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Berlin, K 1 mittelst Eztrazuges :
Eonitz, 10 ' ieiner Ankunft in I ' Maj. der Kaiser so i haben, den Manöve nta gegeneinander 6 ! Parade in der Nä '-ach dem Manövers
JacobSdor ttsondrre ein groß« । Msch von sämmtl Gillette an. Q6g; dmihweicht war, a , Hoheit der K M zv Hrkhau ün zugrb av.
Siel, 10. ($ 2ee, Schröder, ist vtttag hier eingelc . Tchneidev St«. Weit P, “I d'°i Bauhof, WWmin „nb b »,N< intonfrte ’M tnlle^n , Ä; Unl« =ü|eli 3 Bewegung.
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Die Groß! die Letteffenden Der müssen, daß die Sli
Drrwischte».
- rx®tatin^a^' 7- Die „N. H. V.-Bl." berichten über einen uns etwas unwahr-
schrinlich klingenden Dorganp Folgendes: Ein hiesiger Bürger unterhielt sich vor einiger Zeit in unserer Nachbarstadt Frankfurt vor dem doriiqen Theater, vulleicht eine Minute lang, mit einem Bekannten was dort nicht erlaubt zu sein scheint, denn er wurde von einem Schutzmann notirt und sodann „wegen Uedertretung der Straßenordnung" in eine Polizeistrafe von 3 JL genommen. Der Mann glaubte sich keiner Uedertretung schuldig und appellirte gegen das Urtheil, welches denn auch das Königliche Schöffengericht Frankfurt dahin modificirte, v^ß die Strafe auf Eine Maik 50 Pf nntge ermäßigt wurde Dazu erhielt der Verurtheilte folgende Kostenrechnung: Strafe 1 JL 50 Get-Übr M 50 Schreibgebühr 3 JL 90 A Zu. stellungßgebühr 9 60 H, Auslagen 3 JL, Porto 20 H, Summa 19 JL 70 ,chrnle
ukunz-hn Mark stebenztg Pfennige. Da der Mann nicht alSbald bezahlte, erhielt er gestern den Besuch eines Ge'tchtsvoüz-.ehers, wodurch ihm weitere 1 JL 20 Unkosten entstanden, g " alio wegen genannter „Uedertretung der Straßenordnung" jetzt zwanzig Mark neunz'r Pfennig bezablen mußte. Hierzu kommen außerdem die Kost-n der Reise nach Frankfurt zur Schoffengerichtsverhandlung, Zeitverjäumntß rc. Es ist dieser Fall ein neuer Beweis dafür, in welch schreiendem Mißverbältniß nach dem jetzigen Verfahren oft die Kosten zur eigentlich,n Strafe stehen und daß e^öfterß vortheilhafter ist, keine Appellation emzulegen. Andererseits aber möge derselbe Jedermann zur Warnung dienen, in Frankfurt an öffentlichen Verkehrswegen nicht stehen zu bleibcn und sich mit Bekannten zu unterhalten, da ihm sonst ein gleiche« Schicksal bevorstehen formte."
„Flonheim, 6 September. In der Neumühle dahier hat fich gestern ein schreckliches Unglück zugecragen. Line Petroleumlampe explodirte und die beiden einzigen Kinder der Familie n u c* leT tion 7 Un^ fahren erhielten so starke Brandwunden, daß beide deute P « en’j. „ch Die Mutter dieser Kinder bat nicht geringe Wunden davongetragen. Möchte dies doch für Jedermann eine ernste Mahnung zur Vorsicht beim Gebrauch der Petroleumlampen sein. '
S8ab = 91 a u I) e i m, 8. Sep t. Nachdem man'den Dieb, welcher am 7. August ein hiesiges Goldwaaren Geschäft beraubte, vor ca. 14 Tagen in Magdeburg ertappte, gerade als er im Begriffe war, Schmuckgegenslände zu verlaufen, sitzt er nun gegenwärtig in Gießen in Untersuchungshaft. Er hat bereits angegeben, daß er einige Tage, nachdem er das Zuchthaus zu Diez verlassen habe, zufällig nach Bad-Nauheim gekommen sei- es sei ihm dorten gleich die große Ausstellung von Uhren und Schmncksachen ausgefallen, wodurch ihm der Gedanke gekommen, emzubrechen. Er sei denselben Tag nach Friedberg gegangen und habe sich einen Bohrer gekauft, vermittelst deffen er auch die That ausgeführt habe Der Dieb ist in Wegleben geboren, ungefähr 28 Jahre alt und heißt Pape. Bei seiner Verhaftung fanden sich noch Schmucksachen un Werthe von ca. 1500 JL vor, welche dem Besitzer am Montag in Gießen wieder cingehandigt wurden. Die gestohlenen goldenen Uhren und Ketten im Lerche von ca. 2u00 JL will er an Seeleute in Hamburg und Blankenberghe verkauft haben, von welchem Erlös er noch 340 JL bei sich führte Ein Zwanzigmark,tück hatte er sogar im Mund zwischen Wange und Zähnen verborgen. Soffen!- hdj gibt er bei der spateren Assisen-Verhandlung nähere Auskunft über den Verbleib der koimnen^'kiinn " 6a$Cn' 10 bab ber Etgenchümer vielleicht noch annähernd zu seinem Verluste
— (Warnung vor nachgemachten schwedischen Zündhölzern.) Die "Post enthalt folgende 9rottz: Nach Art der schwedischen Sicherheits-Zündhölzer ohne Phosphor und Schwefel" werden seit einiger Zeit von hiesigen Fabrikanten Zünd- holzer gefertigt welche schon autzerlich von den schwedischen durch ihre grüne Farbe unterschieden, den "^ortHerl' darbicten, daß sie auch an einer gewöhnlichen Reibfläche entzunocc werden können. Bisher galten dieselben für gänzlich ungefährlich, es muß aber in letzter reit ai?men,,e^un9 bcr ^ündmaffe eine Äenderung vorgenommen sein, welche
sie noch leichter entzündlich und ganz entschieden gefährlich macht, da sie schon durch leichtes Aneinanderreiben sich sofort entzünden. So passirte es unserm Gewährsmann gestern Abenh, datz „ einige die,er Sicherheits-Zündhölzer in der Hand hielt, um sie in eine andere ^"ch,e zu legen, dieselben vermutlich durch eine geringe gegenseitige Reibung in der »and eiplodirten und chm mehrere nicht unbedeutende Brandwunden beibrachten. Da grünen Zündhölzer überdies noch, wie der beim Verbrennen sich entwickelnde Knoblauchsduft beweist, mit arsenilbalt.ger Farbe getränkt sind, so warnen wir unsere Leser dringend vor dem Gebrauche derselben. Insbesondere können sie in den Händen von Kindern leicht zu Unglücksfällen Veranlaffung geben.
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in Danzig ein. Der Kaiser Alexander trug die Uniform stircL preuhff ch Ulanenregiments. In einem zweiten Wagen folgten Se. K. K. Hoheit der Kronprinz mit dem Großfürsten Wladimir. Die Allerhöchsten Herrschaften wurden auf dem ganzen Wege mit jubelnden Zurufen begrüßt. Das Diner findet im Artushose statt, der Kaiser Alexander tritt noch heute Abend die Rückreise an.
— Am Gouvernementsgebäude war eine Ehrenwache zum Empfang des russischen Kaisers ausgestellt. Das Diner findet um 6 Uhr statt. Wie es heißt, würde der Kaiser Alexander heute Abend 8 Uhr nach Neufahrwasser zurückkehren, um sich dort einzuschiffen; Se. Maj. der Kaiser Wilhelm würde zu gleicher Zeit nach Conitz abreisen.
— Se. Maj. der Kaiser Wilhelm erwartete auf der Dacht „Hohen, zollern" den Kaiser Alexander an der Königstreppe. Beide Monarchen hielten sich eine Zeit lang umarmt und küßten sich wiederholt, sichtlich Beide tief ergriffen. Gleich herzlich war die Begrüßung mit Sr. K. K. Hoheit dem Kronprinzen. Kaiser Alexander wandte sich darauf zu dem Fürsten Bismarck, mit dem er lange sprach. Hierauf wurde daS Dejeuner eingenommen. Gegenwärtig — um 6 Uhr — findet unter strömendem Regen die Anfahrt beim Artushofe statt, wo in aller Eile das Diner wieder hergerichtet ist.
Für ben, Abend ist eine allgemeine Illumination der Stadt projectirt.
Washington, 9. Septbr. Staatssecretär Blaine telegraphirte gestern Abend 10 Uhr 30 Min.: Das Befinden des Präsidenten ist günstiger, das Fieber ist geringer, als seit mehreren Tagen; der Puls bester und der Appetit reger. Die Aerzte sind sehr ermuthigt. Das Wetter ist viel kühler.
Long« Brauch, 9. Septbr. Nach dem heute früh 8y2 Uhr über das Befinden des Präsidenten ausgegebenen Bulletin nyr die Pulsberregung 100, die Temperatur 98,04, die Respiration 17. Die Geschwulst und die Wunde bessern sich, auch der Schlaf des Präsidenten war genügend. Der in den letzten 24 Stunden gemachte Fortschritt ist günstig.
Wien, 9. Septbr. Die „Wiener Abendpost" constatirt, daß alle ernsten Organe der öffentlichen Meinung fich in der wohlbegründeten Ueberzeugung einten, daß in der heutigen Zweikaiser.Zusammenkunft ein neues Friedensunterpfand geboten und somit eine bedeutende Kundgebung zu Gunsten der Bestre- Bungen zu suchen sei, deren Ziel dahin gehe, dem Frieden Europas Dauer und Sicherheit zu gewähren.
Haag, 9. Septbr. Prinz Friedrich der Niederlande ist gestern Abend auf seinem Schlosse 6d Haag gestorben.
Algier, 9. September. In dem Bezirke von Sidib el Abbes sind fünf Kaids, unter denen sich zwei nut dem Orden der Ehrenligion decorirte befinden, verhaftet worden, in Folge der Beschlagnahme von Briefen, aus denen sich ihr Einverständnis mit Bu Amema ergab, und wegen der Auffindung von Pulvervorräthen Die Verhaftung hat bei den Eingeborenen großen Eindruck gemacht. Noch weitere Verhaftungen sind wahrscheinlich.
Tunis, 9. September. Fünfhundert Aufständische aus den Stämmen der Hammama und Meteith, welche gegen Zaghouan marschirten, wurden durch die Einwohner des Dorfes Ouateria aufgebalten und zum Rückzug genötigt, diohten aber, am morgenden Tage in verstärkter Anzahl zurückzukommen. — Hier ist eine heimliche Pulverfabrik ausgefundcn worden. — Die Colonne des Oberst Correard hat ihre Munition nunmehr wieder ergänzt und wird unvcrwetlt den Vormarsch nach Hammama wieder antreten.
roey. Die Mutter drückte sein Gesicht an he blusiges Gesicht. Sie war schwerer verwundet als der arme Kleine und hauckte bald in einem letzte, Kuß ihren letzten Seufzer aus. ^uden aus den Trottoirs überall Verstümmelte. Die Verwundeten litten fuicht- bar. Sie walzten sich vor Schmerz auf der E de herum. Als endlich genügende Hülfe 77 ro£r, aber 12 Uhr geworden — vorhanden war, verließ ich bex Bad, Hof und ich schreibe Ihnen diese Z.'ilen, indem ich noch das Blut unter den Nägeln habe."
"Lo dieser Augenzeuge. Der Polizcipräfect, die übrigen Hoden Pol'zeibeamten kamen um^12l/r Uhr m Charenton an. Vorher hatte man das Militär der in der Nähe liegenden tforts requrnrt, so daß, als die Oberbehörden ankamen, man fast alle Tobte und Verwundete bereits unter den Trümmern heroorge,ogen halte. Nack ber Ankunft öer Behörden wurde aber dem Publ kurn der Eintritt in den Eisenbahnhof versagt und man lietz auch Niemand in den Schuppen, wohin die Leichen gebracht worden waren. Nach fünfftundigem Warten theilte man den Anwesenden endlich mit, ob ihre Angehörigen verwundet seien oder nicht. Es kam babei zu herzzerreißenden ©eenen. Emer ^rQr,J>ie b!e 1 ^Unbe? -Ianß gewartet, um Nachrichten von ihrem Manne zu erhalten der sich in dem Zuge befand, wurde von einem Beamten plötzlich in trockenster Weise 'hr Mann nickt todt sei. Sie sprang in die Höhe, hüpfte und lachte- alle Welt glaubte, sie würde wahnsinnig werden, aber ein Thränenstrom entquoll dann ihren Augen unb fie war gerettet. Zwei andere Frauen befanden sich auf einer Bank, beibe hatlen ihre Manner rm Zuge, die eine weinte still vor sich hin. die andere weh' klagte laut; erst um 4 Uhr gestattete man einer derselben, sich nach dem Todtenschuppen zu'-g-ben; es war die welche so laut jammerte. Sie trat ein; ihr Mann befindet sich Nicht unter den Todten; man theilte ihr mit, daß er gerettet murne. Ihr Gesicht wird bftich, sie hat einen Nervenanfall. Sie kommt wieder zu sich, sie lacht und roemt äu gleicher Zert. Endlich denkt sie an ihre Freundin. Sie ruft ihr nr Er in ge- rdtet er ist gerettet!" Die arme Frau stottert: „Mein Mann lebt?" - .Ach, nein" erwiderte die andere „mein Mann lebt, der Derne tft verschwunden." „Todt!" ruft bas unglückliche Weib aus und bricht lufammen. Aehnliche Scenen ereigneten sich in ^en^n erwähne nur noch eines Vorfalls. Im Augenblick, als der Schnellzug heranstürinte und der Ruf ertönte: „Rettet euch", stürzte eine Frau aus einem Waggon mlkr- u cr heraus. Ihr Mann und ihre beiden Kinder waren aber in demselben geblieben. Die Frau stürzte nun nach dem Wagen hin. Man findet ihren Mann und ihren Sohn lebend unter fünf Leichen. Die Arme ist ganz außer sich vor Freude, um- armt ihren Mann und ihr Söhnchen, aber dann fragt sie nach ihrem Töchterchen. Man sucht nach und bic arme Frau stürzt zusammen, als ihr die Leiche der Klemen aus dem Waggon hervorgeholt wird. Die Zahl der Todt.'n, welche der Eisenbahngesellschaft „Pour la wort" dieses Mal zum Opfer fielen, beträgt bis jetzt 19, bereit Identität bis H! i festgestellt wurde. Die Zahl der Schwerverwundetcn, von denen 10 wahrscheinlich nicht gerettet werden können, beträgt 22. Die Zahl der Leichtverwundeten kennt man nicht, da sie zum größten Th'4 sich sofort nach Hause begaben.
Die Leichen wurden theilweise nach der Morgue gebracht, aber nicht ausgestellt weil ihre Identität festgestellt worden war. Bewnders stark wurde die Musikgesellschaft von La Forte Alais mitgenommen, welche sich nach Brighton begeben wollte. Ein c r. derselben hatte ihre Frauen uod Kinder mitgenommen und sie befanden sich fast alle in Dem letzten Waggon, den man, wo sie eingestiegen waren, dem Zug hinzugefugt hatte. Von den Personen, die sich in dem Schnellzug befanden, wurde Niemand verwundet. Derselbe fahr mit solcher Schnelligkeit, daß die Reisenden, die sich in demselben befanden, nur einen Stoß erhielten, welcher durch die Kissen — es waren nur Wagen erster Elasse abgeschwächt wurde. Dem früheren Polizeipräfecten Andneux, der sich in dem Zug befand, begegnete nichts Schlimmes. Wie ich, während A schreibe, erfahre, wurde die Untersuchung über diesen gräßlichen Unglücksfall heute Nachmittag eröffnet. Dieselbe stellte fest, daß die Scheibe, welche den Führer des Schnellzugs benachrichtigen sollte, daß er still halten müsse, schon feit einigen Tagen gebrochen war. Der erst 19 Jahre alte Weichensteller, welcher die Scheibe zu drehen hatte und dem man Vorwürfe machte, erwiderte, „daß er seine Pflicht gethan und daß es nicht feine schuld wäre, daß die Scheibe unbrauchbar sei." D'e Regierung wird setzt endlich Maßregeln gegen die Gesellschaft ergreifen müssen, selbst wenn dadurch gewisie einflußreiche republikanische Persönlichkeiten einen Theil ihrer Dividenden verlieren sollten.
Das Eisenbahnunglück in Eharcnton.
Aus Paris, 6. September, wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Die schreckliche Ealastrophe, die sich gestern in Charenton ereignete, erfüllt alle Welt mit der höchsten Entrüstung gegen die Paris-Lyon Marseiller Eisenbahngesellschaft, auf bei Unglücksfalle jetzt so häufig vorkommen, daß kaum eine Woche vergeht, wo nicht Zusammenstöße ftattfinben, webhalb der Volkswitz längst die Buchstaben P. L. M., d e sich auf allen Wagen befinden, mit „Pour la ^ort“ übersetzt hat. Man klagt die Gesellschaft an daß f‘- zum Schaden des Publikums ihre Ausgaben auf alle mögliche Weife beschränke und sogar die nothwendigsten Vorsichtsmaßregeln unterlasse, um nur an ihre Actionäre recht große Dividende vertheilen zu können, lieber die Ursachen, welche die jüngste Cata- stiophe herbeigeführt, erfährt man heute nur erst, daß der Marseiller Schnellzug 20 Minuten zu früh anlam und der Omnibuszug, der um 5 Uhr 23 Minuten von Montargis abgefahren war, sich um 15 Minuten verspätet hatte, weil er in La Forte Alais Waggons anhängen mußte, da dort der Musikoerein dieser Stadt etwa 80 Personen, der sich zu einem Musiksest nach Brighton (England) begeben wollte in den Sua emfiieg. Unter diesen Umständen nimmt man an, daß das Signal vergessen wurde um den Schnellzug zu benachrichtigen, daß die Bahn bei Charenton nicht frei fei' Derselbe kam um 9 Uhr 20 Mm. mit voller Kraft (er legte die Stunde in 3 Minuten Zurück) dahergebraust und fuhr, obgleich der Locomotiosührer alles, was ihm zu Gebote stand, gethan, um den Zug zum Stehen zu bringen, mit furchtbarer Gewalt gegen den Omnibuszug an. Einige Personen hatten das Herankommen des Schnellzuges bemerkt und de« Leuten im Omnibus, der sich in Bewegung gesetzt und gerade den Bahnhof verlasten wollte, zugerufen: „Rettet euch! Rettet euch!" Es sprangen auch ungefähr 100 Personen aus den Wagen heraus, wobei sich Diele verletzten, aber leider konnten sich nicht alle in Sicherheit bringen. Der Zusammenstoß war ein furchtbarer. Ein Augenzeuge, der sich im Schnellzug befand, dessen Insassen alle unversehrt davonkamcn unb ber bann bet bcr Rettung b<r Verunglückten mithalf, erzählt wie folgt:
„Ich besanb mich im ersten Wagen hinter ber Locomotwe mit einem anberen •Ve.ryP- . sah, daß wir in eine Station einsuhren. Plötzlich würbe ich nach vorwärts gejdjleubert. Zugleich horte ich einen Lärm, als wenn man ein ungeheures Brett zer- tlümmerte, unb bann furchtbares Geschrei. Ich stüizte zum Wagen hinaus. Unser Zug rührte sich nicht mehr. Eine Leiche lag bereits auf bem Quai. Die Lokomotive unseres Zugeo staub gerade auf ben Trümmern eines Waggons, um sie herum lagen bie Trümmer anderer Wagen. Ich eilte zur Locomotwe. Unter den Rädern derselben lag eine tobte Frau ifjr Äouf, ber ganz schwarz aussah, lag auf ihren Füßen. Vor und unter ber Maschine die Hausen von Trümmern, aus denen furchtbares Angstgeschrei ertönte. Das Wehklagen ber Frauen übertönte bas ber Männer; es war furchtbar anzuhoren. Man ging an bie Wegramnung, bei bcr sich ungefähr zehn Rei end bc- Wer. Der größte The-l berselven hielt)ich aber fern. D^Bruber des Königs von Siam unb fein Gefolge sahen mehr bestürzt als erschreckt aus. Der Anblick war em unerhört schauderhafter. Ich habe gesehen, wie man fünfzig verkohlte Leichen aus den Grabern von ^rarnenes herausholte. Dies war aber nichts im Veraleick ru dem gräßlichen Ausieben dieser Unglücklichen. Das Blut floß überall hervor Heim weg; raumen ber Trümmer stießen wir auf vollstänbig verstümmelte Leichen; schrecklich faßen d.e Gesichter aus auf denen kein Zoll Fleisch mehr voi Hauben war Fast all? Tobte unb Verwundete hatten Wunden am Kopf und an den «einen. Die 'Beine waren an drei bis vier Stellen gebrochen und sahen aus, als ob ein Metzger sie mit einem Beil durchhauen und zum Verkauf hergenchtet hätte. Aerzte waren nicht anwesend Erst nach einer Viertelstunde konnte man deren haben. Wir trugen einstweilen die Todten und Verwundeten auf bie Kissen unseres Zuges, bie man auf das Trottoir geworfen batte. Das Wegräumcu war schwierig ro^gen ber Locomotive, die über ben Trümmern lag. ^chrecklick war bas Geschrei Derer, bie nach ihren Angehörigen suchten Besonders herzzerreißend war ber Jammer ber Mütter nach ihren Kinbern Unter ben Verwunbeten besanb sich ein Knabe von 14 Jahren. Er saß auf einem Stuhl- er hatte em Auge verloren, bie Waben waren ihm weggerissen worben -und er hatte ein tiefes ßo® un Oberoem. Da eine Frau auch gerabe ein Bem g saßt hatte, um nach ihrem ^?ohn zu verlangen, so fragte ick ihn, ob seine Mutter nicht im Zuge gewesen fei. aber sie ist tobt, sie in tobt!" Ich gehe zur Frau zurück. Sie sagte mir ihren Namem ^d) gebe zu dem Kleinen. Es war ihr Kinb. Ich trug ihn zu b-.r Mutter: unterwegs sagte er nur »Ich glaube, baß ich eine Wunbe am Bein habe; es thut mir furchtbar


