— Die „Daily News" erfährt, in der heutigen Sitzung der Conferenz werde der österreichische Botschafter, Baron Calice, die Vertagung derselben auf unbestimmte Zeit beantragen.^ Abendblätter veröffentlichen eine Depesche aus Larnaca von heute, der- zufolge auf die Nachricht von der Ermordung eines Muselmannes in Beyrut sich da- s-lbft das Gerücht verbreitete, der Mord fei durch Christen verübt worden. In Folge dessen sei es bei der Beerdigung desselben zu einer feindseligen Kundgebung gegen die Christen gekommen, wobei aus der Menge die Rufe „Nieder mit den Christen" laut geworden. Die Polizei sympathisire mit der Menge, der Christen habe sich große Furcht bemächtigt, viele seien in's Gebirge entflohen und viele tn Hast genommen worben Im Augenblicke sei die Stadt zwar ruhig, aber eine Wiederholung der Unruhen werde befürchtet.
Attnang, 10. August. Seine Majestät der Deutsche Kaiser ist von Ischl wohlbehalten hier eingetroffen und kehrt über Regensburg nach Babelsberg wieder zurück.
Petersburg, 10. August. Das „Journal de St. Pötersb." schreibt: Indem das Londoner Cabinet erklärt, die Fahne des Khedive werde beim Einmarsch der britischen Truppen in Egypten entfaltet werden, stellt es die militärische Aktion auf ein Gebiet, auf welchem eine Verständigung mit der Türkei möglich ist. Die Erkaltung der gegenseitigen Beziehungen kann vermieden werden, wenn man sich in dieser Weise unter die Aegioe des europäischen Programms stellt, welches die Wiederherstellung des Status quo ist. Wenn einmal die Jnsurrection gedämpft sein wird, dann wird die Conferenz Maßregeln in Erwägung ziehen, um den Status quo ante zu sichern. Dies ist das Mandat, beffen sich Europa niemals entäußert hat und welches es auch nicht aufzugeben gedenkt.
Konstantinopel, 10. August. Die Proklamation des Sultans soll im Wesentlichen folgendermaßen lauten: Da der Khedive der Vertreter des Souveräns ist, so schulden ihm Alle Gehorsam. Arabi Pascha mißachtete beim erstenmale die Autorität des Khedive; allein als er zum Bewußtsein seiner Pflicht zurückgekehrt war, bat er um Verzeihung, welche ihm auch gewährt würbe und wir überhäuften ihn sogar mit Wohlthaten. Dessenungeachtet verging sich Arabi neuerdings bei vielen Gelegenheiten (die Proklamation zählt dieselben auf) gegen seine Pflichten. Namentlich ergriff Arabi eigenmächtig aggressive Maßregeln gegen die Kriegsschiffe Englands, unseres alten Freundes und Murten, und bewies derart neuerdings seine Verachtung der Autorität des Khedive. Demnach erklären wir Arabi Pascha für einen Rebellen und erlassen diese Proklamation, damit es Alle wissen und damit die Autorität des Khedive keine Beeinträchtigung weiter erleide.
Alexandrien, 10. August. Das Transportschiff „Orient" mit dem Herzog von Connaught und dem ersten Bataillon der schottischen Garde ist heute Nachmittag hier eingetroffen. Der Aviso „Salamis" mit dem General Adye ist gleichzeitig hier angelangt. Der Herzog von Connaught stattete bald nach seiner Ankunft mit dem heute Morgen eingetroffenen Generalconsul Malet dem Khedive einen Besuch ab.
Alexandrien, 10. August. Die egyptische Negierung hat die fremden Konsuln mit Rücksicht aus den drohenden Wassermangel ersucht, darauf hinzu- tvirken, daß die Flüchtlinge nicht jetzt schon nach Alexandrien zurückkehren.
Konstantinopel, 10. August. Wie verlautet, ging dem Minister des Aeußeren von der Admiralität die M'ttheilung zu, daß ein Schiff der russischen Maiine längs drs Laufes des Sakariaflusses Recognvscirungen und von der Mündung des genannten Flusses an bis zur asiatischen Küste des Bosporus Sorrdtrungen vorgenommen habe.
Lokale-.
Gießen, 11. August. Heute Nacht erhängte sich im hiesigen Prooinzial-Arrest- hause ein m Untersuchungshaft befindlicher Mann aus Lauterbach. Der Selbstmörder war im Verdacht, sein Dienstmädchen, mit welchem er strafbaren Verkehr gepflogen haben sollte, erdrosselt und dann aufgehängt zu haben. Die Strafsache wäre jedenfalls vor dem nächsten Schwurgerichtshofe zur Verhandlung gekommen.
— Am Dienstag Nachmittag verunglückte ein hiesiger Metzger meister in der Art, daß er im Walde bei Rödgen von seinem mit zwei Hunden bespannten Fuhrwerk heruntergeschleudert wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Manne ein Bein zerschmettert. Diese Verletzung und eine heftig blutende Wunde, welche der über eine Stunde hilflos Daliegende nicht zu stillen vermochte, verursachten einen derartigen Blutverlust, daß man für das Leben des Verunglückten, welcher in der Klinik Aufnahme gefunden, sehr arge Bedenken hegt.
Verwischte
Friedberg, 9. August. Gelegentlich der Cavallertemannöver in hiesiger Gegend wird auch Se. Königliche Hoheit der Großherzog wieder im hiesigen Schlosse wohnen und die gesammte Hofyaltung für die Dauer der Hebungen hierher verlegt werden. Auch hohe Gäste wird das Schloß, das soeben in Stand gesetzt wird, behei bergen. Zwei preußische Prinzen, darunter wahrscheinlich Prinz Friedrich Carl, werden die Gäste unseres Großherzogs sein. Wie man weiter vernimmt, wird die neulich verregnete Regatta auf dem Nauheimer Teiche zu der Zeit der Manöver stattfinden und Se Königliche Hoheit der Großherzog nebst hohem Besuche derselben wahrscheinlich anwohnen.
Worms, 10. August. Durch den Großh. Bürgermeister Küchler ist heute der Stadtverordnetenversammlung ein eingehend begründeter Antrag auf Einführung des Octrois für die Stadt Worms zugegangen.
Darmstadt, 9. August. sSterblichkeit im Großherzogthum Hessen.) Im Monat Mai lfd. Js. sind im Großherzogthum, mit Ausschluß der Todtgeborerien, 2015 Todesfälle vorgekommen, gegen 2043 im April; davon ereigneten sich in den Provinzen Starkenburg 914 (898). Oderhessen 530 (569) und Rheinhessen 571 (576); auch jetzt war wiederum eine Zunahme der Sterbefälle in der Provinz Starkenburg bemerkbar, wenn auch nur in geringem Bet ag, in Rheinhessen und Oberhessen hatte die Zahl derselben gegen den Vormonat sich vermindert Von den insgesammt 2015 Todesfällen des Großherzogthuws betrafen 883 ;924) Kinder; davon waren im ersten Lebensjahre verstorben 488 (471) und im zweiten bis fünfzehnten Jahre 395 (453); den Erwachsenen gehörten von den Verstorbenen zu 1132 (1119); danach hatte die Sterblichkeit der älteren K'nder gegen den Vormonat eine Abnahme erfahren, die Sterbfälle der Kinder des ersten Lebensjahres, aber auch die der Elwachsenen, wiesen eine Steigerung auf. — In Folge von epidemischen Krankheiten waren verstorben 215 Personen gegen 232 im April, und davon in Starkenburg 119 (115), in Ober- Hessen 54 (64) und in Rheinhessen 42 (53); die Abnahme der Epidemiesterblichkeit in beiden letztgenannten Provinzen war sonach eine beträchtliche, während die letztere in Starkenburg um ein Geringes zugenommen hatte. Von den einzelnen epidemischen Krankheitsformen hatten Scharlach 66 (62) Sterbcsälle veranlaßt, in Starkenburg 38, in Oberhessen 21 und tn Rheinhessen 7, Nachen- und Halsbräune deren 58 (63), Keuchhusten 36 (33), Masern 28(47), wovon in Starkenburg 24, in Rheinhessen 4 und in Oberhessen 0, Abdominaltyphus 19 (16), Rose 7 (5) und Blattern 1 (6). Außer einer beträchtlichen Abnahme der Todesfälle an Masern und Blattern waren die Differenzen im Vergleich des Vormonats nur geringe. Im Wochenbett ereigneten sich 13 Sterbfälle, ebensoviel wie im April Von anderen wichtigeren Krankheiten hatten Lungenschwindsucht 261 (273), acute entzündliche Krankheiten der Athemorgane 259 (283), Schlagfluß 54 (48-, acuter Gelenkrheumatismus 2 (3), Darmkatarrh und Brechdurchfall 65 (57) Todesfälle verursacht. Allen anderen, vorstehend nicht genannten Krankheiten waren erlegen 834 (843) Personen; unbekannt blieb die Todesursache, bezw. tödtliche Krankheit bet 259 (257). Todesfälle gewaltsamer Art wurden 53 (34) verzeichnet. und zwar durch Verunglückung 23 (15), durch Selbstmord 23 (18) und durch Mord 7 (1).
Der Monat Juni wies 1724 Todesfälle im Großherzogthum auf gegen 2015 des Vormonats; die Sterblichkeit erfuhr sonach eine sehr beträchtliche Abnahme unt zwar vorzugsweise in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen, denn es entfielen auf die Provinzen: Starkenburg nur 765 Sterbfälle gegen 914 auf Ober Hessen nur 422 gegen 530 und auf Rheinhessen 537 gegen 571. Von den 1724 Todesfällen insgesammt betrafen Kinder 851 (883), und zwar solche des ersten Lebensjahres 495 (488), solche im zweiten bis fünfzehnten Jahre 356 (395) und Erwachsene 873 (1132). Die verminderte Sterblichkeit betraf sonach im Wesentlichen die Erwachsenen, in geringerem Maße auch die älteren Kinder; bei den Kindern des Säuglingsalters wurde eine geringe Erhöhung der Sterblichkeit beobachtet. Todesfälle durch epidemische Krankheiten wurden nur 167 gegen 215 verzeichnet und zwar an Masern 59 (28), davon 54 in Starkenburg, 5 in Rheinhessen und 0 in Oberhessen, an Scharlach 43 (66), in Starkenburg 20, in Oberhesscn 17 und in Nheinh ssen 6, an Hals- und Rachenbräune 37 (58), an Keuchhusten 16 (36), an Abdom naltyphus 8 (19), an Rose 3 (7) und an Ruhr 1 (0); an Blattern kamen Sterbfälle nicht mehr vor. Sämmtliche epidemische Krankheiten mit Ausnahme der Masern, welche in der Provinz Starkenburg verbreiteter auftraten, hatten eine beträchtliche Abnahme der Todesfälle aufzuweisen. Im Wochenbett hatten 7 (13) Sterbfälle statt. Von den anderen vorherrschenden Krankheiten hatten Lungenschwindsucht mit 230 (261) und acute entzündliche Krankheiten der Äthern- organe mit 197 (259) Todesfällen nur eine geringe Sterblichkeit aufzuweisen; am Schlagfluß starben 54 und an acutem Gelenkrheumatismus 2 Personen, ebensoviel als im Vormonat; die Sterbfälle durch Darmkatarrh und Brechdurchfall, welche Krankheiten in der Regel gegen den Sommer hin zuzunehmen und das Säuglingsalter zu gefährden pflegen, hatten sich von 65 auf 98 erhöht. Durch alle übrigen, vorstehend nicht genannten Krankheiten waren 697 gegen 834 Personen verstorben; unbekannt blieb die den Tod bedingende Krankheit bei 220 (259) Sterbfällen. Todesfälle gewaltsamer Art wurden 52 verzeichnet, davon kommen auf Verunglückungen 26 (23), auf Selbstmord 24 (23) und auf Mord 2 (7).
Neuwied, 8. August. (Vom Mittelrheinischen Turnfest.) Dem Wohnunqs- Ausschusse sind Seitens des Militär-Oeconomie-Departements zur Einrichtung von Massen-Quartieren 1000 Strohsäcke, 1000 Kopfpolster und 1000 wollene Decken leihweise überlassen worden„unb verdient dieses Entgegenkommen alle Anerkennung. Die Anmeldungen der auswärtiaen Turner lassen auf einen ganz enormen Besuch unseres Festes schließen und gehen dem Festausschuß, obwohl der letzte Anmeldetermin bereits verstrichen ist, noch täglich zahlreiche Anmeldungen zu.
Bebra, 7. August. Gestern Abend gegen 10 Uhr ertönten plötzlich schauerliche Feuerrufe durch den hiesigen Ort und verursachten in demselben einen gewaltigen Schrecken. Jedoch legte sich die Aufregung einigermaßen, als man erfuhr, daß es am Bahnhofe brenne, für das Dorf also noch keine Gefahr drohe. Anfänglich meinte man, es stehe die Ladehalle am Bahnhof in Flammen, jedoch, wie sich später herausstellte, war es nicht diese, sondern das Maschinenhaus der Bebra-Frankfurter Bahn. Das Feuer hatte schon bedeutende Dimensionen angenommen, als Hilfe aus dem Dorfe erschien, aber man hatte vorher bereits die Maschinen sowie die meisten Geräthe in Sicherheit gebracht. Einer ganz besonderen Windstille und dem Ueberfluß an Wasser ist es zu verdanken, daß, da es so leicht nicht möglich war, dem Brande von irgend einer Seite ordentlich beizukommen, der größte Theil des Maschinenhauses n cht vom Feu'r erfaßt wurde. Nach fast dreistündiger Anstrengung war man des F'uers vollständig Herr geworden. Wodurch der Brand entstanden ist, darüber läßt sich jetzt noch nichts Bestimmtes feststellen.
Mainz, 7. August. Der Mainzer Baugewerksmeister-Verband hielt dieser Tage eine zahlreich besuchte Versammlung ab, in welcher bezüglich der Regelung des Submissionsverfahrens eine Reihe von Vorschlägen gemacht wurde. In B^zug auf bie Vergebung von städtischen Arbeiten in Submission wurden folgende Bestimmungen, getroffen: Da es sehr häufig vorkommt, daß städtische Arbeiten, die aus dem Submissionswege üergeben worden sind, deshalb mangelhaft und schlecht ausgeführt würben, weil die betr. Baugewerksmeister, ohne zu berechnen, zu hohe Abg-bote gemacht hatten, ist für bie Folge jebes Mitglied des Verbandes verpflichtet, sobald ihm abermals ein solcher Fall zur Kenntniß kommt, dies dem Vorstände des Verbandes anzuzeigen. Der Vorstand des Verbandes ist gehalten, die Arbeit des betr. Subm'ttenten genau durch Sachverständige untersuchen und prüfen zu lassen; hat es sich nun ergeben, daß die städtische Arbeit in der That schlecht ausgeführt worden ist und bLfe schlechte Arbeir nur auf das zu hohe Abgebot zurückzuführen ist, dann ist der Vorstand gehalten, den genauen Thatbcstand des betreffenden Falles rückhaltlos der Oeffentlichkeit durch die Tagespresse zu übergeben. (Fr. I )
Frankfurt a. O-, 5. August. Die hiesige „Oder-Ztg." schreibt: Am Donnerstag Nachmittag ereignete sich ein sehr bedauerlicher Unfall auf der Neipziger Feldmark, auf welcher das Leib-Grenadier-Regiment Gefechts- und Colonnen-Schießübungen abhielt. Der Feind war durch Figurenscheiben markirt, von denen Zündschnüre mit in gewissen Entfernungen sich wiederholenden Knoten — sogenannten Kanonenschlägen — angebracht waren, welche während des Colonnenschießens zur Explosion gebracht wurden, gewissermaßen um das Feuer des Feindes zu markiren- In den links von den Scheiben sich befindenden gedeckten Gruben befanden sich je zwei Unteroffiziere und sechs Mann, welche die Schüsse in den Scheiben zu überkleben und durch Entzünden der Zündschnur mit den Kanonenschlägen das feindliche Feuer zu markiren hatten- Aus noch unerklärlichen Ursachen gerieth die Zündschnur an einer Grube wohl nicht ganz richtig in Brand, das Feuer schlug rückwärts, traf die in der Grube vorhandene größere Menge Zündschnur mit dem Pulverknoten und veranlaßte eine Explosion derselben, wodurch die in der Grube befindlichen acht Mann mehr oder weniger verletzt wurden. Die Explosion und das Herausstürzen eines Verletzten aus der Grube führte zur fofortigen Einstellung des Feuers Es wurde mit scharfen Patronen geschossen, so daß ohne die bei unseren Truppen so überaus gewissenhafte Aufmerksamkeit leicht großes Unglück hätte entstehen können. Die Verletzten wurden auf dem Manöoerselde verbunden und zu Wagen nach Frankfurt a. O- ins Lazareth befördert, woselbst sie um SVz Uhr eintrafen.
— Egypten und fein Endel Das arme Egypten! Wenn je ein Land von Beginn aller Zeiten an dazu bestimmt war, allerlei Ungemach über sich ergehen zu lassen, so ist es das Land, dessen Geschichte und Cultur uns so geheimnißvoll anmnthet, das Land der Pharaonen, jener armen Könige, die nach Tausenden von Jahren noch reine Ruhe gesunden und deren balfamirte Leichname der geldgierige Fellah hervorzuholen weiß, um einen schwunghaften Handel mit jenen ehrwürdigen Gebeinen zu treiben.
™ i Ägypten! Die älteste Nachricht, die uns aus der Geschichte des
Wunderlandes Überkommen ist, überkommen aus dem aschgrauen Alterthum, aus einer Zeit, bet deren „Fixirung" es uns auf ein paar Jahrhunderte nicht antommen darf,
-'ne »rohe volttisch-sozial- Umwälzung im Lande: „Der Etnsall der Hiksos", 2100 bis 1600 vor Christt Geburt, auf ein paar hundert Jährchen kommt es, wie gesagt, nicht an. v
Blut, Greuel und Verwüstung sind die Plagen, die über Egyptenland immer wieder kommen, alle Eroberer der alten Welt, bie Mörder von Hunderttaufenden, haben fast ausnahmslos ihren Fuß auf den Nacken des armen Landes gesetzt, fast ausnahmslos alle Eroberer, von Nebukadnezar und Cambyses an bis auf Napoleon I. Das Blut aller Völker der alten Welt hat Egyptens Wüstensand getrunken und wie oft hoben die tausendjährigen Pyramiden dieselben Greuel über das Land hereinbrechen sehen? Die Greuel des Mordes, der Verwüstung, die Greuel, die der einbringende Fremdling in das Land gebracht, von der Sklaverei, die der Hirtenkönig (Hyksos) über die Autochthonen verhängt, bis zu dein Coupon der egyptischen Staatsschuld, dessen Bezahlung die englisch französischen Finanz-Controleure verlangen. Dieselben Greuel waren es stets, die über das Land kamen und so muß es denn doch eigentlich Analogien fleben Jn der Leidensgeschichte des egyptischen Landes und in der That, das älteste Geschichtswerk, das mir besitzen, die Bibel, weist dergleichen auf.
ifrraf.e.^£ erschrecken aber kann, wer im Propheten Hesekiel auf das 29. und 30. Kapitel stoßt, welches die Ueberschrift trägt: „Weissagungen gegen den Egyp*er". Man mutz sich immer wieder davon überzeugen, daß man das alte Testament in der Houd hat und nicht etwa einen Extract diverser Leitartikel aus den Zeitungen dieser unserer Tage. Doch mögen unsere Leser selbst urtheilen. Das 30. Kapitel lautet in feinen ersten Versen:
der Tag ist nahe; ja des Herrn Tag ist nahe, ein finsterer Tag; die Zeit ist da, daß die Hechen kommen sollen- 4. Und das Schwert soll Über Egypten kommen; und Mobrenland muß erschrecken, wann die Erschlagenen tn Egypten fallen roerben, unb tbr Volk weggesühret, und ihre Grundfesten umgeriffen werden. 6. So spacht der Herr: Die Schutzherren Egyptens müssen fallen und die Hoffahrt ihrer


