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StgouSenittniumÄ im Besonder« gerade nicht günstig und der Ministerpräsident selbst kann sich diesem Eindruck unmöglich verschließen. Trotzdem aber besteht Gambetta auf der Durchführung des Nevisionsprojectes, er folgt unentwegt seinem otern, der ihm bisher gestrahlt hat; die allernächste Zeit muß entschei­den , ob dieses Vertrauen gerechtfertigt war. Der Senat wählte am Montag Leon Say mit 141 Stimmen wieder zum Präsidenten. 85 Senatoren ent­hielten sich der Abstimmung; ebenso wurden die Bice-Präsidenten Rampon, Leroyer und Calmon wiedergewählt.

Die traurigen Zustände in Irland wollen sich trotz aller An­strengungen der englischen Regierung nicht bessern. 463Verdächtige" sitzen hinter Schloß und Riegel und fast jeden Tag werden neue Verhaftungen vor- genommen, die Mitglieder der aufgelösten Frauen-Landliga setzen ihre Thatigkeit im Geheimen fort und auch die agrarischen Ausschreitungen nehmen ihren un­gehinderten Fortgang. Sogar das englische Militär ist nicht ganz zuverlässig, denn in Wexford stimmten einige Hundert Dragoner irische Nationallieder an und ließen Parnell hochleben. Die englische Regierung wird daher das Par­lament um eine Erweiterung ihrer Machtvollkommenheiten ersuchen.

In Petersburg fanden Anfangs dieser Woche vor dem Mili- tärbezirksgericht die Verhandlungen in dein Proeesse gegen Sankowsky und Mel­nikow wegen des Mordansalles auf Generals Tscherewin statt. Da die Oeffeut- lichkeit ausgeschlossen war, so ist über das Ergebmß des Processes vorläufig noch nichts bekannt.

Die dem Vieekönig von Egypten überbrachte englisch-französische CoUectwnote hat einen wahren Notensturm veranlaßt. Die Pforte hat ihrer­seits wieder durch eine an sämmtliche Großmächte gerichtete Note gegen diesen Schritt der Westmächte protestirt, England hat zur Erläuterung desselben auf- klärende Noten an mehrere Mächte erlassen und neuerdings soll auch zwischen Italien, Deutschland und Oesterreich ein lebhafter Depeschenverkehr wegen der ägyptischen Angelegenheiten stattfinden. Von einer militärischen Intervention Englands und Frankreichs in Egypten ist indessen nicht mehr die Rede und so wird denn wohl auch dieser ganze Notenwechsel im Sande verlaufen.

Deutschland.

Berlin, 17. Januar. Wir wir hören, ist heute die neueste Nummer derWiener Humoristischen Blätter" auf Befehl des königlichen Polizeipräsi­diums hier mit Beschlag belegt worden. Die Ursache der Beschlagnahme liegt jedenfalls in der unqualifieirbaren Illustration des Titelblattes zu dem könia- lichen Erlaß. ' J

In Bezug auf die bevorstehenden Verhandlungen des Reichstags über die Vorlage, betr. den Zollanschluß von Hamburg, glaubt man, daß es wohl zu längeren Debatten kommen, daß aber schließlich die Vorlage in der von der Commis,ion vorgeschlagenen Fassung zur Annahme gelangen werde. Von Seiten des Bundesrathes soll kein Widerspiuch gegen den neu hinzugekommenen § 1 und gegen die hierdurch bedingte Abänderung des Titels des Gesetzes zu'er­warten sein.

Rußland.

Petersburg, 16. Jan. DieTimes" veröffentlicht in einem zwei und eine halbe Spalte langen Artikel, welcher nur den Anfang weiterer Mit­theilungen ähnlicher Art bildet, eine aus wahrheitsgetreuen Quellen gesammeKe- Schilderunz der während 9 Monaten des verflossenen Jahres im Süden und Westen von Rußland gegen die jüdischen Bewohner unter den Augen der in saft den meisten Fällen unthätig zuschauenden Behörden verübten Grausamkeiten und Gewaltthätigkeiteu, welche nach den Worten des Correspondenten,die Roh­heiten und Schandthaten der schlimmsten Tage der Kommune und die barbari­schen Schrecken während der Kriegsverheerungen des Mittelalters, wie auch dse vielbesprochenenbulgarischen Greuel'/ in Schatten stellen." Die Liste derselben erstreckt sich von Aprll bis Deeernber und giebt Beispiele von Aufruhr, Schän­dung, Mord, Brandstiftung, Plünderung und Zerstörung, welche während dieser Zeit in über 160 Städten und Dörfern, worunter 45 im südlichen Ruß- land gelegen sind, stattgefunden Haden, wo allein 23 Ermordungen von Män- nern, Frauen und Kindern, und nicht weniger als 223 Gewaltacte gegen Jüdinnen verübt worden sind, unter denen 11 den Tod zur Folge hatten Und noch seien, schreibt der Korrespondent, keine Anzeichen vorhanden, daß in dem laufenden Jahre diesen abscheulichen Verbrechen und Frevelthaten Einhalt geschehen wird, wenn nicht die russische Regierung aus Gründen der Ewili ation und der Menschlichkeit es als ihre Pflicht erachtet, mit Ernst und 'Nachdruck einzuschreiten.

Afrika.

Tuni«, 17. Januar. Der zweite Bruder des Bey, Tajeb, ist heute Vormittag durch den Kriegsminister verhaftet worden und wird in einem Gemach des Bardo bewacht. Man vermuthet, es handle sich um eine Verschwörung gegen den Bey.

Deutscher Reichstag.

28. Sitzung vom 18. Januar.

Präsident v. Levetzow eröffnet btc Sitzung um 12 Uhr 20 Mm. mit den üb­lichen Mitteilungen.

Am Bundesrarhstische: v. Bötticher und Scholz nebst einigen Commissarcn

Tagesordnung: 1) Erste und zweite Berathung eines Ges tzes, bett die Fest­stellung eines Nachtrags zum Reichshausholtsetat pro 1882/83. Ohne Debatte wird der Gesetzentwurf, welcher zur Errichtung des Reichstagsgebändes eine erste Rate von 7,775,000 (aus den vorhandenen Fonds) fordert, in erster und zweiter Lesung ge­nehmigt. b B

2) Dritte Beratbung des von dem Abg. Dr. Windthorst eingebrachten Ges tz- Enttvurfs, bett, die Aufhebung des Gesetzen über die Verhinderung der unbefugten Aus­übung von Kirchenämtern, vom 4. Mai 1874.

Aba Frhr. v. Ow (Freudenstadt) nimmt zunächst das Wort, um Namens der deutschen Reichspartei zu constatircn, baß der Abg. v. Kardorff in der ersten Lesung im Namen der Partei den Standpunkt derselben vollkommen richtig bar; gelegt habe.

Abg. Reichensperger sCrefeld) wendet sich gleichfalls unter grober Unruhe des Hauses zunächst gegen die letzten Äußerungen des Vorredners, indem er den Wunsch ausspricht, daß, wenn wirklich it Württemberg der Wunsch vorherrsche, den Cukturkampf baldigst beendet zu seben, dann auch der vorliegende Antrag, der direct diesem Ziele aut teure und der Kirche und ihren Dienern wieder die ihr gebührende Freiheit und Selbstständigkeit schaffen wolle, angenommen werden mög". Den Liberalen welche durch ihre Zustimmung bni Antrag unterstützt, sagt Redner fernen Dank, denn es gehöre ein nicht zu verkennender moralischer Muth dazu, gegen die Maigesetze in dem gegenwärtigen Augenblick zu stimmen.

. . Die 88 1, 2 und 3, sowie das ganze Gesetz, werden ohne weitere Debatte mit

der früheren Maiorttat desinitiv angenommen.

~ . $) Erste Berathung des von dem Abg Bupl und Gen. eingebrachten Gesitz- Eulwmfs, betreffend die Emichäoigung bei Unfällen und Unfall-Versicherung der

Im Namen der Anttagstell r nimmt das Wort der Abg Dr. Lasker, um die ®r weist zunächst auf oie Entstehung des Haft-

-ÜOlV $a?re »871 fcin, halb nach seiner praktischen Einführung schon zahlreiche Mangel aufwies, deren Beieltkgnng von den verich-edenste.. Setten seither Äar?lrombe^ . Jhp xOr'0? 3abrec sorget.ate Unfallversicherungsaesetz der Relchsregierung habe ebenfalls den Zweck verfolgt, diese Uebelftände zu beseitigen, habe in ganz selbstständiger Form und unabhängig von den schon bchehenden gesetzlichen Bestimmungen des vaftpflichtgesetzes zu erieichen gesucht während der gegenwattig vorgelegtc Gesetzentwurf an die bestehcnden gesetzlichen Bestimm­ungen anknupste und aus diesen heraus diejenigen Verbesserungen zu schaffen suche welche zur Beiried,gung der allgemeinen Verhältnisse und Bedürfnisse der Industrie für erforderlich erachtet würden. Er glaube, daß die Antragsteller mir ihrem An- trage^ einem dringenden Bedürfnisse entsprochen haben. Sie sind sich dessen vollständig bewußt daß sie mit der Vorlage nichts Vollkommenes erzielt haben sie betrachten vielmehr ihren Antrag als ein^ Vorlage, die einer weiteren Entwickelung und Vervollkommnung fähig sei. Die Frage der Unfallversicherung, so schwierig sie an und sei dennoch lösbar^ Ebenso auch die Frage der Invalidenversicherung der Alberter wenn aber de Saat die Lösung in die Hand nehmen wolle, so könnt', er leicht ein sehr erhebltches Unheil anlichten; die Flage kann nur im Weae der Genossenschaft geregelt werden, wenn die Arbeiter sich zu gemeinsamen GeseU- schatten für diesen Zweck vereinigen. Eme Regelung der Arbeiterfrage fei nur auf naiionalem Wege möglich. Er hoffe daher, daß es auf dem vom Anträge einge- schlagenen Wege gelingen werde^ in dieser wichtigen Frage zum Ziele zu gelangen. .. f Bundesbevollmachtigter Geh. Ob-Reg. Rath Lohmann ist der Memung daß die fo wichtige Arbeiterfrage auch nicht durch den Antrag gefördert werde. Die An- tragnellei bieten ihn dar mit der Bitte, dem Gesetzentwurf die verfassungsmäßige Hu- g^den. Allerdings habe der Vorredner zugegeben, daß derselbe noch viele ^Cr ^rlterl^,eb .fischen dieser Vorlage und der vorjährigen der der Sicherheitsstellung. Der vorlieg mde Entwurf finde dieselbe in den Privatoerstcherungsgesellschaften, der Regierungsentwurf in der S aatsversicherung Die Regierung kann sich für die Privatversicherungsgefellschaften Ä«, i-?e blnf ^nn sie finde in den bestehenden Gefellschaften niebtbie Garantie, ^^lche für eine so wichtige Sache, wie die Arbeiterversicherung, eiforderlich fei.

ken-ar* c§ .mit Rücksicht auf die gestnge Erklärung für an- 6 ,b?8 f** schon letzt mit dieser Frage beschäftige. Wag den oor-

liegcnden (Sesetzeniwurf anlange, so erkenne er den in demselben enthaltenen Fortschritt hnih,mTOr '"demselben em guter Kern enthalten. Andererseits sei man aber auf jjalöcm Wege stehen geblieben. Ganz einverstanden fei er mit der Anzeigepflicht, ebenso pr n Versicherungszwang ausgesprochen hat. Einen Fortschritt erblickt

Sr ? PS n'f,baB«'bet ^"^^^vofipflicht des Unternehmers vollständig anerkenne. Er halte es aber für einen Widerspruch, den Versicherungszwang auszusvrechen und dabei auf die Aktn-ngesellschaften zu verweisen. Nach den vielen traurigen Erfahrungen d,e man m neuerer Zett nut den Arliengesellichasten gemacht habe, könne er m fernem Hn,r«rra,rtnfenld,t ? met ß^cn ble Aktiengesellschaften als Grundlage für ein so wichp f ntuirT hnnnUmfiffnn<,n' Ta'8 b" SBorI1'0£ thue. Wenn man den Versicherungszwang hiHen U. mun,b,s gewissen Grade auch öffentliche Anstalten für

3®^ ernchten, aber feine bureaukratische. Er lege auf die Theilnahme der bti69Ictipnannefemrf$fironltU*S f0,Aer,a"ftaI£« großen Werth, was bei der Versicherung bet Acttengesellschaften nicht möglich fei. Zur Staats- bezw. Reichsanstnlt brauche E nh,*tf*Iti(f(?ute6rK"T,[,JOrnrbernr9e"offenfct|affli*e Bildungen ins Leben rufen, tin Beschleunigung deiche 6 tr'tCn feL 2tufebc" S-l- bittet Redner um

Ql- ^^..^^emeinen den Ausführungen des Abg. Lasker an ,

(Meissen) erklärt sich gegen die Vorlage und verweist auf die (-Si^en Kreisen, die sich entschieden gegen diese Vorlage an§-

fiirP fpinp jprfn??^raniIrC gar nicht zahlen könnten. Redner konftatirt, daß er stehe und dabei verbleib"^ Standpunkte der vorjährigen Regierungsvorlage

für die Vorlage und rechtfertigt diese nach dei

J.' ^lc landwirthfchaftlichen Unternehmungen nur in soweit ausgenommen 'iLpl ttnf elementare Kräfte bewegtes Triebwerk oder ein Dampfkessel zur Ordner empfiehlt die Verweisng der Vorlage an eine Kommis sion von 21 Mitgliedern, bittet aber um Beschleunigung, denn: bis dat qui cito dat ^ieröf vertagt. Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr ' -v^lfetzung der abgebrochenen Berathung; Fortsetzung über die Berufsstaiittik und zweite Berathung der Hamburger Zollanschlußvorlage. ^erusöftatistik

Schluß 4% Ubr.

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Correspondenz-Bureau.

3anu^r' Abgeordnetenhaus. Der Finanzminister legt den Etat für 1882/83 vor. Em Verwaltungs-Deficit tft nicht vorhanden Aur, dem Vorfahre liegt em verfügbarer Ueberschnß von 28,862,485 ji. nor" eiÄ^nhe eröffne günstige Aussichten, obwohl ein Desicit von

TUdt °"meibcn ge'vesen sei. Der Etat balancire mit 939,806 6H .« gegen das Vorjahr mehr 26,736,201 Das Ordinarium betrage 905,72 r,313 M., das Extraordinariurn 34,079,249 at, meist m Cul turameefen bestvnmt. Neben dem Steuererlaß von 14 ZNillionen dl. schlage die Regierung vor, den Zuschuß aus der Stempelsteuer zu verwenden, zum Erlast oer emmonatltchen vterten Rate sämmtltcher Klaffensteuerstufen und der ünf untersten Emkommensteuerstufen, sowie der fünften Monatsrate der sechs uS ften Älassensteuerstusen, msgefammt 6,670,900 Jl. Der Antbeil $ren6ens ä» 60.3' "» «wi«« -Mi- .t. Sy,g6; 8,8.)0,^00^., wozu noch bie Einnahmen aus der Stempelsteuer mit 7,269 550 / treten. Cme Anleche fei behufs Förderung wichtiger Zwecke des Lottswob/cö

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. prmc-P'ellen Streit zwischen Staat und Kirche durch ech Gesetz des Eultusntmtstertums zu regeln. Die Regierung könne sich kein ander ' Znl stellen, als einen für beide Theüe erträglichen Modus vivendi her erit durch pratttfche Hebung ferne Ausbildung und sein Gewohnheitsreckn f Dw Regterung thue ihr -Möglichstes, um benaRangd anÄ? » gen, aber nicht, weck dem Staate selbst allmälig angst und bang^würd^ ' s wäre «n Jrrthum der katholischen Kirche, wenn sie glaube daß ihrer Hulse bedürfe und thr schließlich doch Eommen, mit ihr cavituliren r Daraus sei gar feine Aussicht, nach deutscher STrabitinn

Theile zu Grunde gehen, als solcher Art nachzugeben Das ftaatfX ß^ bbC kommen beruhe auf dem Pflichtgefühl einer monarchischen Rw! ÄÄ dem Willen des Königs thue, was möaliib fei nm n.>n " 'welche nach ein mit dem Staatskntereffe' venrSs^L kKL" Unterthanen verschaffen, die Regierung bedürfe hierzu der Majorität bet fnnbm v