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Macht muß herunter; von Migdol bis gen Syene sollen sie durchs Schwert fallen, i'oricht der Herr. 7. Und sollen, wie thre wüste Grenze, wüste werden, und ihre Städte unter anderen wüsten Städten wüste liegen. 8. Daß sie erfuhren, daß Ich der Herr sey. wann ich ein Feuer in Egypten mache, daß Alle, die ihnen helfen, zerstöret werden. 9 Zu derselbigen Zeit werden Boten von mir ausziehen in Schiffen, Mohrenland zu schrecken, das jetzt so sicher ist, und wird ein Schrecken unter ihnen sein, gleichwie es Egypten ging, da ihre Zeit kam; denn siehe, es kommt gewißlich.

Vers 12. Und ich will die Wasserströme trocken machen (den Süßwafferkanal Mahmudte) und das Land bösen Leuten verkaufen; und will das Land und was darinnen ist, durch Fremde verwüsten. Ich, der Herr, habe es geredet.

Soweit die Prophezeiung und nach den neuesten Nachrichten, welche uns der Telegraphendraht übermittelt, nach denen die türkische Intervention wohl dem armen Khedive Tewfik Pascha seinen Herrschertbron kosten wird, werden in demselben Kapitel bestätigt, denn es heißt allda Vers 22. Darum spricht der Herr also: Siehe, ich will an Pharao, den König in Egypten, und will seine Arme zerbrechen, beide, den starken und den schwachen, daS ihm das Schwert aus feinet Hand entfallen muß. 24. Aber die Arme des Königs von Babel will ich stärken und ihm mein Schwert in seine Hand geben; und will die Arme Pharao's zerbrechen, daß er vor ihm winseln soll (hat Tewfik bereits gethan), wie em tödtlich Verwundeter.

Armer Tewfik! Armes Egypten, so dir geschieht nach den Worten des Propheten! Daß aber diese lausend Jahre alten Prophezeiungen heute noch passend sind auf Eaypterland, beweist wiederum die Wahrheit des alten Wortes:Nichts Neues unter der Sonne!" (B. Tgbl.)

Aus Ungarn, Anfang August. In der Angelegenheit von Tisza-Eszlar sind die Vorerhebungen abgeschlossen und eine Untersuchung wegen Mordes eröffnet. Die Thatsachen liegen so, daß ein Mädchen, Esther Salymossy, feit Monaten verschwunden und weder lebendig noch tobt zum Vorschein gekommen ist. Dagegen hat ein vierzehn­jähriger Jüngling ausgcsagt, sein eigener Vater, der Schächter in Tysza-Eszlar, habe das verschwundene Mädchen im Vorhofe der Synagoge mittelst Durchschneidens der Kehle getödtet. Gegen die geistliche wie sittliche Qualisication dieser Zeugen sind Ein­wendungen erhoben worden, um welche das weitere Verfahren voraussichtlich sich drehen wird. Ein anderes Verbrechen ist unzweifelhaft begangen worden. Der Leichnam eines Mädchens wurde vom Kirchhofe gestohlen und in die Theiß geworfen in der fast zweifellosen Absicht, daß derselbe für den Leichnam der Esther Solymossy gehalten und der Richter irre geführt werde. Wem die Schuld der Urheberschaft dicfes Ver­brechens zur Last falle, ist aus den vielfach einander widersprechenden Mittheilungen nicht zu entnehmen. (Fr. Z.)

Wenn der alte Pindar mit seinem Sprüchlein,daß Wasser das Beste ist", Recht gehabt hätte, so müßten wir uns zur Zeit im lieben deutschen Reiche in einer Periode seltener Glückseligkeit befinden; denn der Himmel versieht uns mit diesem besten" Artikel in überreichem Maße. Aus den Bädern und Sommerfrischen kommen herzzerreißende Klagen über die Leiden der zu Stubenarrest Verurtheilten; jämmerlich dreinschauende Sommerkleider und Hüte erzählen düstere Geschichttn von den Reizen dieses Sommers, der Regenschirm ist der gesuchteste Artikel der Zeit und die ganze Welt sieht sich an wie ein einziger großer Schnupfen. Die unaussprechlichen Seufzer nach gutem Weiter werden in vielen Kirchen zu andächtigen Bitten und Für­bitten. Auch in der Synagoge in Fürth sind Bittgebete in das tägliche Gebet ein­geschaltet worden.

DasBerl. Tgbl." schreibt: Unser Buchstabenscherz, daß der NameBismarck" den Kern des gegenwärtigen wie des früheren Ministeriums bildet, scheint derVolks- zeitun g" geeignet, conseroatioe Gemüther allzu freudig aufzuregen undzur Abkühlung" bringt sie daher folgenden wohlgelungenen Antwortscherz:

Das frühere Ministerium: Das jetzige Ministerium:

Bitt Gr FriedbGrg

Friedberg GoßleL

Lucus Lucius

Maybach Maybach

Stosc-rr Sc-solz

Putkamer Sosch

Kam^ke Kam^ke

Goßle*« Puttkame".

SchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W- Dietz Nachfolger Gießen.

Bremen, 10. August. Der Postdampfer General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 29. Juli von Newyork abgegangen war, ist gestern 8y2 Uhr Abends wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Vr Uhr Abends die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe Überbringt 119 Passagiere und volle Ladung.________________________________________ ___________

Kirchliche Anzeigen -er Stadt Greffen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst:

Sonntag den 13. Auaust (10. nach Trinitatis).

Vormittags 9V-2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nach beiden Gottesdiensten wird eine Collecte für die innere Mission erhoben werden.

Die P f a r r g e s chä f t e in der Woche vom 13. bis zum 19. August besorgt Pfarrer Dingeldey. (Wohnung Ludwigsplatz 1695.)

Katholische Gemeinde.

11. Sonntag nach Pfingsten.

Von 6 Uhr an : Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion.

VzlO Uhr: Hochamt und Predigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Andacht.

15. August (Fest Mariä-Himmelfahrt).

Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion, V210 Uhr: Festgottesdienst. Predigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Festandacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 7 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 810.

Submission

Der Bedarf von nachstehenden Gegen­ständen für die chirurgische Klinik des akademischen Hospitals für das Rech­nungsjahr 1882/83 soll auf dem Weg der Submission vergeben werden:

1) Bettwäsche,

2) Hemden,

3) Kleidung,

4) Lederschlappen,

5) 1 Schrank.

Offerten sind bis zum 15. ds. M., Vormittags 12 Uhr, auf das Ver­waltungsbureau einzureichen, woselbst Bedingungen und Muster eingesehen ! werden können.

Gießen, den 11. August 1882. Großh. Verwaltung des akad. Hospitals. 5288 Keller.

Bekanntmachung.

Die Lieferung von 20 Raummeter Vuchen-Scheitholz bester Qualität für das hiesige Haftlokal soll an den Wenigstnehmenden vergeben werden.

Schriftliche Offerten sind bis zum 30. August l. Js. dahier einzureichen.

Lich, den 9. August 1882.

Die Gerichtsschreiberei Großh. Amts­gerichts Lich.

I. V.

5246 Bauer.

Versteigerung.

Samstag den 12 August l. I,

Nachmittags 3 Uhr, werden in derFlett' schen Hofraithe dahier folgende Gegenstände, als:

9 Kleiderschränke, 12 Tische, 16Sophas, 1 nußbaum. Consolschrank, 5 Bilder, 2 Pferde, 2 Wagen, 2 Kassenschränke, 15 Schränke, 4 Chaisen, 5 Näh­maschinen, 6 Oeldruckbilder, 6 Spiegel, 1 Nachtschränkchen, 3 alte Räder, 3 alte Reife, 1 Kanarienvogel mit Käfiy, 2 Klaviere, 1 Kuh, eine Parthie Hobel und Schraubenzwingen, 2 Pulte, 4 Küchenschränke, 8 Uhren, eine Parthie Arbeitsholz, 3 Hobelbänke, verschied. Bohlen, 1 gepolsterter Stuhl, 1 Causeuse, 2 Betten und eine Parthie Besen t m ,y öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert.

Gießen, den 10. August 1882.

Bauer,

5257 Gerichtsvollzieher.

Allgemeiner Anzeiger.

Submission.

Die zur Herstellung eines neuen Oberbaues an der Brücke über die Lahn bei Sarnau erforderlichen Zimmer- und Schmiedearbeiten, erstere zu 1915^., die letzteren zu 3734 einschließlich

der Materiallieferung veranschlagt, sollen auf dem Submissionsweg ver­geben werden, und sind die bezüglichen Offerten bis zum 22. ds. Mts., Vor­mittags 11 Uhr, bei dem Unterzeich- neten einzureichen, woselbst die Zeich­nungen und Bedingungen in den Vor- mittagsstunden eingesehen werden können, auch die erforderlichen Formulare ab­gegeben werden.

Marburg, den 10. August 1882. Der ständische Baumeister.

5266 Brüning.

Arbeitsversteigenmg.

Dienstag den 13. ds. Mts.,

Vormittags 11 Uhr, werden in dem Gemeindehaus zu Rieder-Bessingen nachverzeichnete Ar­beiten unter den dabei bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich in Accord gegeben werden, als: Zerschlagen von 30 Cbm. Unterhaltungs­steinen,

Lieferung von 60 Cbm. Pflastersteinen 2. Sorte,

Lieferung von 2 Wagen Schlackensand, Planir- und Pflasterarbeit im Ort, sowie verschiedene Reparaturen an den Gemeinde-Gebäuden in Maurer- und Weißbinderarbeit

im Gesammt-Voranschlag von 1100^. Rieder-Bessingen, den 9. August 1882.

Gr. Bürgermeisterei Rieder-Bessingen.

Horst. 5271

Vergebung von Rajol-Arbeit.

Auf der neuen Kahlfläche neben dem Forstgarten (Zellenrod 8) soll 1 Morgen hessisch M. auf 50 cm Tiefe stein- und wurzelrein rajolt werden. Lust- tragende wollen sich an den Garten­aufseher Karl Dörmer wenden.

Gießen, den 12. August 1882.

Die forstliche Versuchsanstalt.

5284 Dr. Hess.

Iandwirthschastl. Landesausstellung Darmstadt 1882.

Den Herren Interessenten geben wir hiermit bekannt, daß besonderer Um­stände halber die Anmeldefrist für:

1) Produkte des Pflanzenbaues

(Mehl-, Hülsen- und Oelfrüchte, Wurzelfrüchte, Knollengewächse, Gespinnst- pflanzen, Futterpflanzen, Gemüse und Drogengewächse, Hopfen, Tabak, Weiden, Obst, Trauben 2c.)

bis zum 25. August 1. Js»,

2) Producte des Molkereibetriebes

bis zum 1 September 1. Js.

verlängert worden ist.

Bis zu den gedachten Terminen müssen jedoch die Anmeldungen dahier eingelaufen sein.

Darmstadt, den 7. August 1882.

Der Central-Ausschuß:

Haas, Präsident. Friedrich Graf zu Solms-Laubach, Vicepräsident.

E. Werner, Vicepräsident. Stimmet, Generalsecretär.

Mahnung.

Die Kaufgelder für das am 30. Januar ds. Jahres im von Milchling'schen Walde Oberseilbach gesteigerte Brennholz müssen binnen 14 Tagen bei Meidung gerichtlicher Eintreibung an den Unterzeichneten bezahlt werden.

Treis a.Lda., den 10. August 1882.

Kehr, 5269 v. Milchling'scher Administrator.

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