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Sine Wintermahnung.

Nachdem wir un6 schon auf einen italienischen Wmter eingerichtet hatten, scheint und doch noch ein deutscher mit dem Februar zu kommen. Wurden nun bis­her von Kindern wie von Erwachienen schon bei 6 bis 10 Grad Reaumur Wärme die warmen Wintersachen angelegt, so ist nun bei ebenso viel Grad Kälte der Körper doppelt empstndlich. Es Ift daher auch zu doppelter Vorsicht zu mahnen, daß nun nicht Erkältungskrankheiten, Entzündungen u s. w sich bei uns einstellcn, besonders bei den Kindern. Die Veignügungen deS Eislaufens, Schlittschuh und Schlitten­fahrens, nach denen die Kinder jetzt um so begieriger trachten, als sie schon schmerzlich lange darauf gewartet oder gar schon verzichtet hotten, müssen nun doppelt gewissen­haft von Eltern und Erziehern überwacht »erben, damit die nun schon verwöhnten Organe keinen Schaden Leiden. Aber ebenso wichtig ist unsere Berücksichtigung Derjenigen, die aezwungen sind, in der Kalte zu arbeiten und umberzulaufen. Solche Arbeiter und Lieferanten, die in oder vor unser Haus kommen, wollen wir doch ja nicht im Kalten, Zug u. s. w. unnütz warten lassen, sondern sie schnell abfertigen oder ihnen ein warmes Local zum Warten aniveisen, sie auch mit etwas Warmem zum Trinken oder Essen erqaickeni mit Kaffee, Thee, Warmbier keinesfalls mit Brannt­wein, wie so ost geschieht, denn allein durch Verabreichung spirituoser Getränke in menschenfreundlichster Absicht ist schon mancher Packträger, Briefbote und dergleichen schließlich zum Trinker geworden Am zwcckmäßignen ist die Verabreichung einer warmen, nahrhaften Suppe, denn wenn der Magen befriedigt ist, entwickelt der Körper innere Wärme aber wer Hunger leidet, friert doppelt. Bei wem dergleichen Personen verkehren, thäte am Besten, auf die ebenso schnell bereiteten als billigen Suppen von Erbswurst ober anberen comprimirten Hülsenfrüchten zu halten; sie nähren unb wärmen zugleich, sinb also noch eine größere Wohlihat wie Kaffee.

Unb schließlich sei auch der ebenso hungernden und nur wenn sie satt sind, nicht erfrierenden Vöglein gedacht Air den Fenstern unb stillen Ecken sorge man für reim gefegte Plätze unb trockenes Futter für die reizcnben Geschövfchen, bie so zutraulich bei uns Hülfe suchen in ihrer Noth.

Auszug «us dru Siandessmlsregigkrn des Standesamts Gießen

Vom 7. bis 15. Januar 1881.

Aufgebote.

Januar 7. Färber Philipp Dender III. dorr Rodheim mit Marie Margarethe Bona- tiuI, Tochter des Glasers Balthaiar Donar.us. von Groß.Buitck. 7. Schlosser Abam Uhl von Sterndorf mit Margarethe Elisabeth Strödmann, Tochter des Landmannes Jakob Ströhmann -von Lerin. 9. Eisenbahnarbeiier Friedrich Karl Motte von Stammbeim mit Katharine Kutscher ton DaldgrrmeS. 11. Der Rangirer bei der Köln-M'ndener Bahn Jakob Höck von Elsdorf mit Katharine Schultheiß, Tochter des Taglöhners Johannes Schultheiß, von Rieder-Ohmen.

Eheschließungen.

Januar 9 Hofgärtner Thomas Hahn von Homberg. Reg.-Bez. Raffel, mit Elise Schwär», Tochter des verstord. Schreinermersters Friedrich Schwarz von Schlitz. Zimmer« mann Karl Hermann Hug von Züdc,wangen mit Anna Margarethe Möhrfelv geb Stenger, Wittwe deS Lackirers Bernhard Möhrfcld von Hösbach. 12 Gensd arrn Jakob Adolf Rüffer von Sulerstorf mit Georgine Henriette Christiane Wilhelmine Faber, Tochter des verstorbenen Spenglermeisters Ebristian Faber von Gießen. Schutzmann JobonneS Otieibein von WeiterS- dain mit Anna Ida Seifert, Tochter deS Lokomotivführers Karl Traugott Seifert von Dortmund.

Geborene.

Januar. 5. Dem pens Schaffner Heinrich Debu« eine Tochter, Johanna Gertrude Katbarine. 7. Dem Feldwebel im 2 G.oßd Hess. Jnfaotene-Regunent Rr. 116 Fried,ich Meißinger ein Sobn. 8. Dem Schriftsetzer Albert Wolff ein Sohn, Johannes Emil. 7. Dem Schreiner Georg Hammel ein Sobn. 5 Eine Tochter von auswärts. Clara. 10 Dem Pumpenmacher Friedrich Weber eine Tochter. 2. Ein Sohn von auswärts. Jobannes. 8. Dem Schuhmacher Philipp Bender eine Tochter, Helene Konrodine 7. Dem Kaufmann Ludwig »llmenröber eine Tochter. 7. Dem Schreiner Philipp Steinmetz ein Svhn, Philipp. 13. Dem Arbeiter Philipp Schüßler ein Sohn. 9. Dem vahnarbeUer Jacob Arnold eine Tochter, Margarethe.

8 f ft » r b e n e,

Januar 7. Der Bremser Karl Julius Bohn, 33 I. alt. 9. Louise Möbl geb. Han- stein. 38 I. alt, Ehefrau des WetßbindermeisterS Friedrich Josef »öhl II. 10. Wilhelm August. 3 I alt, S. deS Stationsaffistenten Wilhelm Schweinederg. 10. Schreiner Karl Berg, 33 I. alt. 11. Steinhauer Ernst Kann. 50 I. alt. 11. Louise Schneider geb. Rau 7s I. alt, Wittwe de« Poltzeidieners Fritz Schneider. 13. Louise Sauer geb Schaidt, 56 2 alt, Ehefrau bei Photographen Heinrich Sauer. 1s. Elisabethe Scheer ged. Rehm 72 I. alt, Wittwe deS Maurers Joses Scheer, von Wetzlar.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Den 9. Januar. Johann Georg Eidmann Arbeiter dahier, und Margarethe Graulich, ledige Tochter des Schuhmacheis Johannes Graulich zu Lauter.

Denselben. Thoma« Hahn, Gräflicher Hofgärtner zu Schlitz, ein Wittwer, und Elise Schwarz dahier, ledige Tochter des versterb. Schreinermeisters Friedrich Schwarz zu Schlitz.

Den 12. Januar. Jakob Adolf Rüffer. Gensd'arm dahier, und Georgine Hennette Christiane Wilhelmine Faber, ledige Tochter des verstorbenen Spenglermeisters Christian Faber dahier

Denselben. Johannes Otterbein, Schutzmann dahier, und Anna Ida Seifert, ledige Tochter deS Lokomotivführers Carl Traugott Seifert zu Dortmund.

Getaufte

Den 9 Januar. Dem Oberpost-Sekretär Hermann Rückrtem eine Tochter, Susanns Katharine, geb. 19. November.

Denselben. Dem Hauptkaffirer Philipp Burger ein Sohn, Alexander Victor Christoph August, geb. 26. Nov.

Denselben. Dem Schneider Jakob Büttner eine Tochter, Johanna Katharine Louise Margarethe, geb. 15. Dec.

beerdigte.

Den 9. Januar. Carl Julius Bohn, Bremsir, 33 I. alt, starb 7. Jan.

Den 11 Januar. Louise Möht geb. Hanstetn, Eoefrau des Weißbinders Joseph Müh' alt 38 I, starb 9. Jan.

ttS3* Das Museum des historischen Vereins (Im Rachhaus) ist jeden Montag von 1112 Uhr den M tgl edern des Verein- geöffnet.

Vergeßt der darbenden Vögel nicht!

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Mittwoch den 26. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen die an die GroßyerzogUche Polizei-Verwaltung abgelieferten gefundenen, von den Ver- Herein binnen der gefetzten F ist nicht nclamirten Gegenstände, darunter goldne Ringe, Medaillons, Portemonnaies, zwei silberne Taschenuhren, Cigarren- Etui-, Muff- u. f. w. zu Gunsten der ärmenhffe gegen Baarzahlung in dem Saale de- alten XaihhaufeS öffentl ch versteigert werden.

Gießen, den 13. Ja iuar 1881.

Die Armen-Depuiation der Stadt Gießen.

A. Bramm.

Mittwoch den 19. d. M, Nachmittags 2 Uhr, läßt der Unierze chnete von der früher Kratz nbcrger'fchen jetzt Miy e'fchen Be- sitzung an der Schoor, gegenüber Pöichel's Brauerei, schöne Bauplätze und das neuerbaute sehr zweckmäßig eingerichtete Wohn­häuschen, welch s sich auch zum Aüe.nbewoynen für eine größere Familie eignet, öffentlich meistbietend re> steigern und kann bei einigermaßen annehm­baren G boten sofort der Zufch'ag erfolgen.

Der Unterzeichnete ist ermächtigt, auch schon vorher Bei kaufe abzuschlteßen.

Gießen, 10. Januar 1881. Der Administrator:

347) H. Wagner, Controleur.

Steinlieserung

zur

Straßen Unterhaltung.

Dos Brechen, Anfahren uns Zer­schlagen der zur Unterhaltung der Staats-Straßen im Baubezirk Gießen nöthigen Steine soll an den nachbe­nannten Tagen und Orten wenigst- forder-d versteigert werden:

1) Montag den 17. d. M., N ichmitta^s 12l/z Uhr, zu Lang- Göi s im GasthausZum grünen Baum" für die Straße von Groß Linden bis Butzbach und von Poblgons gegen W'tzlar.

2) Mittwoch den 19. d. M., Mittags 12 Uhr, zu Lollar im Gemeindehaus für die Straße von Gießen über Lollar bis zur Preuß. Grenze.

Die resp. G oßh. Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerung im Interesse ihrer Gemeinden besonders bekannt machen zu laffen.

Gießen, den 7. Januar 1881.

Großh. Kreisbauamt Gießen.

399) Holzapfel.

Holzversteigerung.

Donnerstag den 20. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewald, District Hoherberg:

7 Eichen-Stämme mit 4,01 Fstm.

1 Buchen-Stamm 1,19

9 9hbeI«Stämme 3,88

176 Nadel-Stangen 4,26 266 Rmtr. Buchen-Scheitholz,

2 Elchen-

45 Duchen-Knüppelholz,

4 , Nadel-

84 Buchen-Stockholz,

2 Eichen, w

2 Nadel-

3350 Wellen Buchen-Reifer,

750 Eichen-

1100 Nadel-

ve'steigert werden.

Der Anfang ist im Weidenthal. Groß-Bus,ck, am 13. Januar 1881. Großh. Bürgermeisterei Groß-Buscck. 382) Wagner.

405) Ein Schreinerlehrling auf so­fort gesucht. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.

Holzversteigerung.

In den Waldungen der Stadt Lich, District Plattenwaib, Kühunter, Lindenfels und EttingShäuser Kopf, kommen nachstehende Holzsorltmente zur Versteigerung.

1. Mittwoch den 19. Januar 1881:

I. Dau-, Werk- und Nutzholz:

20 Eichen-Stämme von 2549 Etm. Durchm. und 512 M. Länge,

700 F'chten- 15-33 16-22

50 Hainbuchen-Stämme,

8 Ltnven-Stämme,

200 Fichten-Stangen von 1014 1218

2. Donnerstag den 20. Januar 1881:

II. Brennholz

46 Rm. Hainbuchen-Rundschettholz, 180 Rm. Buchen-Prügelholz,

300 Nadel-Prügelholz, 40 wetcheS n

130 BuchenStöcke, 10 Eichm-Stocke,

80 Nadel- 6000 Buchen-Wellen,

7500 Eichen-Durchforstungswellen, 6800 Nadel-Wellen.

Die Zusammenkunft und dec Anfang sind jedesmal am Hattenröder Vicinalwege, am Pstaazzarte.i, Morgens 9 Uhr.

Lich, den 12. Januar 1881.

Großhenogliche Bürgermeisterei Lich.

344)________________________Walz.

Montag den 17. Januar,

Nachmittags 2 Uhr.

sollen in der Wohnung des verstor­benen Universitäts Kanzleidieners Z. P. Schwarz (altes Schloß) am Brand- Platz die zu deffen Htnterlaffenschaft gehörenden Mobilien und Weißzeug rc. meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 15. Januar 1881.

429) I. A.:

Müller.

Aeikgeöotenes.

W inter schuhe, große Auswahl, empfiehlt (412 Wilh. Kohlerwann, Neustart.

^Frische

Schellfische

empfiehlt (431

Emil Fischbach.

affee,

per Pfund JL 1,30,

empfiehlt

Robert Stuhl, 422)_____________Marktstraße 23.________

Glycerinseisenadfalt, per Pfund 55 H,

Toilettenseifenahfalt, per P'und 50

Gehr. Kaufmann, 419__________Seifen-Fabrik._________

423) Unterzeichneter empfiehlt sein reich­haltiges Lager in

wollenen Strickgarnen, sowie wollenen Frauen- und Kinder- strüwpfen, Socken und Beinlängen,

zu billigen aber festen Preisen.

Robert Stuhl, Marktstraße 23.

6 = s

£ 2