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' Invalidität und zeitweilige Erwerbsunfähigkeit zu versichern. Leider seien aber seine darauf gerichteten Bemühungen bis jetzt nur insoweit von Erfolg gekrönt gewesen, daß die Landesbrandkasse einen gewissen Procentsatz der Brandversicherungsbeiträge für reit- iveilige Unterstützungen zugewiesen erhalten hätte, während das weitergehcnoe Lanoes- geßetz bis dahin noch Project sei. Vor der Halle waren die sämmtlichen Geräth- schaften der hiesigen Feuerwehr zur Besichtigung ausgestellt. Die neuen Saug- und Truckspritzen von Jauck in Dresden und die fahrbaren mechanischen Leitern von Magirus in Ulm waren Hanptgegeustände der Betrachtung. An die Versammlung schloß sich ein Ererciren der hiesigen Feuerwehr nach Berliner System auf dem ^>chloß- plmtze an, welches aus Uebungen mit den Spritzen, Haken- und freistehenden Leitern, foldie an einem eigens für das Fest errichteten Steigthurme bestand und von großem Beifall der Interessenten, sowie des zahlreich anwesenden Publikums begleitet war. Bei dem um 2 Uhr in der Stadthalle abgehaltenen Festessen toastirte ,Oberbürgermeister Dr. Dumont auf die hessischen Feuerwehren; Branddirector Pricken (Mainz) auf die Gäste; Feller (Lollar) auf die Mainzer Feuerwehr; Müller-Rentz (Frankfurt) auf den vaterländischen Sinn und die uneigennützige Opferfreude der Feuerwehren; Branddirector Scheuer (Wiesbaden) auf den Mainzer Stadtvorstand und dessen Oberbürgermeister. In dem Festzuge, der sich gegen 5 Uhr durch die Hauptstraßen bei- Stadt bewegte, waren einige 70 Feuerwehrabtheilungen mit etwa 12 Musikchören, sowie 5 hiesige ^urn- und Gesangvereine vertreten. Von den auswärtigen Wehren erregten die Offenbacher durch ihre große Anzahl, stramme Haltung und kleidsame Tracht das meiste Aufsehen. Das Fest beschließt heute Abend ein Ball in der Sradthalle, dem sich morgen eine Parthie nach Rüdesheim und dem Niederwalddenk- m®I anschließt.

Frankfurt a. M., 15. Juni, 6 UhrNachm. (Ein furchtbares Unwetter.) (Fin Unwetter, wie es seit Menschengedenken hier und in der Umgegend sich nicht er- eid nct, ging soeben über unsere Stadt und die^GemarkUng. Wie weit seine Aus­dehnung sich überhaupt bemißt, konnte bis zur Stunde, wo ich dies schreibe 6 Uhr Nichmittags natürlich nicht festgestellt werden. .

Es war einige Minuten nach 5 Uhr, als ich das Telephon verlretz. durch welches ich einen täglichen Depeschen-Verkehr mit derNeuen badischen Landeszeitung" in Mannheim erledige. Während sonst der Apparat ausgezeichnet functionirt, war mir heute während des einstündigen Gespräches ein rasselndes Geräusch aufgefallen, das tni-s dem Fernsprechapparat in kurzen Intervallen ertönte. Zugleich hoben die electrischen Klingeln, die unsere Redaction mit der Setzerei verbinden, aus und begannen von selbst zu klingeln. Diese Umstände ließen auf eine ungemein heftige Erregung der Electricität schließen. Windstöße fegten bald darauf über die Straßen, trieben Wolken Staubes ocr sich her und hüllten mit diesem Alles in ein undurchsichtiges graues Gemenge. B«ld aber sollte dasselbe» zerstieben vor einem furchtbaren Hagelwetter, das hernieder- pmsscltc und von Minute zu Minute an Stärke zunahm. Alles flüchtete in die nächsten Häuser und Läden, denn schon begannen unter dem wuchtigen Aufschlag der eierdicken Hagelkörner die Dachziegeln zu bersten und auf die Straßen zu poltern. Es sollen, soweit bis jetzt von hier und aus der nächsten Umgebung die Meldungen eingetroffen jtn.b, Unfälle aller Art vorgekommen sein. In der Stadt selbst bedeckten die Hagel­körner, die durchschnittlich 15 Gramm wogen, an manchen Stellen fußhoch die Straßen. Der Schaden ist ein unermeßlicher. Die Felder und Gärten in der ganzen Unigegend fin.b wie von vielen Tausenden Rosseshufen zerstampft, vernichtet mit ihnen die Hoff­nungen, die sich auf den erwarteten reichen Erntesegen gegründet. Die Bestürzung, zumal in den Kreisen der eifrig den Feld- und Gartenbau treibenden Sachsenhäuser, ist unbeschreiblich. Viele Pferde, die nicht schnell genug ausgeschirrt werden konnten, iviurden durch die Schmerzen, die ihnen der Hagelschlag verursachte, wie toll und räumten mit sammt dem Wagen in blinder Flucht davon. , Die Leitungsdrahte des Telegraphen und das Telephon sind an manchen stellen gerissen. Vom Lande erwartet nmn noch traurigere Meldungen. Ging dort der Hagelschlag mit solcher Wucht und so lange andauernd nieder, wie in der Stadt, so ist die Frucht verloren bis aus den lebten Halm. Die großen Kirschenanlagen bieten ein entsetzliches Bild der Zerstörung. Kärcht eine einzige Frucht ist an den Bäumen hängen geblieben

Jetzt scheint die Sonne wieder hell vom blauen Himmel und so ist Gelegenheit geboten, sich durch einen Gang ins Freie von den Verwüstungen zu überzeugen, die bas ungefähr 78 Minuten währende Unwetter angerichtet hat. Fürwahr, eme traurige Illustration dessen, daß nichts besteht, daß alles eitel, vergänglich!

Otto Fr. Koch.

Hagen. (Vorn Kaffeeklatsch in's Zuchthaus.) Die hiesige Strafkammer hat m ei Schwestern aus Schwelm zu je 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt, weil sie sich in eri chwerender Weise der Verleitung zum Meineide schuldig gemacht hatten. Dieselben

hatten häufig Kaffeevisiten gegeben und bei dieser Gelegenheit gegen einzelne Personen einen Hagel von Verleumdungen und Klatschereien los,gelassen. Dieserhalb verklagt, hatten sie durch allerhand Versprechungen und Verdächtigungen Zeugen gedungen, welche ihre unwahren Aussagungen bestätigen sollten, ja, in einzelnen Fällen hatten sie sogar die Personen mißhandelt, welche ein falsches Zeugnis; nicht abgeben wollten. Der Gerichtshof nahm deßhalb Veranlassung, auf das Unerhörte des Vorkommnisses aufmerksam zu machen und die Zeugen, welche sich in der Voruntersuchung vielfach widersprochen hatten, auf die Heiligkeit des Eides aufmerksam zu machen, da sie andern­falls eine ähnliche Strafe treffen würde.

Schiffsnachrichten.

Bremen, 15. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer America, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. Mai von Bremen abgegangen war, ist am 11. Juni wohlbehalten in Baltimore ange­kommen.

Bremen, 15. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Ems, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. Juni, von Bremen und am 4. Juni von Southampton abgegangen war, ist am 13. Juni^ 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 15. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Capt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 31. Mai von Bremen und am 2. Juni von Southampton abgegangen war, ist am 13. Juni, 3 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.

Handel und Verkehr.

Gießen, den 16. Juni. Auf dem heuUgen Markt kostete' Butter per Pfund X 0.750 90, Hühnereier pr. St. 50 H, Enteneier St. 56 Gänseeier 0000 Käse pr. Stück 49 Käsematte 23 H, Erbsen pr. Liter 24 <4, Linsen 32 Tauben per Paar 0,600,80 H, Hühner per Stück X 0.851.30, Hahnen pr. Stück X 0.801.50, Enten per Stück X 1-802.20, Ochsenfleisch per Pfund 6800 -H, Kuh- und Rindfleisch 5660 Schweinefleisch 5060 4, Hammelfleisch 6470 4. Kalbfleisch 5054 Kartoffeln per 100 Kilo X 4.004-50, Milch per Liter 1216 Zwiebeln ver Ceniner X 9.0010.00, Kirschen per Pfund X 0.350.40.

Frankfurt, 15. Juni. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 18,7519,00, fremder X 18,5019,00, Roggen eff. hies. X 15,5015,50, fremder X 15,25 15,75, Gerste effectio hiesige und Wetterauer X 17,0018,00, fremde X 18,0019,00, Hafer eff. hies. X 15,2515,50 fremder X 15,5016,00. Rüböl, eff. ohne Faß öies. in Partbien von 50 Ctr. X 29,00. Branntwein eff. ohne Faß X 39.

Frankfurt, 15. Juni. Der heutige Viebmarkt war stark befahren. Ange­trieben waren 414 Ochsen, ca. 14 Bullen, ca. 323 Kühe und Rinder, ca. 225 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X. 6465, 2. Qual.. X 5558, Kühe und Rinder 1. Qual. X 5458, 2. Qual. X 4851, Kälber 1. Qual. X 5660, 2. Quall X 4550 per 100 Pfund Schlachtgewicht.

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Temperatur der Lahn und der Luft

nach Reaumur gemessen am 16. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17V20, Luft im Schatten 16°.

L. Cshr. Rübs amen, Turn- und Schwimmlehrer.

Bekanntmachung.

Zufolge des Reichs-Gesetzes über bett Markenschutz vom 30. November 1874 sind seit Anfang Juli 1875 eine Anzahl von Warenzeichen bei unserem Register zur Anmeldung ge­langt, insbesondere von Interessenten aus der Tabakfabrikation. Wir bringen hierdurch zur Kenntniß der Bethei­ligten, daß mit Ablauf von zehn Jahren der dadurch erlangte Schutz erllischt, sofern nicht vorher Antrag auf Erneuerung gestellt wird; wir gelten anheim, bezügliche Anträge bei rmserer Gerichtsschreiberei zu stellen.

Gießen, den 11. Juni 1885. Großherzogliches Amtsgericht Gießen.

Müller. 4499

Heugras- Versteigerung.

Donnerstag den 18.1. M , to Vormittags um 10 Uhr, soll bas Heugras von den Gemeinde- Diesen zu Trohe an Ort u. Stelle mieiftbietend versteigert werden.

Trohe, am 16. Juni 1885. Großh. Bürgermeisterei Trohe.

Schwarz. 4493

Pfuhlfäffcr

siekls vorräthig bei

4« L. Mühlhausen.

Allgemeiner Anzeiger.

Heugras- Versteigerung. Donnerstag den 18 Juni, Vormittags gegen 11 Uhr, sollen unmittelbar nach der Verstei­gerung der Fürstlichen Wiesen ca. 6 Morgen Heugras der Weber'schen Ziegelwiese meistbietend versteigert werden.

Lich, den 15. Juni 1885 4485_______Weber, Apotheker.

Pferde- und Wagen- etc.

Kerfleigerung.

Dienstag den 23. d. Mts., Vormittags V2H Uhr, sollen im Großherzoglichen Hofmarstalle dahier 1 Reitpferd (Damenpferd) und 2 Fahrpferde, sowie Wagen, Pferde­geschirre, Sättel ic. 2C. öffentlich ver­steigert werden. 4487

Darmstadt, den 15. Juni 1885.

Großh. Hofmarstall-Amt. Frhr. vonRordeck zurRabenau.

Heugras- Versteigerung.

Freitag den 19. Juni d. I.,

Vormittags von 8 Uhr an, soll das Heugras von den Gemeinde­wiesen an Ort und Stelle versteigert werden.

Der Anfang ist in der Leimenkaute am Weg nach Großen-Bufeck.

Alten-Buseck, am 15. Juni 1885.

Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck.

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