Ausgabe 
5.8.1885
 
Einzelbild herunterladen

Wien, 3. August. TiePolit. Corr." meldet den demnächftigen Zusammen­tritt der Bolschaftcr-Conserenz in Konstantinopel behufs Berathung der Frage des Tributs Bulgariens.

Pest, 3. August. Tic Staatseinnahme des zweiten Quartals betrug 62 458 270 ft, gegen das Vorjahr um 1 461 826 ft, mit Rücksicht auf die geringere Bedeckung aus dem Staats-Güter-Verkauf von 969 611 fl. um 2 431 437 fl. günstiger. Die Ausgaben betrugen 77 242 473 fl. gegen das Vorjahr um 6 637 492 fl. ungünstiger. Hiervon sind 689 348 fl. Vorauszahlung auf gemeinsame Auslagen pro drittes Quartal, 475 239 fl. sind unbehoben^ geblieben. Die erst nachträglich behobenen Zinsen früherer Termine betrugen 221745 fl., für ein der kroatischen Verwaltung zur Verfügung gestelltes Guthaben von 1880/81, 341 791 fl., für die in erhöhtem Maße erfolgte Ver­frachtung des Salzes zur Verhinderung der Stockung des Salzverschleißes 3 854 047 fl. Die definitive Abrechnung der Eisenbahnbauten stellt sich auf 220 647 fl. Der erhöhte Credit für das Eultus- und Unterrichtsministerium auf 487 417 fl.. die Mehrkosten bei den außerordentlichen gemeinsamen Ausgaben werden durch das Ergebniß des ersten Quartals 625 733 fl. ausgeglichen. Die Bilanz des ersten Quartals war günstiger um 1593 920 fl., somit jene des ersten Halbjahres ungünstiger um 2 612 134 fl.

Haag, 3. August. Der Marineminister Lancrptaalmakiß wurde durch den Marinccapitän Gerickc ersetzt.

Pari-, 3. August. Der Präsident Greoy empfing gestern den Besuch des deutschen Botschafters Fürsten v. Hohenlohe.

London, 3. August. DerL-tandard" läßt sich aus Kuchan (?) vom 22. v. M. von einem Gerüchte melden, wonach zwischen Russen und Afghanen unweit Merutschak ein Zusammenstoß stattgefunden hätte. Eine Bestätigung oder auch nur Erwähnung dieses Gerüchts von irgendwelcher anderer Seite liegt nicht vor.

London, 3. August. Reuters Bureau meldet, daß irgend welche Bestätigung der Meldung desStandard" über einen angeblichen Zusammenstoß zwischen Afghanen und Russen unweit Merutschak der englischen Regierung nicht zuge- gangcn ist.

Unterhaus. Smith theilte mit, die Vollendung der Suakin-Berber-Eisenbahn fei nicht beabsichtigt, cs seien Schritte gethan, die europäischen Truppen in Suakin jetzt, die indischen Truppen im October abzulösen. Bourke erklärte es im Staats- tnteresie nicht dienlich, jetzt zu sagen, ob Drummond Wolff Instructionen hinsichtlich der Reformen in Armenien erhalte oder nicht.

Petersburg, 3. August. Aus Taschkent und Wern oje wird tclegraphirt, daß daselbst ein heftiges Erdbeben stattgefunden hat. In Pischpek sind sämmttiche Häuser beschädigt, die Ansiedelungen von Sukuluk und Belowodsk sind zerstört. In Belo- wodsk ist die Kirche eingestürzt und viele Menschen sind erschlagen worden. Es sind zahlreiche Erdrisse entstanden.

Petersburg, 3. August. Die Nachricht desStandard" wird zuständigen Orts als völlig unbegründet bezeichnet.

Giers tritt morgen einen zweimonatlichen Urlaub an.

Aus Wernoje wird gemeldet, bei dem Erdbeben in Belovadsk und Karaboltz feien im Ganzen 54 Personen getödtet und 64 verwundet. Die Erdstöße wiederholen sich. Die Bevölkerung ist in Bestürzung.

Toronto, 3. August. Gestern brach auf dem hiesigen Quai eine ungeheure Feuersbrunst aus, welche sich längs des Quais auf eine halbe Meile erstreckte. Die Feuersbrunst dauert noch fort. Die Verluste wurden heute Morgen auf eine Million Dollars geschätzt.

Kairo, 3. August. sTelegramm desReuter'schen Bureaus".) Die drei von Berber in Korosko eingetroffenen Araber melden ebenfalls den Tod Osman Digma's.

Die Enquete über die Krage der Sonntagsruhe.

Nachdem der deutsche Reichstag im Mai d. I. die Frage der Sonntagsarbeit von verschiedenen Seiten beleuchtet hat, scheint jetzt eine Enquete über die Notbwendig- keit der Sonntagsruhe bevorzustehen. Das für diese Enquete ausgestellte Fragen­formular ist ein für das ganze Reich gemeinsames und enthält im Wesentlichen folgende Punkte:

1. Ist die Sonntagsarbeit in allen Betrieben des Industriezweiges üblich? 2. Findet die Sonntagsarbeit dauernd statt: a) für den gesammten Betrieb, b) für die gofammte Arbeiterschaft, c) für den ganzen Sonntag oder für welche Stunden? 3. Wird die ,Sonntagsarbett veranlaßt: a) durch technische Eigenthümlichkeiten, b) durch welche wirthschafllichen Gründe? 4. Welche Folgen würde das Verbot der Sonntags­arbeit haben: a) für den Unternehmer technische oder wirthschaftliche? b) für die Arbeiter, welche Einkommensminderung? Würde dieser Nachtheil und durch was wieder aufgehoben werden ? Endlich: 5. Ist das Verbot der Beschäftigung von Arbeitern am Sonntag durchführbar: a) ohne Einschränkungen, b) mit welchen Einschränkungen, und wenn nicht, aus welchen Gründen?

Die Untersuchung wird sich erstrecken auf alle Gewerbe- und Industriezweige. Gehört sollen werden: die Handels- und Gewerbekammern, die Innungen, Gewerbe­vereine, die Handwerker, die Unternehmer, in erster Linie aber, wie bekannt, die Arbeiter selbst.

Die nach den bisherigen Mittheilungen der Presse beabsichtigte Befragung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern und Eorporationen scheint uns noch nicht zu genügen. Es werden damit auch Erhebungen über den Stand der Gesetzgebung in den ver­schiedenen europäischen Staaten und tu fremden Ländern Hand in Hand gehen müssen. Eine darauf bezügliche werthvolle Zusammenstellung ist erst vor Kurzem in Bremen erschienen. Dort hat der Senatssecretär Dr.-Söniitg im Auftrage einer Commission weaen der Sonntagsruhe einen sehr instructioen Bericht über den Stand der deutschen Gesetzgebung in Betreff der Sonntagsruhe an die bremische Kirchen-Vertretung erstattet und darin das mühevolle Ergebniß einer Vergleichung von 42 deutschen Gesetzen über die äußere Sonntagsfeier nieoergelegt.

Die Commission hat es für zweckmäßig erachtet, die bremische Verordnung von 1797, sowie einige andere sich auf die Sonntagsfeier beziehende bremische Bestimmungen wörtlich in ihren Bericht aufzunehmen und daran den Abdruck eines Züricher Gesetzes von 1882 zu schließen, um durch den Gegensatz zu jener bald hundertjährigen bremischen Verordnung klarzustellen, wie die Gesetzgebung der Gegenwart die Frage der Sonntagsfeier behandelt.

Die bremischen Kirchengemeinden bezwecken durch ihren Bericht, den Senat zu einer Revision der Bestimmungen über die Sonntagsruhe in dem Sinne aufzufordern, daß er den Ladenschluß an Sonn- und Festtagen anordnet. Es hatte sich zu diesem Zwecke in dem kirchlich gesinnten Bremen schon vor Jahren ein aus Männern und Frauen der verschiedensten Richtungen bestehender Verein für die Sonntagsfeier gebildet, dessen Mitglieder die Ladeninhaber zum freiwilligen Ladenschluß am Sonntag zu über­reden suchten; aber man hat mit dieser Vereinsthätigkeit wenig erreicht und glaubt, Wfe nur eine obrigkeitliche Anordnung, die übrigens von den meisten Ladeninhabern selbst gewünscht wird, eine würdige Sonntagsfeier allmälig herbeiführen könne.

Lokale».

Gieße«, 4. August. Tagesordnung für die Stadtverordncten-Sitzung am Donnerstag den 6. August 1885, Nachmittags 4 Uhr.

1. Wahl eines Mitglieds der Einschätzungs-Commission für die Einkommen- und Kapitalrentensteuer.

2. Die Badeanstalten in der Lahn.

3. Beitrag der Stadtkasse zu den Kreisumlagen.

4. Die Uebersahrt über den Hammweg.

5. Tie Ueberlassung eines Schulsaales für die Abhaltung von Gesangs­übungen.

6. Schuldenwcsen der Firma Nattmann u. Weidig.

Gießen, 4. August. Vom schönsten Wetter begünstigt feierte die hiesige Nuder- gescllschaft vergangenen Sonntag ihr Sommer-Ruderfest; das Programm war recht reichhaltig und durch humoristische Wasserspiele, wie Schifferstechen und improoifirtc Entenjagd in obligaten Waschbütten, die natürlich nicht wasserdicht, noch wasserfest Lvaren, auch für die Lachmuskeln der Mchtsportsleute gesorgt.

Die Auffahrt in 4 Vierriemes-Booten in einer Front, dabei die kleidsame farbige Tracht der Ruderer war wirklich ein hübscher Anblick.

Nach Beendigung des Programms begrüßte der 2. Vorsitzende im Namen seiner Gesellschaft die Anwesenden und nahm die Taufe des neuen Dollcurcnnoierer vor, welcher den NamenKoralle" erhielt, die, wie üblich, einer Flasche Champagner den Hals lind ihren Inhalt kostete.

Zum Schluß wurde noch ein wirklich gelungenes Feuerwerk abgebrannt und trennte man sich zu später Stunde, nachdem noch diverse Toaste auf die Dameit, Sieger ?c. ausgebracht waren; der Bootsplatz war recht hübsch becorirt, ebenso wie die hiesige Regimentsmusik unermüdlich für die musikalischen Genüsse Sorge trug.

Wir dürfen wohl sagen, daß die Gesellschaft wieder ein schönes und gelungenes Fest abgehalten hat, nur möchten wir den Herren des Vergnügungs-Comitös empfehlen, in Zukunft für etwas mehr Sitzplätze besorgt zu sein.h.

sSchützenverein Gießen.) Bei dem am 2. und 3. ds. Mts. stattgefundenen Friedrichsdorfer Haupt-Schießen erhielt A. Dickors fünf Preise, darunter den ersten.

Gießen, 4. August. Ein gestern Morgen V-5 Uhr in Dau bringen aus- gebrochenes Feuer legte die Besitzungen des Wilhelm Schäfer I., Karl Latsch Wittwe und Louis Hardtmetz in Asche.

Universität-- Chronik.

Der Privatdoceut Dr. Peuck in Würzburg hat den an ihn ergangenen Ruf nach Wien nunmehr angenommen.

Der ordentliche Professor für theoretische Physik zu Halle. Dr. Anton Overbeck, hat einen Ruf an die Universität Greifswald zum 1. October an­genommen.

Berlin, 3. August. Zur Feier des 50jährigen Bestehens der hiesigen Uni­versität begaben sich etwa 2000 Studenten im festlichen Zuge nach dem Denkmal Friedrich Wilhelm III. und legten daselbst einen Lorbeerkranz mit der Inschrift: Dem Gedächtnisse des königlichen Gründers ihrer Hochschule die Berliner Studenten­schaft" nieder. Hierauf folgte in der Aula der Universität der übliche Festact mit Preisvertheilung. Die Festrede hielt Professor Ternburg.

Wien, 3. August. Professor Dr. Heinrich Reichardt, Leiter des botanischen Hofkabinets, hat sich gestern im Walde nächst Medling erhängt. Der Professor der Chemie, Zeller, langjähriger Assistent Liebig's, ist gestorben. Die Leiche wird nach München gebracht. (F. Z.)

Vermischte 4.

Das Gießener CorpsHassia" veranstaltet am 4. August auf dem RochuS- berg bei Bingen seinen alle fünf Jahre wiederkchreuden Erinnerungs - Commers- alter Herren. Die Festtheilnehmer treffen an genanntem Tage in der Stadthalle in Mainz zusammen, um alsdann die Fahrt von Mainz nach Bingen auf festlich ge­schmücktem Dampfboot der Hessischen Ludwigs - Eisenbahn - Gesellschaft zurückzulegen. Die Abfahrt in Mainz ist auf 4 Uhr Nachmittags festgesetzt und es werden auf der Fahrt die zu passirenden Orte und Villen des herrlichen Rheingaues in üblicher Weise mit Musik und Böllerschüssen begrüßt. Nach Ankunft in Bingen findet zunächst Ver­sammlung im GasthofZum deutschen Hans" statt, sodann gemeinschaftlicher Zug mit Musik nach demRochus - Hotel", in dessen Räumen von Abends 8 Uhr an der Festcommers abgehalten wird. Bei eintretender Dunkelheit ist die bengalische Be­leuchtung des Niederwald - Denkmals in Aussicht genommen. Am 5. August, Vor­mittags. 11 Uhr, vereinigen sich die Festtheilnehmer zu einem Frühsttick, an welches sich Nachmittags Ausflüge in die Umgebung von Singen anschließen.

Bruchenbrücken, 2. August. In der Hofraithe des PH. Best dahier riß sich- heute Margen ein Pferd beim Putzen los, sprang drei Stufen hinauf in das Wohn­haus und in das Wohnzimmer, von hier aus in das anstoßende Schlafzimnter und von da zu dem etwa 10 Fuß von der Erde entfernten Fenster hinaus. Das Pferd hat außer einigen leichten Hautverletzungen feinen weiteren Schaden genommen. Im Zimmer hat es einige Demolirungen angerichtet; eine im Zimmer befindliche Frau konnte sich durch eine Seitenthür flüchten. (O. A.)

.Bad Nauheim, 1. August. Heute Nachmittag ging in der Hauptstraße hier ein Pferd durch und sprang schließlich die Treppe an oer Trinkhalle hinunter, wo cs stürzte. Glücklicherweise waren um diese Zeit wenig Kurgäste in den Anlagen, es hätte sonst ein großes Unglück geschehen können. (O. A.)

Hainstadt, 30. Juli. Mühlgraben.) Gelegentlich der Ausbaggerung des Maines zwischen Groß- und Klein-Krotzenburg fand man die längst vermuthete und gesuchte Fortsetzung desPfahlgrabens" nach dem linken Mainufer. Die Bagger­maschine stieß nämlich auf im Mainbcttc befindliche Ueberreste einer Römerbrücke. Die mit Eisenschuhen' beschlagenen Eichenpfähle, welche die Steinpfeiler umrahmten, sind theilweise im Schulhause zu Groß-Krotzenburg zu sehen.

Weisenau, 28. Juli. Manche Leute scheinen auch für die eindringlichsten Warnungen vollständig taub zu fein. Trotzdem erst vor wenigen Tagen in Mainz ein Dienstmädchen auf schreckliche Weise das Opfer seines Leichtsinns geworden, indem es Petroleuin auf das Herdfeuer goß, ist hier doch schon wieder ein solcher Fall vorgekommen. Das betreffende Mädchen stand im Nu in Flammen, indem die Flalche, aus der sie das Petroleum aufgoß, explodirte; schnelle Hilfe, die zur Hand war, vermochte zwar den Brand rasch zu ersticken, doch hat die Unglückliche bedeutende Brandwimden bauongctragen mtb liegt nun im Hospital auf bem Schmerzenslager.

Pfungstadt, 30. Juli. Folgender Vorfall, der sich hier ereignete, verdient an die Oeffentlichkett zu gelangen. Ein hiesiger Ziegcleibesitzer hatte einen schon bejahrten Arbeiter eingestellt und wurde von diesem, als er ihn wegen Eintritts in die allgemeine Ortskrankenkasse befragte, bedeutet, er (der Arbeiter) sei in der freiwilligen Kranken­kasse versichert, was der Arbeitgeber glaubte, sich nicht weiter um die Sache kümmerte und dem Arbeiter den vollen Lohn ausbezahlte. Vor 12 Tagen erkrankte bei Arbeiter unb ist seiner Krankheit bereits erlegen. Es stellt sich nun heraus, baß derselbe gar nicht versichert ist und muß der Arbeitgeber das Krankengeld pro Woche und das Sterbegeld aus seiner Tasche zahlen, wie es die Ortskrankenkasse im Versicherungsfall geleistet hätte.' Dies zur Notiz für die Arbeitgeber, welche verpflichtet sind, sich durch Vorlage von Aufnahmeschein und Quittung zu vergewissern, ob und in welcher Kaffe der neueingestellte Arbeiter versichert ist.

Bei dem heftigen Gewitter vor einigen Wochen waren bekanntlich zwei Personen vom Blitz erschlagen worden, welche im Berliner Thiergarten unter einem Baume Schutz gesucht hatten. Geheimrath Liman hat nun über den Befund der beiden Sectionen in der letzten Sitzung desVereins für innere Medicin" berichtet. In dem einen der beiden Fälle war an der linken Schläfe das Haar im Umfange eines Fünf- markstückes versengt, sowie vom Ohr herab bis zum Schlüsselbein die Haut braunrot^ gefärbt. Auch sonst war der Körper abwechselnd streifweise roth unb weiß gezeichnet. In ber Regel will man Abbrücke von Bäumen, bie in der Nähe standen, auf dem Körper der durch den Blitz getöteten Personen gefunden haben, und es sind mehrfach solche Verzweigungen beschrieben worden. Auch im vorliegenden Falle war bei einiger Phantasie der Abdruck eines Palmblattes bemerkbar. Dergleichen Palmbkätter findet man indeß häufig bei Leichen; c§~finb das nichts weiter- als Abdrücke von den Falten der Kleidungsstücke. An den Stelle», wo dieselben fest aufliegen, bleibt der Körper weiß, während an den übrigen gelockerten Partien rothe (Stellen sich bilden, welche in ihrer Gesammtheit blätterartige Figuren Hervorrufen. Ter Hauptbefunb beftanb aber darin, daß in der Muskulatur ber Herzspitze eine Höhle mit unregelmäßigen Wanbungcn von 2 Cttn. Ausdehnung conftatirt wurde, welche die Scheidewand des Herzens durch­setzte. Im zweiten Falle fanden sich ganz genau die Erscheinungen der Erstickung ausgesprochen. Professor Liman bemerkte dann noch, daß in Bezug auf einzelne Er­scheinungen sehr viel gefabelt worden sei. Daß Rupturen innerer Organe, z. B. des Gehirns, der Leber :c. gefunden worden sind, wolle er zugeben, die übrigen Angaben aber scheinen ihm noch sehr der Klärung zu bedürfen. Professor Leyden erklärte in der Erörterung, es sei äußerst interessant, zu conftatiren, daß der Blitzschlag, während er den Menschen durchfährt, im Stande ist, Zerreißungen hervorzurufen, ähnlich den Zerstörungen an Häusern, Bäumen :c. Daß es sich hier um ein Brechen ober Zerreißen bes Herzens intra vitam hanble, sei nicht zu bezweifeln. Der eingetretene Tod sei auf eine dvnamische ober elektrolytische Wirkung zurückzuführen, welche Herz- lähmung, Lungenödem und den Tod verursache. Diesen Ausführungen trat auch Professor Liman bei.