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Aus ihrer Tournüre prangte ein riesiger Rettig. (Militärische Mitthcilungen.) Die franz

armuth, Altersschwäche. Bei den 4 Kindern zwischen dem 2. und 10. Lebensjahre war Todesursache: Masern zweimal, Halsbräune (Group), Verschwärung des Knie­gelenks je einmal.

gegen war.

Der preußische Kriegsminister bat in Sachen der Vergebung von Arbeiten des MilitärfiSkus folgende Entscheidung an die Tischler-Innung in Glogan ergehen lassen. Dieselbe hatte sich in einer Eingabe darüber beschwert, daß bei einer öffentlichen Aus­schreibung von Tischlerarbeiten für einen dortigen Neubau der Militärverwaltung der Zuschlag einem größeren Unternehmer ertheilt worden sei, und gebeten, die Angebote der Handwerksmeister auch dann zu berücksichtigen, wenn sie höher seien als solche von Unternehmern. Der Kriegsminister hat zwar die Anerkennung des letzteren Grund­satzes nicht mit den Interessen des FiSkuS vereinbar gefunden, aber angeordnet, daß in Rücksicht auf die von der StaatSregicrung verfolgte Förderung deS Handwerker­standes und insbesondere deS JnnungSwcsenS bei Ausschreibungen von Arbeiten, die ihrer Natur gemäß am Orte auSgeführt werden, die Angebote von Innungen als solchen, oder von InnungSmeistcrn thunlichste Berücksichtigung erfahren sollen.

Ein hübsches Geschtcktchcn circulirt gegenwärtig in Leipzig. Eine Gesell­schaft Studenten hatte eine VergnügungStour nach Stötteritz unternommen, wo einer derselben im Garten eine Kanonenkugel liegen sah, die noch auS der Völkerschlacht bet Leipzig herrührtc und auSgeackert worden war. Der Wirth ließ sich willig finden, ihm dieselbe zu verkaufen. Auf dem Heimwege nach Leipzig in nächtlicher Stunde wurde die schwere Kugel abwechselnd von einem der Gesellschaft nach dem andern ge­tragen, biS sie schließlich beim AuScinandergehen in der Hand deS Eigenthümers ver­blieb. Da wollte ein unglücklicher' Zufall, daß in der Nähe der Ersten Bürgerschule,

Universität- - Ehrouik.

- Professor Schmarsow in Göttingen, welcher vor Kurzem die Berufung an die Hochschule zu Aachen abgelehnt, hat einen Ruf als ordentlicher Profesfor der Kunst­geschichte nach Breslau erhalten.

Professor Max Müller in Oxford ist von seinen Aerzten für mehrere Monate vollständige Enthaltung von geistiger Thätigkeit empfohlen worden. Er wtrd sich demnach zuerst nach der Schweiz und alsdann nach dem südlichen Europa begeben, und dürfte kaum vor Anfang nächsten Jahres nach England zurückkehren.

gen Jahren; denn gedruckt wird allem Anscheine nach so bald noch keine czechische Banknote. ,

Die in Paris aus Spanien eingehenden Nachrichten lauten leider mit jedem Tage schlimmer, nicht nur was die Anzahl der Cholera- Erkrankungen anbetrifft, sondern auch in Bezug auf die örtliche Ausdehnung der Seuche, die langsam, aber stetig nach allen Seiten um sich greift. Bereits sind drei an Frankreich angrenzende Departements von chr befallen worden, und die Besorgniß scheint daher nicht ungegründet, daß sie bald genug die Grenze überschreiten wird. Allerdings zeigt die Cholera in ihrem diesjährigen Auftreten gegen sonst eine ganz erhebliche Verschiedenheit, und zwar glücklicherweise eine vortheilhaste. Sonst wurde sie meist durch flüchtende Reisende oft nach weit entlegenen Orten verschleppt, wie man denn tm vorigen Jahre sehr oft hören konnte, daß eine aus Toulon ooer Marseille abgereiste Person kurz nach ihrem Eintreffen in einem fernentlegenen Orte von der Cholera ergriffen wurde, deren Keim sie offenbar mitgebracht hatte. Trotzdem nun in diesem Jahre große Maffen von Spaniern aus ihrem Vaterlande, namentlich nach Frankreich und der Schweiz, geflüchtet sind, so ist doch noch kein einziger derartiger Fall be­kannt geworden, und es gewinnt daher den Anschein, als ob beim Verlassen des Seuchenherdes der Krankheitsstoff in diesem zurückbleibe. Ob das zu­treffend ist und wodurch es etwa bedingt wird, würde von Männern der Wissenschaft festzustellen sein, sicher wird aber durch die verminderte Ver- breitungssähigkeit die Hoffnung bestärkt, daß wenigstens in Paris die kalte Jahreszeit eingetreten sein wird, ehe sich die Cholera bis dahin durch- aesressen hat. Den Spaniern ist damit allerdings nur wenig geholfen, denn sie selbst haben wenig Aussicht, die Seuche in kurzer Zeit loüzuwerden.

Lokale».

G. (Kietzen, 5. August. (Sterblichkeit in Gießen.) Die Sterblichkeit war während der Woche vom 26. Juli bis 1. August eine erheblich höhere, als in der vorauSgegangenen Woche. ES ereigneten sich im Ganzen 11 Todesfälle, davon 4 bei Kindern. Von den 7 erwachsenen Personen starben 2 an organischer Herzkrankheit, Je eine an Bronchienentzündung, Lungenschwindsucht, eingeklemmtem Bruch, Blut-

........... OWJ ___französische Feldartillerie hat außer den 5- und 7-Centimeter gezogenen bronccnen Hinterladern noch die gefütterten und ge­zogenen Hinterlader aus Stahl von 80, 90 und 95 Millimeter, von Bange bczw. Lahitolle zusammengesetzt, in Verwendung. Diese beiden letzteren Gcschützarten sollten das endgiltige KriegSgcräth der französischen Fcldartillerie bilden, da man den schwächeren Kalibern eine zu geringe Wirkung beimaß und zudem ein Geschütz besitzen wollte^ welches den deutschen Feldgeschützen im Kaliber weit überlegen war. Die mit den Geschützen von Lahitolle angestellten Versuche scheinen aber von vornherein den gehegten Erwartungen nicht entsprochen zu haben; sie wurden für den Feldgebrauch zu schwer befunden und man glaubte sich damit helfen zu können, daß man für jedes Armee­korps 2 PositionS-Battericn zu je 6 Geschützen in Aussicht nahm, welche mit 95 Milli­meter-Kanonen ausgerüstet werden sollten. DaS Blatt scheint sich aber jetzt gewendet xu haben, denn derProgrdS militaire" bezeichnet in seiner Nummer vom 15. v. M. die 95 Millimeter-Kanone von Lahitolle als eine Schöpfung, welche zu den unglück­lichsten gezählt werden müsse. Dieses Geschütz, welches eine Granate von empfindlicher und mangelhafter Zusammensetzung feuert, ist wegen seiner zu großen Schwere für den Feldgebrauch (auch als Geschütz der Positionsbatterien) aus den französischen Batterien nach und nach entfernt und den Belagerungsparks überwiesen worden. Nichtsdesto­weniger hat inan, wie derProgrbs" schreibt, sehr zu Unrecht, einige Stücke nach Tongking gesandt, wo ihre geringe Beweglichkeit sie verhindert hat, irgend welche Dienste xu leisten. Außerdem hat dieses Geschütz, trotz eines unleugbaren ballistischen Werthes, den schweren Nachtheil, daß cs nicht hinreichend gegen daS Lockerwerden und Lösen des Verschlusses geschützt ist. Demzufolge haben bei den in den letzten Jahren mit diesem Geschütz auSgeführtcn Schießübungen mehrfache Unglücksfälle stattgesundcn. Um die Wiederholung von dergleichen zu vermeiden, sind diese Geschütze fast vollständig aus den Schicßschulen entfernt worden. Das Mittel ist unzweifelhaft sicher, man mochte cS aber als ungenügend beseitigen. Besser wäre es gewesen, mit den erforderlichen

Vorsichtsmaßregeln die Schießübungen fortzufetzen, bis eS gelang, die Mängel der Bauart deS Rohres und der Geschosse zu beseitigen, damit bie Kanoniere, dieses mächtige Geschütz vor dem Feinde zu gebrauchen, eine vollständige Sicherheit erlangen. Diese Auslassung deSProgröS militaire" hat wenig Zuverlässiges und es gewinnt den Anschein, als habe man sich mit der Einstellung der 95 Millimeter-Kanone Lahitolle in die Artillerie ein wenig übereilt- solche übereilten Versuche kosten aber bekanntlich viel Geld, zumal sie bald wieder durch neue verdrängt zu werden pflegen. (K. Z.)

Wahn, 2. August. Gestern Vormittag 11 Uhr ist die Patronenbude der bei Lind aus der Höhe gelegenen Dynamitsabrik in die Lust geflogen. Zwei in derselben beschäftigte Arbeiter, von denen der eine in Wahn, der andere in Spich wohnte, wurden dabei gctödtet. lieber den Vorgang der Explosion kann noch nichts Be- stinnnteS angegeben werden, da außer den beiden Verunglückten Niemand dabei zu-

Telegraphische Depeschen.

Wolff'- telegr. Lorrespondenz. Bureau.

Bad Gastein, 4. August. Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern I Abend eine Spazierfahrt nach Backstein und machte heute früh in Begleitung oes I Flügeladjutanten Oberstlieutenants von PeterSdorsf und des deutschen Milttär-Attachös I in Wien, Obcrstlieutcnants Grafen von Wedel, eine Promenade auf dem Kaiserwegc. I Zur Tafel sind heute StaatSininister von Boetticher, Graf Palffy und Fürst Dolgorucki geladen. Kriegsminister Generallieutenant Bronsart von Schellendorff ist gestern I Abend abgercist. I

Paris, 4. August. Der Senat genehmigte die MadagaSkar-Ercdlte. Die I französischen Delegirten für den internationalen Telcgraphen-Congrcß reisen heute Abend I ch Der Appellhof in Aix erklärte die Beschlagnahme deSSolunto" auf Grund I der Postconvention zwischen Frankreich und Italien für ungesetzmäßig.

TempS" meint, in Beantwortung eines Artikels derRorbbcutschen' vom I 3. er., daß sein Artikel lediglich eine Studie nach Mitthcilungen gewesen, welche der I in Hannover erscheinendenInternationalen Revue über die gesummten Armeen und I Flotten" entnommen worden; die deutschen militärischen Publikationen enthielten ge- I möhnlich Studien, ohne daß in Frankreich Jemand daran denke, ihnen Hintergedanken I zuzuschreiben. Der Berliner große Generalstab verstärkte kürzlich das 15. Armeecorps. I Gs sei in Frage, die an der französischen Grenze stehenden Batterien auf Kriegsfuß I zu halten. Diese Maßregeln würden in Paris als durch gewöhnliche Klugheit geboten I außerhalb jeder bösen Absicht liegend betrachtet. Die Berliner Regierung wünsche seit I lange die Bildung einer neuen Brigade bei dem 15. Corps und zwar umsomehr, als I das Militärscptcnnat demnächst abläuft und der Kriegsminister daS bezügliche Gesetz, namentlich betreffs der Artillerie, durchgreifend ändern wolle. Also sind ne« Erkdilc erforderlich und der Reichstag sei nicht verschwenderisch. ,

London, 4. August. Oberhaus. Salisbury erklärte, Merutschak verbleibt bei Afghanistan, Pcndjeh bei Rußland. DieS ist von der vorigen Negierung zuaestanden, nichts von beiden Seiten ist seitdem angeregt. bas Abkommen zu stören. Betreffend den Znlfikarpaß kann ich nicht sagen, daß die Dinge in sehr verschiedener Lage sind von der, als wir die Regierung antraten. Wir behaupten, der Znlfikarpaß ist Afgha­nistan versprochen und auf Grund dieses Versprechens versprach Lord Dufferin dem Emir, daß er ihn haben solle. Wir halten uns durch dieses Versprechen gebunden; ebenfalls hält sich Rußland durch sein Versprechen gebunden. Rußland gibt nicht unsere Behauptung zu. Ich kann nicht sagen, wann der Schriftwechsel vorgclcgt wird. Der Verzug ist hauptsächlich dem Wunsche Rußlands zuzuschreiben, mehr Information über den streitigen Gegenstand zu erhalten. ES ist nicht wünschenSwerth, den Gesammt- | bericht über die Zusammenkunft Dufferin'S und deS Emir'S zu publicircn. Die fremden Potentaten, befonberä solche wie der Emir, versieben unsere Parlamentsart nicht, sic könnten eS als Vertrauensbruch betrachten; die Bedingungen unseres lieber; einkommens mit dem Emir sind keinerlei Modification oder Amendement unterworfen morden. Was die Frage betrifft, ob eS unsere Absicht ist, daS Pischinthal zu besetzen, so ist sie schwer zu beantworten, denn sie beruht aus einem Mißverständnisse; wir haben schon daS Pischinthal besetzt, daS nicht im Besitze deS Emirs ist, sondern Eng­land gehört. DaS Pischinthal wird mit der Zeit wahrscheinlich stärker occupirt, da die gebieterische Nolbwenbigkeit eine Stärkung der indischen Grenze erfordere und die Regierung diese Politik so schnell und energisch alS möglich verfolge. Keine ephemere Abänderung der diplomatischen Situation würde unS veranlassen, in irgend einem Grade eine Politik zu erschaffen ober zu veränbern, bic nicht von transitorischem Zu­staube unserer Beziehungen mit bieser ober jener Macht abhängt, sonbern die absolut zur Sicherheit unseres inbischen Reiches nothwenbia ist. ES ist nicht bic Absicht, strategische Positionen in Besitzungen deS EmirS diesen Herbst mit ObservattonscorpS zu besetzen. Der Emir ist ein unabhängiger Potentat unb wir können solches sclbst- rebenb nicht ohne seine Zustimmung thun, aber cS ist kein Wunsch vorhaubcn, es gegenwärtig zu thun, was unter gewissen Eventualitäten ber Zukunft geschehen kann. Ich will nicht sagen, ich spräche nur von ber Gegenwart, ich sage, es ist kein derartiges Projekt von ber indischen Regierung in Aussicht genommen.

London, 4. August. Unterhaus. Bourke theilte mit, bic britische Regierung hätte sich den Vorstellungen der anderen Regierungen an Chili angeschlossen, worin auf die Ausführung deS Versprechens, mit ben berechtigten Gläubigern Peru'S ein billiges Abkommen treffen zu wollen, gebrungen wird.

London, 4. August. DerStandard" schreibt: Wenn ein guter Grund für die Annahme vorhanden wäre, daß Rußland der klaren Feststellung einer für Afghanistan geeigneten Grenze zustimmen und deren wesentliche Bestimmungen durch einen förm­lichen Vertrag anerkennen würde, so würde ein Verzicht deS EmirS von Afghanistan ans einige seiner Forderungen, selbst in der Zulficarfragc, kein zu hoher Preis für die Erzielung eines solchen Ergebnisses sein. England wolle keinen Krieg und auch bic russische Regierung könne bensclbcn burch bic prompte Zustimmung zu einer ehren­haften Schlichtung ber Streitpunkte vermeiben.

Petersburg, 4. August. Der Kaiser unb bic Kaiserin haben mit größerem Gefolge heute früh von Kronstabt aus bie Reise nach Finnland anaetreten. In ber Begleitung bcS KaiscrpaareS befinbet sich auch ber beutsche Militärbcvollmächtigte, Generallieutenant v. Werber. Der Kaiser unb die Kaiserin werben Widorg, Willman- strand unb HelsingforS besuchen unb, soweit biS jetzt bestimmt, am 11. August hierher zurückkehren.

Kairo, 4. August. Wie Capitän Ehermsibe telcgraphirt, bestätigt sich bic Nach­richt von bem Tobe Osman DigmaS nicht.

Derwischte».

Darm stabt, 3. August. Eine junge Frau, bie zu ihrer Erholung in's Bad reifte, vergaß beim Bäcker die Bröbchcn abzubestellen. Diese würben chr nämlich jeben Morgen um 6 Uhr, in einem Säckchen verpackt, burch baS Kellerloch in's Haus geliefert, weil bas Hausthor zu so früher Stunbe noch verschlossen war. Ihr Gatte, ocr währenb ber Abwesenheit seiner theuren Gattin bei seinen Eltern war, fand etz für gut, nach drei Wochen einmal seine Wohnung zu inspiciren. In seinen Keller gehend, um sich eine Flasche Wein zu holen, entdeckte er bei dieser Gelegenheit einen ganzen Haufen kleiner Säckchen. Schon glaubte er einen großen Schatz gefunden zu haben unb eröffnete neugierig eines ber besagten Säckchen. Sehr enttäuscht aber sah er, baß basselbc 8 verschimmelte Bröbchcn enthielt. Er öffnete noch eins unb aber­mals zeigten sich ihm 8 alte Wecke. Die Gesammtzahl ber Säckchen betrug 21 mit je 8 Bröbchcn, also zusammen 168 Stück. Eilig lief er nun zum Bäcker, um ihn darüber zu befragen. Der aber sagte ihm, er möge sic sich umbacken lassen unb ihm 5 4 gefälligst behänbigen. Der Gatte bestellte sich alSbann einen Gärtner unb ließ aus den 168 Brödchen in Form cincS großen Kranzes ein riesiges Willkommen unfertigen unb brachte es bamit auch fertig, feine zurückkehrenbe Gattin in ganz außer­ordentliches Erstaunen zu setzen.

Heute Morgen machte ein Garbc-Unterofficicr seinem Leben burch Erhängen ein Enbe.

Darmstabt, 3. August. (Verein hessischer Forstmänner.) Vom 1. bis- 3. September beabsichtigt ber Forstverein für daS Großherzogthum Hessen in Bingen zu tagen. Die Einlabung ergeht an bie Mitglicber unb Freunbe des Vereins. Der 1. September wirb zur Besichtigung beS 'NieberwaldbenkmalS benutzt. Der zweite Tag ist zur Excursion in bcm Bingerwalb biS Lauschhütte unb zurück aufs Jägerhaus bestimmt, woselbst um 12 Uhr Frühstück. AdcnbS Festessen im weißen Roß. Am brüten, Morgens 7 Uhr, Sitzung in bem RathhauSsaale, bann Gang über Scharlach­kopf biS Hotel Wilhelm, woselbst 1 Uhr Gabelfrühstück. Die Fahrten in Wald unb auf ben Rieberwalb bestreitet bic Vereinskasse. Die Damen werben sich gleich­falls stark betheiligen.

Oeynhausen, 30. Juli. Gestern Abenb in ber zehnten Stunbe würbe, wie baSBerl. Tagebl." meldet, in der Siehl-Allec ein junge, elegant gekleidete Dame mit schönen GesichtSzügen, welche feit einigen Wochen durch ihre elegante Toilette und die Begleitung nicht minder eleganter Herren ausgefallen war, von ber hiesigen Polizei verhaftet unb in baS AmtSaefängniß eingclicfcrt. Nach ihrem Namen befragt, machte sie verschiedene Angaben und bemerkte dem Polizeibcamten:Wenn Sie mich hier die Wad)t im Gcfängniß lassen, so finden Sie mich morgen als Leiche". Kaum nach einer Stunde sand man sie bereits in ber That tobt unb zwar hatte sie sich an einem Taschentuch erhängt. Ihr Portemonnaie soll mit vielen Golbstücken gefüllt ge­wesen fein. Bis jetzt hat man roeber Namen noch Wohnort ber Dame ermitteln können.

Vor einigen Tagen erregte in ber Marktstraße in Bamberg, wo rechts unb links bic Gärtnerinnen ihre Maaren feilhalten, eine junge Dame große Heiterkeit.