ELngefand t.*)
Zur Richtigstellung des gestrigen „Eingesandt" muß Schreiber dieses, da er selbst Augenzeuge war, als die beiden Bade-Anstalten vom Hochwasser fortgeriffen wurden, bemerken, daß nicht, wie in dem „Eingesandt" behauptet wird, die Rübsamen'sche Bade-Anstalt von der Franz'scheu mitgenommen wurde, sondern 'erstere bereits </. Stunde früher abging als letztere. Zudem ist cs ja nicht das erste Mal, daß das Rübsamen'sche Bad bet weniger starkem Wasser und ohne von einer anderen Anstalt angestoßen worden zu fein, abgetrieben ist. Pfeiffer.
*) Indem wir hiermit auch diesem „Eingesandt" freien Raum gewähren, bemerken wir, daß diesbezügliche roeitere Veröffentlichungen im Jnseratentheile zu erfolgeu hatten. D. Red.
der Mann Die tfrau auf den Bahnhof und schärfte ihr ein, dort zu warten, ^5? ,r das Gepäck aus dem Absteigequartier geholt habe. Es bestand dies aus einem enffer in welchem 2000 Mark sich befanden. Die Frau wartete stundenlang auf die Wkrbr ihres Mannes, bis fte endlich in höchster Angst nach der Wirtschaft ging und dort zu ihrer namenlosen Bestürzung erfahren mußte, daß der Mann das Gepäck längst geholt und dasselbe nach dem Bahnhof transportirt habe. Der Elende war der Armen durchgegangen, die nun hülflos und ohne einen Pfennig Geld hier weilt. Man kann sich ihre Gemüthsstimmung vorstellen. . ,w.
sAus der Mädchenschule.) Klara (lieft): „Bunte Schmetterlinge durchfliegen hx» Qnft und küssen — (stockt) — ausblühenden Blumen den Thau aus den duftigen Kelcken "^Lehrerin: „Anna, lies Du einmal die Stelle!" (Anna lieft den Satz richtig.) Lehrerin: „Was hat die Klara falsch gemacht, Anna? „Sie hat bet „küssen» stillgeh alters und das ^üen^wir^mchl ben hinterlassenen Papieren eines alten ehr- ^grkiaen Geistlichen finden sich folgende Einträge, beziehungsweise Gebete im Anfang des vorigen Jahrhunderts ausgezeichnet, welche den W.tterungsoerhältnissen von 1881 und 188*2 genau angepaßt werden können und folgendermaßen lauten.
Herr Gott, laß Dich erfleh'n Und schenk' uns einen guten Raen, Dann sollst Du auch gepriesen sein Von Reuß, Greiz und Lobestein Und woll'n die Annern auch wos Han, Möge se auch dornoch gähn. rljL . r . . , .
In dem folgenden Jahre, wo die Situation sich änderte, lautete aber das Gebet anders: , ,
Herr Gott, laß Dich erfleh n
Und höre auf mit Deinem vollen Raen, Mer haben jetzt genung
Mit Deinem naßen Trunk.
Im vorem Jahr hat mein Gebete nix geschabt, Im Gegentheil hat's recht gebatt, Drum hoffe ich auch derjetzt, Daß Du mich nicht im Stiche laßt,
Dann wirst Du noch emal gelobt von Groß und Klein In ganz Reuß, Greiz und Lobestein.
— Die „Landw. Nachr." schreiben: „Wiederholt erinnern wir Obstzüchter daran, den Aepfelbäumen fortwährend die größte Aufmerksamkeit zu schenken, da die Blutlaus immer wieder zum Vorschein kommt. Viele Obstzüchter, welche glauben, daß die im Frühjahre vorgenommene Reinigung ihrer Bäume genügt hatte, werden sich von diesem Jrrthum leicht überzeugen können. Schreiber Dieses hat bereits zweimal in diesem Jahre feine von der Blutlaus befallenen Aepfelbaume gründlich aereimgt und ist genöthigt, jetzt wiederum dieses schädliche Ungeziefer, welches sowohl an der Rinde vom untersten Stamm bis zu den oberen Spitzen der Zweige sich anfttßt, dem Baum seine Säfte entzieht und ihn dadurch krank und unfruchtbar macht, energisch zu 06^96^ ^ $ ^ortioncn.j In Nürnberg scheinen einige Ausstellungs-
Restaurateure sehr besorgt zu sein, daß sich ihre Gäste nicht den Magen verderben. Aus diesem Grunde werden die Portionen so klein bereitet, daß sie an die Hunger- epidemieen belagerter Städte erinnern. Der „Südd. Presse" wurde eine in der Ausstellung gekaufte Wurst gezeigt, welche die Größe einer mäßigen Pflaume besaß. Der Nürnb. Anz." spricht von zarten Regenwürmchen, welche den stolzen Namen Bratwurst führen und macht den Vorschlag, eine solche und die obenerwähnte pflaumengroße Wurst nebst einer Gabelspitze Sauerkraut in einem Glaskasten auszustellen, als Typus einer Nürnberger Ausstellungsportion. _
Technikum Mittweida
in Sachsen, die älteste und deshalb besuchteste derartige Fachschule, beginnt Mitte October den Winter-Curs. Sie zerfällt a) in eine Maschinen-Jngenteur-Schule, zur Ausbildung von Jgenieuren und Construtteuren für Maschinen- und Mühlenbau, von künftigen Fabrikanten aller Branchen, zu deren Betrieb maschiuentechntsche Kenntnisse nöthig sind; b) in eine Werkmeister-Schule, zur Ausbildung von Werkmeistern, Zeichnern, Monteuren für Maschinen- und Mühlenbau, sowie von künftigen Besitzern kleiner mechanischer Werkstätten, kleiner Mühlen, Bauschlossereien u. s. w. Die jährliche Frequenz beträgt gegen 400 Schüler aus allen Welttheilen. Programme rc. erhält man jederzeit gratis durch Director Weitzel in Mittweida in Sachsen.
SchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen.
Bremen, 1. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Neckar, Capt. C Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 19. Juli yon Bremen adgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.
Verzeichniß
der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat Juli 1882.
Je 50 Kilogramm kosten Mark und Pfennige.
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Temperatur in Gießen.
Juli 1882.
Niederste 4- 6,0 0R.
Mittlere 4-13,81 „
Mittel früherer Jahre .... 4-14,46 „
Höchste . + 24,5 „
Niederschlag an 15 Tagen .... 4,91 Par. Zoll.
„ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 2,81 „ ,
Am 29. und 30. fielen 2,11 Par. Zoll Regen.
Frankfurt a. M., 2. Agust, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 2703/4, Staatsbahnactien 291V«, Galizier 273^2, Lombarden 118, Nord- westbahnactien 1817/6, Darmstädter-Bankactien —, Oberschlesische E.-B.-Act. 2477/6, Oesterr. Silberrente 6515/i6, 4% Ungar. Goldrente 75Vi, 4% 1880er Russen 683/«, 5% 1877r Russen 86% 2. Orient-Anleihe 597/ie, Spanier 27% 5% Rumänische Rente —, 4% Unific. Egypter 50% Tendenz —.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Die Rechnung der Armenkasse zu Gießen für 1881/82 liegt auf dem Bürgermeistereibureau 8 Tage lang zur Einsicht offen.
Gießen, den 31. Juli 1882.
Die Armen-Deputation daselbst.
A. Bramm.
Bekanntmachung.
Die verehrlichen Mitglieder des Spar, und Leihkasievereins zu Gießen werden zu einer Generalversammlung aus
Freitag den L. August d. Js., Nachmittags 5 Uhr, in das Sparkaffehaus eingeladen.
Tagesordnung:
1) Gesuch um Bewilligung eines Ehrenpreises für die landwirthschastliche Landesausstellung in Darmstadt.
2) Ersatzwahl des Vorstandes.
Gießen, den 25. Juli 1882.
Der Director des Spar- und Leihkassevereins zu Gießen. Haberkorn.
Bekanntmachung.
5097 Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Handelsgesellschaft Gebrüder Buderus zu Lollar unterm heutigen Tage mit dem Braunkohlen-Vergwerke „Kohlenberg" und dem Eisenerz-Bergwerke „Langsdorfs II" in den Gemarkungen Bergheim und Langsdorf, Kreises Gießen, beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müffen bei Vernleidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet.
Darmstadt, den 30. Juni 1882.
Großherzogliche Obere Bergbehörde.
Jaup.
Tecklenburg.
5096
Großherzogliche Obere Bergbehörde.
Jaup.
Tecklenburg.
Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Fürstliche Haus Solms-HohensolmS-Lich unterm heutigen Tage mit dem Braunkohlen - Bergwerke „Nassau" und dem Eisenerz-Bergwerke „Wilhelm Tell" in der Gemarkung Kolnhausen, Kreises Gießen, büiehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend aemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet.
Darmstadt, den 30. Juni 1882.
Obcrhesßsche Eisenbahnen.
Mit dem 1. August er- treten Aus- nahmefrachtsätze für Eisenerze :c. 3nn)a?en Grünberg bezw. Lich und Oberlahnstem in Kraft.
Nähere Auskunft ertheilen die genannten Stationen. ^ooo
Gießen, den 31. Jul: l^s^- 5109 Großh Directum.
4974
Samstag den 12. August,
Nachmittags 3 Uhr, sollen 2 Morgen Kartoffeln des land- wirthschastlichen Versuchsfeldes an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden.
Donnerstag den 3. August und die folgenden Tage, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, wird im Saal des Gasthauses „Auw Einhorn" dahier das zur
Stück rath'schen Concursmaffe gehörige JJlöbellayer. bestehend m Buffets, Glasschränken, Herren- und Damenschreibtischen, Spiegeln, Tischen, und Polstermöbeln aller Art, Schlafzimmereinrichtungen, Salonmobel, lakirten Möbel, Nippsachen, Goldleisten, Gallerieen, Vorhängen und sonstigen Möbelstücken, sowie einem feuerfesten Kaffenschrank
öffentlich gegen Baarzahlung versteigert.
Die zu versteigernden Gegenstände können Mittwoch den August von Nachmittags 2 Uhr an, angesehen werden.
Gießen, den 26. Juli 1882.
M Pitaer, Concursverwalter.
Gießen, den 31. Juli 1882.
Großh. Universitäts-Rentamt.
5068 Schmitt.


