1881
Dienstag den 11 Oktober
Nr. 28«
Erscheint täglich mit Ausnahme bei Montag-.
Purrau i Schulstraße B. 18.
Darmstadt, den 27. September 1881.
XL
Gießen, am 9. Oktober 1881.
Prcitz vierteljährlich 2 92ad 20 PI mit Brmgcrlohn. Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mad 50 Pi.
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Dir nachstehende Abschrift bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntniß. Gießen, am 8. Oktober 1881. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann>
fei dieS erwähnt — sogar in Alt-England in der Presse wie im Parlament Stimmen, welche gegen die Annexion bei TranSoaal-Landes laut wurden.
Lord Beaconsfield, der zur Zeit der geplanten Annexion noch an der Spitze der Regierung stand, erklärte bei dem LordmayorS-Banket: „Es sei eine LebenSbedmgung für England, überall, wo ferne Handels Interessen eS wünschensa-erth machen, neue Riederlaffungen zu gründen, schwächere Staaten zur Annahme der Dasallenschast aufzusordern, aus der Weigerung einen Kriegsfall zu machen und die Dasallenschast bi8 zur Annexion auszudehnen." — An Offenheit ließ ein solches Programm nicht« zu wünschen übrig, aber neuerdings — in Irland, Egvplen, Kabul, Transvaal u. s. w. — hat diese kühne Politik kaum mehr zu hoffen, als den höhnischen Zuruf: „Nur Muth, die Sache wird--schon schief gehen!* ____
Betreffend: Die Bildung der Schöffen- und Schwurgeiichre. ,
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gictzcn
an bic (9rofibcrioalid)cn Büraermeistereien des Äteilcfl.
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Amtsgerichte eingesandt feinjnjfien._______^0r.?oekma.i^i----------------------------------—
Der DolkSraad von Transvaal.
Bekanntlich haben d>e Engländer die BoerS, das freie Volk der Republik Prätoria nicht besiegen können und sich mit einer „Eonvention" begiugt. welche bin BoerS wieder die alten Rechte zugesieht. Der Feldzug war eine Blamage für die schlecht geführte englische Armee, ein Triumph sur die 'apf«en BoerS. England, weildeS 1852 die Transvaal-R,publik ausdrücklich alS „selbstständl- gen und unabhängigen Staat" anerkannt hatte, war mit feiner Kriegserklärimg wortbrüchig geworden; eS versuchte, Prätoria zu annecnren, aber d,e Er- folge der BoerS nicht allein, sondern auch die moralische Derurtheilung, welche England in Holland, Deutschland und Amerika erfuhr, endlich auch die englischen Unruhen in Afghanistan und in Irland ließen England auf feinen neuen ungerechten Eroberungskrieg verzichten.
Die Eonvennon bestimmte u. A. eine Kriegsentschädigung von etwa 10 Mill für England, übrigens einen keineswegs ausreichenden Ersatz se-ner Verluste- Mit der Bezahlung dieser Schuld scheint eS „zu hapern." Wenigstens meldet man soeben aus Prätoria, daß der DolkSraad „bei vn- schloffenen Thüren" getagt habe und „nichts Sicheres' über feine Beschlüsse Beiüahd) der mit England abgeschloffenen Conventton zu erfahren sei; es gelte für wahrscheinlich", daß ein „Austausch von Mitteilungen" zwischen der Republik und England stattfinden solle.
In der That gehört wenig Scharfsinn dazu, um zu erkennen, daß die Soerä die Absicht haben, die Convention zu ihren Gunsten abzuändern A.a aber England bereis so gut wie Nichts durch die Conventwn zugestanden wurde so dürste kaum EtwaS übrig bleiben, was die englische Regierung und die öffentliche Meinung beliebigen dürfte. Allem Anschein nach sehen wir in der voraussichtlichen Ablehnung der Convention durch den DolkSraad einen Rester des neuen Engagements Englands im Orient; die Boers, weiche sch außerdem der Sympathien des Oranje-Freistaats, ja sogar der englischen (Zapcolonie erfreuen, halten die Zeit für gekommen, selbst geringe ZuzestLnd- wisse an England zurückzunehmen. Gab es doch — zur Ehre der Engländer
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'es Hauses, Eüd. vermieihen.
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chiestener 'Anzeiger
Allirigk- nab Amtsdlatt für den Kreis Gießen.
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ZieotlHland.
Berlin, 8. Oktober. E ne bemerkenswerthe Erscheinung in dem Wahlkampfe bildet. wenn ander- daS „Der!. Tagebl." recht berichtet ist, daS Derbalter-. deS deutschm Botschafters in Paris, des Fürsten Hohenlohe, der m Rothenburg a- d. Tauber zum Eandidaten für die Reichstagswahl ausgestellt war. Nach der Meldung des obengenannten BlatteS hat nämlich der Fürst zu Gunsten des liberalen Kandidaten, Herrn Griemger, seine Kandidatur zu» rückgezogen, um einer der liberalen Sache nachtheiligen Zersplitterung ^orzu- beugen. Die Handlungsweise des Fürsten zeugt von einer gernsien selbst- losizke.l und Entschiedenheit, die heuzutage wirklich sehr selten ist.
— Hebet die Verhandlungen zwischen Preußen und dem päpstlichen Stuhle spricht die ultramontane Presse in einem jetzt zweifelhaften, ja, boffnrrngslvsen Tone. Sie meint, es werde Alles darauf hinauslaufen, daß die Regierung wie tm vorigen Jahre versuchen werde, die Berechtizung zu erlangen, nach eigenem Ermessen von den Bestimmungen der Maigesetze zu entbinden. Durch eine solche discretionäre Gewalt der Regierung könne indessen der Friede zwischen Kirche und Staat nicht hergestellt werden. Dazu sei eine
Nachdem wider den DiSpostttonSuilauber, Girde-Dragoner Konrad Deichert auS Bezirk des 1. Bataillons (Gießen) 2^ Sroßh. H'ssi Land- wehr-RegimentS Nr. 116, geboren am 12. April 1859 zu Rabertshausen, ßrei6 Gießen, der förmliche DeserttonSprozeß eröffnet worden ist, wird derselbe -ufa.f„t.«, »u |(l«<m l0 Uhr,
cor dem unterzeichneten Gericht ar.beraumten Termin sich zu aestellen, widrigenfalls tue wider ihn eingeleitete Untersuchung geschloffen, er in conlumat.a.n für 150 “ 3000 Wj,t sxafc* ** w ______
Betreffend: Die Beseitigung dürrer Bäume in Feld und Gärten. t .
Gg mu6 brinqtnb tm.gus aufmerksam gemacht werden, daß die in Feld und Gärten befindlichen dürren Obstbäume möglichst bald entfernt werden, indem unhr deren teilweise losgelöster Rinde zahlreiche, den Feld- und Gartengewächsen schädliche Insecten ihre Brut niedergelegt haben unD noch nieder- legen, auch schützenden Aufenthalt dort suchen.
Kriedelhausen, am 3. Oktober 1881. , -
o Der Präsident des landwtrthschaftlichen Vereins von LDberhessen
Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.
®l6i|ion«.8omm.nb,-rt stimm,» HInmi, nur Sb.rrin und tun« d-h» und, (n I-h,. dl, «u,»-hm. der xur Division gehörenden Osfijiere und Mannschaften als eine durckweg gute bezeichnet werben. . . „ . k_ cmillt.ir,
® rp.,, frt, (ultAe Neiultai iß in erster Linie wohl der Unterstützung zuzuschreiben, welche die betreffenden KreiS- und Gemeinde-Dorstande der luu a
tKSrA SU u„b Ob,,6,f1,u «,!«"« Dun, ub*ll," U.b W,6<«.n gl<ld»«tt8 du- ,un, -r»-i"ft- °-iuch,u. °°» vorstehendem in geeignet erscheinender Weise der von den Uebungen betroffenen Bevölkerung Kenntlich geben zu wollen.
p 1 unterj. Heinrich Prinz von Hessen,
Ge> erallieutenant und Divisions-Kommandeur.
Abschrift.
^Di^nach Beendigung der dttsjährigen Herbstübungen hierher voraelegten Berichte der Truppen bestätigen hinsichtlichi der Unterkunft und Berpfl'gunS wie auch in den ftühereii Jahren - nur daS allseitig bereitwilligste Entgegenkommen fetten« der beteiligten Kreise, Gemeinden, sowie der einzelnen
nt Heuboden v’.' ; vermiethen- MsbergE^ jer Laden « iftslagc e"1 erwietbev.
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W. Leuling


