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delskammer und die Erledigung ihrer Aufgaben ohne Einfluß bleiben werde, und daß die Interessenten bisher durch die veröffentlichten Auszüge aus den Protokollen über die Stellung der Kammer zu den wichtigeren Fragen und die Behandlung derselben genügend informirt seien", beschloß indessen gleichwohl für die, Folge die Oeffentlichkeit der Verhandlungen als Regel eintreten und die Tagesordnung vorher bekannt machen zu lassen,da bereits unter dem 26. Ja­nuar 1880 dem auf Veranlassung des deutschen Handelstages ausgearbeiteten Entwurf eines Handelskammer-Gesetzes für das deutsche Reich, welcher die Oeffentlichkeit der Sitzungen vorschrcibt, Seitens der Handelskammer vorbehalt­los zugestimmt und somit in dieser Frage ein Präjudiz geschaffen sei, an welchem festzuhalten das Collegium auch heute noch für angezeigt erachte."

- Ein Berichterstatter derReuen Pr. Ztg." schreibt: Es ist bereits gemeldet worden, daß Fürst Bismarck vor kurzer Zeit mit den Herren Professor Dr. Wagner, Dr. v. Schäffle, Geh. Rath Lohmann, Legationsrath Rottenburg und v. Heyking Conferenzen wegen der Vorarbeiten für die socialpolitische Ge­setzgebung abgehalten hat. Dem Vernehinen nach hat es sich jedoch weniger um allgemeine Gesichtspunkte in Betreff der Arbeiterversicherung, als um ganz specielle Punkte gehandelt. Vornehmlich soll die Bildung von corporativen Ver­bänden, die ja als Grundlage für das Arbeiter-Unfallversicherungs-Gesetz in Vorschlag gebracht werden, den Hauptgegenstand der Verhandlungen gebildet haben. Diese corporativen Verbände, von denen der liberale Gesetzentwurf nichts sagt, werden also hauptsächlich der Punkt sein, über den eine Einigung herbeizuführcn ist.

Krankreich.

Paris, 16. Januar. Der Deputirtenkammer sind bereits gestern zwei prächtig ausgestattete, mit Photographien geschnmckte Bände zugegangen, welche die Schlußabrechnung der Weltausstellung von 1878 enthalten, deren finanzielles Ergebnis; eben kein günstiges war. Als man die Ausstellung eröffnete, war ein Deficit von 10 Millionen vorgesehen worden; da aber die Voranschläge bei den Ausgaben bedeutend überschritten wurden, die Einnahmen aber hinter den Anschlägen zurücklieben, so steht jetzt einer Ausgabe von 55,775,000 Frcs eine Einnahme von nur 24,350,000 Frcs. entgegen, was ein Deficit von 31,425,000 Frcs. ergiebt. Der Bericht schließt mit den Worten:Wenn die Ausstellung wie eine private Unternehmung geführt worden wäre, so hätte sie vielleicht weniger gekostet, aber sie hätte auch wahrscheinlich unserem Lande weniger Ehre gemacht. Die Regierung mußte bei dieser Gelegenheit vor Allem die moralischen und politischen Erfolge in's Auge fassen, die auch in unerwar­tetem Maße erreicht worden sind. Wer könnte sagen, daß sie tu theuer be­zahlt wären?"

Paris, 18. Januar. Die beiden Gruppen der Linken, die äußerste Lmke und die radikale Linke, haben sich heute für die vollständige Revision der Verfassung ausgesprochen. - DerTettgraphe" glaubt zu wissen, daß ein Uebei lebender von der Mission Gatters sich gegenwärtig noch als Gefangener der den Tuaregs befinde. DerTemps" erklärt das Gerücht, wonach die Ostbahn-Gesellschaft sich zu der von der Regierung vorgeschlagenen Ermäßigung der Tarife verstehen wolle, für unbegründet. DerTemps" tritt den Äus- führungen der türkifchen Note entgegen und findet die Haltung der Regierungen von Frankreich und von England gegenüber Egypten vollkommen gerechtfertigt durch die militärischen Pronunciamentos, welche das notorische Resultat der Zntriguen Konstantinopels seien.

Rußland.

.. Petersburg, 16. Januar. DasPetersburger Journal" bringt einen Aufsatz über den Budget-Bericht des Flnanzmimsters. Das Journal sagt darin: Aus dem Bericht geht der feste Wille des Kaisers heroor, die wirihschaftliche Lage des Reiches aus normale Verhältnisse zu bringen. Sie war eine ungünstige geworden in Folae *Ve%o^rie0eVn? ein'0er schlechten Ernten; aber Dank der glanzenden Ernte t i Ähre 1881 und brillanten Einnahmen rm zweiten Halbjahre 1881 befindet sie sich schon auf dem Wege der Besserung. Die Rückkehr zu normaler Finanzlage wird noch besser erreicht durch beträchtliche Ersparn.ß bei verschiedenen Ausgaben. Namentlich find die Ausgaben für den Krieg schon um 23 Millionen ermäßigt. ^Weitere Ermäßia- ung n find bereits onbefohUn. Eine Vermehrung der Ausgaben soll nur für pro­ductive Zwecke stattfinden. Besondere Aufmerksamkeit ist den außerordentlichen Credtten ^wldmit dre nur productiven Ausgaben dienen sollen. Dank der friedlichen Politik des Kaisers kann dieses Resultat ohne Schwierigkeit erreicht werden. Die h) bestimmt

<» s i f ff * f. .... -'0 m.. anzm Nister zu dem Ausspruch:

HÄi ungünstigen Veihattnissen wird schwinden durch ttrenge

Sparfamfeit n a(6n Jjroeigm der Verwaltung und Ermäßigung der Kriegs-Ausgaben Außerdem sollen durch Steuerreform die Emnahmen vermehrt werden. Sodann werd ber Fiiianzmmister an der bereits vor einem Jahre becretirten Verminderung der schwebenden Schu b sesthalten durch lah'liche Vernichtung von 50 Millionen Credit- Billeten welche bis zur Vernichtung von 400 Millionen soitgesetzt werden soll. .Diese Verpflichtung sagt der Minister,soll heilig gehalten und gewissenhaft erfüllt werden". Zugleich zeigt der Minister, daß dre von der Regierung für Cours-Aufdesserung ge­machten Ausgaben nicht als unproduetiv betrachte, werden können Das Journal bbPÜß- btde mit s° vieler Bestimmtheit gegebene Erklärung auf das Freud,^ft- und schließt: Die proiertirtcn und zum Theil schon ergriffenen Maßregeln können für die Ordnung unserer Finanzen nur dauernden Erfolg hab.n, wenn ihre Ausführung mit E'l-r durchgesetzt wird. Rußland kann sich in wenigen Jahren von dem Deficit be­freien; aber nur die Regierung, welche niemals von den Grundsätzen der Staats- wirthschaft, gerechter Steuer - Vertheilmtg, Sparsamkeit und Ordnung in den Aus­gaben abweicht, kann di- Entwickelung der politischen und finanziellen Macht eines Landes sichern, indem ,te dieselbe gegründet auf das ununterbrochene Wachsen des Volkswohles.

Deutscher Deichstag.

29. Sitzung vom 19. Januar.

Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um 11V4 Uhr. Am Bundesrathstische.- r. Bötticher.

Tagesordnung: 1) Fortsetzung der ersten Beraihung des von dem Abg. Buhl und Gen. eingebrachten Gesetzentwurfs, betr. die Entschädigung bei Unfällen und die Unfallveisicheiung der Arbiter.

Abg. Dr. v. Skarczynski (Gmsen) erörtert den Standpunkt der polnischen Fraction. Seine Partei werde allen Bestrebungen ihre Sympathie zuwenden, welche darauf gerichbt setcn, sociale Härten zu mildern, sociale Gegensätze auszugleichen mit einem Worte: der Gerechtigkeit und Sittlichkeit aus socialem Gebiete möglichst volle Geltung zu verschaffen. Es sei ihr innigster Herzenswunsch, daß die Herrschaft der Sittlichkeit auf allen Gebieten des menschlichen Lebens Platz greife. Aber den Gedank-n des vorliegenden Gesetzentivurfs halte seine Fraction nicht als berechtigt. Das leitende Princip dieses Antrages sei, dem Unternehmer die Kosten der Haftpflicht allein auf- zuerlegen.

Abg. Ackermann: Die Debatte über den vorliegenden Gesetzenuvurs könne keine polit sche Folge haben, dinn daß derselbe auf keinen Fall in dieser Session zu Staude kommen könnte, würden oncb die Antrogsteller nicht glaubin. Die liberale Partei habe allerdings d>u Wunsch gehegt, selbst einmal etwas zu producircn und ihr Interesse für das Wohl der Arbeiter zu bezeugen. Die conservative Partei habe aber ke>n Jntiresse daran, jenen Wunsch zu unterstützen und weiteres Material in die De­batte zu trogtu, umsoweniger, als eine Vorlage der Reichsregierung demnächst in Aus­

sicht stehe. Redner bekämpft des Weiteren die Vorlage und spricht die Hoffnung aus, daß is der Regierung gelingen werde, durch Bildungkorporativer Genossenschaften" eine bessere Lösung der Frage zu finden, aK sie in dem Entwürfe der Liberalen vor­geschlagen werde.

2lt)g. Kayser (Freiberg) erkennt an, daß auf diesem Gebiete schon längst Ab­hülfe geboten »ar und daß dieselbe noch lange auf sich hätte warten lassen, wenn der Reichskanzler nicht selbst die In Native ergriffen hätte. Die Liberalen hätten allerdings das Zuiiandekommen des von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurfs verhindert. Redner erklärt ft» gegen das Prlnclp der Privatversicherung und für die Staats- verficherung. Ebenso erklärt er sich gegen den Ausschluß der Bauhandwerker.

o .. ^0 Dr. Windthorst erklärt, daß die Centrumspartei den gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für geeignet halte, der Frage naher zu treten, da die Regierung der- treten werde. Aber trotzdem s i der Antrag nicht ganz werthlos.

Die Liberalen hatten darin ihr Programm ausführlich dargelegt und das sei für die weitere Lösung dieser Frage sehr dankenswerth. Redner hält den Abschluß dieser Frage für so wichtig, daß er selbst die Berufung einer außerordentlichen Session im Frühjahr Mit Freuden begrüßen würde, wenn diese dazu bestimmt sein sollte, das Uufall-Ver- sicherungsgesetz seiner Erledigung entgegenzuführen.

Die Discussion wird geschlossen.

Zum Schluß nimmt noch das Wort der Mit-Antragsteller Löwe (Berlin) um auszuführen, daß, wenn der von ihm eingebrachte Gesetzentwurf Mängel enthalte/ dies mehr oder weniger der Fall sein werde, da das nöthige Material nicht zur Verfügung stehe. Er glaube, die Regierung dürfe das Gute nicht deßhalb zurückwersen, weil es von den Liberalen komme. Der Antrag hat eine gute Grundlage und könne die Re­gierung darauf sehr wohl ihre Gesetzesoorschläge aufbauen.

verwieffn^ ^n*ra0 herauf an eine besondere Commission von 21 Mitgliedern

. . 2) Fortsetzung der zweiten Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Er-

hebung einer Berufsstattstck, sowie die Vornahme einer Viehzählung Im Jahre 1882 und des Entwurfs etnes Nachtragsetats.

. An der Debatte beteiligen sich die Abgg. v. Köller, Frvhme, Dr. Franz Dirtchlet Staats,ecretar v. Bötticher, Dr. Paafche, » Ludwig, Kochhann n. a m. Der Gesetzentwurf wird nach unerheblicher Debatte, ebenso der Nachtrags- Etat genehmigt. w B

Haus vertagt sich hieraus. Nächste Sitzung Freitag, Vormittags 11 Uhr. SSnÄWSS16 Scrat^urs bcr Vorlage wegen des Hamburger Zollanschlussks

Schluß 43/4 Uhr.

lokale-.

Provin^Ooechessen roirb^am Dünsta^'den^L^lauvwirthschaftlichen Vereins für bie

Periode 1882/W vornehmen b,e landwlrthschaftliche Centralstelle für die

uns bi^erÜeaSeann6»a°ftCnntb,C-5 6eft8£-n Concertvereins am 29. d. Mts. verspricht Z-ü. Herr. C°rnp°nisten^ber neueren

Gemeinschaft mit Herrn Cone-rtmeNr ^nstkdirector in SreSlau. Derselbe wird in Violinsonale in A-moll (KanukrSt r m an neueste

während Fräulein <S#ieft auEer Ä lc _e,nl0e Solostucke für Clavier spielen, sche Lieder singen wird. ° § ti:eber °°» Schubert und Gluck, auch Scholz- Herr len tn°Mül?e^auS d-fl-n Ausführung sich noch

gramms bilden. U9 Frankfurt betheiligt, wird die Hauptnummer des Pro-

Teleqra-hische Depeschen.

Wolff's telegr. Correfpondenz-Bureau.

München, 19. Januar. Der bekannte Naturforscher und Reisende, Hermann v. ^chlagintweit-Sakünlünski, ist heute gestorben.

sU 191 ^anuar> der russische Botschafter v. Oubril und der

ö' ^ruPcnd^ heute Nachmittag 3/2 Uhr zu Wagen von der gnechychen Krrche nach dem Botschafts-Hötel zurückkehrten, wurde durch das Fenster des Wagens nach den darin Sitzenden ein großer Stein geworfen: der Botschafter v. Oubrck und der Botschaftssecretär v. Krupenski wurden indeß mcht verletzt Der .^häter wurde alsbald verhaftet; derselbe soll Johann Zich heißen, aus Böhmen gebürtig sein und als FreiwMger in der russischen Armee den letzten türkischen Krieg mitgemacht haben. Wie es heißt, wollte derselbe einen Racheakt ausuben, well er angeblich von der russischen Botschuft mit einem Bittgesuche abgewiesen wurde.

~ Kopenhagen, 19. Januar. Der Minister des Innern brachte im Foltethmg eine Vorlage em über den Bau einer. den Wünschen der deutschen Regierung entsprechenden Verbindungsbahn zwischen der Bramminge-Ribe-Balut und der proiecttrten Bahn durch West-Schleswig bis zu einem Punkte der Lan- desgrenze fudüch Rtbe, für den Fall, daß das letztgenannte Bahnproject zur Ausführung komnit. F 1 5

19. Januar. Der Reichstag wurde heute durch den König eröffnet. Die Thronrede gedenkt der der Kronprinzessin entgegengebrachten Spmpathtcn, fotme der Sympathien, welchen der König im Auslande für das tomgltche Haus und für die Völker Schweden-Norwegens begegnete Der öan- delstractat mit Frankreich ivird vorgelegt werden; dagegen finden dieses Jahr Vorlagen m Betreff des Steuerwesens und des Heerwesens statt Das Budget weyt in Einnahme und Ausgabe 78,680,000 Kronen auf

Bukarest. 19. Januar. In der vergangenen Nacht um 3 brach in cem Circus Krembser auf dem Boulevard Feuer aus. Trotz der Anstrengungen der Pompiers brannte der Circus vollständig nieder. Vom Personal werden 2 Banner und die erste Reiterin vermißt. 34 Pferde sind verbrannt.

-txSafbtnflton, 19. ^anuar. In dem Proeeß Guiteau dessen Ner- Handlungen nunmehr in die zehnte Woche treten, besprach der Vertheidiaer des Angeklagten, -Lcoville, gestern das Verhalten Arthur's, Conkling's und Grant's insbefondere, aber das Verhalten Conkling's lind Grant's qeqen GarfiAd und erttarte, diefelben feien moralisch verantwortlich für die Handlung Gutteau's

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folgende genaurabfAriften^eimn^6^ SBSbf,e']1 TOagbeb. Ztg." entnehmen wir

Anholt-D.ssaulfchen'verstorbene^^^Förste^bWäbke "" 1830u

^Turglauchster Ferst, . Genitligster Herrs

»ich'hn" b°nn°uns'^1^81700^ 1% n ®ur8Iautfi. m irem läben noch

mch zu mechtia werk i's.k, nr. ^cn0e Mavßregiln genumme wahren deß di Vestioe

(Pott straf mirf, turglauchtister Waaßer Pericht. untedenui9ftev Wabke.