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Donnerstag den 27. Oktober

1881.

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chicheiler "Anzeiger

Ao^kigk- nnd Amtsblatt für den Kreis Gießen.

Bureau t Sch ulstraße B. 18.

Erscheint fäßtM) mit Ausnahme des T?ont<i(0.

Preis viert elsfthrlich 2 Mark 20 *0* mit Bringerloh'.

Durch die Post bezogen Vierteljahr'ich 2 .Tiark 50 3t

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Amtlicher Hheil.

Nr. 25 des ReichS-GesetzblattS, ausgegeben den 21. l. M., enthält:

(Nr. 1449.) Zusatz -Convention zu dem deutsch-chinesischen Freundschists-, Schiffahrts- und Handelsverträge vom 2. September 1861, nebst erläuternden Specialbesttmmunaen. Vom 3L März 1880.

Gießen, am 26. Oktober 1881. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

^andesbattgewerkschül^Darmstadt.

Die LandcSbaugewerkfchule zu Darmstadt beginnt ihren fcd)6ten Jahre- - CursuS am IS. November l« I., welcher 4 Monate, also biß zum 15. März 1882 andauert.

Dieselbe soll, zwischen Handwerkersckule und technischen Hochschule die Mitte haltend, insbesondere Baubai-daerkern, sowie Maschinen- und Mühlen- baurrr, Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse und die nothwendigen Fertigkeiten tm Zeichnen ui d Entwerfen ron Plänen für die praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll die Baugewerkschule zur Ausbildung uoa Werkme stirn, Parlieren, Bauaufsehern rc. dienen.

Der Unterricht wird an den Werktagen während der ganzen Tageszeit von folgenden Herren ertbeilt: Architect Professor Hermann Müller, Arch'tect Kuhlmann, Ingenieur Reuter, Techniker L. W. Möser, Handelsl-drer Peters und Bildhauer Fölix.

Die Schule umfaßt vorerst 2 Klaffen mit folgenden Unterricht-gegenständen: Freihand' und geometrisches ZeiLnen, dar- pellet de Geometr e (einschließlich Schatten . Construkiwt en und Perspective), Banconstruktiotslehre (elnschlußlick StabiluäkS- und FrstigkertSberechnunger.). Elemente der Maschinen - Corstntktio. en, Fchzeichnen, Entwerfen von Bau- arlagen, km pgewerbltches Zeichnen, technisä es Rechnen, Algebra, Geomrtrte. Feldmeßkunst (einschlüßl'ch Trigonometrie und Pianzeichnen), gewerbliche Buch- sührnnp. Theile der Bausührur g, insbesondere Materialienkund: und Anfcrtigen von Kostenvoransckläg-n, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Ho'z re.

Die Unterrtcktslokale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern t on den Dureaulokalitäten, der Dibliotlek und der technischen Mustersammlung b<6 Großh. Gewerbvcreir.s. so daß die letzteren von den Schülern besucht und geetanet benutzt werden können.

Bedingungen zur Aufnahme sind:

1) Für die untere Abtheilung, die I. Klasse: In der Regel werden nur iolche Schüler ausgenommen, weiche eine mindestens einjährige Beschäftigung in einem technischen Gewerbe nachweisen können; Ausnahmen hiervon werden nur in besonderen Fällen gestattet. Da­gegen wird von den Aufzunebmenden nur der Nachweis der Kennt- niste verlangt, welche den von der Oberklaste einer Volksschule Entlastenen zukommen sollen, damit jedem strebsamen Handwerker die Anstalt zugänglich werde.

2) Für die obere Abtheilung, die II. Klaffe, muß außerdem der Nach, weis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer angemeste- ncn Fertigkeit im Freihand - und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung einfacher Aufgaben ter darstellenden Geometrie, urb der Befähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verstänblich machen au können, geliefert werden.

Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 JL und ist beim Begmn des Kursus voraus zu bezahlen.

Anmeldungen zur Aufnahme wolle man mögliche frühzeitig und längstens bis zum 31. Oktober L I. schriftlich bei der unterzeichnetcn Stelle ober auch mündlich auf bem Bureau berselben Neckarstraße 3, im III. Stock bewirken, ba bie Zulassung ber Schüler nur nach Maßgabe ber vorhanbenen Unterrichts-Lokalitäten erfolgen kann.

Darm stabt, ben 8. September 1881.

G'oßherzogliche Centralstelle

für bie Gewerbe unb den Lanbesgewerbverein.

Fink. Busch.

Aentichl'unü.

iu Darmstadt, 2;>. Cftobn. Tn 2'0-anschlag der ordentlichen Zlusgaden für die ginanzpiriod« 1882 85 enthält eine Anforderung von 184 000 JL für Erhöhung der Staats N raße zwischen 9h er ft ein und Nackenheim, wodurch einem Ersuchen beider .tiammern der Stände an die Regierung genügt wird. Bei der Be- ardcuung d»s Proj.cts für die Erhöbung d-r fraglichen Straßenürecke wurde von Seiten der R.gterung auch die bei den ständischen Perhandlur.gcn über den dessallügen Antrag der Abgg. Schröder und Step bau (Haßloch) gcäußert-n Annchten näher erwogen Es wurde davon ausgegangen. daß es genügt, den Stratzendamm dis aur 4- 5.50 Meter Oppenheimer Pegel, den an ber dortigen Stelle bekannten böchftcn Wasserstand zu erhöben. Wenn bann auch bei bebeutendem Hochwasier die Straßen­dammkrone bespül! w'rd, so steht dock ein Uede:strömen nicht ni erwarten Eine weitere Eido bürg des Stratzendammes auf -r 6,00 Oppenheimer P gel wurde ungleich höhere Kosten veranlassen. Bezüglich ber graje, ob ctre Verschmälerung der Straße und hierdurch e nc Kostener' parinß «ulässig wäre, sagen die bem Budget be^eacbenen Erläuteiurg^n, taß eine Beschränkung des landseitigen Barquetts n'cht zulässig ist wegen der Bauwpflanmngen und weil dieses Barguett auch als Lagerplatz für die Chaussecmaterialien bien। n muß. Das flußseitige Banguett dient zugleich als Leinpfad und muß als solcher in allen Breiten erhalten werden, denn wenn drei Pferde im Le.npsad gehen, so schreitet das vorderste schon ganz auf ber Fahrbahn. Der an­geregte Plan, die Füllerbc durch Abgradung des sogenannten rothen Hügels zu gewinnen, hat fid) als urpraktisch erwiesen und würde einen Mehraufwand von circa 79 000 J4 erfordern.

Einen wcitcrcn Posten der außerorbenllich.n Ausgabe bildet d e vertrags- rnäßige Subvention an die Hessische LudwigS-Eis en bahn-Gesellschaft wegen des Betriebs ber Eisenbahnlinie Erbach-Eder bach während der ersten fünf Jahre. Tie Erläuterungen zu der 428,571 JL 43 betragenden Anforderung lagen: Im Sabre 1882 wird die Strecke Erbach Ebcrbach der Qdenwald- babn in Betrieb gesetzt werden. Nach $ 3 des Vertrags vom 2. November 1874 zwischen der @roßb. Regierung und ber Hessischen Ludwigs-E'senbahn-Ge'ellschaft hat der Staat sich verpflicht, t, für bie ersten fünf Jahre, während deren diese Strecke in vollem Betrieb fein wird, eine Subvention von jährlich 100,000 fl., zusammen 500,(00 fl., unter der Bedingung zu zahlen, daß von ollen Reinerträgen der Eisenbahnen von Erbach nach Eberbach und von Babenhau'en nach Hanau, welche rm Durchschnitt den Betrag von 45,000 fl. per geographische Meile überschreiten, die Hältte rur Rückzahl'ing obiger 500,OlO fl. an den Staat zu erroenben ist, bis dieselben völlig getilgt sind. Es dürfte kaum in Aussicht genommen werden können, daß während der ersten Jahre des Betriebs, nach Eröffnung der Strecken Hanau-Badenhausen unb Erbach-Eberbach, diese Bahnstrecken Reinerträge von 45,000 fl. per geoorarhische Mnle liefern, wenn Elches auch für später zu erhoffen fleht Es werden hiernach für ca. 212 Jahre der Finanzperiode die Subvention von jährlich 100,000 fl. an die Hessische Ludwigs- Eisenbahn-Gesellfchaft im Gesammtbetrage von 428 571 «X 43 als außerordentliche Ausgabe vorgesehen.

In Folge eines von dem Abg. Kugler auf dem vorigen Landtage gestellten Antrags hat die Großherzogliche Regierung bie Errichtung eines definitiven Stationsgebäudes auf der Haltestelle Sprendlingen der Main-Neckar-

Bahn in Aussicht gestellt unb die Dircclion b;efer Bahn beauftragt, hierfür e*n Pro­jekt auszuarbeiten unb ben bei ber Main-Neckar-Bahn-(Aemeinschaft bethetligten Re­gierungen vorzulegen. Die Preußische und d e Badst'che Reg'erung haben dem Prcr et ihre Zustimmung ertbeilt und ihr Einverständniß damit erklärt, daß die Kostensumme von *30 000 v4L, welche in der außerordentlichen Ausgabe für die nächste Fmanz- periode eingestellt 'st, auf den diesseitigen Baufonds der Main - Neckar - Bahn über- nommen wird.

Berlin, 24. Okiob.r. Se ienö der Telegr^pheu-Verwaltungen nnd 6<Jonb;re Vorvelcitungen für den Wahltag am 27. Oktober getroffen worden, um so schleunig als möglich die Wahlresultate rack Berlin gdongen zu lassen. Es steht zu erwarten, daß man bereits im Verlaufe der Donnerstag Nacht an amtlicher Stelle über dos Wah^geschält unb des Resultat die genauesten Nach­

richten haben wird.

Nach uns vorlieaenden Notizen hat sich die Einfuhr landwtrthschcft- licker Maffenproducte aus Rußland im September d. Js. ganz bedeutend qe- hoben, lieber ©rajetro hauptsächlich zum Transit nach Königsberg betrug dieselbe:

1) gn Getreide September 1880 . . kg. 1,696,869

1881 . . 31,518206

also 1881 mehr kg. 29,821,337

2) An Hülser.früchten September 1880 kg. 18,667 w 1881 w 123,610

also 1881 mehr kg. 104,943

3) A Oelsamen S^pterrbir 1880 . . kg. 1,762,444

1881 . . , 2,572 267

also 1881 mehr kg. 809,823

Dem gegenüber ist nur der an sich unbedeutende Import von Mehl von 441 auf 152 kg., alfo um 299 kg. gesunken.

A'hnlich steht es mit d^r Einfuhr über Mlava havptfächlich zum Transit nach Damig. Tie Ginfubr brtrug:

1) An Getreide September 1880 . . kg. 1 241,309

1881 . . ., 18 775,281

also 188t rnepr kg. 17,533 972

2) 3n Oelsamen September 1880 . . kg. 578,006

1881 . . w 1,053 836

also 1881 mehr kg. 475,830

eine Steigerung, welcher ein ganz unerheblicher Rückgang der Einfuhr an Hülsenftüchten von 13 400 auf 9828, also um 3572 kg. und an Mehl von 185,584 auf 170,000, also um 15,584 kg. gegenübersteht.