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Grünberg, Nrj" MV Famen X 22.00, Ka

mus erniedrigen, wollte man aus demselben eine politische Partei machen und seine Sache an die einer irdischen Monarchie knüpfen.

England.

London, 7. November. Gras Hatzseldt ist heute Nachmittag in Dover eingetroffen und sofort nach London weitergereist.

In dem Kronprocesse gegen den Chef-Redacteur Stead von derPall Mall Gazette", den Officier der Heils-Armee Booth und zwei andere Angeklagte wegen Entführung der Elisa Armstrong ist nach zwölftägiger Verhandlung fol­gendes Edict der Geschworenen ergangen: Stead und Frau Jarrett sind schuldig, Booth und Jacques nichtschuldig. Das Urtheil wird erst gefällt, wenn die Ge­schworenen ihr Verbiet über den andern Gegenstand der Anklage, die anstößige Untersuchung der Elisa Armstrong, abgegeben haben.

Statten,

Nom, 7. November.Opinione" undRaffegna" billigen die Haltung der Regierung in der ostrumelischen Frage, die ohne unzweckmäßige Reserve ausschließlich auf die Aufrechthaltung des Friedens gerichtet ist.

Die Blätter melden, daß der für den 16. d. Mts, anberaumte Zu­sammentritt der Sanitäts-Conserenz bis auf Weiteres verschoben worden ist.

Gestern zählte man in der Stadt Palermo 4 Cholera-Todte.

Spanien.

SRabtib, 7. November. Bei dem Putsch in Cartagena in Spanien sind 16 der Anstifter verhaftet worden. Ihre Absicht scheint gewesen zu sein, die Sträflinge, welche im Arsenal beschäftigt werden, 2500 an der Zahl, zu befreien und die Verwirrung zu benutzen, um ein Pronunciamento zu Stande zu bringen. Correo meint, die ganze Sache gehe von den Sendboten und Hetz- predtgern Zorilla's aus. So weit also ist es mit dem einst so gefeierten Frei­heits-Apostel gekommen, daß er die Kerker öffnen läßt und feine Genoffen in den Reihen von Zuchthäuslern und Verbrechern sucht.

Infantin Eulalia, die jüngste Schwester König Alfonso's von Spanien, wird sich im nächsten Frühjahre mit dem Jnfanten Antonio Maria, dem einzi­gen Sohne des Herzogs von Montpensier, vermählen. Der König, dessen Zu­stand zu ernster Beforgniß Anlaß zu geben scheint, soll die Absicht haben, sich für einige Zeit nach San Lucar, bei Sevilla, zum Herzog von Montpensier zu begeben.

Konstantinopel, 8. November. Die gestrige Sitzung der Botschafter - Con- ferenz wahrte 2 /2 Stunden, lieber den Verlaus derselben ist noch nichts bekannt, worden uf^tar *ft $um Ober - Kommissar für Egypten ernannt

Kalkutta, 8. November. sTelegramm des Reuter'schen Bureaus.) Nach hier ^* l *?e0JJT®n7(,n Nachrichten aus Mandalay zufolge berief der König von Birma sofort fnr?,nh n <r® Pfsn9 Aschen Ultimatums den Ministerrath und fragte am sben?%Tnfd)Xn Jtnb französischen Consul um Rath. Diese rietben - Annahme der britischen Forderungen. König Thibau berief mehrere Generäle halten bcnicIbcn' 1UV einen wahrscheinlichen Kampf bereit zu

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. «orrespondruz-Bureau.

_ HEburg, 8 November. Der Hamburgischen Börsenhalle" wird aus Hoga- ?'iclSud chweden) telegraphirt daß der Hamburger DampferViola", welcher am 5. dss. Mts. von Hamburg nach Gefle abging, heute Vormittag bei Kullenlöck ge­strandet ist. ö

Kopenhagen, 8. November. Auf einem gestern Abend zu Ehren des Minister­präsidenten Estrup von dem hiesigen Wähler- und Arbeiterverein der Rechten veran­stalteten Banket, welchem sämmtliche Minister beiwohnten, sagte Estrup in seiner Rede das Ministerium wolle, wie die Partei der Rechten, das constitutioiielle Königtbum' den freien König über dem freien Volke, entsprechend der Verfassung, aufrechthalten' Zone, der gegenwärtige Kampf werde bald aufhören und die Diskussion äu einer Verständigung in Betreff der großen Legislaturarbeiten fuhren.

8-November. Ein Artikel desJournal des Debats" tadelt die Politik Lord Salisbury's lebhaft, welcher den Krieg im Orient zu entfesseln wage, und glaubt, daß dw Wiederherstellung des Status quo ante, wie Rußland vorgeschlagen, das Llnjlge Mittel sei, um Complicationen vorzubeugen. 8 '

Vermischte».

........®- N°°-mber. Der Schuhmacher Herbst ist nun bei der gestrigen Con- s mb?r, J3 *#!"*" ltrter 'M Abort des Wirthshauseszum Täubchen"

^CocCormml diejenige Person wiedererkannt worden, an TÄftVnv August (dem Tage des Mordes) verkaufte, wie sie denn auch bre nasche selbst als die von ihr gekaufte wredererkennt. Die Verkäuferin hatte ,7n n D-rkausss^nd und gerade am letzten Tage der Mess- hat Herbst die Tasche daselbst gekauft. Herbst scheint gerade die Messe gewählt zu haben, um sicher zu sein, daß er von Niemand erkannt würde; er gerieth aber gerade zu einer Verkäuferin welche eine Mainzerin ist. Herbst leugnet natürlich auch das und behauptet, daß sich die Frau im Jrrthum befände.

Mainz, 5. November. In der hiesiaen Garnison und zwar bei dem 88. Jnf.- Regiment, dient soeben em Soldat seine 3 Jahre Dienstzeit ab, welcher speciell aus Jiihien gekommen ist, um ferner Militärpflicht Genüge zu leisten. Der Vater des lungen Mannes ist ein Kurhesse, der in Indien ein bedeutendes Exportgeschäft besitzt. Der Mann ist aber ein solcher Verehrer des Deutschen Reiches, daß er feinen Sohn veranlaßte sem Geschäft zu verlassen und leiner Heerespflicht in Deutschland und zwar rn einem kurhessischen Regiment, Genüge zu leisten. Ein hiesiger Bankier sorgt dafür, daß m der Kaste des jungen Mannes keine Ebbe entsteht.

E1 ± sGegeu die Verschleppung von Kinderkrankheiten.) Gegenüber dcn stark auftretenden Masern, und Keuchhusten-Epidemien in einzelnen Gemeinden des Oden- waldes hat der Großh- Kreisarzt Dr. Langheinz eine Bekanntmachung an die Orts- vorstande und Lehrer erlaßen, worin die nothwendigen Vorsichtsmaßregeln gegen ^btschleppung dieser Krankheiten empfohlen werden. Dahin gehört in erster Linie der unnothlge Krankenbesuch lediglich zum Zweck der Schwatzerei, ferner erscheint es ormgend geboten, sobald ein Masernfall in einem Hause constatirt ist, die Kinder vom.,tSchulbefuche abzuhalten und so die Bildung größerer Krankheitsherde zu

Sil Wittenberg ist mau jetzt mit einer Ernt- beschäftigt, wie sic wohl in solchem Umfange kaum sonst noch vorkomnit. Es handelt sich um die Ein- bringung von Maiblumenkeim, deren Kultur, begünstigt von dem eigenthümlichen, feuchten Boden auf der Nordossieite der vtadt, eine lohnende Sp-cialität von Witten- berg geworden ist Gebrüder Sichler, die hervorragendsten Maiblumenzüchter, haben fetzt einen Bestand von 5 Morgen Maiblumen und ihre Ernte, von der sie bereits 2 Rollwagenladungen versandt haben, wird in diesem Jahre, das der Kultur besonders günstig gewesen ist, auf !</, Millionen blühbarer Keime und 1 Million Vermehrnnas- fetme jur Anlage neuer Kulturen geschätzt. Die Matblunicnkcime verlangen eine zwci- fahrige Kultur und gelangen erst im dritten Jahre zur Blüthc; und eben diese blüh- baren Keime gelangen zum Versandt, zunächst nach den Centralstellen Berlin, Leipzig und Görlitz von wo st- in all- Welt namentlich nach England und Rußland gehen, jchmück^i" 3Bci6nac6t5tlto "icher und armer Leute mit der duftigen Frühlingsblume , . ®°8I.lar Der königliche Landrath unseres Kreises erläßt in-berGos-

Kreiszeitung folgende beachtungswerthe Bekanntmachung:Schon seit längerer Zeit wird in hiesiger Gegend ein Kräuterthee aus sogenannter Homerignapflanze ver­kauft, welcher em untrügliches Mittel gegen Lungenschwindsucht sein soll. Der Ver- ^ai[J . vc erfolgt m Packeten von 60 Gramm zu einem Preise von 2.50 JL unb dabei wird den Käufern nur dann günstige Wirkung, bezw. Heilung versprochen, ie wenigstens 20 solcher Packele verbrauchen, d. h. mit anderen Worten dem Händler etwa 50 zugewandt haben werden. DieHomerianapflanze soll ans Sibirien stammen, wahrend die angestellten Untersuchungen ergeben haben, daß diese seltene welthergeholte Pflanze nichts anders als der^ bekannte, auch hier häufig vorkommende

1 ri o. ex«$,n: jt, /Tif , - <. .i ' f.est, P^eEete einen Werth von höchstens 10 $ haben. Indem ich Gelegenheit nehme, auf diesen Schwindel aufmerksm zu machen, bemerke ich, daß Proben dieses Thee's, sowie ärztliche Gutachten über den­selben auf dem Landrathsamt eingesehen werden können."

w r^a£)tn. llebeF brci Opfer des Schnapsteufels berichtet derAach. Anz.": Aui Samstag Vormittag wurden zwei hiesige Kaufleute von vier Eckenstehern ange- prochen, etwas zu tractiren. Die ganze Gesellschaft begab sich hierauf in eine Wirth- Alexanherstraße, und die Vier fingen dort an, den Fusel, sog.Aachener Wachholder aus Leeichten Zweizehntel - Litergläsern, in denen sonst Bier verzapft wwd, zu trinken. @Cgen Mittag kamen noch zwei Bunimler und sprachen den herum­gehenden Glajein stark zu. Ein und eine halbe Stunde später wurde einer von den k gekommenen bereits todt in der Hinzengasse ausgesiinden, der andere

sollte kurze Zeit darauf m s Spital geschafft werden, starb jedoch schon auf dem Wege dalstn. Von den vier Eckenstehern erlag einer am Sonntag Vormittag halb 11 Uhr ber mtoJolDergiftung m ferner Wohnung, einem elenden Dachstübchen in der Sand- kaulstraße, das als gesarnrntes Meublement nur einen Bund Stroh und eine Decke °ufwtts Alle drei Leichen wurden nach dem Leichenhause geschafft und dort obducirt. Die Behörde har die Sache in die Hand genommen.

er Cätk l?cr Name.) In einem jungen Hausstande kehrte dieser Tage

Kbor ileI reuiger em, als er eigentlich sollte und - durfte. Das kleine

l ba5 a?c!n®0r®c bcr ®5frn zum Trotz so munter in die Welt hineinschaute, hatte Mama und Papa tn arge Verlegenheit gesetzt. Vor allen Dingen stritten sich

Rußland.

Petersburg, 6. November. DasJournal de St. Petersbourg" schreibt zu den letzten Depeschen derAgenee Havas" aus Sofia über die künftige Haltung der Conferenz und die Pläne Rußlands: Die Raisonnements über die Art, wie Bul­garien sich zu den Ermahnungen der Botschafter verhalte und seine Taschenspielereien mit dem geschriebenen Recht wären nicht vorgekommen, wenn nicht das WortRevo­lution" in gewissen Ländern einen wunderbaren Eindruck hervorgebracht und man nicht dort vielfach der Ansicht wäre, Bulgarien habe die Revolution gemacht, folglich müsse man sich beugen. Es sei aber ein wesentlicher Unterschied zu machen. Der Grundsatz des modernen öffentlichen Rechts, daß keine Regierung interuenire, wenn eine Nation ihre Regierungsform ändere, sei auf den jetzigen Fall nicht anwendbar, denn Fürst Alexander und die Revolutionäre in Sofia seien dabei nicht stehen ge­blieben, sondern hätten die Hand auf Länder gelegt, die nicht zu Bulgarien gehören und so die Bestimmung des Londoner Protokolls vom Jahre 1871 verletzt, welches den Signatarmächten ausdrücklich untersagt, an den internationalen Verträgen zu rühren.- Wenn diese Bestimmung für jede Signatarmacht obligatorisch ist, so sei dies mit noch stärkerem Grunde der Fall für Vasallen und Untertanen einer derselben. Was die Erwägung der Opportunität anbelangt, zu deren beredtem Vertheidiger dasJournal des Debats" sich aufwerfe, indem es Rußland mit Bitterkeit angreife, so bleibe, da die Union ohne eine Entfesselung der ganzen orientalischen Frage unmöglich ist, nur die Nückkebr zum Status quo ante übrig; jedoch könne das rumelische Statut, da es keinen Theil des Berliner Vertrages bilde, durch eine europäische Commission revidirt werden. DasJournal de St. Petersbourg" citirt darauf einen Artikel desJournal des Debats" über die Mängel des Statuts und sagt, die Viehrzahl der Mächte sei bereit, die Nothwendigkeit des Status quo ante als dringend anzuerkennen.Wir hoffen", schließt das officiöse Blatt,daß Einstimmigkeit sich in gleicher Richtung auf der Con­ferenz in Konstantinopel betätigen wird."

Eine Correspondenz desRegierungsanzeigers" aus Sofia commentirt das ablehnende Verhalten des Fürsten von Bulgarien und seines Ministeriums gegenüber den Mahnungen Rußlands anläßlich der Revolution in Philippopel, und constatirt - der Metropolit Clemens die von dem russischen Kaiser an die bulgarische Depu­tation in Fredensborg gerichteten Worte unrichtig nach Hause übermittelt hätte, indem er gemeldet,der Kaiser Rußlands hätte die Hoffnung ausgesprochen, daß die frühere Ordnung der Dinge nicht wieder in Bulgarien eingeführt werde." Der russische Ver­treter in Sofia habe den authentischen Wortlaut der Auslassung des Czaren wieder Herstellen müssen. Ferner behauptet die Correspondenz, die bulgarische Negierung ver­heimliche systematisch die wahre Stellungnahme der öffentlichen Meinung Europas gegenüber Bulgarien.

Griechenland.

Athen, 7. November. Delyannis kündigte der Kammer die Einbrinq« ung einer National-Anleihe an. Der König drückte gegenüber der Adreß. Deputation seine Befriedigung über den 'Patriotismus der Hellenen und den von der Kammer der Regierung geleisteten Beistand aus.

Türkei.

m Konstantinopel, 7. November. Die Conserenz-Mächts wünschen die Bestellung von Secretären im Conferenz-Bureau. Gegenwärtig besteht dasselbe aus dem Generalsecretär des äußeren Ministeriums, Noum Effendi, oem fran> zösischen Botschaftsrathe Hanotaus, dem Adjutanten Zufluss Trankobey

Lokale».

N°°ember tDamenabcnd des Kaufmännischen Vereins.j Der Kaufmännische Verein hier bat. dem Beispiele anderer Städte folgend, für feine Mit- ablenbrebi,fierid)tetOnntl,9at,C"bCn $BinterS cinen gemiithlichen Damen- resp. Familien- rfr.,ir5)rl'toon diese Einrichtung für hiesige Verhältnisse neu ist und manchem Bor- i;e0e,rnC(xUÄ begegnen wird, sand die Eröffnung dieser Abend-

gestern tmCafä Schwmn doch unter ziemlich starker Betheiligung Seitens Damen murh^rfp? ^ic,DcrW^cnfeitifle Abwechselung, die in der Unterhaltung geboten Teilnehmer die stunden rasch verschwinden und herrschte zum Schlüsse "e stimme ob der schonen und zweckmäßigen Einrichtung. Solche sollen vor­läufig jeben Sonntag Abend in oben erwähntem Lokale stattfinden und steht iu er- SOl96 b^ Verlaufs und der allseitig günstigen Beurtheilung des ersten Abends eine wachsende Bethelligung stattfinden wird.

r,orsta^ä^^?E6rüßen diese Einrichtung und erkennen das Vorgehen des Vereins- ols im Jn ere se des Vereins, billigend an. Zweifelsohne wird solches auf 6 gesellschaftllchen Lebens wohlthuend wirken und dem Vereine neue Freunde und Gönner zufuhren.

9- Eine Anzahl junger Bürschchen aus Krofdorf und

Rekruten an den Bahnhof begleitet hatten und dabei dem herzlichen Abschied durch das nöthige Trinken Ausdruck gegeben, ver- Nachmittags IN der Neustadt dahier zu verschiedenen Malen Ruhe- sm ?JC,e?e' ^"bei ein hiesiger lunger Mensch von einem Krofdorf-r nhoben C nC§ ^"gels geschlagen und am Kopfe bedeutend verletzt wurde. Anzeige ist crr,iri1irT W in verschiedenen Polizeiblättem seit April d. I. von den Behörden zu ^urg, Nürnberg, Frankenthal und Gottmgen wegen Diebstahl, Betrugs und Ur- kundenfälschung ausgeschriebener Kellner und Colporteur aus Bellensee ist am Samstag durch die ^chutzmamischaft dahier verhaftet, nachdem er im Laufe der letzten Tage aui den verschiedensten Restaurationen hinausgefuhrwerkt worden.

Mas im Gießener Monlag den 16.

von Vormilto lollen im Gießener DiM sJleul)ege jjn Kmtr. ftn Mel 54 3( wersteignf werben.

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Gießen, den 9.5 'Großherzogl. Bürgt _ A. Br Mwsch d, ;

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