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Gießen, frm 20 Srpt'mb^r 1880.

Betreffend: Die regelmäßige Ergäuzungswohl des Kreistages des Kreises Gießen durch die Bevollmächtigten der Gemeindevorstände.

Das GroßherzogLiche Kreisanü Gießen

an Vie Großherzoglichen Bürgermeistereien Alöach, AUenvorf a. d. Lahn, Mendorf a. d^Lumda, Bellersheim Beltershain, Bettenhausen, Burkhardsfelden, Daubringen, Garbenteich, Geilshausen, Göbelnrod, Großen-L.nven, Grunberg, Harbach, Hausen, Hungen, Jnhelven, Kesselbacb Klein-Linden Lanad, Lana-Göns, Langsdorf, Lauter, Leihgestern, Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Ronnenroch, Obbornhofen, Ovenhausen, Oppenrod, Queckborn, Rabertshausen, Reinharvshain, Rovheim, Röthges, Rüvvingshausen, Ruttershausen^Saasen, Stangen­rod Staufenberg Steinbach, Steinhcim, Stockhausen, Trais-Horloff, Treis a. 6. Lumda, Utphe, Btlltngen, Watzenborn, Weickartshain und Weitershain.

Nachdem aeaen die Bekanntmachung vom 11. August l. IS. - Anzeiger Nr. 189 - binnen der vorbestimmten Frist keine Einwendungen erhoben h h i.,ni,Hrnni>n mir Sie die daselbst angegebene Zahl von Bevollmächtigten zur KretStagswahl aus dem Gememdevorstanb m einer Sitzung des

ft»d leb»» Mue fol»e«etftne« !>, e»«6Ui. »eiche eu beu 50«eWe». (Siebe ble «nie«

folgende Bekanntmachung des Kreis-AusschuffeS vom Heutigen.)

' D L)r. Boekmann.

Kreis

Anwesende:

Muster A.

-tet Wahlbe.zrk Gemeinde

Protokoll

über * r

Ernennung von Bevollmächtigten zur Wahl des Kreistag-.

Geschehen den.........

Da die Gemeinde.......Seelen zählt, dem Gemeinde-Vorstand also

nach Artikel 20 des Gesetzes vom 12. Juni 1874 zukommt, Behufs der obenbemerkten Wahl.....Bevollmächtigte aus seiner Mitte zu ernennen, so sind deß-

halb auf die anliegende, von Großh. Kreisamt erlassene Aufforderung sämmtliche Mitglieder des Gemeinde-Vorstandes zur heutigen Versammlung eingrladen worden und die zur Seite bemerkten erschienen.

Es wurde beschlossen, daß.................

zur Abstimmung für die Wahl des Kreistags in oben bemerktem Wahlbezirk von dem Gemeinde-Vorstände hiermit bevollmächtigt sein sollen.

Unterschriften:

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Deutschland.

Berlin, 20. Septbr. Wir lesen in derDanz. Ztg." : DerDeut­schen Corresp." schreibt man aus Westpreußen (Von der Weichsel"):Unter der Überschrift:Die Eidesnoth" eröffnet derReichsbote" eine Reihe von Artikeln, in welchen über die zunehmenden Meineide geklagt wird. Wahr­scheinlich wird auch sür diese der Liberalismus auf politischem uud religiösem Gebiete verantwortlich gemacht werden, schon jetzt wird derZeitgeist" als Schuldner bezeichnet. Dem gegenüber möchten wir nur auf eine Erscheinung aus den Gebieten aufmerksam machen, die wir näher kennen. In West- und Ostpreußen gibt cs zwei größere Gebiete, in denen der Meineid endemisch ist, in denen er eine allgemeine Landplage bildet. Das eine in Westpreußen lie­gende Gebiet ist die Kaflubei, der von einer polnisch-katholischen Bevölkerung bewohnte Theil der Provinz zwischen dem Thcile der unteren Weichsel uno der pommerischen Grenze. Hier gebietet der katholische Geistliche unbedingt über sämmtliche kleineren ländlichen Besitzer und über die gesammte Arbeiter- bcvölkerung. Bei den Wahlen verkündet der katholische Probst, wem männig- lich feine Stimme zu geben habe, und die gesammte polnisch-kaiholische Bevöl- kerung folgt seinem Worte bis auf den letzten Mann. Und hier kann man fast in jeder Sache so viele Meineide erhalten, als man Liter schlechten Kar-

Gießen, den 20. September 1880.

Betreffend: Die Wahlen zum Kreistage durch die Höchstbesteuerten.

Der Kreis-Ausschuß des Kreises Gießen. Dr. Boekmann.

Von den Kreistagsabgeordneten, welche durch die 50 Höchstbesteuerten gewählt worden sind, haben gesetzlicher Vorschrift zu Folge die H°rr«n A dalbert von Nordeck Freiherr zur Rabenau in Friedelhausen, Ferdinand Gail in Gießen und Rechtsanwalt Dr. Muhl daselbst mit Ende dieses Jahres auS dem ^8g®eedaeu8b8tr^n^*Ö®7nannkn vorzunehmenden Ergänzungswahl wird daher nachstehend das Verzeichntß der nach den hier in Steuercavitalien von 1879 ff. Art. 18 der Kreis-Ordnung) fünfzig Höchstbesteuerten des Kreises mit dem Anfugen zur öffentlichen Kenntniß gebucht, daß der tarin^ tat dem niednsten Steuerbetrage Aufgenommene ein Steuercapital von 850 fl. besitzt, und daß Anträge auf Berichtigung dieses Verzeichniffes binnen einer unerstrecklichen Frist von vier Wochen, von dec Ausgabe dieses Blattes an gerechnet, bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung bei dem Kreis-Ausschuffe des Kreises Gießen anzubringen sind.

der zur Wahl von 3

1. Actienbrauerei, Gießen.

2. Adami, Heinrich, Gießen.

3. Bender, Friedrich Leonhard u. Wallen­fels, Chr. Christoph Ed. Ludw., Firma, Gießen.

4. Buderus, Friedrich, Bergwerksunter­nehmer, Audenschmiede.

5. Buderus, Gebrüder, Lollar.

6. Buderus, Richard Wittwe, Nassau.

7. Burk, Ferdinand, Gießen.

8. Cöln - Mindener Eisenbahngesellschaft, Gießen. r

9. Emmelius, Karl, Flrma, Gteßen.

10. Ferme, E. W-, Gießen.

11. Gail, Georg Carl, Gießen.

12. Gail, Georg Ferdinand, Gießen-

13. Gail'sche Wollspinnerei, Gießen-

familie.

33. von Nordeck zur Rabenau, Victor Hugo Freiherr, Gießen.

34. von Nordeck zur Rabenau, Großh. Oberst, Freiherr Hermann, Darmstadt.

35. Oppenheimer, Raphael, Firma, Gießen.

36. Pistor, Emil, Gießen.

37. Pöschel, August, Gießen.

38. Schirmer. Gg. Hch. Wittwe, Gießen.

39. Schirmer, Gg- Hch-, Firma, Gießen.

40. Schlenke, Carl, Gießen.

41. Schwan, Carl Heinrich, Gießen.

P e r ? c i dj n i ß

Mitgliedern des Kreistages berufenen 30 Höchstbesteuertcn

30. von Nordeck zur Rabenau,.Adolf Rein­hard Freiherr, Friedelhausen.

31. von Nordeck zur Rabenau, Ferdinand Karl Freiherr, Major, Darmstadt.

32. von Nordeck zur Rabenau, Gesammt-

14- Georgi u. Klingspor, Gießen.

15. Großh. Haus, Fam'lieneigenthum.

16. Großh. Fiscus.

17- Heichelheim, Sigismund, Gießen.

18. Heß, August, Gießen.

19. Hofmann, Ludwig, Pachter, Hof-Güll.

20. Homberger, Gebrüder, Gießen.

21. Jhrina, Joh. Heinr., Bierbrauer, Lich.

22. Kempff, Ludwig Otto, Gießen-

23. Leib, Gg- Hch- Friedr., Gießen.

24. Meyer, Alexander, Gießen.

25. Möser, Heinrich I., Gießen.

26. Müller, Arnold, Firma, Gießen.

27. Müller, Justus, Gießen.

28. Noll, Adolf Carl Theodor, Gießen.

29. von Nordeck zur Rabenau, Adalbert Freiherr, Friedelhausen. ______

de» Kreises Gießen.

42 Solms-Braunfels, Fürst Gwrg Durch­laucht, Braunfels.

43. Solms-Braunfels, Fürstin Ottilie Wittwe, Durchlaucht, Hungen.

44 Solms, Hohensolms-Lich, Fürst Her­mann, Durchlaucht, Lich.

45. Solms-Lanbach, Graf Friedrich, Er­laucht, Laubach.

46. Textor, Friedrich, Gießen.

47. Walderndorf. Graf zu Molsberg, Wies­baden.

48. Weber, Johs. III. Wittwe, Langgöns.

49. Zimmer, Georg Carl, Winnerod.

50. Zurbuch, Wilhelm Wittwe, Gießen.

des Conferenz-Bezirks Gießen-Großen-Linden-Lollar Mittwoch, den 29. September, 10 Uhr in Gießen, festen, den 22. September 1880. Büchner, Kre.sschultnspector.

toffelschnapS daran wenden will. Die Bevölkerung ist dort keineswegs von demZeitgeist" erfaßt, sondern steht in der Cultur mehr zurück, als irgend ein Volksstamm im Reich, auf ssd hat Niemand in politischer und religiöser Beziehung Einfluß als ihr Probst. In Ostpreußen gibt es ein Gebiet, wo Meineide ebenso käuflich und billig sind, als in Kaffuben- Daffelbe ist jener Theil Litthauens, wo die lutherische Orthodoxie alleinherrschend ist, wo der fast ausnahmslos orthodoxe Pastor dieselbe Rolle spielt, wie in Kaffuben der katholische Probst. In den betr. Wahlkreisen wird fast ausschließlich streng conservativ gewählt, die Vertreter derselben in den Parlamenten sind entweder die Landräthe oder hohe Generale und Beamte. Vor wenigen Monaten brachte auch bleKreuz- Ztg." aus diesem Theile Ostpreußens eine längere Klage über die ungemein große Zchl der Meineide. In den überwiegend liberalen Theilen Ost- und Westpreußens sind Meineide nicht häufiger als irgendwo sonst. ES wäre in- tereffant, damit die Erfahrungen aus anderen Provtnzrn und Bundesstaaten zu vergleichen. Auf Grund des § 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeinge­fährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie vom 21. October 1878 ist das ohne Angabe des Druckers und Verlegers erschienene Flugblatt mit der lieber* schrift:Socialistische Arbeiterpartei Deutschlands. An die Bruderparteten und Vereinigungen von Gestnnungsgenoffen aller Länder, welche an den jung- sten Congreß der deutschen Socialdemokratte Begrüßunzs- und Zusttmmungs-

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