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Adresien gerichtet haben", und der Unterschrift: „Im Auftrage des Cvngrches: Die auswärtige Verkehrsstelle: Walther", von dem Polizeipräsidium Berlin verboten worden. , . f, ,
Berlin, 20. Sevtbr. Der „Frkftr- Zig" wird von hier geschnoben: B-si-r als durch die gestrig- Rede B-nnigsen's auf der Versammlung der Hannoverschen R itionalliberalen konnten die Secessionisten nicht gerechtsektigt werden. Rich Herrn v. Bennigsen ist sein Ideal erreicht und ein freiheitliches parlamentarisches Regime in Deutschland zur Wahrheit geworden. Das spricht derselbe Mann gelasien aus, unter dessen Führung die nationalliberale Partei länger denn 12 Jahre die Majorität in den Parlamenten batte, und die es nicht durchsetzen konnte, daß Männer ihrer Richtung in die Regierung berufen wurden, ja, die eö erleben mußte, daß, nachdem sie während dieser langen Periode der Regierung Handlangerdienste geleistet hatte, vom Reichskanzler einfach, und zwar noch auf nicht sehr höfliche Weise b-t Seite geschoben wurde. Und solche Zustände bezeichnet Herr v. Bennigsen als ein wahrhaft freiheitlich parlamentarisches Regime I Natürlich hören wir von ihm wieder das alte Lied, daß der Machtstellung des Reichskanzlers gegenüber viele Bedenken schwinden müssen. Wenn so ein Volksvertreter sprechen kann, dann soll er wenigstens nicht vorgeben, die liberale Sache zu führen. Nach wie vor soll die schwächliche Compromiß-Poltttk mit den gemäßigten Konservativen berbr. halten werden, welche die Forderung Bennigsen's nach constttutionellen Garan- tlen für den Fall der Bewilligung neuer Steuern nur mit einem Lächeln begleiten. Die Behauptung, er und die Seintgea würden den einzelnen Fall prüfen und sich unabhängig von der Regierung und auch vom Reichskanzler erhalten, ist nachgerade so oft durch die Thatsachen widerlegt, daß sie auch bei den größten Optimisten keinen Glauben mehr findet.
Berlin, 20. Septbr. Der „Standart" midmet den Berliner Herbst. Manövern einen eingehenden und bemerkenswcrthen Artikel, dem wir Nachstehendes entnehmen: „Di- Resultate, welch- di- preußisch- Armee erzielt hat, können nur von einer wirklich großen Nation erreicht werden, die sich wirkltch großen Führern anoertraut hat. Dieses Gefühl ist es, welches die Welt bewundernde, ja fast neidische Blicke auf Berlin werfen Mt. Eme große und wohl orgauifirtr Armee ist an und für sich ein Gegenstand, welcher hohe Be> achtung verdient; allein eS ist unmöglich, dabet zu übersehen, welche Verwendung dieselbe finden dürfte. Keine Armee der Welt hat eine größere Existenz- berechtigung als die deutsche. Deutschland wurde stets von Frankreich bedroht, von Rußland patronistt. Die Regierung Kaiser Wilhelms hat diesem unerträglichen Stande der Dinge ein- für allemal ein Ende gemacht. Sie hob Deutschland in den Sattel und das Manöver hat es gezeigt, daß es reiten kann. Das könnte beunruhigend klingen, wenn man annehmen wollte, daß Rtesen- kräfte auch immer nach Riesenart verwendet werden müßten. Deuschland hat diese Befürchtungen zu Schanden gemacht. Es kann ihm seine Stärke allein vorgeworsen werden; diese Beschuldigung wird aber nur von denen vorgebracht, welche die veraltete Ansicht theilen, daß es die Mission Deutschlands sei, schwach zu sein. Wäre Rußland eine conservatioe und Frankreich eine perma. nent friedliche Macht, so könnte Deutschland abrüstcn und sich der behaglichen Ruhe hingeben. Allein Rußland conspirtrt und Frankreich harret der Gelegm- hett; daher die Machtentwick-lung in der Ungegend Berlins. In einem derartigen Augenblicke, in einer Welt des V-rraths, der Stratagem« und Plackereien, von Gerüchten über internationale Verwickelungen und bevorstehenden Kämpfen, muß ein solches Schauspiel einen gewaltigen Eindruck machen. Wie schrecklich muß die Verantwortlichkeit sein, welche auf einem Regenten oder Minister lastet, auf deflen Antrieb die Heerschaaren Europas zu wirklichem Kampfe einander entgegenstürzen l" , m .,
Metz, 19. Septbr. Die hiesige Protestpartet hat im B-ztrkstag- ihren letzten seit fast einem Jahrzehnt innegehabten Sitz verloren. Bei der gestern und heute stattgefundenen Bezirkstagswahl fielen nämlich von 968 abgegebenen Stimmen 933 auf Dr. Winsback, der die Erklärung abgegeben hat, den vorschriftsmäßigen Eid auf Kaiser und Verfassung, den die bisherigen, aus der Protestpartri hervorgegangencn Abgeordneten beharrlich verweigerten, zu leisten.
Heflerreich.
Wien, 18. Septbr. Die Situation vor Dulcigno ist jetzt aus's Aeußerste gespannt. Die Montenegriner steben hart an der Grenze, die Flotte erwartet jeden Augenblick den Befehl, di- Keflel zu Hetzen, und es leidet keinen Zweifel — man glaubte es bisher bestreiten zu dürfen — daß in ihren Instructionen eventuell die äußersten Maßregeln vorgesehen wurden und daß speciell ein Bombardement von der Seeseite her nicht ausgeschlossen ist. Was freilich sonst an Details verlautet, ist eitel Eombination. Das vor dem Beginn eines Bombardements dafielbe mit Stellung einer sebr kurzen Frist ausdrücklich verkündigt werden wird, ist sehr wahrscheinlich, aber daß bieJSonfuln in Dulcigno bereit- «usgefordert seien, sich und ihre Familien in Sicherheit »u bringen, ist einfach schon deshalb unrichtig, weil in Dulcigno gar keine Konsuln existiren. (Karlsr. Ztg.)
Irankreich.
Pari-, 21. Septbr. Alle Morgenblätter sprechen sich für die Auf-
rechterhaltung der bisherigen friedlichen Politik aus. Einige verlangen die vorzeitige Einberufung der Kammern. Es scheint jedoch die Einberufung derselben bis jetzt unwahrscheinlich. Unmittelbar nach der Constituirung des Ca- btnets soll, wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, ein sehr friedlich gehaltenes Rundschreiben an die Vertreter Frankreichs im Auslande gerichtet werden.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Correspoudenz-Bureau.
P-sth, 22. Septbr. Die gemeinsamen und die ungarischen Minister confertrten heute Vormittag bet Minister v. Haymerle, worauf ein gemeinsamer Ministerrath unter dem Vorsitze des Kaisers in der Burg stattfand.
London, 22. Septbr. Wie die „Daily News" aus Lahore meldet, wurden durch einen Erdrutsch im Natnithale (Provinz Bengalen) 11 englische Officiere, 2 Damen, 15 Soldaten und 8 andere Personen getödtet und 4 Personen verletzt.
Paris, 22. Septbr. Dem Vernehmen nach wird der Senator Barthelemy Saint Hilaire Minister des Auswärtigen und Sadt Carnot Minister der öffentlichen Arbeiten; die übrigen Minister würden ihre bisherigen Portefeuille- behalten unter Ferry als ConfetlS-Präsidenten. Ein Marine-Minister soll noch nicht ernannt sein. Die Constituirung des Ministeriums würde wahrscheinlich heute Abend erfolgen.
Loudon, 22. Septbr., AbendS. Einem Telegramm aus der Capstadt vom 22. ds. zufolge sind zwei Postdampser mit 600 Freiwilligen unverzüglich nach Eastlondon beordert. Die Freiwilligen sollen zur Bewältigung der Ba- sutos und der Tambukis, welche sich mit den ersteren gegen die Engländer vereinten, Beistand leisten.
Paris, 22. Septbr. Das Cabinet hat sich nunmehr definitiv consti- tuirt in der bereits gemeldeten Zusammensetzung; alS Marinemiuister ist Admiral Cloue etngetreten. Graf Choiseul wird wahrscheinlich Unterstaats- secretär des Auswärtigen.
Stuttgart, 23. Septbr. Die „Württemb. Landesztg." constatirt gegenüber anderweitigen Angaben, daß bezüglich der Verzollung der nach Württemberg etnzuführenden Weintrauben bis heute noch keinerlei Verfügung getroffen sei; die Verhandlungen an maßgebender Stelle seien indeß im Gange.
Lokales.
Gießen, 23. September. In vergangener Nacht brach in einer Wirtschaft auf der Grünberger Straße Feuer aus, welches jedoch von den Bewohnern alsbald gelöscht wurde. Die Ursache der Entstehung ist nicht bekannt.
Gießen, 23. September. Verzetchniß der Sitzungen deS Schwurgerichts der Provinz Oberheffcn vom 3. Quartal 1880:
Montag den 27. September, Vormittags 9 Uhr, gegen Georg Weitzel von Schwarz, wegen Nothzucht; Staatsanwalt: Zimmermann, Verteidiger: Rechtsanwalt vr. Eckstein.
Dienstag den 28. Scprember, Vormittags 8 Uhr, gegen Peter Schieferstein von Hochelheim und Konrad Weber von Dudenhofen, wegen Meineid, sowie gegen Johannes Amend von Münchholzhausen, wegen Verleitung zum Meineid; Staatsanwalt: Jöckel, Vertheidiger: für die beiden ersteren Rechtsanwalt Weidtg, für letzteren Rechtsanwalt Kraft.
Mittwoch den 29. September, Vormittags 8 Uhr, gegen Gregorius Conle von Ruhlkirchen, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg; Staatsanwalt: Zimmermann, Ver- theiviger: Rechtsanwalt Dr. Reatz.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 22. Septbr. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 40, Nr. 2 X 38, Nr. 3 X 32, Nr. 4 X 28, 92t 5 X 23, Roggenmehl % (Berliner Marke) X 28 50—29, do. 1 (Berliner Marke) X 27.00—27.50, do. II (Berliner Marke) X 21.50—00.00. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 22.00—00.00, ab unserer Umgegend X 20.75—21.25, oo. fremder je nach Qualität X 00.00—00.00, Roggen, je nach Qualität X 20.50—00.00, Gerste X 18-19.50, Hafer X 13—14.00, Kohlsamen X 27.25—28, Erbsen X 19—27, Wicken X 16-18, Linsen X 20-40, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenkleie X —, Weizenkleie, grobe und feine X — Rüböl, detail, X 63. Stimmung fest. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offerirt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo )
Frankfurt, 22. Septbr. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrteben waren ca. 280 Ochsen und Stiere, 180 Kühe und Rinder, 280 Kälber und 200 Hümmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 68—69, 2. Qual. X 62—64, Kühe und Rinder 1. Qual. X• 54—56, 2. Qual. X 45-50, Kälber 1. Qual. X 52—54, 2. Qual. 45-50, Hämmcl 1. Qual. X 58-60, 2. Qual. X 45—52 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund —
Frankfurt, 22. Septbr. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Eentner X 2.50—4.00, Stroh 2.30—3.00. Butter das Pfd. im Großen 1. Qual. X 0.95—00, 2. Qual X 0.80—85, im Detail das Pft. X 1.20—00, 2. Qual. X 1.10—00. Eier daS Hundert ital. X 7.00, deutsche Eier 5.50 X. Ochsenstench per Pfund 65—70^, Kuh-, Rind und Farrenfleisch 45—60 Kalbfleisch 50—55 A. Hammelfleisch 45—65 Schweinefleisch 75—85 H, ein Hahn X 1 80 bis 2.50, ein Huhn X 1.90—2.10, eine Ente X 2.70—3.20, eine Taube 50—00 Gans X 4.00—6 00, Hasen das Stück X 4.00—0.00, Feldhuhn X 3.00—3.50, Rehbock das Pfd. 75—80 Kapaunen X 0-0.00, Wälscher Hahn X 0—0. Kartoffeln 100 Ko. X 0—0.00, Kohlrabi 5-8 Blumenkohl 1 St. 50-70 H, Wirsing 00-0 H, Geiberüben 1 Bund 10—15 H, Zwiebeln 1 Bund 6 H. Sellerie daS Stück 6 H, Meerrettig 1 Stück 00—00 H, Spargel das Pfund 00—00 Romain-Salat 30- 00 Endivien 8—10 Rothkraut 15—00 Weißkraut 15—20 H, Artischoken 50 H, Erbsen das Pfd. 00 Bohnen 1 Ctr. 10—14 X. Gurken das Hundert X 2.00—0.00, Essiggurken das Hundert 80
Limburg, 22. September. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen X 18.05, Weißer Weizen X 18.00, Korn X 15.40, Saatkorn X 16.25, Gerste X 10.30, Hafer X 6.40, Erbsen X- 00.00. (Durchschnittspreis pro Malter.)
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
6207) Die Quartierträger der vom 5. resp. 6. bis 17. Mai 1879 und am 3. August 1881 dahier einquartiert gewesenen Mannschaften des 2. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 116 (Landwehr) und des Hessischen Feld-Artillerte-Regiments Nr. 11 werden hierdurch aufgesordert, ihre Vergütungen binnen 4 Wochen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an, an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag bei der Stadtkasie in Empfang zu nehmen, andernfalls isolche gegen eine Gebühr von 10 St überbracht werden.
Gießen, den 23. September 1880.
Der Stadtrentmeister:
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Gutes Frankfurter ünv Bunzlauer 6201) Einen Haufen Dung abzugeben. Kochgeschirr *• *ut,nC) Worflra^. empfiehlt (6214 6173) Zwei gute Treppen zu verkaufen
■ ’ PH. Pfeiffer, Tlefenweg. Fr. Zülch Wwe.
Versteigerung.
Samstag den 2S. September,
Morgens 10 Uhr,
sollen auf dem Bürgermeisterei-Bureau zu Rodgen die Kartoffeln von 1 Morgen Land, 1 Schwein und 1 Wagen gegen baare Zahlung versteigert werden.
Gießen, den 23. September 1880.
6210) Horn.
Ieikgeöotenes.
Ein Gewehr um Mk. 8 (vorzügl. Hinterlader) mit Bajonett, 100 Kugelpatronen X 6.— versendet (Muster gegen Einsendg. d. Betrags) M. Dolk- München, Windenmacherftr. 51. (6195
6194) Ein großes starkes
Zugpferd,
12 Jahre alt, ist mit Geschirr und Wagen, auch ohne Letzteres, Krankheits halber bei Jacob Koch in Waldgirmes preiswürdig abzugeben. ______________________
.Hochfeine
Sumatra - (Cigarre
mit rein amerik. Einlage zu 5 empfiehlt (6180
Gg. Will). Weidig.
6190) Sechs Stück junge Kanarienvögel (Männchen), pr. Stück 4 X, werden abgegeben.
Wo? sagt die Exped. d. Bltts.


