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— [Sine Theaterscene.l Die „N. Züricher Ztg." berichtet: Neben den Abkommen der beiden klassischen Völker, welche die hiesigen Bildungsanstalten besuchen, frequentiren andere mit fast eben demselben Eiser das Floratheater. Einer dieser Herren, welcher die Vorstellung mehr mit dem Auge als mit den übrigen Sinnesorganen zu verfolgen schien, wurde vor einigen Tagen von der Seene aus von einem Schauspieler Schw. zum Anstande aufgefordert. Das sollte der Sittenrichter büßen; im Freitag Abend war's, anläßlich der Aufführung des „Gasparone", als Frl. P. und Herr Schw. im zweiten Akt das Duett: „Wenn noch kein Sternleiit wacht" mit »chmelzenden Tonen sangen, erhob sich plötzlich ein wüstes Pfeifen. Tie zahlreich anwesenden jungen Griechen und Italiener hatten sich mit den nöthigen Pfeif-Instrumenten versehen und führten einen Heidenlärm auf. Es wird Ruhe geboten. Vergebens, denn in diesem Montent fliegt ein volles Bierseidel auf die Bühne. Herr ^chio. beantwortet diese feindliche Bombe mit einem etwas wuchtigeren Geschoß, indem er einen Stuhl ergreift und in den Zuschauerraum schleudert. Tas ist das Zeichen zum allgemeinen Kampfe. Wilder Lärm erhebt sich, Biergläser fliegen sausend durch die Lun und platzen wie Bomben an den Brüstungen und Wänden, indem sie ihren Inhalt nach allen Seiten spritzen und klirrend ihre Splitter cntfenbcii. Der Vorhang fällt. Das Publikum der hinteren Plätze sucht der vorne postirten zwölf bis fünfzehn Ruhestörer Herr zu^werden. Umsonst. Diese verschanzen und verbarrikadiren sich hinter Tischen und Stühlen und eröffnen ein furchtbares Bombardement mit Stühlen, Biergläsern und anderen Wurfgeschossen, die in der griechischen Geschichte bis jetzt keine Rolle gespielt haben. Auf der Bühne und unter dem Publikum entsteht eine förmliche Panik. Die Damen flüchten sich schreiend nach allen Richtungen. Der anwesende Hottinger Polizist versuchte vergebens einzuschreiten. Einige Beherzte suchen umsonst die feste Stellung der Kämpfenden zu nehmen, werden aber zuruckgeschlagen. Der Boden des Theaterlokals bedeckt sich mit zerstreuten Glassplittern, zerbrochenen Stuhlbeinen :c., die Fenster klirren — so dauert die L-chlacht wohl eine Stunde, bis es endlich den in verstärkter Zahl anrückenden Polizeimannschaften gelingt, zwei der Stteiter zu verhaften und die Ruhe herzustellen. Etwa sechs Personen aus dem Publikum sind mehr oder minder erheblich verletzt worden, einer Person wurde durch ein mit Wucht geschleudertes Bierglas ein Ohr abgerissen, von den vielen Schrammen und Beulen, die es absetzte, nicht zu reden.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
7. Sonntag nach Trinitatis, 19. Juli.
Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nachmittags 2Vr Uhr: Pfarrer Schlosser.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.
_ ,, Katechismuslehre für die Mädchen, Vormittags 8 Uhr, in der Kirche, Pfarrer Schlosser.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 19. bis 25. Juli besorgt Pfarrer Dtngeldey.
Aür den Kirchenbaufonds sind In den Monaten April, Mai und Juni durch die Opferbüchsen in der Kirche weiter eingegangen: 28 11 Gesammtbetrag
ins letzt 6135 40
Katholische Gemeinde.
8. Sonntag nach Pfingsten.
Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Com- munwn. Um '/rlO UHr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Sakramentalische Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 9 Uhr.
Temperatur der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 17. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags.
Wasser 171/2°, Luft im Schatten 18°.
£. Ehr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.
Submission.
Nachstehende Arbeiten sollen mittelst Submission vergeben werden.
1. Zur Fundamentirung der
Schlachthaus-Anlage:
veranschl. zu Maurerarbeit Jl. 18635,64
Steinhauerarbeit „ 2135,62
Erdauffüllung (3 Loose) „ 17510,69
Chaussirarbeit „ 1082,88
Brunnenmacherarbeit „ 630,—
2. Zur Erbauung einer
Turnhalle:
veranschl. zu Maurerarbeit Jl 6922,15
Steinhauerarbeit „ 2371,17
Zimmerarbeit „ 3683,88
Dachdcckerarbeit „ 1247,33
Schreinerarbeit „ 2448,63
Schlosserarbeit „ 1060,20
Glaserarbeit „ 915,86
Spenglerarbeit „ 206,88
Weißbinderarbeit „ 755,73
Die Angebote für die bezüglichen Arbeiten sind bis spätestens Donnerstag den 23.1. Mts.,
Vormittags 10 Uhr, auf dem städtischen Baubureau, Gar- tenstraße 2, einzureichen, woselbst vorher in den üblichen Amtsstunden die einschlägigen Pläne, Voranschläge und Uebernahmsbedingungen offen liegen.
Gießen, den 17. Juli 1885.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 5241
Lieferung von Brennmaterial
für das Provinsialarrksthsus ju Gießen.
Die Lieferung von
800 Ctr. melirte Steinkohlen,
200 „ Anthracitkohlen und
20 Raummeter Tannenscheitholz für das hiesige Provinzialarresthaus soll im Submissionswege vergeben werden.
Offerten sind bis zum 1. August lf I. verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen bei dem Unterzeichneten einzureichen. Die Lieferungs-Bedingungen können täglich während der Bureaustunden auf der Canzlei der Staatsanwaltschaft (Justizgebäude Zimmer Nr. 44) eingesehen werden.
Gießen, am 16. Juli 1885.
Der Erste Staatsanwalt bei Großherzoglichem Landgericht der Provinz Oberhessen.
Zimmermann. 5219
Allgemeiner Anzeiger. Dungener landwirthschastliche Loose per Stück Mk. 1.—
stnv in der Expedition des „Gießener Anzeiger" zu haben. — (Ziehung: am 27. August 1885.)
Herren und Knaben Hemden Anfertigung nach Maß
auch in jeder Weite vorräthig, sowie Kragen, Manschetten, Hemden- Ginsätze, Vorhemden, Taschentücher, stets das Neuestem Shlipsen, Hosenträgern, Glaev- und Sommer-Handschuhen, empfiehlt zu billigen Preisen 2840
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Vorzug!. Exportbier
aus der Brauerei Löschhorn's Nachfolger in Frankfurt a. M., per Flasche 33 JPfy. frei in's Haus geliefert, empfiehlt
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4372____________________Stadt Cassel._____
Zurückgesetzte Kleiderstoffs
sowie Stoffreste
sind in meinem Laden zum Ausverkauf ausgelegt; ich empfehle solche zu außergewöhnlich billigen Preisen. 4727
____________________J. Eh. Retter. Adressbuch der Will Glessen
für 1885
Eremplare desselben sind ä 3 Mark in der Erpe- dition des „Gießener Anzeiger" zu haben.
Zur gefl. Beachtung.
Den geehrten Damen von Gießen und Umgegend bringe hierdurch zur Kenntniß, daß ich am 1. Juli d. I. einen
Cursus im Zuschneiden u. Anfertigen von Damenkleidern nach eigener praktischer Methode errichten werde.
Mein eifrigstes Bestreben wird es sein, meinen Schülerinnen die erforderlichen Kenntnisse in kurzer Zeit praktisch einzuprägen.
Anmeldungen werden von jetzt ab täglich entgegen genommen. Achtungsvoll
Frau Kalbfleisch, 4307 Grünbergerstraße 20.
NB. Für diejenigen Damen, welche selbst fertigen wollen, wird billigst zugeschnitten und eingerichtet.
Plakat-Fahrplan
aller auf Station Gießen ankommenden und abgehenden Züge für das Sommerhalbjahr 1885 ist in der Expedition ds. Bl. sowie durch die Zeitungsträger a 20 zu beziehen.
4559
5230
Großh. Ortsgericht.
Müller.
Der Pfandmeister. Horn.
Samstag drn 25. Mi,
Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsaericbt dir Grundstücke des Konrad Krausch Flur 1H/84 2100 Meter Acker am Krof- dorfer Weg,
* XXXI1/51 2138 Meter Wiese am Hegstrauch bei der Schwal- .... . c oachtschen Wiese, am Pfad, meiftbietenb versteigert werden
Gießen, den 19. Juni 1885.
Versteigerung.
Dienstag den 21. Juli l. IS., Nachmittags 2 Uhr, "erden im hiesigen Pfandlokal (Selters- weg)
4 Kleiderschränke, 4 Kommoden, 1 Sta"duhr, 1 Tisch 1 Eonsolschränk- djen, 2 Sopha s, 1 Wanduhr, 1 Kornrade nut Aufsatz, 1 Stoßkarren, 3 ?Wel, .1 Nahmaschine, 1 Regulator, 1 Dtzd. iilb. Kaffeelöffel, 1 Seeretär, 1 Oekonomtewagen, 1 Pferd, 1 Kuh und 2 Schweine
otfentHd) gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, am 17. Juli 1885.
Aeilgeöotenes.
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