Ausgabe 
21.1.1882
 
Einzelbild herunterladen

,ülber m zuschreipen, w-nnm-r h-rnack den Treck zu gachen bann mögens- nur balle I",stallt Gott straf mtchs währt stift nich gut. un da hannse sichs falber zuzuschie.p-n, wcnnmer hernach kene Schwiene un Eenen Harfch mer Kann da un können |e unserehnen itn Vroth mehr gehn un da hol der Deupels Läden un ich mak nid) meh fetn

* * thro turglaucht getreuer Wobke.

Pericht an de Puhren sn un um Werlitsch (Wörlitz), in un um rebsen. w

Weil in de drohe Hitze das ättle Willbrett in Eländen ^lrden zustann verichaht morden is, so fet an euch, tunime Puhren, borg mtd) hochferstlicher Pefehl, das ir des Daches un des Nachts euhre verdamm'gten Kotter an de Käthe lagt, un mch am Dache un de Nagt lohs läßt, wie euhre lumme Marotte rs, füst schlh ich ahllcs tott was los is un wenns Gott straf mich weih Pruther were

ter hochferstliche Ferfchter Wobke.

Di er 17. Januar. Für Geologn höchst wichtige Funde sind in jüngster Zett in Steete an der Lahn unweit Runkel gemacht worden Vor einigen Wo.tn'n fand «a» bei der Arbeit in den dortigen Stc.nbruchen ungefSbr m gleicher Hohe mit zwei ickon früher bekannten Höhlen einen brthen, bisher verdeckten Felsengang. ^rotz der stttsamen Funde welche man beim Brechen der Kalksteine gleich am Eingänge dieser Khl- machte wu"de b-dauerl,cher Weise die »eitere Ausbeutung dieses Th-iles der Steinlagerung nicht ausgeseht, bis wissenschaftlich-Autoritäten zur Stell- waren; man drang bis an'6 End- der Höhl- vor, wo sich hinter einer 20 Fuß dick.n Otemwand «tit-hen erhaltene Menschengerippe vorfanden, von denen drei nach Wiesbad'N g. schafft Ä»°g= Untersuchung dieser Gebeine ihre Lage die Beschaffeiiheit der betresstnde^ Oertlichkeit, des Gesteins, in welchem sie sich fanden, laßt die interessantesten Aufschlüsse erwarten. Am Eingänge der sich am Ende zur bequemeren Wohnung er­weiterten Höhle befindet sich eine mächtige Ablagerungsstatte von den Ueberrefien der Jagdbeute/deren Ausgrabung und Untersuchung der gefällige Besitzer des Stembiuchs LLerr Schneider aus Diez) dem wißbegierigen Besucher freundlichst gestattet; die Zahne und Knochen gehören den Thoren der tertiären Periode an; sie sind so massenhaft vorhanden, daß mehrere Generationen dazu gehört haben müssen, um diese Anhäufung ru bewerkstelligen. Die Reihe der Entdeckungen in diesem Kalkftemlager rst noch lange nicht abgeschlossen. Wo man m t der Hacke eir haut, trifft man auf interessante und widitifle Ueberrefte der Existenz der alten Höhlenbewohner. Es wäre nur wimsch-ns- wertb daß der Staat, welcher für die Alterthüiner am Alpheios und zu Pergamum dte Augen und den Geldbeutel offen hatte, sich auch bald d-eser heimischen Aus- arabungen annähme, welche, wenn auch auf einem ga-z anderen Gebiete liegende, doch nicht unbedeutende Resultate für die Wissenschaft versprechen. Es war em Jammer, anzusehen wie die ohne fachmännische Anleitung arbeitenden Steinbrecher in bte Mam­mut- und Bärenknochen einhieben, daß sie zerbröckelt umherflogen. Jetzt tst dte Arbeit allerdings eingestellt, aber wenn sich das wissenschaftliche Interesse nicht bald regt und der Staat nicht zum Ankäufe und zur Ausbeutung der Stelle schreitet, dann wird nur für diesen ober jenen Privatmann ein Curiosum als Andenken an ferne hohlen- bewohnenden Vorfahren abfallen. (O- Z->

Göttingen, 18.Januar. Der bekannte Literarhistoriker Dr. Kar l Gödeke, welcher unserer Georgia Augusta als ordentlicher Professor angehört, ist vom Groß- berzog von Sachsen-Weimar in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Lite­raturgeschichte dm ch Verleihung des Ritterkreuzes vom Hausorden der Wachsamkeit oder vom weißen Falken ausgezeichnet worden. m Y . .. ,

Gödecke gehört zu unseren beliebtesten Umv.-Leh'ern; seine Vorlesungen sind srst immer von weit über hundert Zuhörern besucht-

Spiritisten-Humbug. In der alten Kaiserstadt an der blauen Donau treibt der Svir tismus wieder gar wunderbare Blüthen. Doch ist es diesmal nicht ein aus­ländischerProfessor" sondern ein hochadeliger (Saueber, welcher den Geistcrspuck als Sport betreibt. Neuerdings hat der Wiener Spiritist sich als Neophyten einen jungen Fürsten ausersehen, von welchem es bekannt ist, daß er allen neuen wissenschaftlichen

Untersuchungen und Experimenten auf dem Gebiete der Physik das lebhafteste Interesse entgegenbringt. Doch diesmal sollte der vornehme Spiritist Übel auskommen. Bei einem zweiten Besuche, welchen der Fürst in Begleitung eines Verwandten dem Spiri­tisten machte, ließ der Fürst ein Drahtgitter mubringen, welches genau passend vor dem Gemache, iau§ welchem die Geister zu erscheinen hatten, angelegt und mit einem Schlüssel versperrt wurde. Und siehe da! die Geister erschienen nicht, weil sie wie der Geifterbeschwörer sich entschuldigte an diesem Tage bereits zu sehr erschöpft wären- Eine dritte Geisterbeschwörung, welche der Fürst in seiner Wohnungbefohlen" hatte, verlief für den hochadeligen Hexenmeister noch unglücklicher, so daß der Fürst sich ein für allemal von solchem Hokuspokus für furirt erklärte. Wie demB- T." aus Wien mitgetheilt wird, ist dieser junge Fürst kein Anderer als der Kronprinz Rudolf.

sNatur-Scltenheit.j Wir lesen in einem westphälischen Blatte: Eine circa 6 Centimeter große Birne wurde dieser Tage in einem hiesigen Garten gepflückt. Der Baum blühte im Spätherbst. Sicherlich ist die Frucht ein sprechender Beweis für bett diesjährigen außerordentlich milden Winter. Halbreife Erdbeeren finden sich in dm Gärten in Menge.

Mutter und Sohn.) In große Bettübniß ist eine Berliner sehr angesehene Familie durch den Leichtsinn eines ihrer Mitglieder versetzt worden. Dem Oberhaup. derselben, einer alten, würdigen Dame, war vor Kurzem ihr kostbarer Schmuck ent­wendet worden. Alle Bemühungen, den Thäter zu ermitteln, waren vergeblich. Da wollte es der Zufall, daß der Dieb in der Person ihres eigenen Sohnes entdeckt wurde. Den Schmuck halte er verkauft und das dafür eingenommene Geld verpraßt. Die alte Dame zog sich die Handlungsweise ihres Solmes dergestalt zu Herzen, daß sie still und immer stiller wurde, bis sich Spuren von Wahnsinn zeigten und sie vor einigen Tagen in eine Irrenanstalt gebracht werden mußte.

Handel und Verkehr.

Frankfurt a. M., den 20. Januar, Nachmittags 2 Uhr Mim (Telegr. Corn «bericht Mitqethettt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen-' Credst- actten 266V» Staatsb.-'tttien 258Vi. Galizier 248, Oest Silberreitte 64Vs, 4% Ungs . Goldrente k72>/8- 4% 1880er Russen 713/g, 2. Orient-Anleihe 58Vis, 5 o/g Rumanrs6<. Rente 86, Lombarden 115. Tendenz anfangs sehr flau, später etwas besser.

Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießen. Gottesdienst:

Sonntag den 22. Januar (3. nach Epiphanias):

Morgens 9Vr Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Donnerstag den 26. Januar:

Im Gymnasium Bibelstunde, Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. (Das Gleichn ß vom Feigenbaum. Luc. 13,69.)

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 22.-28. Januar besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

Allgemeiner Anzeiger.

In der Privallllagesache des Flurschützen Philipp Weller XU. in Wieseck, Privatklägers, gegen den Melchior Schäfer X. daselbst, Angeklagten, wegen Beleidigung hat oas Großh. Schöffengericht zu Gießen am 20. Dezember 1881 für Recht erkannt:

Angeklagter ist überführt und wirt) nach §§ 187 und 200 d. St.-G.-B. zu 2 Wochen Gefängnis; und in die Kosten verurrheilt. Auch wird detn Privatklüger das Recht zugesprochen, den entscheidenden Theit dieses Urtheils binnen einer Woche ngch Zustellung einmal auf Kosten des Angeklagten im Gießener Anzeiger" zu veröffentlichen.

B. R. W.

Die Richtigkeit der Abschrift der Urthellsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt.

Gießen, den 2. Januar 1882.

487 Neidhart,

Gerichtsschreiber des Gr. Amtsgerichts.

Holiverflkigerung.

Donnerstag den 26. b - 2N., von Morgens 10 Uhr an, f ollen im hiesigen Gemeindewald, District Dorfwiese

15 Eichen-Stämme mit 17,35 Fstm.,

16 Buchen- ff 23,90

29 Nadel- 15,40

380 Rmtr. Buchen-Scheitholz,

2 Eichen-

34 ff Buchen-Knüppelholz,

96 ff Stockholz,

4450 Wellen Reisholz,

2700 Radel-

versteigert werden.

Die Zuf ammenkunft ist zur bestimmten Stunde' im genannten District bei Nr. 1.

Grob-Buseck, den 20. Januar 1882. Großh. Bürgermeisterei Groß-Buseck. 489 Wagner.

Das Neueste in 464

Krausen, Spitzen, Ballblumen, Glace-Handschuhen (weiß, 24knöpf.), Spitzen und Chenille-Fichus, sowie Wolltüchern in weiß und farbig empfiehlt zu wirklich billigen Preisen A. Fangmann^

Herrn WILHELM REIBER, Seltersweg, übergaben wir ein Lager in Hastüster, Haslampm, und Koch-Apparaten, sowie allen sonstigen Gegenständen zur Gasbeleuchtung aus den ersten Fabriken dieser Specialitäten und in den bewährtesten Constructionen.

49__Giessener (üaswerk;

Chocolade und Cacao von Joh. PH. Wagner & CoinP. in Main,;, Th.ee von J.H. Meidinger in Frank­furt a. M. (pr. Pfd. f. Souchon» M. 4) empfiehlt in frischer Waare (440) Fh. Schlatter.

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, oaß unser seit­heriger Rechner, Herr Herman n Gehringer, mit dem heutigen Tage seiner Funktionen enthoben und an dessen Stelle Herr Rent­meister Möbus dahier provisorisch mit der Rechnungsführung be­traut worden ist.

Das Bureau befindet fich vom 25. d. Mts. ab, bis zu welchem Tage die Kasse geschloffen bleibt, in der Wohnung des mitunter­zeichneten Herrn I. Pfeiffer und. können rechtsverbindliche Ge­schäfte von genanntem Tage an nur an den Zahltagen und Mittwoch abgeschlossen werden.

Laubach, am 18. Januar 1882. 486

Spar- und Creditverein für Stadt und Land (® G ) zu Laudach.

I. Pfeiffer. Fr. Moll. H. Goldmann.

Director. Controleur. Vorsitzender des Ausschusses.

Holsvkrflkigerung. Mittwoch den 25. Januar soll im Steinbacher Gemeindewald, District Embach und Todtenzipfen folgendes Gehölz versteigert werden: 253 Rmtr. Buchen-Scheitholz,

94 Knüppelholz,

163 Stockholz,

4500 Wellen Reisholz,

19 Rmtr. Eichen-Knüppelholz, 1050 Wellen Reisholz,

56 Rmtr. Fichten-Stockholz, 1350 Wellen Reisholz,

8 Eichen-Stämme für Wagner, 2,25 Cbm.,

15 Buchen - Stämme für Wagner 14,08 Cbm.,

189 Fichten-Stämme v. 1528Cttn. Durchm., 1017 Mr. Länge, 61,75 Cbm.,

280 Fichten-Derbstangen bis 15 Mtr. Länge, 26,89 Cbm.,

68 Fichten-Reisstangen bis 10 Mtr. Länge.

Der Anfang ist Atorgens 9 Uhr am Buchen-Brandholz bei Nr. 1 an der Chaussee nach Oppenrod.

Das Bau- unb Wertholz kommt nach 12 Uhr zur Versteigerung.

Steinbach, den 17. Januar 1882.

Großh. Bürgermeisterei Steinbach.

453 Nicolaus. ______...

SsnUäg kien 21. iis. Mts..

Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flctt'schen Hosraithe dahier 2 Kommoden, 1 Kleiderschrank und 1 Sopha

meistbietend versteigert »verden.

Gießen, den 19. Januar L882.

Geißler, 475 Großh. Gerichtsvollzieher.

Aeitzeöoienes.

Täglich Kreppet g bei August Holl.