Die Ausstellung ist jetzt, mit ganz unwesentlichen Ausnahmen, vollendet, das Pfingstfest mit seinem nicht allzu ungünstigen Wetter, hat das ©einige gethan, und so sah ich hier an den Festtagen eine Menschenmenge in der Ausstellung, deren Zahl anderen Ausstellungen wohl als „mustergeschützter Anikel" vorkommen dürste.
Diese Ausstellung, die weit über den Rahmen einer Gewerbeausstellung oder X einer der modernen Special-Ausstcllungen hinausreicht und die gewerblichen Fortschritte 1 unserer ganzen Nation und auch anderer Völker vorführt, will übrigens ftudiri sein , und kann unmöglich nach einem flüchtigen Umblick gewürdigt werden. Das hat auch das große Publikum schon eingesehen und man muß erfreut darüber sein, daß nicht nur Specialisten, sondern auch Laien und sogar Damen mit vielem Interesse die in so großer Zahl im Betriebe vorgeführten Maschinen und Apparate studiren. Es kommt hinzu, daß ja die meisten Erfindungen zuerst nur in den Anfängen und unvollkommen in die Erscheinung treten, so daß selbst der Specialift keineswegs auf den ersten Blick den Werth einer Sache zu erkennen vermag. Das Publikum also ist, da man nicht von jedem ein genaues Eindringen in technische Einzelnheiten verlangen kann, in Gefahr, oberflächlich zu werden, der Techniker aber in Gefahr sich zu sehr in Speciali- täten zu vertiefen und darüber das Ganze der Ausstellung zu vergessen. Es wird unstreitig schwer, jeden dieser beiden falschen Wege zu meiden. Um so mehr muß man den Eifer des Publikums anerkennen, weil der Catalog der Ausstellung, der Natur der Sache nach, nicht so übersichtlich und so streng geordnet sein kann, wie wir es auf den Gewerbe- und Local-Ausstellungen gewöhnt sind.
So viel ist gewiß — und jeder Kenner wird es bezeugen — befände sich die Frankfurter Ausstellung in gleich gelungener Durchführung in Paris, London oder Brüssel, ganz Europa würde sich für dieses Unternehmen intereffiren und man würde allerwärts die Großartigkeit der Idee rühmen hören. Der Deutsche aber ist ja meist so bescheiden, daß er nur importirte Gedanken anstaunt und die eigenen Leistungen unterschätzt, obgleich er hier in Frankfurt Gelegenheit hat, zu sehen, daß die deutsche Technik entschieden in erster Linie steht und Frankreich und Belgien, wenigstens soweit es diese Ausstellung angeht, unsere Rolle von Philadelphia Übernommen haben. Freuen wir uns darüber, daß unser damaliger Mißerfolg so segensreiche Wirkungen für das deutsche Gewerbe gehabt hat, und lassen wir uns nicht dadurch beirren, daß uns von Setten des Auslandes vielleicht entgegengehalten wird, die Frankfurter Ausstellung könne, da die ausländischen Staaten sich nicht officiell beteiligt haben, feinen Maßstab für die Leistungsfähigkeit der in derselben betriebenen Industrie abgeben! Denn gerade in Frankfurt soll, der Idee der ganzen Ausstellung nach, die Elite der Nationen vertreten sein, da es sich hier um Fortschritte und Verbesserungen in Technik und Geschmack auf den verschiedensten Gebieten handelt.
— In Friedberg steht die Gründung eines Junggesellenvereins in Aussicht. Liner auf Samstag den 18. Juni, Abends 10 Uhr, anberaumten Versammlung lag folgende Tagesordnung zu Grunde:
1) Wahl des Vorstandes und Berathung der Statuten.
2) Vortrag des Herrn Vorsitzenden über die Zunahme oes Jntcresies der weiblichen Jugend an Landparthien.
3) Berathung über eine zweite demnächst abzuhaltende Herrenparthie in’S Gebirg mit Musik bei bengalischer Beleuchtung. Unverheiraiheten Damen ist die Theil- nahme strengstens untersagt.
Allgemeine
Erwiderung. *)
___ 3nr 134 des Gießener Anzeigers macht die Red. des Frankf. Iourn. den höchst mißlungenen Versuch, den Werth jener famosen „Skizze", sowie die Leistungs. fähigkeit ihres Skizzen Schreibers zu retten. „Es sollte ja nttr ein Idyll sein", sagt sie — ein lyrisches oder dramatisches jedenfalls nicht, dann wohl ein episches?! Die löbliche Redaction setzt sich dann aufs hohe Roß und unternimmt es, Diejenigen welche stch die Freiheit nahmen, das Product ihres Skizzen-^chreibers weder als Idyll' noch als einfache Humoreske, noch als feuilletonistischc Skizze aufzufassen, solidem ohne Weiteres als eine, jeben literarischen Werthes bare Schmiererei zu bezcichnen — über den Begriff eines Idylls belehren zu wollen, ja sie versteigt sich sogar zu dem kühnen Wagniß, das Erzeugniß ihres Jdyllen-Fabnkanten in gleiche Linie mit den ausgezeichneten Schriften Heyne's zu stellen!!!
Wenn man einen Fehler gemacht, dann entschuldige man sich einfach, verschlimmere ihn aber nicht noch durch solch klägliche Beschömgungs Versuche.
V. 8.
*) Indem wir dieser „Erwiderung" Raum geben, halten wir fragl. Angelegenheit nunmehr für erledigt. Red. d G A
Handel und Verkehr.
Giesteu, 21. Juni. Aus dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Psd. 80 A bis 0.85, Hühnereier 1 Stück 5 Enteneier per 1 Stück 6 2 St. 11 A Gänseeier
1 Stück 00—00 H. Käse per Glück 5—11 Käsematte per Stück 3 Erdlen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Litrr 24 Tauben daö $ar «X 0.70—0.80, Hühner p. St. ,x 1 00 1 30 Hahnen p. St. X 0.70—120, Enten per Stück X 2 00-0.00, Ochsenfitisch 66-00 2, per Dfd-, Kuh» und Rindfleisch 48-50 Kalbfleisch 40—44 H, Hammelfleisch 68-70 A Schweinefleisch 62—68 Kartoffeln per 100 Kilo X 5.50- 5.80, Zwiebeln p. «tr X 24 bis JL 25, Milch per Liter 16 und 18 H, Kirschen das Pfund 20—30^.
Frankfurt, 20. Juni. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen und Stiere, 280 Kühe und Rinder, 30ü Kälber und 120 Hämmel.. Die Preise stellten sich-. Ochsen 1. Qual. 63—65, 2. Qual. 57—60, Kübe und Rinder 1. Qual. <X. 55-60, 2. Qual. JL 45-50, Kälber 1. Qual. JL 52—56, 2.' Qual. JL 40—50, Hammel 1. Qual. JC. 55—60, 2. Qual. «X 00- 00 per 100 Pfd. Schlacht, gewicht. Schweine wurden 550 Stück angeführt und daS Pfund mit 60 H bezahlt.
m o Frankfurt, 20. Juni. (Fruchtbericht.) Mehl Rr. 1 JL 39.50, Nr. 2 JL 37 50 91X1 £ **L32-50' Nr. 4 28.50, Nr. 5 25.50, Roggenmehl o/t Berliner Marke)
31-7?150, b,°* 1 (Berliner Marke) 29.50, do. II (Berliner Marke) .X 24.50, Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier JL 24.50 24.75, ab unserer Umgegend Jt 24.25-24.50 bo. fremder je nach Qualität JC 23.00—24.50, Roggen, je nach Qualität Jt 22.50—22.50 Gerste JL 18.50-20.00, Hafer X 15.50-16 50, Kohlsamen JC 29—30, Erbsen JL 19-2?' Wicken 16.50—17.50, Linsen 20- 40, Bohnen, weiße, JL 23—25, Roqgenkleie ' Weizenkleie, grobe und feine JL —, Rüböl, detail, «X 64. Stimmung flau. Haupt- S Dringend offerirt: weißes Mais «X 14.00, buntes JL 13.75—00
(Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht = 100 Kilo.)
r Anzeiger.
Mobilien-Versteigerung.
Am 22. Juni, Nachmittags 2 Uhr, werden im ersten Stock des Dr. Buckner'schcn Hauses, Frankfurter Straße, fämmtliche Einrichtungs-Gegenstände, worunter namentlich
Alle Sorten
auf Feinste gerieben, fertig zum Anstrich, rasch und wvm hart trocknend, sowie alle zum Anstreichen erforderlichen
Lacke, Firnisse, Pinsel etc.
empfiehlt (4146.
Fr. Seibel, Mäusburg.
eine neue feine Salongarnitur, verschiedene Spiegel, Bilder, Sopha's, Tische, Stuhle, Teppiche, Vorhänge, Roßhaar- und Feder-Matratzen, sowie verschiedenes Küchengeräthe,
gegen Baarzahlung öffentlich feilgcboten.
Interessenten steht die Besichtigung der Möbel am Berstcigerungstage frei.
Gießen, den 17. Juni 1881.
Großherzogliches OrtSgericht Gießen.
4040) Lüdeking.
Donnerltilg den 23. Juni,
Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe
5 Kommoden, 1 Küchenschrank, 3 Tische, 2 Nähmaschinen, Bettzeug mit Strohsack, 1 Sack mit Fi dein, 2 Eimer, 2 Stühle, 1 Waschtisch, 3 Sopha, 2 Küchenschränke, 1 Sekretär, 2 Nachttische, 2 Nähtische, 4 Spiegel, 3 Schränke, 5 Bilder, 4 Kleiderschränke, 1 Brandkiste, 1 Uhr, 1 Hobelbank, 1 Sessel, Brennholz, 1 Pferd versteigert werden.
4228) Bauer, Gerichtsvoll sicher.
Feilgebotenes.
Türkische Zwetfchen, Amerikanische Apfelspalten, Italienischen fränkische Brünellen in anerkannt hochfeiner Waare empfiehlt
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5 Turntuchjuppeu°°»M.i.8<>°n,- I Billige Arbeiter-Hemden, | V Billige Arbeiter-Hosen. ” z 4218) Keuenweit 1»3. H
Maibowle
täglich ftisch, sowie
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Seinntwonltäe R-daciton: 81. SLcvda. - Druck und Verlag der BrühNLen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) ln Nicßen.
Hierzu eine Beilage.


