Ausgabe 
23.3.1882 Zweites Blatt
 
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1882

Donnerstag den 23. Marz

Zweites Blatt.

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Betreffend:

«Bureau: Schulstraße B. 18.

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Mfg,,

Mr bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre ^efteuungen oa.ug s Expedition.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark LN Pj.

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Gießener Anzeiger

AMs- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen.

Betreffend: Drainirung in Flur IVIII der Gemarkung Utphe.

Bekanntmachung.

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Politische Uebersicht.

V W Gießen. 22. März.

Wieder ist mit dem 22. März ftr das deutsche Volk einer ferner größten Fest- und Freudentage herangenaht: Der Geburtstag eines^Kaisers Fünf und acht zig Jahre sind nunmehr über dem Haupte unseres grellen Kaisers dahingerauscht, aber der Flügelschlag dieser Jahre hat nicht vermoch, den Schirmer und Lenker des deutschen Reiches jener seltenen geistigen und kör­perlichen Frische zu berauben, durch welche er sich noch jetzt m so wunderbarer Weise auszeichnet. Fünsundachtzig Jahre - welch' em un d uten er Zeitabschnitt in der Geschichte der Menschheit und welch em gewaltiger Ze raum im Leben des Einzelnen! Wie selten ein Fürst sicht Kaiser Wilhelm a s ein reich bewegtes Leben zurück, in dem es neben einer Fülle glanzender Bild auch an trüben und schmerzlichen Erinnerungen für den "^verehrten Monaiche nicht fehlt, aber glücklicherweise überwiegt der ihm das Licht den Schatten un namentlich aus die letzte Periode seines Lebens kann Kaiser Wilhelm Et stolzer Genuqthuunq zurückschauen, aus welcher die Einigung des deutschen Boltes als des Kaisers ureigenstes und zugleich glänzendstes Werk gewaltig emporragt und schon deshalb würde sein Name aus ewig mit Flammenzügen m den Annalen der Geschichte eingegraben sein. Mit Bewunderung schaut darum am 22. JJia^ Deutschland auf seinen Kaiser und aus Palast und Hütte steigt der Wunsch zum Allmächtigen empor, daß er seine Hand auch ferner schirmend über dem theueren Oberhaupte des deutschen Volkes halten möge!

Das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigte sich m vergan­gener Woche saft ausschließlich mit der zweiten Berathung des Cu tusetats nur am Sonnabend gelangte außerdem noch die Vorlage, betr. die Verstaatlichung von sechs Eisenbahnen, zur dritten Berathung. Aus der Freitags-Debatte ist namentlich die Discussion über die jetzt so vielfach und lebhaft erörterte Real- schulsrage hervorzuheben, welche sich gelegentlich der Berathung über den Dis­positionsfonds für die durch Einführung revidirter Lehrpläne an den höheren Lehranstalten entstehenden Mehrkosten entfpann. Anhänger wie Gegner der voll­berechtigten Realschule verbreiteten sich in ausgiebigster Weise über dieses wette Feld und namentlich über Werth oder Unwerth des Lateinstudiums. Mit aller Entschiedenheit für die Gleichberechtigung der Realschul-Abiturienten mit denen der Gymnasien traten besonders die Abgg. Schmivt, Dr. Löwe, Seyffarth, Dr. Langerhanns und in gewissem Grade auch Dr. Reichensperger HCöln) ein, Cultusminister v. Goßler betonte in seiner Rede, daß die Lösung dieser Frage noch nicht reif fei, einstweilen könne er für eine volle Gleichberechtigung der Realschule mit dem Gymnasium noch nicht stimmen. Auch Abg. Dr. Perger äußerte, daß selbst die größte Pflege der realistischen Bildung uns in keiner Weise gesördert hätte, worüber mau allerdings zweierlei Meinung sein kann; im klebrigen wurde der Dispositionsfonds gegen die Stiminen des Centrums genehmigt. Dem Abgevrdnetenhaufe wird in diefen Tagen das Verwendungs­gesetz zugehen. Dasielbe enthält vier Hauptpunkte: Beseitigung der vier untern

Stufen der Classensteuer, Ueberweisung der Hälfte der Grund- und Gebaude- steuer an die Communen, Verminderung der Schullasten und Verbesserung der Beamtenbesoldungen. .

Die Handels- und Gewerbekammer für Oberbayern hat sich em- stimmiq gegen das Tabakmonopol ausgesprochen.

bin Oesterreich sind die Jubelhymnen über die Niederwerfung des Ausstandes in der Crivoscie zu zeitig angestimint worden. Die überall rurückaeworfenen Insurgenten sammeln sich in Montenegro wieder und unter» nehmen von hier aus Raub- und Plünderungszüge m die Crwoscie und Herze- n; n mobnrdi die Thäliqkeit der österreichischen Truppen fortgesetzt lil An­bruch genommen wird. Augenscheinlich sind aber die flüchtigen ^usurgenten dmi dürften Nikita sehr unbequeme Gäste, denn er hat einer an ihn abg^ mndtm Deputation der Crivoscianer das Verhalten derselben gegen O-s erreich in strengen ^Worten vorgeworfeu und dabei erklärt, datz er ihnen die Aufnahme in Monttnegro zwar nicht verweigern könne daß er aber eine strenge Beauf­sichtigung gegen die Flüchtlinge angeordnet habe. , .

' ü<tr, ctrrtnfreiti setzt Gambetta seinen bisherigen Mmenkneg gegen hns LI de Ärev imt nun auch auf der Oberfläche des

rnrl.b her am 21. März in der Deputirtenkammer ftattfmbenben

der wichtigen Budget-Conimission gedenkt Gambetta einen großen Schlag aeaen das SDtinifterium zu thun, indem er Alles aufbietet, um fernen Anhängern die Mehrheit im Ausschüsse zu verschaffen

sinn« hie Nerwersuna des vom FmanzmiUlster Leon S>ay ausgejieulen

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zurücktreten würde. erhält mit jeder Woche ein anderes

Ansehen? * Zu Vn widersprechendsten Gerüchten über dw A^ttrsburI Nach?

ernsten Verweis erhalten und b ) m > ,r Da das genannte Blatt in selbst nicht gewußt, was er SrW'°chen ha D vorläufig

nahen Beziehungen zur osterreich chen R"Rg ' vicht ohne Weiteres die Glaubwürdigkeit der von ihm gebrachten »

bezweifeln. «kuvichtina hat die radikale Partei einen poli-

Ju derser bisch en S u p, ch verlangten nämlich zu einem