Oesterreich.
Italien.
In Folge Vieser Aussage wurde Vancza einem Verhöre unterzogen. Der Angefolgt : Bebauer brachte den Papierkorb Geschäft, wo sich eben obengenannter
einem zurückgenommenen Papterkorb Vancza zur Verfügung gestellt Hobe.
am 17. ds- vom Untersuchungsrichter klagte erzählte den Sachverhalt wie
geldßtLfe^to, 24. Oktober. Di« Angelegenheiten der allgemeinen deuischen Ausstellung für Hygiene und RetiungSwesen nehmen in der Reichöhauptstadt einen erfreulichen Fortgang, und es hat ganz besondere Freude hcroorgerusen, daß die Kaiserin Augusta als Protektorin des gemeinnützigen Unternehmens, vom Kronprinzen unterstützt, der Ausstellung ihre dauernde Tdeilnahme zuwenden wird. Das Ausstellungsgebäude ftubet seinen Platz unweit des Lehrter Bahnhoss; die Pläne dazu hat Baurath Kyllmann zum Theil schon aus- gearbeitet, so daß in kurzer Zeit die Veröffentlichung der Skizze erwartet werden kann. Zur großen Befriedigung des Ausstellungs Comnös hat der städtische Gartendirector Mächrig seine Mithülfe bei der ästhetischen Ausge- staltung der Ausstellungs-Anlagen zugesagt und die Vorarbeiten hierzu werden unverzüglich beginnen. Es dürfte besorgt werden, daß die bet den Ausstellungen in Halle an der Saale und Frankfurt a. M- zum Vorschein gekommenen Deficits auf die Zeichnungen für den Garantiefonds für die Hygiene-Ausstellung einen ungünstigen Einfluß ausüben würden; jedoch ist dies in keiner Weise der Fall gewesen: das Jntereffe für das Unternehmen hat stetig zugenommcn und es verbürgt schon jetzt einen glücklichen Ausgang. Es mag erwähnt werden, daß unsere deutschen Lebens-Versicherungen der Hygiene- Ausstellung namhafte Zuwendungen gemacht haben. Die Anmeldungen gehen seit einer Woche so zahlreich ein, daß die Erwartungen des Comitös, an besten Spitze der Wir«. Geh. Rath Hobrecht steht, zum Theil übertroffen worden find- Der Schlußtermin der Anmeldung ist bis zum 15. November hinaus- geschoben worden, um die Betheiltgung eine recht große und mannigfalrtge werden zu lasten. Zwar wird die Ausstellung haup'sächlich durch ihre eminent praktischen Zwecke wirken, aber Vieles bringt sie zugleich, was für wettere Kreise böchst tnterestant ist. So begeben sich dieser Tage Baurath Kyllmann und Ingenieur Hennemann nach Hamburg, um dort ein großes Modell eines Auswanderungsschiffes zu acqutrtren, daS die sämmtlichen hygienischen Einrlch- tungen des Schiffes zur Darstellung bringt. Ein« ganz besondere Thetlnahme bringen dem Unternehmen Oesterreich-Ungarn, die Schweiz, Belgien und England entgegen.
Dieser wohl hauptsächlich den günstigeren Ernteverhältniffen Rußland» zu verdankende Aufschwung hat «ine höchst erfreuliche Steigerung des Verkehrs in unseren großen Ostsee-Hasenplätzen Danzig und Königsberg schon jetzt zur ftolat gehabt.
__ Wie wir hören, hat sich nunmehr auch die türkische Regierung ent» schloffen, mit Rücksicht aus den Ausbruch der Cholera in Mekka eine zehntägige Quarantäne für alle aus den Provinzen des Rothen Meeres kommenden Schiffe anzuordnen. , _ ,
— Während der Hochzettsfeterltchketten in Karlsruhe sprach man von der baldigen Verlobung des Erbgroßherzogs von Baden. Jetzt meldet man aus Karlsruhe, daß dieselbe nahe bevorstehe, und zwar mit der Prinzessin Hilda von Nastau, einzigen Tochter des Herzogs von Nastau aus deffen zweiter Ehe mit der Prinzessin Adelheid von Anhalt. Die Prinzessin Hilda ist am 5. November 1864 zu Biebrich geboren. £
— Die „Waldeck'sche Zeitung" erklärt sich in der Lage, ihre frühere Nachricht, daß Preußen jetzt ernstlich d.e Einverleibung des Fürstenthums Waldeck in's Auge gefaßt habe, aufrecht zu erhalten. Der Ausführung des Planer steht gegenwärtig hauptsächlich die Schwierigkeit entgegen, einen Modus zu finden, bei dem Preußen die eine ihm bisher für Waldeck zustehende Stimme im Bundesrathe nicht verliert. Der zum Landesdirector für Waldeck-Pyrmont ernannte bisherige preußische Landrath v. Puttkamer ist , am 17. d. Mts. in Arolsen angekommen und hat folgenden Tages dem Fürsten den Diensteid
Kenntntß hatte, auf welche Art Letzterer in den Besitz der Depeschen kam, verweigerte Vancza jebt Auskunst. Nach Aufnahme des Protokolls wurde Vancza entlassen. Die eigentliche Gerichtsverhandlung soll in Mischkolz binnen Kurzem stattfinden und dürfte die Vertheidigung des Angeklagten der ungarische Reichstagsabgeordnete Karl Eötvös üb^rnehaien.
Ilrankreich.
Paris, 24. Oktober. Gambetta iß heute Abend nach Havre abgereist, wo er morgen eine politische Rede zu halten gedenkt. — Nachrichten aus Tunis zufolge setzen die drei Colonnen, welche von Tunis, Sousa und Tebefla aufgebrochen find, ihren Marsch auf Kairouan fort; die Ankunft vor Kairouan dürfte voraussichtlich am 28. ds. statlfiiden. Die ausgesandten Kundschafter melden, daß die Aufständischen in den Engpäßen jenseits Foum-Kaouba concen- trirt sind und dem General Sausster den Durchmarsch streitig zu machen beabsilbttgen.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz- Bureau.
Berlin, 25. Oktober. Der „R-ichs-Anz." publtcirt eine Anordnung dcS Staatsministertums von heute, wodurch aus Grund des Socialistengesches der kleine Belagerungszustand über Altona, Wmdsbeck und Lauenburg mit Zubehör auf ein Jahr verlängert und zugleich auf Stadt und Amt Harburg ausgedehnt wird. Die Anordnung tritt mit dem 29. Oktober in Kraft.
Paris, 25. Oktober- Baron James Rothschild, Sohn des Baron Nathanael Rothschild, ist heute früh in feinem Hotel, Avenue Friedland, plötzlich gestorben.
— Den neuesten Nachrichten aus Tunis vom 24. ds. zufolge hat General Sausster das D^fiiö von Fum-el Kuraba glücklich überschritten. In Folge der Erfolge des Obersten Laroque befinden sich die Schaaren des Alt Ben '21 mar auf dem Rückzüge gegen Süden. In jedem TrtbuS wurden Geiseln für die Sicherheit der Eisenbahn genommen.
— Die Nachrichten über die neueste Meuterei der Soldaten unter Ali Bey stellen sich als erheblich übertrieben heraus. Es ist nur eine leichte Insubordination vorgekommen und sind alle Soldaten nach Depeschen Ali Bey's an den Bey zu ihrer Pflicht zurückgekehrt.
Havre, 25. Oktober. Die Reise Gambetta's hierher hat Nichts mit Politik zu thun. Bei dem heutigen Banket wird derselbe in seiner Rede von den Geschäften sprechen. Gambetta besuchte heute die Häfen und Werften.
Tunis, 25. Oktober. Die 5. und 6. Brigade haben am 21. ds. bei Furn-el-Kuraba ihre Vereinigung bewirkt. Die Brigade Phll bett bleibt bei Fum-el-Kuraba und wird ein Theil derselben die dortige Position besetzen, ein Theil gegen den TrtbuS der Ouled-Arfa opertren, um dieselben zu verhindern, zu den Aufständischen zu stoßen. Die übrigen Truppen unter den Befehlen der Generale Saussier, Logerot und Sabatier sind am 23. ds. In der Richtung auf Kairouan aufgebrochen. General St. Jean befehligt die Kavallerie, Oberst Condö di- Artillerie, Oberst Allegro die tunesischen Gums. General Sausster führt Lebensmittel für 8 Tage mit sich- Während der drei ersten Tagemärsche werden die Soldaten 2 Liter Wasser, die Pferde 5 Liier täglich erh ilter.. Man nimmt allgemein an, daß die Aufständischen keinen ernsthaften Wider- stand leisten werden.
Washington, 25. Oktober. Staatssecretär Blatne hat eine Circular- Depesche versandt, in welcher er auf dem Rechte der Vereinigten Staaten be- steht, die politische Controle in dem Kanal von Panama ausznüben. Gleichzeitig wird an den Vertrag vom Jchre 1846 erinnert, durch welchen bic Vereinigten Staaten die Neutralität der Landenge, sowie die Souveränetät und das Befitzthum von Columbia auf der Landenge garantirten. Die Regierung würde jeden Versuch der europäischen Mächte, diese Garantie noch zu vervollständigen oder das politische System von Europa an den amerikanischen Küsten einzuführen, als eme inopportune und feindliche Emmischung ansehen.
sammt den Papterschnitzeln in ein . .
Reporter befand, und schüttelte den Inhalt des Papierkorbes aus. Der Reporter wickelte die zerknüllten Papierreste auf, nahm sie mit sich nach Hause und stellte aus den einzelnen kleinen Papierschnitzeln jene Depeschen wieder zusammen, welche dann aus dem „Egyetertes" durch jämmtlictc europäischen Zeitungen die Runde machten. Auf die Fragen des Untersuchungsrichters, ob der Redacteur des „Egyetertes", dem Vancza die Depeschen übergab, davon
Pesth, 24. Oktober. Angeblich soll der „Dieb" entdeckt sein, welcher seiner Zeit die beiden vertraulichen Depeschen des Czaren und des Baron Haymerle an den Kaiser Franz Josef entwendete und dem „Egyetenes" gab. Die Angelegenheit, welche bekanntlich großes Aussehen erregte und die Pesther Regterungskreise insbesondere sehr unangenehm berührte, hat in Mischkolz zur Einleitung der gerichtlichen Untersuchung Anlaß geboten. Die Untersuchung soll ungarischen Blättern zufolge nachstehenden Thatbestand zu Tage gefördert haben: Der Budapesther Möbelhändler C Gebauer, der mit der Möbltrung der kaiserlichen Zimmer in Mischkolz betraut war, gestand im ersten Momente der Ueberraschnng bei seiner Vernehmung ein, daß er die Depeschenschnitzel in gefunden und dem Reporter Michael
Lokale».
(Ziesten, 26. Oktober (Sterblichkeit in Gießen.j Die Zahl bet Todesfälle während der Worbe vom 16—22. Okrobet belief sich im Ganzen auf 7 und zwar wurden 5 erwachsene Personen und 2 Kinder betroffen. Von den Erwachsenen starb eine Person an Schlagfluß, eine an Leberentartung, eine an Lungenschwindsucht, eine an Altersschwäche. Ein auswärts wohnender Mann, der sich selbst Schnittwunden am Halse beigebracht batte, um sich zu tobten, starb na®J bem er bierbergebrackt worden war, an den Folgen dieser Verletzung. Don den Kindern erlag ein 6 Jahre altes Mädchen, welches auch von auswärts bierhergebracht worden war, der Diphtheritis und ein 10 Monate alteS Kind starb an Hirnentzündung.
Strafbestimmungen für Wahlfrevel.
In Bezug auf das Wahlgeschäft kommen folgende Paragraphen des Strafgesetzbuches zur Anwendung: x „ . ,
§ 107. Wer einen Deutschen durch Gewalt ober durch Bedrohung mit einer strafbaren Handlung verhindert, in Ausübung seiner staatsbürgerlichen Rechte zu wählen oder zu stimmen, wird mit Gefängniß nicht unter 6 Monaten oder mit Festungshaft bis zu 5 Jahren bestraft- Der Versuch ist strafbar.
§ 108- Wer in einer öffentlichen Angelegenheit mit der Sammlung von Wahloder Stimmzetteln oder -Zeichen oder mit der Führung der Beurkundungs-Verhandlung beauftragt, ein unrichtiges Ergebniß der Wahlhandlung vorsätzlich herbeisührt ober das Ergebniß verfälscht, wird mit Gefängniß von 1 Woche bis zu 3 Jahren bestraft. Wird die Handlung von Jemandem begangen, welcher nicht mit der Sammlung der Zettel ober Zeichen oder einer anderen Verrichtung bei dem Wahlgeschäft beauftragt ist, so tritt Gefänanißstrafe bis zu 2 Jahren ein. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. , „. , „
§ 109. Wer in einer öffentlichen Angelegenheit eine Wahlstimme kauft ober verkauft, wird mit Gefängniß von 1 Monat bis zu 3 Jahren bestraft, auch kann aus Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.
§ 339. Ein Beamter, welcher durch Mißbrauch seiner Amtsgewalt ober durch Androhung eine« bestimmten Mißbrauchs derselben Jemand zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung widerrechtlich n öth i gt, wird mit Gesängntß bestraft. Der Versuch ist strafbar.
In dem Falle des § 107 tritt die daselbst angedrohte Strafe em, wenn dw Handlung von einem Beamten, wenn auch ohne Gewalt oder Drohung, aber durch Mißbrauch feiner Amtsgewalt ober Anbrohung eines bestimmten Mißbrauchs derselben begangen^ist. _ ,
S 357. Ein Amtsvorgesetzter, welcher seine Untergebenen zu einer strafbaren Handlung im Amte vorsätzlich verleitet oder zu verleiten unternimmt, ober eine solche strafbare Handlung seiner Untergebenen wissentlich geschehen lagt, hat die auf diese strafbare Handlung angedrohte Strafe verwirkt.
Dieselbe Bestimmung findet auf einen Beamten Anwendung, welchem eine Aufsicht oder Controle über die Amtsgeschäfte eines anderen Beamten übertragen h't, fO' fern die von diesem letzteren Beamten begangene strafbare Handlung die zur Aufsicht ober Controle gehörenden Geschäfte betrifft.
§ 358. Reben der nach Vorschrift der $$ 339 und 357 erkannten Gfängnch- strafe kann auf Verlust der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von 1 bis zu 5 Jahren erkannt werden.
i goli, der Ehrencavalier Marquis Villamarina, der Ceremonienmeister Commandeur Dini und Graf Seyssel d'A'x Den Ministerpräsidenten Depretis begleiten die Secretäre im Ministerium des Innern Bertarelli und Cighiera; in der Begleitung deS Ministers des Auswärtigen Manrini befinden sich der italienische Gesandte in Belgrad Chevalier de Tvsi, der Cabinetsches Bianchi de Lavagna und der Secretar Danieli. Die Minister Depretis und Mancini treten die Reise am Abend des 25. ds. von Monza aus an.
Nom, 24. Oktober Das Gefolge des Königs auf der Reise nach Wien besteht aus dem General Sonnaz, dem Flügeladjutanten Contreadmiral Martin Francklin, dem Obersten Casati und dem Fregattenkapitän Brocchetti; das Gefolge der Königin bilden die Ebrendamen Marquise Villamarina Montereno, die Hofdame Fürstin Stron-
Bermifchles.
Hanau, 24. Oktober. Der Raubmörder B. Ring hat sich heute Nachmittag m seiner Zelle erhängt, nachdem er kurz zuvor das Abendmahl empfangen hatte.
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