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duf der sogenannten „Promcnadcnwarze*, die Kugel den Händen des Trägers entglitt und in das Gebüsch hinabrollte. Jetzt galt es, dieselbe in der Dunkelheit wiedcr- zusindcn. Während der Besitzer damit beschäftigt war und hierzu alle Viere benutzte, vernahm er plötzlich eine Stimme: „Was machen Sie hier?" — „Ich suche meine zrugel", war die Antwort. — „Sie suchen Ihre Kugel?" fragte verwundert der' Andere. „Was beißt das? Wer sind Sie?" — „Ich komme aus Stötteritz und suche hier meine Kugel!" schallte es zurück. — „Aus Stötteritz?" wiederholte Jener, dem ein Vid)t aufzugehen schien. „Lieber Freund, hier sucht man bei nachtschlafender -zeit keine Kugeln. Kommen Sie mal mit!" — Nichts hals es, der Kugelmann mußte mit. Der Schluß ber Geschichte wird doppelt erzählt. Nach einer Lesart klärte sich die Sache auf und der Studio konnte wieder auf die Kugelsiichc gehen. Nach der zweiten Lesart wurde derselbe in eine Droschke gepackt, nach Stötteritz gefahren, dort an der Irrenanstalt Halt gemacht und der herausgeklingelte Portier mit der Nachricht begrüßt: „Wir bringen Ihren cchappirten Kugelmann wieder." Verwundert schaute der Portier den Besuch an und es stiegen in ihm allerhand Vermuthunaen auf. Nach kurzer Hin- und Widerrede kam jedoch Licht in die Sache und der Studio durfte sich wieder nach der Promenadenwarze begeben, um dort die Nachforschungen nach seiner Kanonenkugel fortzusetzen.
Als der Kronprinz am Tage vor seiner Abreise in der Militär-Schwimm- ansialt zu Potsdam badete, warf er, nachdem er wie gewöhnlich eine Anzahl blanker Thalcr für die Taucher zum Besten gegeben hatte, ein Zehnmarkstück unbemerkt in das Wasser und wandte sich dann mit den Worten an die Mannschaften: „Leute, damit Ihr einerseits während meiner Abwesenheit eine Erinnerung an mich habt, andererseits in den langweiligen Hundstagen genügend Beschäftigung findet, habe ich ein Zehnmarkstück in die Fluth geworfen. Wer es findet, der soll es behalten." Bis cht ist jedoch das schwierige Werk noch Niemanden gelungen, obgleich die Soldaten das Geldstück zu suchen eifrig bemüht sind.
Berlin. Der Inhaber eines sogenannten „Frack - Verleih - Instituts" bietet am schivarzen Brett der Universität den Herren Studirenden und Kandidaten für die am Schlüsse des Semesters sich häufenden Prüfungen „Examen-Fracks" an, in denen jeder Entleiher nachweislich bis jetzt „reüssirt" hat. ______
— Die Allgemeine Rcnten-Anstalt zu Stuttgart (Haupt-Agentur Gießen, .Hammstraße 2), durch solideste Verwaltung vor Allem Anderen bekannt, erfreut sich auch für das verflossene Jahr 1884 eines bedeutenden Reingewinns. Derselbe beläuft sich auf 421 363.02 X Nachdem hiervon zur Dividenden-Vertheilung tzu Gunsten jedes Versicherten) die Summe von 244 651 03 X benutzt, wächst das Reinvermögen der Anstalt auf 4 042 742.85 X Tas Gesammtoermögen der Anstalt beträgt 50 494 391.96 X, wovon die Deckungscapitalien (Prämienreserve der Versicherungen) nebst dem Allgemeinen Reservefonds auf 20 457 972 X sich belaufen. Wie aus dem uns vorliegenden Rechenschaftsbericht pro 1884 weiter ersichtlich, bestanden (Silbe 1884: 33 884 Versicherungen sämmtlicher Geschäftszweige. 1. In der Rentenversicherung 11 877 Policen mit versicherter jährlich zahlbarer Rente von 600 700.31 X «die enorme Vermehrung gegen das Vorjahr um 111 678.31 X Rente, — also um rin ganzes Fünfthctl —, nachdem der Rentenabgang im Jahre 1884 von 11 577.21 X versicherter Rente hieran schon in Abzug gebracht ist)- ferner: 6540 Policen auf aufgeschobene Renten mit 912 001.84 X Deckungscapital. 2. In der Capitalversicherung 4-120 Policen mit versichertem Capital von 6 580 620 X 3. In der Lebensversicherung 10 627 Policen mit versichertem Capital von 28 109 335.76 X Im Jahre 1884 wurden ausgezahlt für 139 Stcrbefälle 376 598.26 X Die durchschnittliche Versicherungsdauer der Gestorbenen war 12,22 Jahre. Für sämmtlichc Versicherte berechnet sich am Jahres- 'chluß das Alter im Durchschnitt auf 44 Jahre. Die Versicherungssumme im Durch- jchnitt auf 2660 X, die Rente im Durchschnitt auf 400 X Für ältere, besonders alleinstehende Personen ist die günstige Gelegenheit einer Versorgung durch Rentenversicherung eine wahre Wohlthat zu nennen.
Handel und Verkehr.
Die mehrfach angeregte Angelegenheit der Uebertragbarkeit von Eisenbahn- Retourbillets erledigt sich jetzt praktisch durch eine ministerielle Anweisung an die Königlichen Eisenbahn - Bctriebsämtcr, bei behinderter rechtzeitiger Benutzung der Relourbillets zur Rückreise dem Inhaber denjenigen Betrag zurückzuerstatten, um den das Retourbillet theurer ist als der Fahrpreis für die einfache Tour.
— Der „III. Anz. für Comptoir und Bureau" gibt eine sehr werthvolle Lieber; sicht über die in letzter Zeit aufgetauchten falschen Geldstücke; da es für alle Kreise von Bedeutung ist, von derartigen Fälschungen möglichst genaue Kenntniß zu haben, so soll im "Nachstehenden das Wichtigste aus jener Uebersicht wiedergegcben werden. Falsche Zwanzigmarkstücke: Jahreszahl 1879, Münzzeichen D. Die Unechtheit ist leicht daran zu erkennen, daß der Rand fast vollständig fehlt und daß man beim Befühlen eine ähnliche Empfindung hat, wie wenn man Blei anfaßt. Falsche goldene Fünfmarckstücke: Die Falschstückc haben einen matten, dumpfen Klang und sind von so weichem Metalle, daß schon ein geringer Druck mit einem harten Gegenstände ge
nügt, um Spuren zu hinterlassen. Falsche Einmarkstücke sind in den verschiedenen Arten oorgekommen: 1. Die Falschstucke in der Prägung von den echten kaum zu unterscheiden, dem Gewichte nach aber erheblich leichter unv dem Klange nach matter; es empfiehlt sich ein Nachwiegen beim geringsten Verdachte. 2. Eine plumpe Fälschung, Gepräge stümperhaft, Klang dumpf, Täuschung bei einiger Aufmerksamkeit kaum möglich. 3. Die Falschstücke bestehen aus Blei, dem etwas Wismuth zugcsetzt ist; das dadurch bedingte fettige Gefühl und die Dumpfheit des Klanges lassen die Fälschung ebenfalls unschwer erkennen. Von Zwanzigpfennigstücken liegen ebenfalls drei falsche Sorten vor: 1. Jahreszahl 1874, Münzzeichen A. Ziemlich gut nachgemacht. Das Metall ist eine Mischung, welche etwa dem "Neusilber entspricht; die Falschstücke sind im Griff fettiger als die echten. 2. Jahreszahl 1876, Münzzeichen A, ausfallend durch geringen Klang und die mißlungene Prägung des Randes; das Metall ist bleihaltig. 3. Aus Messing mit schwacher galvanischer Versilberung; letztere verschwindet bei der geringsten Schabung, auch nach kurzem Umlauf. Die Prägung auf der Schriftseite klar und scharf, auf der Rückseite etwas verschwommen. Jahreszahl 1875, Münz- zeichcn A. Falsche Fünfpfennigstücke. Die Falschstücke unterscheiden sich im Klange kaum, in der Prägung etwas, in der Stärke aber auffallend von den echten; der Unterschied in der Stärke beträgt fast die Hälfte. Die Prägung erscheint matt und stumpf. — Wad) vorstehender Uebersicht scheint sich die schon in Amerika gemachte Erfahrung auä) bei uns zu bestätigen, daß nach Einführung des die Fälschung so wesentlich erschwerenden Pflanzenfaserpapiers die Fälscher sich mehr dem "Metallgeld zuwenden. Darin liegt sicher ein kleineres liebel, denn durch falsches Papiergeld erwaä)sen dem Empfänger in der Regel viel höhere Verluste. Hinsichtlich des Papiergeldes hat man sich dagegen vor ausländischen Falschstücken und jetzt namentlick) vor falschen 10 Lire und österreichischen 50-Gulden-Roten zu hüten.__
neu,leicht,solid,elegant,preiswürdig. Abbild, gratts. [4132] I. G. Rumpf, Eis. Hand frsnkkurt L u.
r\ /-< 1 prakt u. Bpecialarzt fBr Bant-, Frauen- e. Ge- HZ
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Verzeichnis
der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen
vom Monat Juli 1885.
Je 50 Kilogramm kosten:
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Temperatur der Lahn und der Luft
nach Reaumur gemessen am 5. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17°, Luft im Schatten 16°.
L. Chr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.
Altkatholischer Gottesdienst.
Sonntag den 9. August findet um 11 Uhr Vormittags in der
Stadtkirche altkatholischer Gotte-dienst statt
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Dem Großh. Gerichtsvollzieher Geißler dahier ist für die Dauer des ihm verwilligten Urlaubs von 14 Tagen der Gerichtsvollzieher - Aspirant Karl Geißler dahier zum Stellvertreter bestellt worden.
Gießen, 5. August 1885.
Der Präsident
Großh. Landgerichts der Provinz Oberhesien.
Knorr-
5665 Löwer.
Submission.
Die zur Erbauung einer Brücke über die Wetter bei der Nonnenmühle, Gemarkung Oppershofen, erforderliche Lieferung der Eifenkonstruclion, veranschlagt zu 968 Mark, hat dic Genehmigung nicht erhalten und soll deshalb Dienstag den 11. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, nochmals im Wege schriftlicher Sub- Mlssion auf dem Gemeindehaus dahier vergeben werden.
Plan. Kostenüberschlag und Bedingungen liegen zur Einsicht auf hiesiger Bürger- meiftcrei offen, wohin auch die Anerbietungen versiegelt und mit entsprechender Auf- schrnt versehen, postfrei bis zu obigem Termin einzusenden sind, zu welcher Zeit die Eröffnung derselben im Beisein etwa erschienener Anbieter stattfinden wird.
Oppershofen, den 3. August 1885.
Großherzogliche Bürgermeisterei Oppershofen.
Schmidt. 5643
Freitag den 7. d. Mg.,
Nachmittags 2 Uhr,
in der Flett'schen Hofraithe dahier, sollen gegen Baar versteigert werden:
3 Secretäre, 2 Spiegel-, 2 Kleider-, 2 Küchenschränke, 2 Sopha'5, Spiegel. Tische, Stühle — darunter solche zur Wüthschafts-Einrichtung —, 1 Nahmaschine, 2 Betten, 1 Wagen rc. rc.
Gießen, den 4. August 1885.
Engel,
»662 Gerichtsvollzieher in Gießen.
Donnerstag den 6. August,
Nachmittags 2 Uhr, läßt der Unterzeichnete in seiner Hofraithe, Dreihäusergasse, ein übrig gewordenes, gutes
Arbeitspferd sowie einen Wagen meistbietend versteigern.
5623 Herrn. Euler.
Schlackensteine
zu Massiv- und Fachwerk-Bauten empfehlen wir als Alleinverkäufer zu Fabrikpreisen, mit dem Bemerken, daß dieselben auf unser Gesuch, vom großherzogl. Ministerium des Innern und der Justiz, zur Aufführung von Mauerbauten im Stadtbezirk Gießen ebenfalls genehmigt sind.
5574 Jean Dem 8» Co.
Ausverkauf.
Wegen Geschaftsaufqabc verkaufe meine sämmt- lichen Artikel zu Kostenpreisen.
Carl Merkel,
Tnbak-, Cigarren- und Parfümerie-Handlung,
Marktstraße 16.
Daselbst ist vollständige Ladeneinrichtung mit Glas- fchrank zu verkaufen. ____________________________________5646
Niederlage und Versand-
5664 Frisch geschlachtetes Ochsenfleisch per Pfund 45 bei
Baltb. Maltomestus, ___________________Neustadt 35.________
Ein in bester Lage vor der Stadt ge-
Ienene8 Haus 5666 mit großem Garten, für Wirthschaft unb sonstigen Geschäftsbetrieb geeignet, Familienverhältnisse halber sofort zu verkaufen. Zu erfr. bei J. Rothenberger, Linbenplatz.
5573 Ein ordentl. Dienstmädchen gesucht- Bahnhofstraße 39, parterre.
ber so berühmten reinen Hamburger Korn-Preßhefe ä Pfd. 85 Pfg., Wiener Kaiserhefe
ä Pfund 75 Pfg. bei
11» Thelen«,
5652_________Marktstraße 28.
Altes Zinn und Bits
kauft G. Rühl, Spengler
4026 in der Neustadt-


