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Äöntge bereits zur Sanction unterbreitet morden. Die Kammer wird demnächst auch in bie Berathung des Listen-Scrutiniums eintreten.

Die russische Regierung ist bemüht, die Details, welche jetzt uoer die Judenverfolgungen int südlichen Rußland bekannt werden, in ein für )te günstiges Licht zu stellen. Nach den Darstellungen der russischen Regierung waren allerdings die Berichte über diese Vorgänge stark übertrieben und giebt inan in Petersburg namentlich der englischen Presse die Schuld, hierüber ten- deitztöfe Unwahrheiten verbreitet zu haben. Ob bei dieser auf russischer Seite zur Schau getragenen Entrüstung nicht auch etwas Scheinheiligkeit unterläuft muß frellich dahingestellt bleiben.

Die schweizerische Bundesversammlung ist am Montag zu ^>ern zusammengetreten, hauptsächlich um sich, neben einigen andern Angelegen­heiten, auch mit dem französisch-schweizerischen Handelsverträge zu beschäftigen bezüglich dessen Abschlusses Bundespräsident Droz schon seit Anfang Januar in der französischen Hauptstadt wellt.

. Der rumänische Senat und die rumänische Deputirtenkammer haben Anfangs dieser Woche ihre Arbeiten wieder ausgenommen; der Minister des Innern, Rosetti, zeigte der Kammer an, daß er seine Entlassung eingereicht habe. In der Türkei soll nun auch das Polizeiwesen einer Reform unter­zogen werden. Der Sultan hat eine Commission mit der Ausarbeitung eines Entwurfs bezüglich einer neuen Einrichtung der gesammten Landpolizei beauf­tragt. Diese Commission besteht ausschließlich aus den deutschen Räthen bei der Pforte, den Herren Wettendorf, Gescher und Bertram.

Darmstadt, 25. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfin­gen heute Seine Hoheit den Landgrafen Alexis von Hessen - Philippsthal- Barchfeld.

Darmstadt, 25. Januar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog nah- nien heute mllllärische Meldungen entgegen und empfingen den Pfarrer Heß von Crumstadt; zum Vortrag den Staatsminister v. Starck.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog und Ihre Großh. Hoheiten die Prinzessinnen Victoria und Elisabeth begeben sich morgen Vormittag zu mehr­tägigem Besuche des Fürsten und der Fürstin von Waldeck nach Arolsen, wo­selbst gegenwärtig Se. Königl. Hoheit der Herzog von Albany weilt.

n irs 25. Januar. Nach dem dermalen IN Geltung sichenden Gesetze vom

9. December 1876 haben bekanntlich 1) die Kleinverkäufer von dem in Quantitäten unter 40 Liter verkauften Wein eine Abgabe zu entrichten, welche beträgt a) beim Ver­rüfe zum Preise von mehr als 70 für den Liter, JL 7 für den Hectoliter; b) beim Verkaufe ^um Preise von 70 oder weniger, 5 für den Hectoliter; 2) die Wein- handler eine Abgabe von JL 5 für je 10 Hectoliter.

Die Großh Handelskammer hat mit Bezug hierauf eine Eingabe an die zweite Kammer der Großh. Hessischen Landstände gemacht, worin sie zu beweisen sucht, daß die durch diese Bestimmung geschaffene, bezw. soweit dieselbe den früher in Kraft ge- roefenen Vorschriften entspricht, von Neuem sanctionirte Sachlage bezüglich desjenigen Theues der Anordnungen, welche sich auf die Besteuerung der Weinetnlagen der Wein- Händler bezieht, zu gegründeten Bedenken Veranlassung gibt-

,. , Am dieser ausführlichen Darlegungen heißt es: In Erwägung 1) daß bte eingeführte Besteuerung der Weineinlagen der Weinhändler, welche einzig und allein rm Großherzogthum Hessen besteht, auf die Dauer mit Rücksicht auf den einen m- tegrirenden Thetl der Reichsverfassung bildenden Art. 5 des Zollvereinsvertrags vom 8. Juli 1867 nicht zulässig erscheinen kann; 2) daß diese Steuer den ungünstigsten Etn- auf den hessischen Wernhandel übt und als Consumsabgabe nicht zu rechtfertige« M; 3) daß die Summe des Erträgnisses eine für das Hessische Staatsbudget kaum fühlbare Einnahme liefert, beschließt der erste Hessische Handelskammertag:Die Groß- herzogliche Staatsregierung und die beiden Kammern der Landstände des Groß" ^zagthums auf das Dringendste zu ersuchen, keine Einnahme aus einer staat­lichen Besteuerung der W-^ineinlagen der Weinhändler in das nächste Staatsbudget einzustellen." ö

Verehrliche zweite Kammer der Landftände bitten wir im Namen der sämmt- uchen (Korporationen des Landes, diesem einstimmig gefaßten Beschlüsse eine gütige Zustimmung zu Theil werden zu lassen und damir den hessischen Wemhandel von einer Fessel zu befreien, die derselbe auf die Dauer nicht zu ertragen vermag. Inhaltlich emer wenigstens als ofsic'ös anzusehenden Veröffentlichung hat die elsaß-lothringische ^^.si^oenvaltung, als nach Wiedergewinnung dieses altdeutschen Gebietstheiles an die putsche Verwaltung die Aufgabe herantrat, die in vieler Beziehung unzweckmäßige franzosstche Gesetzgebung zur Veränderung zu bringen, die Ansicht ausgesprochen,daß von der Annahme einer Besteuerung nach Art der jetzt in Hessen bestehenden die Rück- sichten auf den so wichtigen und blühenden elsaß-lothringischen Weinhandel ab^lten mußten. Wir bitten verehrliche zweite Kammer der Landstände, dieselben Rücksichten auf den blühenden hessischen Weinhandel zu nehmen, welche die elsaß-lothringische Steuerverwaltung für den elsaß-lothringischen Weinhandel betätigt hat, und bean­tragen deßhalb im Namen der sämmtlichen Handelskammern des Landes, die Be­steuerung der Weineinlagen der Weinhändler mit Wirkung vom 1. April 1882, dem Beginn der neuen Budgetperiode, zur Beseitigung zu bringen.

Berlin, 24. Januar. Es heißt, derGermania" zufolge, der Land­rath v. Bennigsen-Förder, der bekanntlich wegen Beleidigung des Kammerherrn Berling zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt worden ist, habe seine Entlassung erbeten und bereits erhalten.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Corresporrdenz-Brrreau.

Berlin, 25. Januar. Der Reichstag beschloß, nach der General-Discussion des Etats zunächst noch einige Wahlprüfungen zu erledigen. Lasker meint, Puttkamer werde nach der Interpretation des königlichen Erlasses durch den Fürsten Bismarck die jüngsten Aeußerungen über den Dank des Kaisers an die Beamten für ihre Wahl­agitation zurücknehmen müssen. Was die Zerfahrenheit des Parlaments anlange so fet Fürst Bismarck der Hammer, welcher alles Feste zertrümmere. Minister o. Putt- kamer hebt hervor, es sei jetzt allgemein anerkannt, daß tn der Conflictszeit nicht der Landtag, sondern die Regierung das Richtige im Auge gehabt habe, die Bismarck'sche Politik sei damals schwer verkannt worden; den gestern erhobenen Vorwurf, daß Fürst Bismarck hinter der Person des Königs Deckung suche, habe der Reichskanzler nicht Lmnchmen können; dersilbe tnoolvirc einen moralischen Makel, der Angreifer habe sich dann freilich hinter das Woit si fecisti nega zurückgezogen. Puttkamer fährt bann fort, seine Bemerkungen über die Wahlagitationen der Beamten würden durch den Erlaß nicht desavoutrt. Seine Rede vom 14. December decke sich mit dem Erlaß und dem gestrigen Commendar des Fürsten Bismarck vollkommen. Die Regierung denke überhaupt nicht an einen Conflict mit dem Reichstage, sie habe es mit den Wolken zu thun, die am europäischen Horizont stehen. Wenn sich dieselben einmal entladen sollten, dann würde die deutsche Nation erkennen, was sie an der Monarchie hat, welche die Nation schützen könne und die Nation würde dann die Monarchie als ein Hort der Freiheit und Ordnung verehren. Der Abg. Windthorft bittet, die Stellung der Beamten in der Politik nicht allzu sehr zu betonen, sonn komme man auf das System der Beseitigung der Beamten bei jedem Ministe^wechsel. Virchow bekämpft den Erlaß im Sinne der gestrigen Rtchter'schen Ausführungen. Die General Diskussion wird sodann geschlossen. Hierauf werden die Wahlen des Prinzen Karolath, v- Gehren's und des Prinzen Handjeri beanstandet, die übrigen für gütig erklärt Es werden sodann noch einige Petitionen erledigt. Fortsetzung morgen-

Die Reichstags-Bau Commission hat die Ausschreibung einer allgemeinen Concurrenz für alle Deutschen beschlossen.

München , 25. Jan. Die Kammer der Abgeordneten lehnte den für Kasernenbauten geforderten Credit ab und genehmigte nur, daß die vom Kriegs- minsiterium an früheren Crediten gemachten Ersparnisse zu Erwerbung von Exercierplätzen verwendet werden.

Breslau, 25. Januar. Wie dieSchles. Ztg." meldet, antwortete der Reichskanzler Fürst Bismarck aus die Zustimmungs-Adresse aus Freiburg, der Kaiser habe mit hoher Befriedigung von dieser Kundgebung nationaler Gesinnung Kenntniß genommen.

Wien, 25. Januar. Die Morgenblätter constatiren die Rückkehr geord­neter Zustände an der Börse und die Wiederherstellung des früheren geregelten Geschäftsganges. Rät Ruhe sehe man der weiteren Entwickelung der Dinge entgegen und werde die Stimmung immer zuversichtlicher. Es sei eine entschie­dene Wendung zum Bessern eingetreten, vorzugsweise fänden fortgesetzt An­schaffungen des großen Publikums zu den Banken statt.

Kondor», 25. Januar. Von den Gardetruppen hat ein welleres Ba­taillon Befehl zum Abmarsch nach Irland erhalten.

Brünn, 25. Januar. Die Polizei hat in dem nahe gelegenen Julien- feld geheime Zusammenkünfte socialdemokratischer Arbeiterführer entdeckt. Mehrere Personen, darunter auch der Redakteur desVolksfreund", Dandela, wurden verhaftet- und bei denselben Haussuchungen vorgenommen. Din einge­leitete Untersuchung erstreckt sich auf Bildung von geheimen Verbindungen und auf Majestätsbeleidigung.

Paris, 25. Januar. Die Meinungen über den Ausgang der morgigen Debatte in der Deputirtenkammer gehen sehr weit auseinander. Das Cabinet hält die begrenzte Verfassungsrevision aufrecht, verlangt nicht, daß die Kammer sich für das Listen-Scrutinium ausspreche, wohl aber die Ermächtigung, diese Frage im Congresse aufzuwerfen. DerTemps" sagt, viele bisher den Gam- betta'schen Vorschlägen entschieden abgeneigte Deputirte kämen mehr und mehr von diesen Gesinnungen zurück.

Die (Summe, welche die Bank von Frankreich zur Verfügung des Handels von Lyon gestellt hat, beträgt 100 Mill. Francs.

Das Bulletin fmancier desJournal des Debats" glaubt, daß die heutige Rote derAgence Havas" bestimmt sei, eine bedeutende, heilsame Wir­kung in Paris, den Provinzen und an allen Geldmärkten Europas hervorzu­bringen. Dasselbe constatirt, daß die Geschäfte an Lebhaftigkeit wieder zuge­nommen haben und meldet, daß die Credit-Jnstitute heute Vormittag beschlossen haben, alle Operationen zu reportiren, deren Saldirung in der Liquidation als gesichert anerkannt würde. Das Bulletin constatirt ferner mit Anerkennung die Bereitwilligkeit Rothschild's und anderer Finanzhäuser, an der Beruhigung der Krise mitzuwirken.

Lokales.

Gießen, 26. Januar. Bei dem großen Interesse, welches der Antrag Kugler, betr. den S e tun bar betrieb bei ben Oberhessifchen Bahnen, in allen Theilen der Provinz Oberhessen beroorgerufen hat, glaubten wir ben Lesern bie Eingabe der Großherzoglichen Hanbelskammer Gießen an die zweite Kammer der ßanbftänbe im Wortlaut bringen zu sollen. Die Eingabe lautet:

I.

Der Abgeordnete Kugler hat bei der zweiten Kammer der Stände den Antrag auf baldige Einführung des Secundärbetriebs auf den Oberhsssischen Eisenbahnen eventuell auf Verpachtung dieser Bahnen an die Herren Kraus u. Donner aeaen eine von diesen früher angebotene Pachtsumme von jährlich 280,000 gestellt und voraussichtlich wird dieser Antrag die Stände des Landes in der nächsten Session beschäftigen. 1

großen Wichtigkeit, welche der Eisenbahnbetrieb für die Zweige der Gewerbthatigkeit und des Handels unserer Provinz hat, h-elt es die unterzeichnete Haudelskammer für ihre Pflicht, diesen Antrag zu erwägen und ihre Ansicht darüber öffentlich auszu,prechen. 1 w

Der Abg. Ku g l er motivirt sein n Antrag durch den gegenwärtigen geringen Reinertrag der Oberhessischen Eisenbahnen und die in Folge dessen von dem Staate zu bringenden großen Opfer für Verzinsung der Oberhessischen Eisenbahnschuld, welche sich für die nächste Fmanzperiode auf jährlich 1,261,000 JL beläuft.

Dieser Summe gegenüber erscheinen die bisherigen Reinerträge der Oberhessischen r nc£ nnn§ ^nng, denn sie betrugen in den beiden letzten Jahren nur 98,000 re|p. 05,000 ' *

Dabei ist aber nicht zu übersehen, daß die Betricbsperiode, welche hierbei in Frage kommt eine sehr ungünstige für bie b-treffenden Bahnm gewesen ift. Die unser ganzes umthschastliches j-eben seit dem Jahre 1873 betroffene Sio-kun» mußte notb wendig auch auf die Renlabstität unserer Bahnen nachtheil-g wirken, denn ein großer t 'hn-n zufließenden Massentransporte entspringt der Erzgewinnung der Kohlen zufuhr sür Ei,cnwerke, der Abfuhr non Eisen, mit einem Worte der sog Montan- Jndustne, und gerade diese lag tn den betieffenden Jahren sehr darnieder^ Uch-r Weise gilt di-S von einer Rehe anderer Erw-rbszw-ig-, welch- L' blühendem Geschäfte den Eisenbahnen regelmäßige Güter-Transporte verschaffen in den letzten 8 Jahr.n aber ihren Betrieb wesentlich eins vränken mußten. W H 6t n

, , Die Hoffnung ist wohl begründet, daß nut dem Wiederaufleben der Geschäfte nach so langer Stockung die Wirkungen mittelbar auch ben Eisenbahnen zu Gute kommen und diesen wieder höhere Einnahmen verschaffen werden 9 8

r1»frr*2)erA?ror?tll*Ia6 Großh. Finanzministeriums für den Reinertrag der Ober- 27 630 eiL nm nbnaifA Ta tt* V na$ftcn lI^Meridde sicht nur die Summe von 27,630 vor, also bedeutend weniger als bisher. Die befürchtete Ablenkuna ein?«

Eisenbahnen zufallenden Gütertransportes in Alge der Eröffnung der Elsenbahnstrecke Friedberg - Hanaa und anderer Transit­verschiebungen werden aber unseres Erachtens feinen so großen Ausfall m den Ein- nabmen der Oberhessischen Eisenbahnen bewirken wie ein hohes Ministerium der Fwanz-n zu b° ürcht-n schein, Eh-r dürste die Hoffnung in Erfüllung gchen, daß d - nächsten Jahre für die Oberhessiichen Eisenbahnen wesentlich bessere Verhältnisse brinaen roerben, namentlich wenn es gelingt, durch den Bau einiger sich mehr in das Were pÄmu3 Z? N-b-nstre-k-n die Abfuhr unserer' schwer miÄÄ di- landesüblich^ betrachte, werben darf, welches mtndlstens

inß öffentlichen Interesse Unternehmungen und Anstalten

«eif^ ohne Berechnung. Wenn er, um ein nahe

SWMW-MUMZ betritt5' b ' Staaisregicrung aus den Mitteln des ganzen Landes die Unkosten ®i-oühebütet<beren6^nnnbeS3U«S1 B-ffpi-l- zu finden. Uns« anschlags für 1882 bis 198? Sm Tk' m Durchblättern des Vor-