Ausgabe 
25.5.1882 Zweites Blatt
 
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, Das m der lanbwtrthschaftlich-n Zeitschrift früher empfohlene sogen. Becker'sche Verfahren bestehe darin, daß die Milch, durch kochendes Waste, erwärmt, dann abge- kühlt und abgerahmt werde. Man brauche davei kein besonderes Lokal, die Milch bleibe ausgeze-chnet süß. Jedoch ist dieses Verfahren wegen der erforderlichen Menge kochenden Masters nur in beschränktem Maße durchführbar. Es habe aber insofern genützt, als man auch bet anderen Methoden auf den Vorthcil der Erwärmung der Milch gekommen sei.

Nach des Redners Ueberzmgung und seinen auf Reisen gemachten Erfahrungen ist der Forischritt in der Molkerei von großer Bedeutung. Die Viehzucht müsse zum Mittelpunkt der Wirthschaft gemacht weiden. Dadurch erhalt- man guten Dünger und damit die Voraussetzung eines guten Ernteertrags. Bei der Rentabilität des Viehstalles komme di- Milchproduction ganz wesentlich in Betracht. In Hessen würde nur die Hälft- der erforderlichen Molkere producte erzeugt. Ungeheure Massen fremder Butter und fremden Käses wlliden aus Amerika, der Schweiz, Oesterreich bet uns eingeführt Eine Ausfuhr nach England, Italien, Spanien, Ostmdieii rc. sei noch für lange Zeit sicher. Auch im Inland könne die Conjumtioii der Milch noch vermehit weiden. So trinke man in Schweden allgemein Milch. Auch bei uns würde brsser anstatt schlechtem Kaffee, Bier rc. Milch getrunken werden Weiter könne das Publikum auch an den Genuß feinerer Butter und feineren Käses gewöhnt werden. Der Molkerei- Betrieb lasse sich daher noch ungeheuer ausdehnen und habe eine große Zukunft.

Heber die Bildung von Orlsoieh-Versicherungskassen erhielt nun­mehr das Wort

Bürgermeister Bopp von Bellersheim:

Aus Erfahrung glaube Ich behaupt, n zu können, daß k.einer- Verflcherungs- perbände aus perschiedenen Gründen größeren vorzuziehen sind, indem bei ersteren jedem Versicherten zu jeder Zeit Gelegenheit geboten in, sich von der Verwaltung des Vereins UeberzeugbNg zu verichaffen Hiermit hat sich auch Herr Professor Dr. Pflug kürzlich bei ein r Verhandlung des landwirihschasliichen Pi ooinzialverems einverfianden erklär,. Unterschleise oder Vernachläffigung der Thiere können nicht leicht vorkommen, indem Einer den And-rn controlirt. Jedem Besitzer sind bei Ortsvtehmrsicherungen die Viehstände der übrigen bekannt und Jeder hat di- Vortheile der Kaffe stets im Auge.

Bei vorkommenden Unglückssällen siebt der Nachbar dem Nachbar hilfreich zur Seite, indem jeder mit seiner Unterstützung gl-ichzcnig seinen eigenen Vorlheil und so­mit auch das Interesse der Kasse wählt.

Die Verwaltungskosten der klnn.ren Verbände sind sehr gering, indem keine Besoldeten dabei angestellt sind. Für die Verwaltung wird den an der Spitz- derselben stehenden Personen nur eine ganz gering- Vergütung in Hinsicht ihres Zeitaufwandes und baaren Auslagen zu Theil.

Die Bellershe mer Ortsviehkaffe wurde im Jahre 1836 anfangs nur für Rind- vieb auf Gegenseiiigkeit gegründet. Die Beiträge werden viei teljahrsw-ise nach «e- dürsnitz erhoben, dabei jedoch möglichst auf einen entsprechenden Kassevorralh Bedacht genommen. Dortheile von Seiten der Kasse werden nicht beabsichtigt. Seit 12 Jahren werden auch Pferde in der Ortsviehkosse versichert.

Den Vorstand des V-rbandes bilbet der jeweilige Grmeinderath mit dem Bürger­meister als Vorsitzendem, welchem gleichzeitig die Leitung drr schriftlichen Angelegen­heiten, sowie die Erth-ilung der Zahlungsanweisungen obliegt.

Die Abschätzung der Werth- der Thiere wird durch eine aus vier Mitgliedern bestehend- Commission in den ersten Tagen eines jeden Quartals, also jährlich vier Mal, vorgenomm-n. Neu angeschafftes Vieh wird alsbald nach der Anschaffung nach­träglich ausgenommen. Hierbei wird nur nach dem wahrer. V-rkaufswerthe taxirt.

Bei St-rbefällen ober sonst unter den versicherten Thieren vorkommenden Unglürksfäll-n werden dem Versicherten b-ei Viertheile der Verstib-rungssumm- des Thiercs ausbezahlt. Außer diesem wird noch entsprechende Vergütung für die Häute, welch- in Folge des Milzbrandr.glements mit den Cadavern verscharrt werden müssen, geleistet. Die für solche Häute zu gewährende Vergütung wird von dem jeweiligen Vorstand- für jedes einzelne Thier besonders bestimmt.

Durch vierteljährliche Erhebung der Beiträge und durch den gebildeten Reserve­fond ist d-e Möglichkeit geboten, die Entschädigungen alsbald nach Eintritt der Ver­luste sofort baa, auszuzahlen.

Das Rechnungswesen der hiesigen Ortsviehkaffe ist mit der Gem-inderechnung vereinigt. Der Rechner erhält gleiche Prvc.nte, wie von den übrigen Gemeinde­geldern. Die Beiträge werden mit den übrigen Gemeinde - Einkünften erhoben. Wenn auch durch administrative Beitreibung Kosten entstünden, so wären dieselben im V-rhältniß zu den gerichtlichen B-itr-ibungskosten doch ganz sicher verschwirdend niedrig.

Ein weiterer Vortheil der Vereinigung der V-rsicherungskass- mit der Gemeinde­kasse besteht darin, daß im Falle die baaren Mittel der Viehkasse momentan zur R-gulirnug der Schäden bei ausnahmsweisen größeren Verlusten nicht ausreichen sollten, von Seiten der Gemeindekasse der Viehkasse Voischüffe gemacht werden können.

Nachfolgend grbe ich eine kurze U-b-rsicht aus den letzten zwölf Jahren von den Leistungen unserer Ortsviehkasse:

Jahrgang.

Versicherungs­summe. Gulden.

Verwaltungs- koften. Gulden. Kreuzer.

Gezahlte Ent­schädigungen.

Gulden. Kreuzer.

Beitrag auf 1 Gulden Versicherungskapital

Kreuzer.

Heller.

1869

50758

47

32

526

15

_

3

1870

33674

49

21

235

521/-

1

1871

32465

98

51%

1195

45

1

1

1872

43798

71

58

930

20

1

1873

50745

75

2

789

30

1

_

1874

50575

83

11

839

28

1

_

JL

X

JL

1875

51500

179

92

2534

2

__

2

1876

54747

186

25

1528

80

_

4

1877

54757

159

5

806

32

_

3

1878

56726

149

61

1378

87

_

2

1879

57484

172

61

1612

56

_

2

1880

55555

202

73

2357

45

_

3

1881

52474

203

33

2664

99

__

1

In den Verwaltungskosten sind auch die Kosten

für bie

veterinärärztliche B--

sichttgung gqd)lad)tdfr Thiere inbegriffen.

Die Grundbesitzer sind mit den getroffenen Einrichtungen zufrieden.

Nach meiner Ansicht sind nur

bie Ortsviehkassen zu empfehlen unb möchten bie

landwirthfchaftlichen Vereine auf Bildung solcher hinzuwirken haben.

Es bemerken hierauf:

Freiherr v. Rabenau: Da der Herr Referent keinen Antrag gestellt habe, bringe er den solg-nd-n ein:

1) Alle großen Viehv-rsicherringen sind nicht zu empfehlen;

2) Für die Versicherung von Thieren gegen Verlust-, bei welchen vom Staate eine Entschädigung nicht geleistet wird, empfehlen sich kleinere Versicherungsverbände auf Gegenseitigkeit;

3) Normalstatuten sind auf Kosten des landwirthschafilichen Bezirkso-r-ins drucken zu lassen, mit der Ueberschrift:Vieh-Versicherungs-Gefellfchaft der Gemeinde . . - versehen, welche denjenigen Gemeinden um­sonst zur Verfügung gestellt werden, di-Versicherungs-Anstalten einführen wollen;

4) Die Broschüre des Dr. LorenzDas Viehversicherungswesen im Groß- berzogthnm Hessen" ist auf Kosten des Vereins für zede Gemeinde des Kreises anzuschaffen.

Dr. Gros: Die größeren Verbände seien nicht unbedingt zu verwerfen. Ver­schiedene derselben hätten sich bewährt, z. B. die Sächsische, was man von den kleineren noch nicht sagen könne, besonders wenn Epidemien auftreten sollten. Es frage sich auch, ob kranke Thiere nicht mitunter geschlachtet würden.

Baurath Dr. Diefscnbach: Auch in Grünberg bestehe eine Versicherungs­kasse in der Art, wie sie der Referent angegeben habe, nur daß solche nicht mit der Gemeinde zusammenhänge. Seiner Meinung nach wäre eine Commission zu bilden, um die Verhältnisse der Kassen des Kreises zu prüfen-

Generalfecretär Dr. Weidenhammer verweist hieraus auf die in dem ge­nannten W-rkchen von Dr. Lorenz mttgetheilte Statistik.

Secretär Gros von Lich erklärt sich mit Dr. Gros einverstanden. Die Ober- hessisch- Vieh-V-rsicherungs-Gesellschast best-h- seit 1837. Daß dieselbe segensreich

wirk-, ergeb- sich schon daraus daß si- viele Mitglieder aus Gemeinden zähle, in weichen sich Orlsviehkaisen befänden. Man möge immerhin örtliche Versicherungskasfen N.unben, allein auch die bestehenden weiteren Verbände in Ruhe lassen. Die größeren Viehbesitzer konnten sich nur in größeren Gesellschaften versichern, da di- Ottskafsen so große Viehbestände nicht annähmen. '

wideisprlcht der Behauptung, daß kranke Thi-r- schnell Kr-^svK-rinä^irnztes nicht^ t'Er des Fleffchbeschauers, eventuell des

_ Freiherr v. Rabenau: In Allendorf a. d. Lda. würden ebenfalls so geringe Praimi-n gezahlt, wie st,Bellersheim. Auch Dr. Loren, empfehle Ortsv.-rsicherungs- kasfen und führ- das Statut von Roßdorf an, welches mit dem in Bellersheim über-

. Genttalfecr-tär Dr. W eidenhammer: Die von Dr. Gros genannte k n Gesellschaft könne er nicht empfehlen, da sie in ihrem Statut bie Bestimmung 7, e, daß die Enifchadigung nur dann voll bezahl, werde, wenn die Mittel vmhanden ' » I. der Festfchriit zur bevorstehenden Landes-Ausstellung werde das Wichtigste aus der Broschüre von Dr. Lorenz nntgeth ilt werden.

... v. Rabenau: Di- größeren Versicherungsgesellschaften könnten gar

nicht beseitigt werden- Hier werde vorzugsweise gefragt, ob die Oris-Versicherungs- ttsfen prakiNch und zu empfehlen seien, und dafür spreche er. lieber die Sächsische ©qeQfotatt äußere sich Richter in Tharand sehr zufrieden. Wenn den Versicherten die betreffende Bestimmung des Statuts recht fei, so könnten sie sich auch über einen etwa daraus entstehenden Schaden nicht beschweren.

Oeconom Zimmer von der Bingmühl- fragt an, ob die Absicht bestehe, e>ne Zwangs-Viehversicherung für das ganz- Land einzuiühren mit ähnlicher Ein- richtang wie die Landes . Brand - Veisicheiungs - Anstalt, worauf Generalfecretär "r-^r/VJim nicr erwidert, daß diese Frage für die nächst- Sitzung der Großh. Centralstelle für die Landwirthfchaft auf der Tagesordnung stehe.

Bei der nun erfolgenden Abstimmung wild der Antrag v. Rabenau Nr. 1 nvl, rr I0J'rtat' Hörigen einstimmig angenommen und noch weiter befchlofsen, daß vom Bureau des Vereins eine Commission zum Entwürfe eines Normal­statuts zu ernnnen sei.

Es erhält hieraus das Wort

. Kur Frage über die Feststellung des Begriffs Mittelernte Gutsbesitzer Schlenk- vom Hardtdofe:

Die Frage:Was hat man unter einer Msttel-rnie zu verstehen?" hat sich bei ber Durchsicht der Ernteberichte für das Königreich Preußen wohl mancher Landwirth vorgelegt ohne sich über den Begriff klar geworden IU fern. Es heiß! in btef.m Be­richte z. B-, die Provinz Schlesien bat in Walzen HOo/o einer Mittelernte gemacht. Es muß danach als Mittelernte eine Ceniner-Z.ihl festgestellt fein, die für die ganze Pro- vinz Schlesien eine Mittelernte für Weizen repräfentirt und di- gleich 100 gesetzt ist , hmm wir an, diese Zahl für eine Mittelernte in Waizen wäre für bie Pro- Jfnj Schlesien 8 Ctr. pr. t/4 ha ermittelt, so würde, wenn es in der Erntestatistik heißt: Dte gen. Provinz hat 110% einer Mittelernte geliefert, dies bedeuten, die ge­nannte Provinz hat pr. </, ha 8,8 Ctr. Waizen geerntet.

Wie ist di- Zahl 8 ermittelt? Ich halt- es für unmöglich, für eine ganze Pro- Dtnj eine Zahl zu finden, welche die Mittelernte repräfentirt für jeden Winkel dieser Provinz. Es kann auch nur daraus ankommen, nahezu eine Mlttelzahl zu finden. Die Berichte werden, da sie Angaben nach Procenten einer Mittelernte zu machen haben, das wirkliche Ergebniß genau zum Ausdruck bringen können.

Meiner Meinung nach ist es nicht richtig, um die Zahl für eine Mittelernte irgend einer Fruchtart feststellen zu können, das Ernteergebntß einer kurzen oder einer langen Reib- oo» Jahren zu addiren um so die Mittelzahl finden zu wollen. In einer langen Reihe, sagen wir in 20 Jahren, ändern sich die Erträgnisse durch ver- befferte Cultiir rc. schon wesentlich; in einer kürzeren Reihe von Jahren können zu­fällig die Mehrzahl der Jahre durch günstige Witteruiigsverhältnisse recht gute, ober «re es in dem letzten Jahrzehnt in Deutschland der Fall war, durch ungünstige Ver- haltnisfe vorzugsweise schlechte Ernten sich folgen.

3* bin der Ansicht: In der Provinz Oberheffen haben die einzelnen Bezirke zu berichten,unter günstigen Verhältnissen, in besten Jahren ernten wir im Maximum z. B. 12 Ctr. Waizen pr. 1 < ha, im Minimum nehmen wir 6 Ctr. Waizen pr./< ha; scheint der Waizen ein geringeres Ergebniß liefern zu wollen, so pflügen wir um und stellen mit einer andern Fruchtart aus, so baß die umgepflügte Fläche In dem Ernte- b-ncht als mit Hafer ober Gerste rc ausgestellt, figurirt. Für jeden Bezirk der Pro­vinz Oberheffen suchen wir aus diesen Zahl-N die Mittelzahl, in unserem Beispiel = 9; aus den Mttt-lzabl-n der sämmtlichen Bezirke stellen wir die Zahl für bie Mittelernte der Provinz Oberheffen fest und kommen butmt ber Wahrheit so nahe als möglich und noihw-nbig ist. Ich Iviederhole, daß das ermittelte Ernt-ergebniß nicht ungünstig beeinflußt wird. Es handelt sich ja nur darum, daß bei Abschätzung der voraussichtlichen Ernteergebnisse eine Zahl für jede Fruchtart als Mittleernte sür die Provinz bekannt ist, von der wir sagen können, w r bleiben dies Jahr mit unserer Ernte um so und so ni.le Proc-nte darunter, oder wir fommen um so uud so viele Procenie darüber.

An ber sich hierauf cnispinnenden sehr lebhaften Diskussion beiheiligen sich Freiherr v. Rabenau, Baurath Dr. Dieffenbach, Bürgermeister Zimmer von Vellingen, Kreis-Ingenieur Gnauih, General-Secretär Dr. Weidenhammer, Bürgermeister Dem von Haufen, Dr. Gros, der Director und der Referent.

Es wild dabei betont, daß der Begriff Mitteleinte eigentlich zunächst für jedes einzelne Grundstück, alsdann für jede Gemarkung, den Kreis u. f w. festgesetzt werden müsse. Abweichend von der Ansicht des Refercnteit wurde auch die Meinung aus- g-spioch-n, daß der Begriff Mittelernte auch aus dem Durchschnitte einer möglichst großen Reihe von Beobachtungen, d. h. Ernte-Erlrägnisfcn abgeleitet werden könne, wogegen jedoch wieder eing-wendet wird, daß diese Beobachtungen sich zufällig gerade auf eine Reihe sehr guter ober auch sehr schlechter Jahrgänge erstrecken könnten, in welchem Fall- der Durchschnitt dem Begriffe der Mittelernte nicht entsprechen würde. Weiter wurde hierzu bemerkt, daß zur Erntestatistik aus Furcht vor Steuererhöhung mitunter unrichtige Angaben gemacht worden feien.

Die praktische Bedeutung der Frage wurde dahin erläutert, daß die Ernte-Ergeb­nisse seit 1878 zwar in absoluten Zahlen erhoben, daß aber diese Zahlen erst im Jahre nach der Ernte bekannt werden. Es sei deßhalb in Preußen vorgeschrieben worden, daß alsbald nach der Ernte einstweilen veröffentlicht werde, wie sich dieselbe zur Mittel­ernte verhalte, um die vermuthliche Einfuhr ober Ausfuhr beurteilen zu können. Man müsse daher wenigstens bezüglich ber Hauptfrüchte wissen, was, in bestimmten Zahlen ausgedrückt, unter Mittelernte verstanden werde. Der Director wurde daher ersucht, hierüber weitere Erhebungen anzustellen und solche dem Referenten zur Beant­wortung der in dieser Sache von dem Provinztalvereine gestellten Anfrage mitzutheilen.

Es erhält hierauf das Wort

Zur Frage über die Hebung der Rindviehzucht, insbesondere der Vogelsberger Rasse,

Der Secretär des Vereins: Es sei ivdjt seine Absicht, über die große Be­deutung d-S Vogelsberger Viehschlags für den Kleingrundbesitzer und die Gebirgs­gegenden ober über die Vorzüge dieser Rasse jetzt zu sprechen, da hierüber in letzter Zeit genügend verhandelt worden sei. Er setze hier voraus, daß man allseitig von der Nothwendigkeit der Erhaltung und Verbesserung der Vog-lSb-rg-r Rasse überzeugt sei und wolle daher heute nur über ein Mittel sprechen, welches zu diesem Ziele führe, nämlich die Bildung eines entsprechenden Viehzuchtvereins. Es liege ihm in dieser Hinsicht ein bewährtes Statut aus Nassau vor, dessen Hauptbestimmungen er zur Richtschnur empfehle.

Es müßten hiernach in denjenigen Th-il-n des Kreises in welchen die Vogels­berger Rasse die angemessenste sei, die Viehzüchter zu einem Zuchiv-r-ine zusammen- treten. Die Mittel, durch welche die Zucht der reinen Vogelsberger Rasse befördert werden solle, seien besonders folgende:

1) Jedes V-reinsmitglied kann freiwillig ein ihm bereits gehöriges Thier der reinen Rasse zur Nachzucht bestimmen, -s als sogen. Vereinsthier erklären;

2) Der Verein kauft Thiere der reinen Rasse Minder, Kühe, Bullen), wo er solche findet, auf und verloost sie;

3) Besonders schöne Exemplare der reinen Rasse werden prätniirt.

In b efen drei Fällen Übernimmt ber Betreffenbe ((Sigentijümer, Gewinner, «Prämierte) die Verpflichtung, bas Thier vier Jahre lang zur Nachzucht zu verw-nb-n unb baffelbe demgemäß zu halten. Die so zur Nachzucht bestimmten Thicre fammt ihrer Nachkommenschaft werden in ein Register eingetragen und gezeichnet. Alljährlich