, Dippel aus Bockenheim wurde leicht am Kopfe verletzt. Eine Frau Kayser bekam in Folge des- ausgestandenen Schreckens die Krämpfe.
Die Namen der übrigen Verwundeten sind zur Zeit noch nickt bekannt.
Nach amtlicher Mittheilung soll der Commissar seinen Beamten bemerkt haben,, besonnen zu bleiben und nur da mit der Waffe vorzugehen, wo sie Widerstand fanden. Der Frankfurter Reichstagsabgeorduete Sabor war anwesend und hat beim König!. Polizeipräsidium eine Beschwerde wegen der geschilderten Vorgänge eingereicht. Die Erbitterung in den Kreisen der Socialisten ist eine hochgradige; eine große Erregung hat sich der gamen Bevölkerung mitgctheilt. .
Wir wollen vorerst ununtersucht lassen, wem die Schuld des blutigen Ereignisses zuzumessen sei, indem wir uns der Hoffnung hingeben, daß eine Hntersuchung desselben baldigst diese Frage löse. Ä L t m . rr . c
Jedenfalls ist es tief zu beklagen, daß sich der turbulente Vorfall gerade auf dem Friedhöfe abfpiclen mußte, auf der geweihten Ruhestätte der Dahingeschiedenen, welche gewißlich vor solchen Demonstrationen politischen Charakters bewahrt bleiben sollte, die in ihren Details allzu lebhaft an die „Schlacht" erinnern, die erst kürzlich auf dem Montmartre in Paris aus Anlaß einer Anarchistenbeerdigung stattfand.
L o k a l e
G. Gießt«, 23. Juli. sSterblichkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle steigerte sich in der Woche vom 12. bis 18. Juli bis auf 10. Es wurden 6 Erwachsene und 4 Kinder betroffen. Von letzteren starben 2 noch im ersten Lebensjahre au Krämpfen, von 2 schon etwas älteren starb eins an Lungenschwindsucht, eins an Masern. Bei den erwachsenen Personen war Todesursache : Krebs, Lungenschwindsucht je zweimal, organische Herzkrankheit, Leberentzündung je einmal.
— Von Seiten unserer Samtätspolizei wurde heute Vormittag Revision des auf dem Marktplatze zum Verkauf ausgebotenen Obstes vorgenommen und hierbei 6 Körbe voll als unreif confiScirt.
Vermischtes.
Darmstadt, 21. Juli. Zu der am 23. d. M. in der Wippenheimer Kirchspielskirche auf der Insel Wight stattfindenden Vermählung Ihrer König!. Hoheit der Prinzessin Beatrice von England mit dem Prinzen Heinrich von Battenberg werden bereits die umfassendsten Vorkehrungen getroffen. Die prachtvolle Ausstattung der Prinzessin ist bereits fertig und an Hockzeitsgeschenken ist schon eine solche Menge an- gekündigt, daß zur Ausnahme derselben ein großer Saal hergerichtet wird. Der Hochzeitstag wird von den Bewohnern der Insel als ein Feiertag begangen und der ganze von dem Brautzug zu passirende, etwa anderthulb englische Meilen lange Weg von dem Schlosse nach der Kirche mit Fahnen, Kränzen und Guirlanden aufs Prächtigste geschmückt werden. Der Zug wird auf Wunsch der Königin so eingerichtet werden, daß so viele Leute als möglich denselbm sehen können. An dem Hochzeitsmahle werden 202 Gäste theilnehmen, von denen 40 Mitglieder regierender Häuser Europas sein werden. Der Erzbischof von Canterbury, assistirt von dem Bischof von Winchester,


