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Garantie der egyptischen Anleihe sei noch nicht durch die Ratification aller Mächte complctirt, kein Theil der besagten Anleihe sei bis jetzt erhoben. Bourke erklärt, über die Behandlung des Secretärs des britischen Consnls Finn durch die russischen Be­hörden habe die englische Regierung der russischen Lorstellungen gemacht und zugleich eine eingehende Untersuchung beantragt. Die russische Regierung hätte geantwortet sie habe Schritte zur Einleitung einer Untersuchung gethan, von Komaroff aber, er­fahren, daß der Secretär Finn's die russischen Behörden, nicht benachrichtigt hätte, daß er sich im Dienste eines Engländers befinde und daß die russischen Behörden vollen Grund gehabt hätten, den Secretär Finn's und seine Begleiter für verdächtig zu halten. , . _, . .

London, 16. Juli. DiePall Mall Gaz." sagt, es exrstrre feine Schwierig­keit hinsichtlich Zulfikars, welches längst an Afghanistan abgetreten sei. Die Frage sei lediglich, ob die Afghanen als Theil des Zulfikarpasses einen Landstrich reclamiren könnten, der im Norden von Zulfikar liege, nur Brunnen und Weiden enthalte, die anerkannt russisches Gebiet seien und welche abzutreten Herr v. Giers kurz vor dem Rücktritte Gladstone's rundweg abgelehnt habe. Rußland bestehe auf der Grenze, welche den ganzen Zulsikarpaß den Afghanen, die vom Zulfikarpasse ausgehende Straße aber den Russen lasse. Lord- Granville sei thöricht gewesen, daß er diesen Landstrich verlangt habe, von Salisbury würde es verbrecherisch sein, wenn er um dieses Land- sttichs willen einen Krieg führen wollte. DerGlobe" spricht sich mißbilligend über die allarmirenden Auslassungen einiger Morgenblätter aus. Durch die gestrigen Erklärungen Churchills im Unterhause seien dieselben nicht gerechtfertigt. In den Be- Besitz von Zulfikar dürfe Rußland gleichwohl nicht gelangen.

Paris, 16. Juli. General Conrcy telegraphirte von gestern aus Hne, daß die königliche Familie nach Hue zurückgekehrt sei. Ein Oheim von Tuduc, Dhoxnan, sei zum ersten Regenten designirt und der Regierungsrath aus früheren Ministern, An­hängern Frankreichs und mehreren Notabeln neugebildet. Das Kriegsministerium sei Ehampeaux anvertraut. Der neue Regent werde morgen eine Proclamation erlassen, worin allen Beamten von Anam und Tonkin vorgeschrieben wird, die Ruhe wieder­herzustellen und die französischen Truppen bei Bestrafung der Plünderer zu unterstützen. Thuyet befinde sich in der Eitadclle von Camlo mit nur 1500 Mann. Der Gesund­heitszustand sei ein guter.

Timla, 16. Juli. sReutermeldung.j Die englischen Hauptleute Bäte und Peacock sind in Herat eingettoffen und leisteten dem Wunsch der afghanischen Behörden, die Festungswerke zu inspiciren, Folge. Der Rest der Grenzcommisfion ist in größere Nähe von Herat herangerückt, um den Austausch von Nachrichten zu erleichtern.

Univerfität- - Chronik.

Der bisherige außerordentliche Professor an der Universität Leipzig, Dr. Ed. Meyer, ist zum ordentlichen Professor für alte Geschichte an der Universität Bres­lau ernannt.

Professor Brugsch, welcher vor wenigen Tagen aus Persien nach Berlin zurückgekehrt ist, ist augenblicklich damit beschäftigt, die von ihm mitgebrachten zahl­reichen wissenschaftlichen Schätze zu sichten und zu ordnen, um vielleicht schon in diesem Herbste ganz neue Beiträge zur persischen Literatur und Geschichte heraus- zugcben.

Der Verwaltungsdienst eines Professors der Hebammenschule in Würz­burg und derjenige des ersten Assistenten an der Entbindungsanstalt daselbst ist auf die Dauer von zwei Jahren dem Privatdocenten der medicinischen Fakultät der Uni­versität Würzburg, Dr. Wilh. Nieberding, übertragen.

Professor H. T Horb ecke in Heidelberg ist für das Fach der orientalischen Sprache nach Halle berufen, nachdem er kürzlich für dasselbe Fach auch nach München und zwar in erster Linie vorgeschlagen worden, wo jedoch die Regierung es vorzog, die Stelle mit einem einheimischen außerordentlichen Professor zu besetzen.

Lokale-.

Gießen, 17. Juni. Wie man uns mittheilt, nimmt die Reichsbanknebenstelle die älteren Reichskassenscheine vom Jahre 1874 (JL 5, 20 und 50) nur noch bis Montag in Zahlung an. Besitzer solcher Scheine verfehlen wir nicht hierauf aufmerksam^ zu machen.

Gießen, 17. Juli. Die gestern Abend im Saale des Ccff6 Leib stattgefundene Soiröe des Herrn M. R ö ßn er, Hofkünstler und Gedankenleser, war so ziemlich besucht jedoch nicht in dem Maße, wie wir es gerne im Interesse des Publikums wie auch des Herrn R ößner selbst gewünscht hätten. Die gebotenen Experimente waren überraschend. Das Auffinden der versteckten Stadel, das Aufsuchen einer gedachten Person, das Geisterklopfen, Lesen der Nummer einer Banknote u. s. f., alles mit verbundenen Augen und unter strenger Eontrole einer Anzahl Herren, darunter Gelehrte von Fach, waren ganz vorzüglich gegeben. Den Glanzpunkt der Soiröe bildete die »weite Ab- Iheilung, in welcher die Geheimnisse des grünen Hauses vorgeführt wurden. Mit gefesselten Armen, Beinen, Kopf und Brust experimentirte Herr Rößner hier die Wunder aller Wunder, welche hierorts noch nicht gesehen worden. Es' würde uns hier zu weit führen, alles ausführlicher zu erörtern; wir empfehlen vielmehr den Besuch der heutigen zweiten und letzten Soirse, welche Herr Rößner geben wird, damit sich recht viele Leser unseres Blattes an diesen wirklich gediegenen und überraschenden Leistungen einen Genuß verschaffen mögen.

Heute Vormittag 3/4ll Uhr rückte eine Batterie des XI. Artillerie-Regiments mit Musik ein. Unsere Regimentsmusik geleitete die Kameraden mit klingendem Spiel bis auf den Brandplatz, allwo die Geschütze Aufstellung fanden. Die Mannschaften beziehen für heute Qartier in hiesiger Stadt und rücken morgen nach dem Garnisons­orte Kassel weiter.

Verwischtes.

Darmstadt, 16. Juli. Als Geschenk für Seine Königliche Hoheit den Groß- herzog sind jüngst von Seiner Hoheit dem Fürsten von Bulgarien ein Edelhirsch, ein Edelthier und vier junge Wölfe aus Bulgarien mitgebracht worden. Das Edelwild wird in einem Großherzoglichen Park ausgesetzt werden.

Darmstadt, 13. Juli. In einem Wasserloch auf dem Ziegelbusch ist gestern der Ziegler Petri aus Wixhausen beim Baden erttunken. Am Scbulhausbau in der Victoriasttaße stürzte am Samstag ein schwerer Sockelstein herab und schlug einem Maurer den linken Unterschenkel ab. Der Verunglückte wurde in das städtische Hos­pital verbracht, ebenso ein Mann, der in der Heidelbergerstraße überfahren wurde und einen Beinbruch erlitt. Der Locomotivführer Jochem gerieth am Samstag zwischen die Puffer zweier Waggons und wurde so schwer verletzt, daß er kurz darauf in seiner Wohnung, wohin man ihn verbracht hatte, starb. Die Feuerwache sollte gestern probeweise allarmirt werden. Durch ein Mißverständniß wurde die Sache als Ernst angesehen und der Thürmer fing an zu stürmen. Der blinde Lärm rief einige Auflegung hervor.

Darmstadt. Der Regierungs-Baumeister Hoffmann aus Darmstadt, dessen in Gemeinschaft mit dem Architecten Dybwad entworfener Plan zum Reichsgerichtshause bei der Wettbewerbung den ersten Preis erhielt, ist mit der Bearbeitung des Bau­entwurfs beauftragt worden.

Marburg, 14. Juli. Vergangene Nacht wurde, wie wir hören, in der Wohn­ung des Herrn Professor Meyer am Krummbogenweg ein Diebstahl mittelst Auf- steigens auf den Balkon ausgeführt. Die nöthigen Leitern hatten sich die Diebe von dcm Hofe der benachbarten Nicolai'schen Wirtbschaft geholt und zusammengebunden, um ihr Ziel zu erreichen. Sie fanden die Balkonthür geöffnet und an derselben die Hose des im Zimmer schlafenden Wohnberrn hängen, aus derselben entnahmen sie ein Portemonnaie mit etwa 70 JL und von dem danebenstehenden Nachttisch eine werthvolle Uhr. Ihr Austritt soll ebenso unbemerkt wie ihr Eintritt stattgefunden haben, auch fehlt bis jetzt noch jede Spur, die zur Entdeckung der ungebetenen Gäste führen könnte. (£). Z.)

Mainz, 15. Juli.(Sin schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern Abend in eu ent Hause der Gonsenheimer Hohl zugetragen. Ein daselbst bedienstetes Mädchen - Anna Trost von Oberbrechen hatte schon öfter trotz aller Warnung, nm besseres Feuer im Herd zu erzielen, aus einem Krug Petroleum ins Feuer gegossen. Als .Kestern Abend das Mädchen abermals diese Unklugheit beging, explodirte der Petroleum­

krug mit einer heftigen Detonation und int Nu stand nicht allein die Küche, fonbern auch das Mädchen in hellen Flammen. Fürchterlich schreiend wollte die Unglückliche zuerst die Flammen ersticken, als dies aber nicht ging, sprang sic brennend in den Hof und stürzte sich in ein daselbst befindliches mit Wasser gefülltes Bassin, wodurch die Flammen allerdings erstickt wurden. Gerade in diesem Augenblick ging eine Ab- theilung Militär an dem Hause vorüber und stürzten die Solbaten sofort in baS Bassin und hoben das Mädchen aus dem Wasser. In Fetzen hing die Haut der Unglücklichen am Körper und auf einer sofort beschafften Tragbahre trugen die Soldaten das Mädchen in das Hospital. Tas Mädchen lebte heule Morgen noch, doch ist die Hälfte-ihres Körpers total verbrannt, so daß an eine Rettung schwer zu denken ist.

Aus dem Rheingatt, 13, Juli. Auf Grund eines im vorigen Jahre gefaßten Kreistagbeschlusses sollen nunmehr, wie derRh. K." meldet, in dem Rheingaukreise fünf Derpflegungsstationen für mittellose, Arbeit suchende Wanderer, nämlich zu Elt­ville, Rüdesheim, Lorch, St. Goarshausen und Braubach, ins Leben treten. Die Bürgermeister sind zu Vorstehern der Stationen ernannt worden und haben als solche eine genaue Eontrole über die für Verpflegung zu leistende Arbeit, ferner die Ueber- wachung des Stationshalters sowohl hinsichtlich der Verpflegung, als auch bezüglich der strengstens untersagten Verabreichung von Branntwein, endlich die Führung eines Eontrolbuchcs, in welchem Name, Gewerbe. Herkunft, Reiseziel, Arbeitsleistung und Art der Verpflegung einzuttagen sind, zu übernehmen. Reisende, welche noch im Besitze von Geldmitteln sind, namentlich aber die arbeitsscheuen Landstreicher, welche sofort verhaftet werden sollen, sind von der Verpflegung ausgeschlossen. An Sonn- und hohen Festtagen sollen die Reisenden nicht zum Wandern gezwungen, ihnen vielmehr die Möglichkeit zur Ruhe und zum Kirchenbesuche gewährt, aber dafür am Samstag oder Montag eine stärkere Arbeitsleistung zugemuthet werden. Die durch die Verpflegungs­stationen entstehenden Kosten roerben aus der Kreiskasse bestritten und dafür wtrd V»pEt. der Staatssteuer erhoben.

Frankfurt, 14. Juli. Schon wiederholt ist die Klage laut geworden, daß bisher »wischen Frankfurt und Bad-Nauheim keine Eisenbahnverbindttng existirt Hal, welche den dortigen Badegästen den Besuch der hiesigen Theater ermöglichte. Die beiden einzigen Abendzüge, welche seither in Nauheim anhielten, waren die Personenzüge, die Frankfurt um 8 Uhr 45 Min. und um 11 Uhr 10 Min. verlassen. Auf Eingabe der Badedireclion hat nunmehr die Eisenbahndirectioit Hannover aitgcorbiiet, daß der Nacht-Eourierzug der Main-Weserbahn Frankfurt-Berlin, der hier Abends 10 Uhr 55 Min. abfährt und Nauheim 11 Uhr 37 Min. passirt, vom 15. d. Mts. ab dort anhält.

Frankfurt, 13. Juli. [(SinAnarchist" itt einer Sachsenhänser Aepfclwein- wirthschaft.j Gestern Abend kam ein Schweizer in eine Heckenwirthschaft, schwadronirte. furchtbar und gab sich als Anarchist aus. Die Leute hörten anfangs gar nicht auf' sein einfältiges Geschwätz, als er aber behauptete, es sei ihm eine Kleinigkeit, eine Schule mit kleinen Kindern mittelst Dynamit in die Luft zu sprengen, erhob sich ein Sturm der Entrüstung; ein neben dem Schweizer sitzender biederer Sachsenhäuser er­hob sich und verabreichte dem Frechen rechts und links einen Denkzettel, dann zer- bläute ihn die Gesammtheit und warf ihn vor die Thüre; hier zog er ein Dolchmesser, weil er nach dem Rufe:In den Main mit ihm", befürchten mochte, man wolle ihn ertränken. Ein Schutzmann nahm denAnarchisten" jedoch in Empfang und brachte ihn aufs Revier. Der Schweizer war wohl die längste Zeit in Frankfurt.

Kaiserslautern, 14. Juli. Gestern Abend endigte der Streik der hiesigen Schreinergesellen damit, daß dieselben in den sutus quo ante ihren Brodgebcrn gegen­über eintreten.

Dresden, 14. Juli. Wie demBerl. ZagcblZ von hier tclegraphirt wird, ist heute früh Paul Schmidt, dcr Mörder der Wittwe Müller, Hierselbst hingerichtet worden.

Am nächsten Sonntag wird in Dresden das Turnfest seinen Anfang nehmen und noch immer liegt die Quartierfrage recht im Argen. Die Fürsorge für Beschaffung von Freiquartieren auf die Tauer von fünf Tagen erstreckt sich bis jetzt auf 12,300 Turner; es sind jedoch erst 645 Bürgerquartiere, 5358 Massenquartiere, die an Unternehmer gegen Gewährung von 1 JL pro Tag seitens des Festausschusses verdingt sind, und 2088 Massenquartiere in den Turnhallen und Schulen disponibel. Circa 4500 Turner, deren Anmeldung zu Freiquartieren erst nach Ablauf der Termine am 1. und 20. Juni erfolgte, sollen noch Berücksichtigung finden. Man hofft zur rechten Zeit noch die entgegenstehenden Schwierigkeiten, welche mit Unrecht ausschließlich der patriotischen Lauheit der Dresdener Bevölkerung zugeschrieben werden, zu beheben. Das sächsische Königspaar wird den Festzug am Sonntag den 19. ds. vom Balkon des Königlichen Schlosses aus in Augenschein nehmen und hat auch sein Erscheinen auf dem Festplatz um 4 Uhr Nachmittags zugesagt, um den allgemeinen Freiübungen beizuwohnen. Der Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha, welcher der Turnsache ebenfalls sehr zugethan ist, hat in einem Handschreiben an den Eentralausschuß seinem Bedauern Ausdruck verliehen, wegen Aufenthaltes im Auslande dcr ihm gewordenen Einladung nicht Folge leisten zu können.

In Apolda schlenderte am Nachmittag des vorigen Sonntags auf dem Trottoir eine robuste Dame einher, deren Rückseite eine riesige Tournürc zierte. Plötz­lich stürzte aus einer oberen (Stage ein zweijähriges Kind, das sich zu weit aus dem Fenster gebeugt hatte, herab, streifte den Rücken der Dame und kam förmlich auf die Tournüre zu liegen. Ein hintenbreingchenber Mann sprang hinzu unb ergriff bas Kinb, so baß bieses bas Pflaster gar nicht berührte. So ist bie vielgeschmäble Tour­nüre, bereu Lob nun in Apolba aus jebem Munbe erschallt, eine Lebensretterin ge­worben, wie bieMagb. Ztg." schreibt. (?)

Es liegt Grunb genug vor, das deutsche Publikum, welchevl im Jahre 188384 1,288,283 Klgr. unter der BezeichnungButter" (im Werthc von 1,756,982 aus den Vereinigten Staaten zugeführt wurden, vor dem Gebrauch amerikanischer Milchereiproducte zu warnen. Schreibt doch selbst die in Chicago erscheinendeIllinois Staats-Zeitung", welcher man gewiß keine Parteilichkeit gegen amerikanische Producte zuschreiben darf, in nachstehender drastischer Weise über den Gegenstand:Von Ver­folgungen und Besttafungen hört man hier in Amerika sehr luenig; aber daraus zu folgern, daß hier weniger Verfälschungen vorkämen, wäre thöricht. Es gibt ihrer hier in Masse, nur sind die Behörden und das Publikum gleichgiltig dagegen. Tie be­kannteste Verfälschung ist die Der Butter (unb bes Käses) burch gereinigten Rinbstalg, welchem man zu biefent Zwecke ben vornehmen 'Namen Cleomargarin gegeben hat, ober burch Schmalz von Schweinen, bie theils natürlichen, theils unnatürlichen Tobes gestorben finb, ober burch Oel aus Baumwollesamen. Diese Fälschung ist so allge­mein, daß es hier in Chicago beni einfachen Müffchen fast unmöglich geworden ist, wirkliche Kuhbutter zu bekommen. Denn diese wird von den Fälschern zu hohen Preisen aufgekauft, weil sie ihnen unentbehrlich ist, um der schmierigen Kunstbutter das Ansehen unb ben Geruch echter zu geben. Die bestechoice creamery-butter, welche im Kleinhandel xu haben ist, besteht aus höchstens 3 Theilen echter Butter unb 7 Theilen Rindstalg oder Schweinefett. Sie kostet den Spitzbuben, die sie machen, höchstens 22 Cents unb verkauft sich zu 36 Cents. Unb biete Spitzbuben sind keines­wegs blos in ber Stadt zu suchen, vielmehr wissen wir ganz genau, daß Hunderte von sogenannten ehrlichen Bauern sich den Talg und das Schmalz oxhoftweise kommen lassen, um sie gleich an Ort und Stelle mit berehrlichen Bauernbutter" zu ven'chmiereit.

Aus Ludwigshafen, 9. Juli, wird derN. B. L." geschrieben: Unter Beweggründen, wie sie in hiesiger Stadt wohl selten zu regiftriren sein Dürften, hat der bei ber Güterexpebition Ludwigshafen a. Rh. angestellte Obmann seine Entlassung aus dem Dienste ber Pfälzischen Eisenbahnen vom 1. August nächsthin ab nachgesucht unb erhalten. Seit Jahren als Schwärmer unb Anhänger bes Mormonenthums be­kannt, von roerbenben Heiligen bieser Secte öfters hcimgesucht, hat sich berfclbc ent­schlossen, seine sichere Stellung mit Verzicht seiner Ansprüche auf Pension aufzugeben, um mit Kind und Kegel in's gelobte Land Utha überzusiedeln. Daß derselbe vor Jahren seine Frau dazu vermocht halte, sich in kalter Februarnacht im Rheine taufen zu lassen, ist hier stadtbekannt. Der Umstand, daß dieselbe in Folge ber kühlen Douche nicht erkrankt ist, hat P. in seinem Glauben noch mehr bestärkt. Vorgesetzten unb guten Freunden, welche ben P. in wohlwollender Weise vor dem verhängnißvollen Schritte, seine Entlassung zu nehmen, warnten, hat er erwidert, daß er nur mehr in dem Lande leben könne, wo der Erlöser sichtbar auf Erden wandelt. Den Vertrag, zur kostenfreien Ueberfahrt nach Utha hat ber Glückliche für sich unb bie ©einigen be­reits in Händen.