Ausgabe 
5.8.1885
 
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lO. A.) Hauptstraße hier hinunter, rovA den Anlagen, 6 ®.l.) Ansdaggerrmg des vermuthete und iftr. Tie Bagga- Äöwerbrucke. Die t umrahmten, find die eindringlichsten ragen in Mainz em Morden, inbem es t ein solcher Fall ammen, indem die Hilfe, die zur Sand ai die Unglückliche Hospital auf dem ceignete, verdient an einen schon be)aM Windiechememe niwilligen Alankel - die Lache kümmerte dankte der Arbeiter «2-° ÄK« nb in ivelcher *

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[Sin die deutschen Landwirthe.j Tie Ernte in den verschiedenen Theilcn Deutschlands bat begonnen. Tiefen Slugenblicf benutzen wir, um den Landleuren ein beherzigenSwerthes Won rnitzutheilen, welches wir einem schleswig-holsteinischen Land­wirt he in Angeln verdanken:Tie Arbeit in dcr heißen Witterung auf freiem Felde bring: außergewöhnlichen Durst mit sich und letzterer muß- einerlei durch welche Mittel gelöscht werden. Hier beschränkt man sich auf bloßes Wasser, dort greift man zu Bier einfacher Sorte, anderswo noch trinkt man Milch, namentlich Butter­milch: an vielen Stellen spielt leider auch der Branntwein seine Nolle. Ist auch der letztere, gewöhnlich gemeinster Fuselschnaps, weil er am wenigsten den Durst stillt, vielmehr die Leute nur abspannt, ja, selbst Krankheiten hcrvorruft der weitaus schlechteste Trunk, so lassen doch auch die anderen Getränke viel zu wünschen übrig. Bier und Milch z. B. blähen den Magen auf und verursachen arge Verdauungs­störungen; das Wasser, oft aus Grüben und Pfützen geholt, erweist sich meist noch mehr gesundheitsschädlich. Das beste Mittel dagegen ist leider bis jetzt noch viel zu wenig bekannt; dieses Mittel heißt: kalter schwarzer Kaffee. Es gibt keinen besseren Labetrunk in angestrengter Thätigkeit unter Sonnenbrand. Wir haben in meiner Wirtschaft seit Jahresfrist in dieser Beziehung die Probe gemacht und überaus günstige Erfahrungen erzielt. Die Leute, einmal daran gewöhnt (und diese Gewöhnung ergibt sich in wenigen Tagen), trinken den Kaffee sehr gern und lassen daneben alles andere stehen. Er mattet nicht ab, sondern belebt, regt an und frischt auf. Sein Ein­fluß in solcher Hinsicht ist ein wirklich wunderbarer. Bei den niedrigen Kaffeepreiscn endlich stellt sich dieser Trunk ebenso billig, wenn nicht noch ivohlfeiler her als selbst Bier der einfachsten Sorte. Mit der Ausrüstung der Slrbciiev mit Kaffee ist nur die kleine Mühewaltung der Zubereitung verbunden: die müssen und werden sich jedoch unsere Frauen gefallen lassen. Erinnern wir sie nur daran, welche Wohlthat wir den Arbeitern erweisen, wenn wir auf derartige Weise bei letzteren den Branntwein durch ben Kaffee ersetzen helfen. Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Aeußerung recht viele meiner Bcrufsgcnossen veranlassen sollte, ihrem Erntepersonal Kaffee in's Feld mitzugcben. Sie wert«! mir für den Rath dankbar sein, noch mehr die Arbeiter."

Die Redaction desPolkswohl" fügt an diesen Aufruf die Mittheilung des Infpectors einer sächsischen Bezirksanstalt, welcher schreibt:Die außerhalb der An­stalt beschäftigten Häuslinge erhielten bis vor Kurzem bei guter Führung^ ein kleines Quantum Branntwein, welches jetzt in Wegfall gekommen ist. Die Häuslinge er- oaltcn hierfür einen Liter Kaffee mit Milch und die besser Gesinnten sind dafür der Direction sehr dankbar; sie versicherten bei der bis vor Kurzem herrschenden Hitze, daß cs ihnen eine wahre Erholung sei, einen kühlen Trunk Kaffee zu sich zu nehmen. Der Preis desselben pro Kopf beträgt täglich 2 $ und leistet weit bessere Dienste als Branntwein, welcher namentlich bei Hitze erschlaffend auf die Leute wirkt."

Literarische-.

Man sagt nicht zu viel, wenn man behauptet, daß der im Perlage von I. H. Geiger (Moritz Schauenburg) in Lahr erscheinende »Grohr Bolks- talcndcr des Lahrer Hinkenden Boten" an Gediegenheit und Mannigfattigtett des Inhalts wie der Ausstattung allen anderen Literatur-Erzeugnissen gleicher Art siegreich die Spitze bietet. Das beweist wiederum der soeben erschienene Jahrgang 1886.

In praktischer Weise ist das übersichtlich zusammengestellte und mit Notizen und Sprüchen versehene Kalendarium mit gutem Schreibpapier durchschossen, so daß neben jedem Monat etwaige Bemerkungen an passender Stelle verzeichnet werden können. Der unterhaltende und belehrende Theil, reich an vortrefflichen Illnstrationen namhafter Künstler, bietet eine fast überschwengliche Fülle des Guten und Schönen, und zwar alles Moinenle, die aus dem tiefen und ursprünglichen Borne des Volkslebens geschöpft sind und nun in jener nur demLahrer Hinkenden" eigenen echt volksthüm- lichen Weise dargestellt werben",-bereu Ton so sehr zum Herzen dringt und daS Gemüth ergreift nnd fesselt.

Handel und Derkeh«.

Gießen, ben 4. August. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pt und v* 0.90 -1 00, Hühnereier pr. Stck.,56 Enteneier St. 00 H, Käse pr. St. 49 A,

Käsematte 30 H, Erbsen pr. Liter Linsen 2b H, Tauben per Paar 0,50 bis 0,70 Hühner per Stück 0 901.30, Hahnen pr. Stück JL 0.500.75, Enten per Stück 1.401.70, Ochsenfleisch per Pfund 6800 H, Kuh- und Rindfleisch 5660 H, Schweinefleisch 5060 H, Hammelsteiich 1470 Kalbfleisch 4850 -5?, Kartoffeln per 100 Kilo J-L 5.006.00, Milch per Liter 1216 H, Zwiebeln per Gentner 6.00 0.00, Kirschen per Pfund 1624 H.

Frankfurt, 3. August. (Getreide-Preise.) Weizen cff. hiesiger u. Wetterauer JL 17,5o00,00, fremder «X 17,4017,75, Roggen cff. hies. .-M 15,2515,50, fremder v*L 15,0015,50, Gerste Gcctiv hiesige und Wettcrauer JL 00,00 00,00, fremde .X 00,0000,00, Hafer eff. hies. JL 14,0014,50 fremder JL 14,0014,75. Rüböl, cff. ohne Faß dies, in Partbien von 50 Ctr. 26,50. Branntwein cff. ebne Faß JL 38.

Frankfurt, 3. August. Der heutige Biebntarkt war stark befahren. Ange­trieben waren 386 Ochsen,'ca. 25 Bullen, ca. 468 Kühe und Rinder, ca. 209 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 6365, 2. Qual. v*L 5355, Kühe und Rinder l.Qual. 5456, 2. Qual. «X 4046, Kalber 1. Qual. 6065,2. Qual. JL 5055 per 100 Pfund Schlachtgewicht.

Die Versender von Post-Packeten nach Spanien werden gut thun, auf die vollständige und ordnungsmäßige Abfassung dcr Zoll-Inhaltserklärungen, welche den Packeten beizugeben sind, besondere Sorgfalt zu verwenden. Die spanischen Zoll­behörden gehen sehr streng bei der Revision zu Werke und nehmen aus einer Unvoll­ständigkeit oder Mangelhaftigkeit der Zoll-Inhaltserklärungen Anlaß, die Sendungen zurückzuwcisen, wonächft letztere dann nach dem Aufgabeort, mit Porto belastet, zuruck- gehen müssen. Dies geschieht beispielsweise schon, wenn die Angaben in den Zoll­inhaltserklärungen nicht mitJTinte und gut leserlich geschrieben sind, oder wenn daselbst außer dem Rohgewicht der Sendung nicht auch das Reingewicht jeder in dem Packet enthaltenen Waarengattung verzeichnet ist. Ten Absendern ist daher Achtsamkeit an- zurathen, wenn sie nicht um geringer, leicht zu vermeidender Mängel willen sich Weiterungen und Portounkosten aussetzen wollen.

Temperatur der Lahn und der Luft

nach Reaumur gemessen am 4. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17°, Luft im Schatten 20°.

L. Ehr. Rübs am en, Turn- und Schwimmlehrer.

WerhesjW

Zum Gütertarif Köln (linksrh)Ober; Hessen gelangt mit dem l. k. M der Nach­trag IH. zur Einführung. Durch den­selben werden die Stationen der Strecke Rothe Erde Montjoie in den direkten Verkehr einbezogen.

Gießen, ben 30. Juli 1885. 5621

Großherzogltche Direktion.

Donnerstag den 6. August,

Nachmittags 2 Uhr, laßt der Unterzeichnete in seiner Hof- raithe, Dreihäusergaffe, ein übrig ge­wordenes, gutes

Arbeitspferd sowie einen Wagen

meistbietend versteigern.

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