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Alexandrien, 1. August. Der Khedive hat Schritte gethan, um Ita­liener und andere Polizeimannschaften für den Polizeidienst in Alexandrien zu gewinnen. Neben Derwisch Pascha werden jetzt Mukhtar und Fuad Pascha als die Befehlshaber der militärischen Expedition der Türkei nach Egypten genannt.

Der englische Generalconsul Malet trifft am 10. ds. hier wieder ein. In der Nachbarschaft des Mariut-Sees sollen sich zahlreiche Beduinen­schwärme gezeigt haben. Die Zahl der bei den Massacres in Damanhur, Tantah und Mihalla um's Leben gekommenen Christen wird auf 500 geschätzt.

Die Arbeiter-Kolonie Wilhelmsdorf.

Eine Arbeiter-Kolonie als praktische Lösung der brennenden Frage der Vaga- bondennoth tft zu einer vollendeten Thatsache geworden. Es gibt eine doppelte Klasse von Vagabonden: 1) Solche, die ohne ihre Schuld aus die Landstraße gerathen, denen während der Zeit ihrer Arbeitslosigkeit die Kleider zerrissen, das Arbeitszeug etnbehalten worden ist, und welche doch noch ein ehrliches Verlangen haben, von ihrer Vagabonden- Lauibahn errettet zu werden, wenn man ihnen nur die Hand reicht, und 2) solche, welche nichts mehr Anderes wollen, als ein faules Bettlerteben bis an's Ende weiter­führen. Die letzteren haben auch einmal eine Zeit gehabt, wo es anders stand; allein sie sind zu lange auf der abschüssigen Bahn dahin gewandelt, das Leben auf den Land­straßen und in den Vagabondenherbergen mit seiner alle besseren Neigungen unter­drückenden Macht hat ihnen bereits jede Willenskraft geraubt, noch wieder aufzustehen. Die Hülfe kam zu spät. Ein, zwei Jahre auf dieser Bahn, nur unterbrochen durch wiederholten Aufenthalt in den Gefängnissen oder Landarmenhäusern, die trotz aller Mühe doch nur Hochschulen des Lasters sein können, reichen meistens hin, einen solchen Menschen für immer zu Grunde zu richten. Es gilt, den immer breiter werdenden Strom dieser Letzteren etnzudämmen, indem man so schnell als möglich den Ersteren die Hand reicht.

Es gibt nichts Grausameres, als einem Menschen, der noch schwielige Hände hat und flehend seine Hände nach Arbeit ausstreckt, statt dessen den Bettlerpfennig in die Hand zu drücken und ihn also in den Schlammstrom zurückzustoßen, aus welchem er gerne heraus möchte. Es gibt aber auch kein böser angewendetes Geld, als einem absichtlichen Faullenzer jahraus, jahrein die Mittel zu reichen, sein sittenloses Leben weiterzuführen und zu gleicher Zeit eine andere Art Schmarotzerpflanzen zu ernähren, welche noch viel verabschesungswürdiger ist, als die Vagabonden, nämlich die eigent­lichen Vagabondenwirthe; diese Menschenklasse legt es in raffintrter Weise darauf an, Bettler zu erziehen, um ihr schmachvolles Gewerbe in Blüthe zu bringen. Planmäßig sorgen sie dafür, daß um den Preis des Branntweins ein noch mit Handwerkszeug und ordentlichen Kleidern versehener Handwerksbursche dies einbüßt; er bekommt statt dessen eine förmliche Unterweisung zum handwerksmäßigen Betteln. Alte Vagabonden nehmen die jungen Anfänger, unter Anleitung des Wirths, in die neue Lchrlmgschaft und so geht es unaufhaltsam auch mit diesen dem Verbrecherleben zu.

Was kann geschehen, um diese beiden Klassen von Vagabonden bei Zetten von einander zu scheiden? Zwei Mittel bieten ein sicheres Scheidewasser. Erstens wirk­liches Angebot von Arbeit und zweitens Abschneiden jeder Möglichkeit, gereichte Almosen zu Branntwein zu verwenden. Der professionelle Vagabond haßt die Arbeit im Schweiße des Angesichts ebenso sehr, als er den Branntwein glühend liebt. Wird ihm erstere wirklich angeboten und letzterer gründlich entzogen, so verschwindet er aus einer Gegend, wo diese Maßregeln ergriffen sind, und statt seiner stellt sich der ehrlich nach Arbeit suchende Pilger ein.

Zur Erlangung der beiden Mittel der Scheidung zwischen diesen beiden Arten von Vagabonden ist ein doppeltes nöthig: 1) eine ländliche Arbeiter-Kolonie mit um­fassendem Arbeitsmaterial für Sommer und Winter, und 2) eine Einigung der ganzen Bevölkerung in Stadt und Land, alle Liebesgaben nur so zu reichen, daß dem reisenden Bittsteller nur Naturalgaben, und diese auch nur an den Stellen gereicht werden, an welchen ihm unbedingt kein Branntwein geboten wird. Ein Netz von solchen Her- vergen, in denen theils Nachtquartier mit Abendbrod und Frühstück, theils nur Mittag- brod gereicht wird, und zwar auf eine Anweisung hin, muß gegründet werden. Jeder Kreis sollte sich zu einem solchen Vereine zusammenschließen, der sich wieder in mehrere kleine Kreise theilt, je nach den Unterstützungsstellen nöthig sind. Wo eine größere Stadt ist, kann diese wiederum neben dem Landkreise einen besonderen Verein bilden. Stadt und Land müssen aber durchaus einig fein. Denn wenn etwa nur die Stadt einen Verein gründet, so wird auf Anleitung der betr. städtischen Vagabondenwirthe das Land um so gründlicher ausgesogen. Die Zahl der kleinen Vereine richtet sich in jedem Kreise danach, wie weit man ohne Gewtffensnoth einen Wandersmann pilgern lassen Fann, nachdem er sich ordentlich satt gegessen hat. Drei Stunden ist wohl nicht zu weit. Es gibt so central gelegene Kreise, wie z. B. Bielefeld, wo eine Centralstelle genügt Andere bedürfen vielleicht nur noch einer Mittagbrodstation, wieder andere, namentlich wo mehrere größere Städte sind, reichen auch hiermit noch nicht, sondern bedürfen mehrerer Herbergen mit Nachiquartier oder Mittagbrodstattonen.

Mitglied des Vereins ist Jeder, der sich verpflichtet, keinem fremden Reisenden, weder in Geld noch in natura, eine Gabe zu reichen, sondern nur die Anweisung an die nächste Unterstützungsstelle, und einen Beitrag von mindestens 50 H pro Jahr zahlt; doch wird erwartet, daß ein Jeder sich selbst nach dem Maße einschätzt, was er bisher an den Reisenden hat aufwenden müssen. Aus diesen Mitteln werden zuerst die betreffenden Wirthe an den Unterstützungsstellen befriedigt, der Rest aber an die Arbeiter-Kolonie abgeführt. Ehrliche Handwerksburschen, welche wirklich Arbeit suchen, können so, ohne Mangel zu leiden, ohne betteln zu müssen, Arbeit finden, wenn solche in ihrem Berufe vorhanden ist. Jede Herberge ist zugleich Arbeiter-Nachweisungsbureau für sämmtliche Handwerksmeister und Arbeitgeber. Ebenso enthält dieselbe die Angabe der Unterstützungsstellen in den betr. Kreisen, sowie in den zunächst angrenzenden Nach­barkreisen, so daß ein jeder gleich weiß, wo für ihn Mittagbrod und Nachtquartier zu finden ist. Für diejenigen aber, welche wirklich zeitweilig keine Arbeit finden können, ist die Arbeiter-Kolouie da, wo bei freundlicher Behandlung, nahrhafter Kost, allerdings im Schweiße des Angesichts die Möglichkeit geboten ist, sich auch in wenigen Monaten wiederum eine saubere Kleidung und das nöthige Handwerkszeug zu verdienen, wenn die böse Zeit für das betr. Handwerk rc. vorübergegangen ist.

Die Hauptregeln für die Arbeiter-Kolonie sind folgende: Jeder ankommende Arbeiter unterzeichnet beim Antritt die vorgelegte Arbeits- und Hausordnung; er erhält, nachdem er gebadet und feine Kleider in dem Desinficierofcn gereinigt sind, die fehlenden Kleidungsstücke gegen einen ReverS, daß ihm dieselben noch nicht gehören, und daß, wenn er sie mitnimmt, er wegen Unterschlagung polizeilich zu verfolgen sei. Sobald er die Kleidung verdient hat, erhält er darüber ein Zeugniß. Der Verdienst ist so normirt, daß die ersten 14 Tage ganz umsonst, die zweiten 14 Tage 25 H, von da ab, wenn jedesmal fein Fleiß bezeugt ist, 40 H per Tag in's Lohnbuch eingetragen worden. Baares Geld erhält er nie während seines Aufenthalts in der Kolonie, sondern nur den Rest, der ihm zukommt, nachdem Kleidung und Handwerkszeug bezahlt ist. Sobald er dies Ziel erreicht hat, muß er die Kolonie verlassen, nachdem ihm ander­weitige Arbeit nachgewiesen worden ist, zu welchem Ende sich die Kolonie mit Unter­nehmern Handwerkern und Arbeitgebern in Verbindung setzt. Mitgliedern des Ver­eins können auch zeitweilig Arbeiter für vorübergehende Nothsälle überlassen werden- Der Regel nach wird ein fleißiger Mann in 3 bis 4 Monaten sein Ziel erreicht haben, so daß er die Kolonie wieder verlassen kann, um neuen Ankömmlingen Platz zu macken.

Nach vorstehenden Grundsätzen bat der Vorstand des Vereins nach einem halben Jahre zu arbeiten begonnen In der Senne bei Bielefeld, wo weite unfruchtbare Land­strecken durch Aufbrechen des Orths ertragfähig gemacht werden können, sind drei Bauernhöfe, etwa 500 Morgen groß, erworben und zugleich haben die Bielefeld an­grenzenden Kreise sich in obiger Weise zusammengeschlossen. Wiewohl die Organisation noch nicht ganz vollendet ist, so haben die bisherigen Resultate dock alle Erwartungen übertroffen. Von 113 solcher armen, wirklich nothleidender, abgerissener Pilger, welche im L.iufe des letzten Winters und in diesem Frühjahre aus einer leider doppelt so großen Zahl, für die fein Raum vorhanden war, haben sich nur 4 als Betrüger und Faullenzer entpuppt; die übrigen haben bei Frost, Nässe und Hitze, wie Jedermann bezeugen kann, treulich in der Kolonie ausgehalten, ohne einen Pfennig Geld, ohne einen Tropfen Schnaps zu erhalten und der größte Theil hat bereits anderweitig in selbst verdienter Kleidung neue Arbeit gesunden und zu gleicher Zeit hat die Vaga- bondage in denjenigen Kreisen, welche sich unserem Unternehmen angeschlossen haben,

einen Todesstoß empfangen. Auf das Vielseitigste wird bezeugt von Bauernhöfen und größeren Gütern, die sonst überschwemmt wurden, daß sich fein einziger Vagabond mehr blicken lasse, und Vagabondenwirthe sind bereits darum eingekommen, daß sie ihre Wirthschaft niederlegen wollen, weil sie ihre Rechnung nicht mehr finden.

Lokale-.

Gießen, 2. August. ^Sterblichkeit in Gießen.) Im Laufe btr Woche vom 23. bis 29. Juli stieg hier die Zahl der Todesfälle bis auf 14; davon ereigneten sich 6 bei Kindern, 8 bei Erwachsenen. Von den Kindern hatten 2 das erste Lebensjahr noch nicht vollendet und starb das eine an Krämpfen, das andere an Darmcatarrh. Von 4 etwas älteren Kindern erlag eins dem Scharlach, eins dem Keuchhusten, eins der Diphtherie, eins einer Bronchienentzündung. Bei den verstorbenen erwachsenen Personen war Todesursache: Lungenschwindsucht 3mal, Krebs 3mal, Unterleibstyphus Imal, Milz- und Leberentariung Imal. G.

Gießen, 2. August. Seit gestern Abend, zu welcher Zeit der Wasserstand der Lahn und Wieseck der höchste war, ist ein langsames Fallen desselben zu verzeichnen. Schaden hat die Hochfluth ganz enorm ungerichtet. Namentlich sind es die Fruchtfelder, von welchen ganze Haufen Garben weggeschwemmt worden sind. Die so prächtigen Ernte-Aussichteii haben in unserem Flußstriche einen bedenklichen Schlag erhalten und manches bange Herz eines Landmannes, der seine Hoffnungen fast erfüllt sah, ist durch die Wasserfluthen arg getauscht worden. Es sind in diesen Tagen gerade 20 Jahre, als wir auch eben fo großes Wasser hatten. Damals wurde die Hochfluth durch einen Wolkenbruch veranlaßt und verliefen sich die Wassermengen alsbald. Heuer jedoch hat die Hochfluth länger angehalten und wurden durch das andauernd regnerische Wetter den Flüssen immer neue Wassermengen zugeleitet. Fielen doch, wie wir aus der Temperatur-Uebersicht des Juli ersehen (siehe dieselbe in heutiger Nummer), am letzten Samstag und Sonntag 2,11 P ariser Zoll Wasser auf die Erde.

Vermischtes.

Darmstadt, 31. Juli. sPost-Personal-Nachrichten.) 1- Ernannt sind der Postsecretair Ziegenbein in Darmstadt zum Ober-PostdirectionSsecretair und der Tele- graphenassistent Staack aus Magdeburg, unter Versetzung nach Darmstadt, zum Telegraphensecretair.

2. Uebertragen ist dem Geheimen expedirenden (Secretair Schmechel aus Cassel die Postdirectorftelle bei dem Postamte in Bingen.

3. Versetzt ist der Postdirector Berger von Bingen nach Lauban.

4. Gestorben ist der Ober-Postcommissanus a. D. Harig in Auerbach (Hessen).

Mainz, 30. Juli. Die bekannte Verlagsfirma Schott hat das Publikations­recht der Partitur und des Claoierauszuges desParsival" von Richard Wagner für baare 190,000 angekauft.

Offenbach, 29.Juli. Am Mittwoch Mittag verfchied plötzlich Herr W- M- Adolf Krafft dahier, Alterschef der in ganz Deutschland und weit darüber hinaus bekannten Tabakfabrik von Ph. Casimir Krafft dahier und in Nürnberg, eines der ältesten Geschäfte unserer Stadt. Der Dahingeschiedene war ein Mann von biederem und gerechtem Sinne, der ihn bet allen seinen Handlungen leitete. Mit irdischen Glücksgütern gesegnet, beteiligte er sich an allen Wohlthätigkeitswerken, bei welchen Humanität und Liebe gegen feine Mitmenschen zum Ausdruck kamen und stand dabei, mit anderen hiesigen Groß-Firmen, immer in erster Reihe.

Darmstadt, 31. Juli- sLandwirthschaftliche Landesausstellung.) In neuerer Zeit sehen wir allüberall dort, wo Landwirthe ihre gewerbliche Situation verständnißvoll durch eigenes energisches Vorwärtsstreben günstiger zu gestalten sich mühen, neben anderen Maßregeln in unbestrittenem Vordergrund stehen das gemeinsame Streben, die Ver- werthung der Milch in dienlichere Bahnen als bisher zu lenken und damit den Stand­punkt für den Betrieb zu gewinnen, wodurch viel und gutverwertyete Milch, viel guter Dünger wohlfeil gewonnen und schließlich mehr baares Geld als bisher nachhaltig dem Landwirth zu eigen wird. Noch ist es nicht lange her, daß uns der Vorwurf ungescheut gemacht wurde, wir in Hessen verständen keine gute Butter zu machen. Wie könnten unsere Landwirthe besser diese Worte widerlegen, als durch die Schaustellung ihrer Producte gelegentlich der Landesausstellung und ganz sicher sind wir, daß jen.s abfällige Urtbeil sich noch ganz anders als schon s. Z. in Mainz in das Gegenteil verwandelt. Zum Nutzen ober Schaden für den Einzelnen und das Ganze!? das mag jeder sich selbst beantworten Die Mainzer Molkereiausstellung war schon gut beschickt, die Landesausstellung muß im Verhaltniß ungleich mehr bieten, sollen die Landwirthe nicht in den Geruch kommen, sie wären seitdem anstatt vor- rückwärts gegangen. Ob Sammelmolkerei, ob einzelne Frau, jeder, wer etwas Gutes zu haben glaubt, stelle unbekümmert aus, immer gleich gerecht wird er sich beurteilt finden müssen. Mit Rücksicht auf die eminente Wichtigkeit gerade dieses Zweiges der Landwirthschaft hat sich der Ceniralausschuß auch veranlaßt gesehen, den Anmeldetermin für Molkerei- producte (Käse und Butter) bis zum 1. September zu verlängern und machen wir daraus aufmerksam, daß die Anmeldebogen auf dem Bureau der Ausstellung, Darmstadt, Paradeplatz 4, erhältlich sind.

In der Zeitschrift des Vereins zur Förderung des Wohles der Arbeiter Concordia" finden wir die Ergebnisse zusammengestellt, welche die letzte der von genanntem Verein veranstalteten periodischen Ausnahmen über die Lebensverhältnisse der Arbeiter liefert. Die Angaben beziehen sich auf den 1. April dieses Jahres. Im Vergleich nut dem nämlichen Datum des Vorjahres haben die Arbeitslöhne im Durch­schnitt fast gar keine Aenderung erfahren, nur hinsichtlich der Maschinenschlosser scheint eine Steigerung, hinsichtlich der gelernten Fabrikarbeiter, welche nicht unter die Rubriken Maschinenschlosser, Maschinenweber und Wollspinner fallen, ein Rückgang des Lohnes mit Sicherheit nachwelsbar. Von besonderem Interesse ist die diesmal zuerst erfolgte Mittheilung der ermittelten durchschnittlichen Lebensmittelpretse. Danach kostete durch­schnittlich 1 Kilo Roggenbrod 25 Pf., 1 Kilo Roggenmehl 31 Pf-, 1 Kilo Weizenmehl 40 Pf., 1 Kilo Butter 2,38 Mark. 1 Liter Milch 16 Pf., 1 Dutzend Eier 60 Pf-, 100 Kilo Kartoffeln 4 80 Mark, 1 Kilo Ochsenfleisch 1,20 Mark, 1 Kilo Kuhfleisch 1,04 Mark, 1 Kilo Schweinefleisch 1,31 Mark, 1 Kilo Hammelfleisch 1,11 Mark. 1 Kilo Speck 1,76 Mark (Marktpreise: 100 Kilo Weizen 23,7 Mark, Roggen 18,9 Mark, Erbsen 26,4 Mark, Kartoffeln 4 5 Mark), Steinkohlen 100 Kilo 1,8 Mark, Braunkohlen 100 Kilo 1,6 Mark, Holz 1 Cbm. 6,6 Mark, Petroleum 1 Liter 25 Pf-, Gas 1 Cbm- 22 Pf. Der Durchschnitt der Monats-Ausgaben für Mehl, Kartoffeln, Fleisch, Speck, Butter und Milch beträgt für eine Arbeiterfamilie von 34 Köpfen 39,9 Mark- Danach ist der Gesammtpreis dieser Artikel um ein weniges niedriger, als er im Laufe der letzten Jahre gewesen. Nach der Tabelle vom 1. Januar d. I- hatte sich ein Durchschnitt von 41,38 Mark herausgerechnet. Insofern wäre also auch der Sachlohn ein etwas höherer geworden. Die Löhne sind in den östlichen Bezirken durchgehends niedriger, als in den westlichen, doch scheint hierfür die stärkere industrielle Entwicklung des Westens nicht allein bestimmend zu fein, da das industrtereichste deutsche Land, das Königreich Sachsen, mit einen der niedrigsten Plätze in Bezug auf die Lohnhöhe ein- nimmt- Es ist zu hoffen, daß die von dem genannten Organ in Aussicht gestellten weiteren vergleichenden Nebeneinanderstellungen über die interessante Frage noch Licht verbreiten-

Die Anzahl der im Jahre 1881 im Großherzogthum Hessen vorhanden gewesenen Obftbäume wird nach den Zusammenstellungen der Großh. Centralstelle für Landesstatistik auf 2 304,392 Stück angegeben, von welchen im genannten Jahre 533,095 Gentner Obst im Werth von 2,342,908 Mark geerntet wurden. Von 783,293 Aepfelbäumen war der Ernteertrag 273,357 Ctr. im Werth von 1,041,142 Mark, von 328,056 Birnbäumen 117,095 Ctr. im Werth von 410,752 Mark, von 927,802 Pflaumen- und Zwetschenbäumen 98,632 Ctr. im Werth von 452,120 Mark, von 146,302 Kirsch, bäumen 14,827 Ctr. im Werth von 109,443 Mark, von 17,727 Aprikosen- und Pfirsich- bäumen 1223 Ctr. im Werth von 27,906 Mark, von 984 Edelkastanien 59 Ctr. im Werth von 453 Mark, von 100 228 Wallnußbäumen 27,902 Ctr. im Werth von

Wa.rt H^rzu kommt noch der Ertrag von 2604 Ctr. Taseltrauben mit 4o,416 Mark, wonach sich der Ertrag der gesammten Obsternte pro 1881 auf 535,699 Ctr. im Werth von 2,388,324 Work beziffert.

, .. ^Frankfurt, 30. Juli. Am 1. August 1882 wird di- auf dwr Thcaterplatz befindliche Filiale der kaiserlichen Tabaksmanufactur zu Straßburg ihre Pforten schließen.

Frankfurt, 20, Juli. Gestern trug sich auf einem der hiesigen Westbahnhöfe eine rechte Jammcrscene zu Ein Ehepaar, das nach Amerika auswandern wollte, war trer angekommen und in einer Wirthschaft in der alten Mainzergasse abgestiegen, wo auch das Gepäck während eines Spazierganges durch die Stadt blieb. Abends