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Ausland.

Petersburg, 12. Januar. Einer Ehristsestbetrachtung der deutschen Petersb. Z'g" zufolge ist die Noch und daS Elend in Rußland gar gewaltig, fast überwältigend. Außer der gewöhnlichen Armuth, an welche sich Leute, die sie nicht zu ertragen, sondern nur anzusehen brauchen, gar zu leicht gewöhnen, extstirt unter vielen Tausenden an der Wolga eine furchtbare Hungersnoth und droht furchtbare- Unheil anzurichten. Das genannte Blatt freut sich von ganzem Herzen constatiren zu können, daß die deutsche Gesellschaft der rusfi« schen Residenz in werkthätiger Siebe, den Kampf gegen den unheimlichen Hun- grrqeist zu kämpfen, wiederum mit gutem Beispiele vorgegangen ist. Meter heißt es in diesem B atte:Uns deutschen Bürgern des russischen Reiche- wird heute, in der Zelt eine- nationalen Schwtndelgeistes, die Ex stenzberechti« gung in diesem Lande beftiitten. Es gilt als ein patriotisches Verdienst, zu schmähen und zu verunglimpfen, was nur deutsch hecht, unsere Leistungen her­abzusetzen, unsere Intelligenz zu verdächtigen, unsere Sittlichkeit zu bezweifeln. Schon kann man hören, daß die Zeitung-träger diese oder jene Nummer einer Zeitung dem Publikum anpreisen, weil die Deutschen es darin wieder tüchtig abbekommen haben und die Empfehlung zieht und nur wenige Organe der Oeffentltchkeit gießt es noch, die dieses rüde Lockntttel verschmähen. Statt gegen solche Angriffe zu polemistren, empfiehlt die deutschePetersb. Ztg.", ihren deutschen Mitbürgern zu zeigen, daß sie in diesem Elend Helsen wollen, um dadurch den deutschen Namen, welchen Mißgunst und Nationalitäten» Fanatismus in den Staub zerren wollen, zu Ehren zu bringen.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. Earrespoudenj-Bureau.

Berlin, 14. Januar. Der Kaiser hat Nachts gut geschlafen; der Katarrh löst sich, auch die Heiserkeit ist geringer.

DerReichs-Anzeiger" veröffentlicht die Ernennung der Mitglieder de- Volk-wtrthschaftSrathes ; aus Hessen-Naffau sind in denselben berufen: Cramer (Wiesbaden), Gebharbt (Kaffel), Kalle (Biebrich), de Reufvtlle (Frank­furt a. M.) und Vaupel (Niederhohne).

Dublin, 14. Januar. In der Grafschaft Longford verhinderte eine Volksmenge am Mittwoch einen Gertchtsdtener, mit einem Ausweisungsbefehl da- Haus eine- Pächters zu betreten. Der GerichtSdiener kehrte Donnerstag in Begleitung von 350 Polizisten und einer Eskadron Dragoner zurück. Da die Menge eine drohende Haltung annahm, so ließ die Behörde die Aufruhr- Acte verlesen, woraus die Polizisten mit dem Bajonet die Menge zurück­drängten, die Dragoner vorrückten und der GerichtSdiener die Mandate behändigte.

Lokales.

Gießen, 15. Januar. Es ist wahrscheinlich manchem auffallend erschienen, daß, nach« dem der Frauenverein erst vor Kurzem durch den Bazar eine so reiche Einnahme gchavt hat, nun schon wieder ein Concert zu deffen Gunsten veranstaltet wird, und der Gedanke mag nicht fern gelegen haben, daß das doch des Guten zu viel sei. Zur Beschwichtigung solcher Bedenken möge einmal die Mittheilung, daß das Concert schon vor dem Bazar in der Vorbereitung war, sodann aber eine fut6e Darlegung der Sachlage dienen.

Der Frauenveretn hat im verflosienen Jahre im Ganzen 4776,89 X eingenommen, außerdem aber im Laufe deS SommerS, nachdem alle übrigen Mittel verwendet waren, noch ein Reservekapital von 454.55 X aufgebraucht. Unter dieser Summe befindet sich die Rein- etnnahme des Bazar mit 1977.92 X (Gesammterkrag ohne Abzug der Kosten 2528.16 X). Die Ausgaben betragen 4309.68 X Das sind allerdings bedeutende Summen. Wenn man aber bedenkt, daß der Frauenveretn die gesammte freiwillige Wohlthätigkeit in einer Stadt von 17000 Seelen treibt, so sind sie wahrlich nicht zu groß. Heben wir einige der größeren Ausgabeposten heraus. Für Kohlen sind über 500 X ausgegeb»n worden, als Vergütung an das Diakoniffenhaus für die beiden Schwestern, welche im Auftrag des Frauenverernes hier die Krankenpflege betrieben, für l1/2 Jahr (wir waren mit >/z Jahr im Rückstand) für jede 250 «X 750 X (die Summe ist sehr gering in Anbetracht deffen, daß die Schwestern auch nicht den geringsten Gehalt beziehen, auch kein Geschenk annchmen dürfen, demnach von dem Hause in Kleidung, Wäsche und Taschengeld völlig unterhalten werden. Bei dem früheren geringeren Satz mußte da8 Diakoniffenhaus noch stets zulegen). Zur Erhaltung der Krtppc, 'N welcher ganz kleine Kinder solcher Eltern, die ihrer Arbeit nachgehen müffen, Tags über Aufnahme finden, wurde zugeschoffen 109 54 JL Die Schwestern bezogen zur Bestreitung der kleinen Bedürfnisse der Krankenpflege 260 X. Der Rest wurde in der Hauptsache zur Be­schaffung von Brod, Milch und sonstiger Kost für Arme und Kranke, zu baaren Unterstützungen, die sich bei verschämten Armen bis zu 40 X beliefen, verwandt. Wer die Arbeit des Frauenverelns genau kennt, weiß, daß die Unterstützungen nach sorgfältiger gewiffenhafter Prüfung jedes Falles geschehen. Es ist ihm freilich schon oft das Gegenthetl vorgeworfen worden. Aber so oft bestimmte Klagen vorgebracht wurden, hat es sich fast jedesmal herausgestellt, daß die beanstandeten Unterstützungen entweder gar nicht von ihm herrührten oder daß gewichtige Umstände, Rücksicht auf kranke oder hungernde Kinder u. bergt, die Unterstützung rechtfertiat.n. Daß es in so schwieriger Arbeit, wie die Armenpflege ist, nicht ganz ohne Fehler abgeht, wird sich jeder Einsichtige selbst sagen, denn Irren ist menschlich. Der Frauenveretn wird für jede Berichtigung jederzeit dankbar sein. Schön und wohlgethan ist es aber jedenfalls nicht, wenn man für menschenfreundliches Wirken nur mäkelnde Kritik hat, und wenn man Uithetle leichtfertig ohne genaue Kenntniß und Prüfung fällt. Der Frauenverein darf auf seine Arbeit mit gutem Gewissen blicken und ohne Scheu Rechenschaft ablegen von der Verwendung der ihm anvertraut-'n Gaben. Wie viel Gutes wird allein durch die beiden Schwestern an den Armen und Kranken gethan. Sie haben im ver­st offenen Jahre in 14" Familien gepflegt und dabei 103 Nachtwachen gethan. Greifen wir einen Tag von nicht übermäßiger Arbeit heraus. An demselben hatten sie 11 Familien zu be­sorgen und machten in denselben 18 Besuche von kürzerer und längerer Dauer. In mehreren betten sie die Kranken um, waschen und besorgen sie, in anderen müffen sie auch kochen, die Kinder anziehen und zur Schule schicken, in anderen verbinden, pinseln und sonstige Hülfeleistungen thun. Welche Woblthat für die oft so vcrlaffenen Kranken. Daneben nähen und flicken sie in Gemeinschaft mit einer Anzahl Damen für die Armen. Aber die Arbeit geht über ihre Kräfte. Auf die Dauer können sie es unmöglich so avßhalten Dazu sind sie gar nicht im Stande, allen Anforderungen zu genügen. Wie oft müffen Kranke abgewiesen oder können nur ungc nügend besorgt werden. Der Frauenveretn steht vor der Nothwendigkeit, e'.ne dritte Schwester zu berufen. Dazu bedarf er aber einer dauernden Steigerung seiner Einnahmen, und da eine solche in gleicher Weise, wie im verfloffenen Jahre, nicht sicher zu erwarten ist, so muß er darauf bedacht sein, wieder einen Reservefonds für diesen Zweck zurückzulegen. Ohne einen solchen kann er es nicht wagen, eine dritte Schwester anzustellen. Dazu uns zu verhelfen, soll das Coneert, das Herr Fabrikant Bock in so freundlicher Weise, in Verbindung mit einer An­zahl von Damen und Herren, veranilaltet bat, bienen. Wir hoffen, daß vorstehende Darlegung zur Förderung des guten Zweckes dienen werde

Gießen, 15. Januar Vorgestern fiel der Lehrling eines Küfers in der Neustadt mit einem Zuber Wasser zur Erde. Der untere Rand des Zubers war mit einem eisernen Reif beschlagen und kam ein Finger des Jungen unter denselben. Glatt abgeschlagen blieb der Finger auf der Straße liegen.

Gestern Abend wurde der Knecht eines Möbelfabrikanten von seinem eigenen Fuhr­werk auf dem Seltersberg überfahren und dabei schwer verletzt. Er wurde nach der Klinik verbracht.

Heute Nacht übten Heinzelmännchen auf der Sckoor am G eilfus'schen Dielenlager wieder einmal Hauptprobe ab. Der Bretterzaun mußte feinen Standpunkt wechseln und der Schoorgraben als Sckifffahrtßkanal bienen, benn hineingeworfene Latten unb Dielen fanben sich in bemfelben. Don hier ging es an die Hofroithe eines in der Nähe wohnenden Maurer­meisters und wurden dort die Wagen zusammengefahren. DerHousherr, welcher den Spektakel hörte, war jedoch hiermit nicht zufrieden, denn unterstützt von seinem Sobne und einem kräftigen

Hofhund, machte er sich auf den Hof und eilte schließlich den tumultanten, welche daS Hasen­panier ergriffen, nach, wobei zwei derselben das Pech hatten, ihre Mützen zu verlieren, woran denn heute Morgen ihre Zuständigkeit constattrt werden konnte.

Im eigenen, a'.s auch im Interesse des allgemeinen Verkehrs dürfte es sich eben bei den glatten Trottoirs rc. empfehlen, dieselben öfrerS mit Nsche oder dergleichen zu bestreuen, damit nicht unliebsame Berührungen unb Collissionen mit btr Mutter Eibe zu ver­zeichnen sinb.

Vermischtes.

Darm stabt, 12. Januar. sMilitärdienstnachrichten.) v. VeczwarzowSky, Oberst­lieutenant vom 4. Gr. Inf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, unter Stellung k la suite beS Gren -Rcgts. König Friebrich Wilhelm IV. (1. Pomm.) Nr. 2, zum Jnspecteur ber Militär. Strafanstalten ernannt; Merker, Major vom 5. Rhein. Jnf.-Regl. Nr. 65, als Bats.-Eom- manbeur in das 4 Gr. Inf. Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, Rau, Major vom 2. Gr. Inf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116 als etatsmäß. Stabsofficier tn das 5. Rhein. Inf -Regt. Nr. 65, versetzt; Mache, Major aggreg. dem 4. Gr. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, in die älteste Hauptmannsstelle des 2 Gr. Inf-RegtA. (Großherzog) Nr. 116 einrangirt.

Darmstadt, 13. Januar. (Feier des 18. Januar.) Eine am Dienstag Abend im Saalbau abgehaltene Versammlung von Männern der verschiedensten politischen Richtungen, aber alle einig tn der Liebe zu Kaiser unb Reich, beschloß unter dem Vorsitz des Herrn Provinzial- dncctor Küchler, eine Feier be8 kommenden 18. Januar als des 10jährigen ErinnerungstageL an die Kaiserproclamation von Versailles, des Geburtstages des neuen deutschen Reiches, durch eine festliche Vereinigung im Saalbau. Eine die Bedeutung des Tages Darlegenbe Ansprache, Toaste, patrivlische Musikstücke und patriotische Gesänge ;wobei auf die Mitwirkung hiesiger Gesangvereine gerechnet wirb), und festlicher Schmuck des Saales sind tn Aussicht genommen unb versprechen eine würdige Feier des Tages, an ber übrigens nur Männer tbeilnehrnen sollen. Eine von ben Unternehmern unterzeichnete in den hiesigen Blättern zu veröffentlichende Ansprache wirb zu lebhafter Betheiligung aufforbern unb Näheres (insbesonbere über bas zur Deckung ber Kosten zu erhebende Eintrittsgeld) ebenba noch mttgetheilt werben. Rüsten sich, wie bie Zeitungen berichten, bie Nachbarstäbte zur Jahrzehntfeier jenes weltgeschichtlichen Tages, auf dem unsere dermalige staatliche Gestaltung beruht, so wird unsere Bürgerschaft sicherlich nicht zurückbleiben bei jenem Ausdruck dankbarer und freudiger Erinnerung

Königsberg. Eine intereffante Erbschaftsgeschichte erzählen hiesige Blätter. Eine Frau Z. erhielt von der Behörde die Nachricht, daß ihr Sohn, welcher vor dreizehn Jahren von Königsberg ausgewandert und in die niederländisch-indische Armee eingetreten war, auf Sumatra ohne sonstige Erben für seine Hinterlaffenschaft gestorben sei. Das Gerücht verbreitete sich mit wachsender Stärke über die Nachlaßschaft, erhob den Verstorbenen zum Gouverneur von Sumatra und tie Hinterlaffenschaft auf 2 Tonnen Goldes. Alles buhlte um die Gunst der früher unbeachteten Frau: der eine bot ihr ein feines Logis, der andere ein Nußbaum- Möblement, dn dritter bedeutende Darlehen an. Die Frau war ehrlich und verständig genug, diese Freundschaftsdienste von ber Hanb zu weisen und einfach fortzuleben wie bisher, bis sie bie Erbschaft in Hänben bitte. Diese ist jetzt angelangt unb besteht in 7 X 15

(Eine Haltestelle im Gottharbtunnel.) Schweizerische unb deutsche Zeitungen wissen von einem merkwürdigen Projekte zu berichten. Es handelt sich darum, für das Urnerffche Dorf Andermatt eineUntergrundstation'' im Gottharbtunnel zu errichten. Anderrnatt ist Hauptort deS Urserenthales, zählt etwa 800 Einwohner unb liegt in einer Höhe von etwa 14501500 Meter über bem Meeresspiegel, genau über bem Gortharbtunnel. Zugleich kreuzt hier die Gebirgsstraße über ben St. Gottharb bie aus bem Thale deS Rheins nach derjenigen der Rhone führende hochdedeutende Furkastraße. Der Umstand, daß zwei so wichtige Verkehrs­wege, wie diese Alpenstraße und bie Gottharblinie, einander kreuzen, ohne mit einander in Wechselbeziehung zu treten, scheint von den behelligten (Santonen als ein Uebelstand empfunden zu werden und man hat vorgeschlagen, von Andermatt aus nach dem Tunnel einen schräg ab­wärts führenden kleinen Tunnel anzulegen, durch wclchen eine Drahtseilbahn bie Verbindung mit bem Haupttunnel vermitteln würbe Arn Dereinigungspunkle sollten Die erforberlichen, gehörig auszustattenben Räumlichkeiten, Expebitionszimmer, Restaurants rc. unterirbisch herge- stellt werben. Der Vortheil, welchen man sich von einer solchen Station für Anbermatt ver­spricht, bestünbe in dem Wiederersatze des jetzt unterirdisch abgeleiteten Fremdenverkehrs, da voraussichtlich eine große Zahl der Durchpaffirenden auf dieser in ihrer Art einzigen Station auSsteigen unb sich mittelst ber Drahtseilbahn in daS freundliche Urserenthal begeben würde. Außerdem würde auch der Güterverkehr ber Hauptlinle durch ben lokalen Zufluß von ber Furkastraße her gewinnen. Ob bas Projekt aber nicht an den hohen Ausführungskosten scheitert, ist eine andere Frage.

(Ein Mittel gegen Tagediebe.) DieNew-Forker HanbelSzeitung- schreidt in ihrer Nummer vom 11. Dcc.: In einer Stadt in unserer Nähe haben die Stadtvorsteher folgenden Beschluß gefaßt: Alle innerhalb der Stadt aufgegriffenen Stromer werden zu 30tägtgem Stein» klopfen verurtheilt.

Breslau, 10. Januar. Gin eigentümlicher Unglücksfall ereignete sich unlängst in Kupferberg (Mitteischlesten) in Folgen eines StolleneinsturzeS. Ein Schlächtermeister entsandte an diesem Tage eine Fuhre nach Kupferberg zur Abholung zweier fetten Schw'ine. Al; daS Fuhrwerk Vormittags gegen 9 Uhr in Kupferberg bie nach Waltersdorf führenbe ziemlich steile Kirchstraße passtrte, brach vor der RestaurationZur Siegcshalle" unter ben Pferben plötzlich der Erdboden ein. Der Kutscher sprang vom Wagen, worauf er gewahrte, daß beide Pferde verschwunden waren, während bet Wagen sich auf ber Straße zurückschob. Die entstanbene Erböffnung war bie Folge eines Stolleneinsturzes. Das eine Pferd würbe tobt aus ber Tiefe heraufgezogen, während bas anbere immer weiter in ben 4060 Fuß tiefen Abgrunb, wo e8 fein Grab fanb, hinabsank.

Dem französischen Marschall Soubise machte man ben Vorwurf, bei ber Schlacht von Roßbach sich nicht an ber Spitze seines Heeres, sonbern im Babe befunben zu haben. Sogleich erschien in Hollanb eine Medaille, welche auf einer Seite bie Schlacht von Roßbach, auf der anderen aber ben Prinzen Soubise in ber Badewanne darstellte, mit ber Unterschrift: Das ist ein General, ber sich gewaschen hat "

Kassel, 9. Jan. Aufsehen erregt hier folgmbeS Vorkommniß: Vor einigen Mo­naten kam es zu einem m Fulda ausgefochtenen Duell zwischen ben hier in Garnison liegen» ben Offizieren Rittmeister von ber Goltz unb Premierlieutenant von Schönfelbt, wobei der Erstere fiel. Wäbrenb nun jetzt Lieutenant von Schönfelbt bie ihm vom Kriegsgericht zuer- kannte Festungsstrafc angeblich 2 Jahre verbüßt, hat es vor einigen Tagen seine von ibm getrennt lebenbe Frau, wegen ber.n der Zweikampf stattfand, im Einverständniffe mit einer Bediensteten, ermöglicht, die drei Kinder, die in der Familie des Vaters verblieben waren, zu entführen. Die Dame, welche In der Richtung nach Frankfurt a. M. abaereist ist, wird von ber Polizei verfolgt.

*»* (Wörther Feuerzünber.) Wir können aus eigener Erfahrung die Wörther Feuer- zünder aus ber Holzwaarenfadrik Wörth am Main (Bayern), Cäsar Fuchs & Comp., bestens empfehlen. In jeber Hausbaltung zum Zwecke raschen unb sicheren Feueranmachens ist berselbe unentbehrlich. Der Feuerzünber brennt während eines Zeitraums von 10 Minuten in lebhaft lichter Flamme und zündet alle um und über ihn angebrachten Materialien rasch unv sicher an, wenn ihm der zum Brennen nöthige Luftzug gelaffen wird. Er ist der außerordentlichen Billigkeit und Reinlichkeit wegen dem seitherigen Gebrauch von Kienholz, Tannäpfeln u. s. w. vorzu- ziehen. Bei der Anwendung ist keinerlei Feuersgefahr zu befürchten, wie solches öfter« bei dem Mißbrauch von Petroleum zum Feueranmochen ber Fall ist.

SehllTisberieht. Mttgetheilt von bem Agenten beS norddeutschen Llovd, E W. Dietz in Gießen.

Bremen, 13. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Nürnberg, Capt. A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 22. Decbr. von Bremen abgegangen war, ist am 11. Jan. wohlbehalten in Neworleans angeksmmen.

Bremen» 13. Januar Der Postdampfer Rhein, Capitän G. Meyer, vom Norddeut­schen Lloyd in Bremen, welcher am 1. Januar von Newyork abgegangen war ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen unb hat heute nach ßanbung der für bort bestimmten Passagiere, Post unb Labung um 10 Uhr Abenbs bie Reise nach hier fortgesetzt Derselbe überbringt 47 Paffagtere unb volle Labung.

Handel und Vermehr.

Gießen, 15 Januar. Auf bem heutigen Wockenmarkte kostere: Butter per Pfd. 0.90 biS 1.05 Hühnereier 1 Stück 78H, 2 St. 00 H, Gänseeier 1 St. 12-13 H. Käse per Stück 59 H, Käsematte per Stück 30 H, Erbsen 1 Liter 22 Linien 1 Liter 28 H, Stauben daS Vr- 85100 Hühner p. St. JL. 1.301.70, Hahnen p. @t. JL 1001.70, Gänse pr. Pfb. 6066 Enten per Stück JL 1.70 2 00, Ocksenfleisck 6600H per Pfd., Kuh. unb Rindfleisch 4550 H, Kalbfleisch 4550 H, Hammelfleisch 5066 H, Schweinefleisch 6468 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00-0.00 Zwiebeln p. Ctr. X 910, Milch per Liier 16 und 18 4 Weißkraut 100 Stück X 4.005 00.