Einzelbild herunterladen

Darmstadt, 21. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 22 enthält: Verordnung, die Organisation des zur Ausübung der Feldmeßkunst bestellten Personals betreffend, vom 15. Juli 1885.

Darmstadt, 20. Juli. Schluß des Inhalts des Großh. Regie­rungsblattes (Beilage Nr. 17):

10. Dienstnachrichten:

Am 11. Juni wurde dem Schullehrer Konrad Böckner zu Ruppertenrod die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Allendorf a. d. Lahn, an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Brandstätter aus Watten­heim die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gadern übertragen; am 13. Juni wurde Karl Wurstius in Alsfeld zum Gehülsen bei dem KrerSamt Als­feld, mit Wirkung vom 1. Juni d. Js. an, am 17. Juni wurde Georg Weitz in Offenbach zum Gehülsen bei dem Kreisamt Offenbach, mit Wirkung vom 1. Juni d. Js. an, ernannt; am 20. Juni wurde der von dem kath. Pfarrer und dem Gemeinderathe zu Rockenberg auf die erste Lehrerstelle an der Gemeinde- fchule zu Rockenberg präsentirte Schullehrer Wilhelm Fries daselbst bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schullehrer Wilhelm Heil zu Bodenheim eine Lehrer- stelle an der kath. Schule zu Kastel, am 21. Juni wurde dem Schullehrer Leon- haro Bayer zu Lorsch eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bensheim, an dems.-^age wurde dem Schullehrer Georg Schäfer zu Mainz eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bensheim, am 24. Juni wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Manz aus Düdelsheim die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Albach übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Psenburg-Birstein auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hitzkirchen prä- fentirte Schulamtsaspirant Wilhelm Lott aus Mittel-Gründ^u für diese Stelle bestätigt; an dems. Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Ernst Lehr aus Arns­hain die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rülfenrod übertragen; am 27. Juni wurde Heinrich Kreuder in Friedberg zum Gehülfen bei dem Kreis- omte Friedberg, mit Wirkung vom 1. Juni d. Js. an, an dems. Tage wurde der Landgestüts-Beiknecht Johs. Lore aus Wendelsheim zum Landgestütsdiener ernannt; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg- Birstein aus die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burgbracht präsentirte Schullehrer Philipp Schnierle zu Köddingen bestätigt; am 20. Juni wurde dem Georg Heinrich Blaß aus Siefersheim das Patent als Geometer 2. Klaffe für den Kreis Worms ertheilt.

11. Concurrenzeröffnung:

Erledigt sind: Eine (Die 2.) mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zotzenbach mit einem Gehalt von 900 J4; dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Deckenbach mit einem Gehalt von 900 </&; mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Erlenbach mit einem Gehalt von 900 ; dem

Herrn Grasen von Erbach Erbach steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine (die 1.) Lchrerstelle an der evang. Schule zu Lützel-Wiebelsbach mit einem Gehalt von 900 J4; mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden; dem Herrn Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grasen von Erbach- Schönberg steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hahn, im Kreise Darmstadt, mit einem Gehalt yon 900

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. «orresponderrz -IBurea«.

Salzburg, 21. Juli. Se. Majestät der Deutsche Kaiser ist mittelst Separat- Hofzugs um 1 Uhr in Lend eingetrossen und von dem zahlreich versammelten Pub­likum vor dem Hotel Straubinger mit lebhaften Hochrufen begrüßt worden.

Gastein, 21. Juli. Kaiser Wilhelm ist heute Abend im besten Wohlsein cin- gctroffen. Weaen heftigen Regens betrat der Kaiser das Badeschloß nicht über die Freitreppe, sondern verließ den Wagen vor dem rückwärts belegenen Portale des Schlosses und begab sich in das Vestibüle, wo der Statthalter Graf Thun, Finanz­minister Szapary, Landeshauptmann Graf Chorinski und Bürgermeister Straubinger zur Begrüßung anwesend waren. Der Kaiser richtete an jeden Anwesenden huldvolle Worte. Die Kurkapelle intonirte die preußische Volkshmnne. Das zahlreich anwesende Publikum begrüßte den Kaiser mit enthusiastischen Kundgebungen. Der Kaiser erschien wiederholt am Fenster des Schlosses. Vor der evangelischen Kirche ist eine Ehren­pforte errichtet. Der Kurort ist reich beflaggt.

Dresden, 21. Juli. Der Kaiser dankte den Turnern für das Begrüßungs- Telegramm, welches ihm auf der Reise zugegangen, und sprach den Wunsch aus, daß das Turnen als Pflanzstätte der Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes sich weiter ent­wickeln und bewahren möge.

Berlin, 21. Juli. Die heutige Versammlung der strikenden Maurer beschloß, die Lohn - Eommission zu ermächtigen, mit einzelnen Meistern und Bauunternehmern zu verhandeln und bei solchen Meistern die Arbeit wieder aufzunehmen, welche in der Lohn-Eommission in genügender Form erklären, 50 H Stundenlohn zu zahlen und Samstags um 41/» Uhr Feierabend zn geben, so daß per Woche 59 Stunden gearbeitet, 60 bezahlt werden. Der Strike wird fortgesetzt, bis eine Versammlung sämnitlicher hiesiger Maurer denselben für beendet erklärt.

Den Abendblättern zufolge ist der Mörder der am 20. Mai im Hause Gneiscnaustraße todt aufgefundenen Frau Weber in der Person des Tischlergesellen Schlicht hier ermittelt worden.

Pesth, 21. Juli. Der Unterrichtsminister Trefort richtete an den siebenbürgi- schen Superintendenten Teutsch ein Schreiben, worin dargeleat wird, daß der Minister bezüglich des ungarischen Sprachunterrichts weder von der bisher verfolgten Richtung abweichen, noch einer Transaction die Hand bieten könne. Niemand bestreite die Nothwendigkeit einer zweisprachigen Bildung, dies beweise die Aufnahme der deutschen Sprache unter die obligaten Gegenstände der Mittelschulen. Andererseits erfordere das allgemeine Interesse die Verbreitung der Sprache der Gesetzgebung und Staatsver­waltung in den Schichten einer polyglotten Bevölkerung. Von einer Aechtung der deutschen Sprache sei keine Rede. Das Eintreten in einen innigeren Verkehr mit dem ungarischen Volke werde das beiderseitige Interesse fördern. Leider sei hierzu Seitens der Siebenbürger Sachsen wenig geschehen und die Ursache des unerfreulichen Zustandes liege in dem Erziehungssystem der sächsischen Jugend, welche, nachdem sie kaum die humanistischen Studien beendigt habe, nach dem Auslande geschickt werde, von wo die Jünglinge als Theologen und Lehramtscandidaten mit Ansichten und Tendenzen ge­sättigt heimkehren, welche znm Staatsinteresse im schroffsten Gegensätze stehen. Eine Abänderung dieses Erziehungssystems sei nothwendig. Die Ausbildung an ausländi­schen Universitäten solle nicht der Anfang, sondern der Abschluß akademischer Studien sein. Die fachwissenschaftliche Bildung müsse auf dem heimathlichen Boden erworben werden. Der Minister fordert den Superintendenten zur Errichtung einer theologisch­philosophischen Akademie auf und fagt hierzu die weitestgehende Unterstützung der Re­gierung zu.

Paris, 21. Juli. Das Marincminiflerium hat keine amtliche Mittheilung aus Porto yiooo bezüglich einer Invasion des Königs von Dahomey gegen die dortigen Dörfer. Die Informationen entstammen nur Privatcorrespondenzen und den vom französischen Consul in Lagos übermittelten gerüchtweisen "Nachrichten. Das Ministerium forderte von den Colonialbehörden Bericht ein, aber die mangelnde telegraphische Ver­bindung mit Guinea kann die Antwort verzögern.

Eine Depesche Courcy's aus Haiphong constatirt, daß in Tongking die Ruhe noch durch Banden gestört werde, welche im Norden und Westen des Deltas^ auf­treten. Courcy hofft, die neue Regierung in Hue werde einen glücklichen Einfluß aus die Situation ausüben. Ein Bataillon hält das Fort Dongheim besetzt, wodurch die Verbindungen zwischen den Banden in Thunyet und den Grenzprovinzen Tongkings abgeschnitten werden.

Eine Depesche des Maires von Ardes (Puydedomc) meldet eine bedeutende Explosion von Pulverkisten und Petroleumfässern. Die Zahl der Getödteten und Ver­letzten ist noch unbekannt.

London, 21. Juli. Das Oberhaus nahm in dritter Lesung die Bill behufs Errichtung eines Ministeriums in Schottland an.

Unterhaus. Morgan Lloyd fragt an, ob es wahr sei, daß Rußland, während es auf der Forderung, den Zulftkar-Paß betreffend, besteht, wirklich auf Meruschack abzielt find dementsprechende Propositionen beabsichtige. Churchill: Der jetzigen Re­gierung ist keine derartige Proposition gemacht, sie selbst beabsichtigt übrigens nicht, solche Proposition zu machen.

Petersburg, 21. Juli. Das Gesetzblatt veröffentlicht einen vom Kaiser ge­nehmigten Reichsrathsbeschluß, welcher Zahlungen in Coupons den zinstragenden staat­lichen und privaten Werthpapieren, deren Zahlungstermin noch nicht abgelaufen ist, ingleichen alle Geschäfte mit Coupons, deren Zinsenlauf nicht begonnen hat, unter­sagt. Dieser Beschluß erstreckt sich nicht auf die Zollzahlungen in Coupons der auf in Metallvaluta lautenden Procentpapiere. Die hierauf bezügliche bestehende Verord­nung bleibt intact.

Wie dieNordische Telegraphen-Agentur" meldet, lauten die Saatenberichte aus Livland und Kurland überwiegend ungünstig. Das Winterkorn und die Sommer­saaten litten fast überall durch die Dürre im Juni; in den letzten Tagen seien zwar Gewitterregen gefallen, aber gleichzeitig auch Hagel, welcher viel Schaden anrichtete.

Riga, 21. Juli. Ein gestern Nachmittag in der Baltischen Waggonfabrik ausgebrochenes Feuer richtete dortselbst großen Schaden an, äscherte an hundert umliegende kleine Holzhäuser ein und beschädigte die benachbarte Filiale der Gasanstalt.

Kairo, 21. Juli. Eine Depesche des Generals Chernside (in Suakim) meldet, die Aufständischen hätten am 15. und 16. Juni mit großer Macht die Vorstädte Kassalla's angegriffen, seien aber von der Garnison nach heftigem Kampfe zurückge­schlagen worden. Die Aufständischen verloren 3000 Todte. Tie Garnison erbeutete gegen 1000 Ochsen, ebensoviel Schafe und 700 Gewehre.

Bukarest, 21. Juli. Bratiano geht nicht nach Marienbad, sondern nach Aix- lcs-Bains.

Kairo, 21. Juli. DerBosphore" veröffentlicht einen Brief aus Berber von dem entwichenen Mechaniker Berti, welcher versichert, Olivier Pain befinde fick lebend in Berber.

Lokales.

Gießen, 22. Juli. Aus Dresden erhielten wir heute Vormittag die tele­graphische Mittheilung, daß bei dem Preisturncn auf den Mittelrhein sieben Preise gefallen sind. Stuttgart errang den ersten, Wiesbaden den zweiten und München den dritten Preis auf dem 6. deutschen Turnfest.

Am Montag den 20. d. Mts. beteiligte sich der hiesige Schützenverein an dem Haupt-, Preis- und Ritterschießen in Alsfeld und errang dabei den 1. Preise sowie 4 weitere Preise.

Gießen, 22. Juli. [XXXVIII. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Gießens Bei der 38. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner, welche von Mittwoch den 30. September bis Samstag den 3. October d. I. in Gießen stattfinden wird, haben für die einzelnen Sectionen die vorbereitenden Geschäfte übernommen:

1) für die pädagogische Herr Realgymnasial-Dircctor Nodnagel in Gießen.

2) für die orientalische Herr Professor Dr. Stade in Gießen.

3) für die deutsch-romanische Herren Professor Dr. Braune und Professor Dr. Birch-Hirschfeld in Gießen.

4) für die archäologische Herr Professor Dr. Oncke n zu Gießen.

5) für die philologische (kritisch-exegetische) Herr Gymnasialdirector Professor Dr. Schiller in Gießen.

6) für die mathematisch-naturwissenschaftliche Herr Professor Dr. Baltzcr in Gießen.

7) für die ncusprachliche Herr Professor Dr. Victor in Marburg.

8) für die neu zu gründende historische Section HerrProsessor Dr. Oncken in Gießen.

Programm. Dienstag den 29. September, Abends von 7 Uhr ab: Vereinigung zu gegenseitiger Begrüßung im Festlocal (Wenzel's Garten).

Mittwoch den 30. September, Vormittags 10 Uhr: Erste allgemeine Sitzung im Festlocale (Wenzel's Garten). Nach Schluß derselben: Constituirung der Sectionen in verschiedenen Räumen des Gymnasial- und Realgymnasial-Gebäudes. Nachmittags 3 Uhr: Festessen in Wenzel's Garten. Abends: Militärconcert und gesellige Ver- einigung im Locale des Gesellschafts-Vereins.

Donnerstag den 1. October, Vormittags 810 Uhr: Sectionssitzungen, 10Va Ubr: , Zweite allgemeine Sitzung, Mittagessen nach freier Vereinigung. Nachmittags: Fahrt nach der Ruine Schiffenberg. Abends 8 Uhr: Festball im Gesellschaftsverein.

Freitag den 2. October, Vormittags 810 Uhr: Sectionssitzungen, 10V2 Uhr: Dritte allgemeine Sitzung. Mittagessen nach freier Vereinigung. Nachmittags: Fahrt nach Wetzlar. Abends 8 Uhr: Festcommers, veranstaltet von der Stadt Gießen.

Samstag den 3. October, Vormittags 810 Uhr: Sectionssitzungen, 10Vr Uhrr Vierte allgemeine'Sitzung. Mittagessen und eventuell Nachmittags-Ausflüge nach ver­schiedenen Punkten der Umgegend in freier Vereinigung.

Die Bekanntmachung der Tagesordnung der Sitzungen n. s. w. erfolgt durch dasTageblatt" der Versammlung, welches täglich Morgens doh 810 Uhr auf dem Empfangs-Bureau und in den allgemeinen Sitzungen ausgegeben wird.

Bis jetzt sind folgende Vorträge angemeldet bezw. zugesagt:

a. für die allgemeinen Sitzungen: Herr Oberbibliothekar Dr. A. Dunckcr in Cassel: Ueber den gegenwärtigen Stand der Limesforschung (auf, ,An­suchen). Herr Professor Dr. Oncken in Gießen: Aus Julius Cäsars letzten Tagen (auf Ansuchen). Herr Oberlehrer Dr. P. (Sauer in Kiel: Wissenschaft und Schule in der Homer-Grammatik. Herr Oberlehrer Dr. Soltau in Zabcrn: lieber Catos Bedeutung für die römische Chronologie.

b. für die pädagogische Section auf Ansuchen: Herr Gymnasialdirector Dr. Hampke in Göttingen: Die Lehrerbildungsfrage. Herr Landwirth- 1 schafts-Schul-Director Dr. Matzat in Weilburg: Das Zeichnen im geo-^ graphischen Unterrichte.

c. für die philologische (kritisch-exegetische) Section: Herr Gymnasiallehrers Dr. Deutsch man n in Malmedy: Grundzüge der Entwicklung der accen-I tuirenden Poesie bei den Griechen. Herr Gymnasiallehrer Dr. Maurer in Mainz: lieber Soatc oXipj ?e cxiXy te Hom. Odyss. C 208 11. E 58.

d. für die mathematisch - naturwissenschaftliche Section: Herr Oberlehrer Dr. von Fischer-Benzon in Kiel: Die Behandlung der geometrischen 1 Constructionsaufgabe im Gymnasium.

e. für die archäologische Section auf Ansuchen: Herr Realgymnasial-Lehrer Dr. Jakob Keller in Mainz: Römische Inschriften und andere Funde in Mainz unter Vorzeigung von Abdrücken und Originalsunden.

Für die Mitglieder Versammlung wird eine Ausstellung folgender Lehrmittel veranstaltet werden:

a. von Lehrmitteln für den physikalischen Unterricht (1. Sammlung von etwa 100 neuen Apparaten aus allen Gebieten der Physik von Lisser und Benecke in Berlin; 2. Sammlung von Schulapparaten für die höhere Optik, specicll für Spektroskopie, Polarisation und Interferenz des natürlichen und des polarisirten Lichtes von Dr. Steeg und Reuter in Homburg) im Zeichensaale des Gymnasiums.

b. von Lehrmitteln für den geographischen Unterricht ) im Turnsaale

c. naturbeschreibenden Unterricht ) des Gymnasiums.