Lokales.
Gießen, 5. Juli. Der Oberhessische Verein für Localgeschtchte hielt gestern Nachmittag, trotz der etwas zweifelhaften Witterung, seinen AuSflug nach der Burg Gleiberg. Der angekündigte Vortrag des Herrn Geh. Baurath v. Ritgen fesielte die in engem Raume zusammengedrückten Zuhörer in hohem Grade. Durch zahlreiche Zeichnungen und Skizzen erläuterte der Vortragende die Entstehung der Burg im Jahre 910, deren weiteres Ausbauen und schließlich die Zerstörung derselben zu Ausgang des 30 jährigen Krieges im Jahre 164b unter General Königsmark. Reicher Beifall der Zuhörer lohnte den sehr interessanten Vortrag, an welchen sich die Generalversammlung des Geselligkeits-Ver-ins zu Gleiberg schloß. Diesem Geselligkeits-Verein ist es hauptsächlich zu danken, daß die Schloßruinen noch so wohl erhalten sind. — Wenn bei dem gestrigen Ausflug etwas zu wünschen blieb, so wäre cs außer der sorg- ältigen Restaurirung der Burgruine selbst, eine richtige Restauration an dem so schonen Ort, damit der Besucher auch die leiblichen Bedürfnisie nicht sich erkämpfen muß, wie es gestern im schwarzen Wallfisch zu Gleiberg öfters vorgekommen ist.
Gießen, 5. Jult. Schwurgerichtsverhandlung am 3. Juli dS. IS. gegen Wilhelm Johannes und Adam Henrich von Hainchen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung.
Am 7. Februar ds. Js bemerkte Forstwart Grünewald von Hainchen, nachdem er des Abends aus der Holzhaueret zurückgekehrt war, daß sich der Wilhelm Henrich von Hainchen vor seiner Wohnung umerhertrieb. Grünewald schloß hieraus, daß Henrich es auf einen Holzfrevel abgesehen habe und sich darüber verlässigen wolle, ob er zu Hause sei. Grünewald kleidete sich deßhalb rasch um und ging, als er den Henrich nicht mehr vor seiner Wohnung gewahrte, weg, um die geeigneten Nachforschungen anzustcllen. Nachdem er sich zunächst an die Wohnung des Henrich begeben und dort eine Zeit lang gestanden hatte, schlug er den Weg em, welcher von Hainchen nach dem benachbarten Domanialwalde führt. — Auf diesem Wege war er etwa d biS 600 Schritte gegangen, als er in einiger Entfernung zwei Männer bemerkte, von denen jeder ! eine Last Holz trug. Grünewald vermochte diese Männer nicht sofort mit Bestimmtheit zu erkennen und er beschleunigt- deßhalb seine Schritte, um an sie heranzukommen. Kaum wurden die Männe, aber seiner ansichtig, so warfen sie das Holz, welches sie trugen, ab und ergriffen in der Richtung nach dem Walde zu hin die Flucht. Grünewald lief ihnen hierauf nach, um ihre Persönlichkeit festzustellen. Als er jedoch den hintersten beinahe erreicht hatte, wandte sich derselbe um und ging mit den Worten : „Auf den Hund, sterben muß,der Hund" auf ihn los. Gleichzeitig blieb auch der andere Mann stehen und erkannte nun Grünewald in dem auf ihn Loskommenden den Wilhelm Henrich und in dem Anderen dessen Bruder Johannes Henrich, ebenfalls von Hainchen. Da Grünewald bemerkte, daß Wilhelm Henrich die Axt, die derselbe bet sich hatte, drohend erhob, so ging er etwas abseits auf einen Acker, um den Angriff, welchen er hiernach zu gewärtigen hatte, zu vermeiden. Wilhelm Henrich folgte ihm jedoch nach und versetzte ihm mit der Axt einen Schlag auf den Kopf, so daß er zu Boden fiel. Hierauf kniete sich Wilhelm Henrich auf ihn und stieß und schlug sowohl mit dem Eisentheile, wie mit dem Stiele der Axt auf ihn. Dabei rief er seinem Bruder Johannes mehrmals zu, er solle herbet- I kommen und ihm helfen, welchem Rufe dieser aber nicht nachkam. — In Folge dieser That- I lichkeiten des Wilhelm Henrich war Grünewald in die höchste Bedrängntß versetzt und er zog I heßbalb das Doppeltezerol, welches er in der Rocktasche trug, hervor und feuerte den einen Lauf desselben auf den Wilhelm Henrich ab. Nach Abgabe des Schusses versetzte Henrich dem Grünewald noch einen heftigen Schlag mit der Axt auf den Kopf und ließ dann mit dem Aus- I rufe • „Ich bin geschossen" von ihm ab. Als Grünewald sich von seinem Gegner befreit sah,
erhob er sich vom Boden und lief, um sich in Sicherheit zu bringen, in der Richtung nach I Hainchen fort. Es gelang ihm indessen nicht, Hainchen ohne wettere Anfechtung zu erreichen. I Nachdem er etwa 100 Schritte wett gelaufen war, wurde er von dem Johannes Henrich, der ihm nachgceilt war, eingeholt und zu Boden geschlagen. Johannes Henrich setzte sich sodann auf ihn und mißhandelte ibn in der brutalsten Welse, indem er ihm sowohl mit den Fausten, wie mit der Axt, die er bet sich hatte, fortgesetzt auf den Kopf und andere Korperthatle schlug.
I An dieser Mißhandlung nahm nach Verlauf einiger Zeit noch der Adam Henrich, ein anderer I Bruder des Wilhelm Henrich Theil. Derselbe hatte den von Grünewald abgegebenen Schuß I sm Dorfe gehört, war darauf in das Feld geeilt und nach einigen Minuten an die Stelle ge- I kommen, wo sein Bruder Johannes mit dem Grünewald zu thun hatte. Derselbe schlug sofort I mit einem Beile, das er mitgebracht, ebenfalls auf den Grünewald los. Die Schlägerei ver- | ursachte, wie begreiflich, einen nicht unerheblichen Lärm und kamen in Folge dessen viele Be- | wohner von Hainchen in das Feld, was Adam und Johannes Henrich veranlaßte, von weiteren I Mißhandlungen abzustehen.
In Folge der Schläge, welche Grünewald von den drei Gebrüdern Henrich erhalten, trug derselbe zahlreiche Verletzungen an seinem Körper davon, die ihn längere Zeit verhinderten, I seinem Dienste nachzugehen. ,, , , , L r „
Der Schuß, welchen Grünewald auf den Wilhelm Henrich abgegeben, hatte denselben verwundet und war insbesondere eines der Schrotkörner, womit der betreffende Lauf des Ter- zerols geladen war, in den Hals beS Henrich eingedrungen und zwei andere hatten denselben I gestreift. Außerdem waren zahlreiche Pulverkörner in den Hals und das Gesicht bes Henrich I etngedrungen. Anfänglich schienen die Verletzungen des Henrich nicht unbedenklich, dieselben sind indessen in verhältnißmäßig kurzer Zeit vollständig geheilt.
Wilhelm Henrich wurde wegen deS ihm zur Last gelegten Verbrechens heute vor dem Schwurgerichtshof abgeurtheilt, dagegen wurde vte Aburtheilung des dem Johannes und Adam I Henrich zur Last gelegten Vergehens der Körperverletzung vor die Strafkammer verwiesen.
Wilhelm Henrich wuroe in eine Zuchthausstrafe von l’/4 Jahren, abzüglich von 3 Monaten Untersuchungshaft, und 4 Jahre Ehrenverlust verurthetlt.
— Marie Weber von Udenhausen wurde wegen Versuchs des Kindesmords in eine Ge- fängntßstrafe von 10 Monaten verurthetlt.
— Schwurgerichts!) erhandln ng am Mittwoch den 7. Juli 1880, Vormittags 8 Uhr, gegen
1) Wilhelm Eckhardt von Nidda, wegen Urkundenfälschung und Verleitung zum Meineid;
2) Jakob Krick von da, wegen Meineids.
Vertheidiger: Dr. Muhl und Hirschhorn.
— Am Samstag Abend entwendete ein unbekanntes Frauenzimmer in einem Laden 2 Pfd. Mandeln, wahrscheinlich in der Absicht es sei Kaffee. Desgl. wurden von einer Unbekannten in einem Hause am Nahrungsberge ein Paar Schuhe gestohlen.
— Heute Morgen wurde ein Taglöhner von hier verhaftet, welcher einem Schäfer aus dessen Hütte eine Uhr gestohlen hatte.
— Gleichfalls wurde heute Morgen ein Handwerksbursche auf der Herberge von Schramm verhaftet, der gestern zu Garbenheim dem dortigen Pfarrer ein Paar Stiefel gestohlen und dieselben zum Verkaufe hier anbot.
weil die bei uns angestellten Beobachtungen gezeigt haben, daß durch den Frost beschädigte Rinde ihre Dehnungsfähigkeit verliert und unter ihrer Spannung Holz- und Rindenschicht in der Entwickelung wesentlich behindert sind. Die durch das Schröpfen hervorgebrachten Längsschnitte heben alsdann den Druck der Rinde auf und die Neubildung kann bedeutend leichter vor sich gehen. Man bringe die Lchropfschnitte nur mäßig und, um das Austrocknen zu vermeiden, nicht auf der Südseite an.
Obgleich das Steinobst gegen Düngung empfindlich ist und infolge dessen gern den Harzfluß (Gummifluß) bekommt, so soll obige Düngung doch auch für frostkranke Steinobstbäume empfohlen werden; nur verdünne man der Vorsicht halber den flüssigen Dünger mit dem doppelten Quantum Wasser. .
Steht auch keineswegs zu erwarten, daß die Dungung bet allen Baumen helfen wird und daß alle frostkranken Bäume infolge eines solchen Mittels wieder neues Leben und Wachsthum zeigen werden, so wird es doch sicherlich gelingen, eine große QaM von Bäumen zu retten und am Leben zu erhalten, die ohne Düngung abgestorben wären, ein Resultat, welches sich in Anbetracht des langsamen Heranwachsens zunger und der hohen Erträge alter Bäume immerhin der kleinen Muhe lohnt, welche die Düngung verursacht. r .
Königl. Lehranstalt für Obst- und Weinbau m Geisenheim a. Rhein.
_______Goethe.
Krankreich.
NariS 3. Juli. Die hiesigen Jefuit-n brachten heute bet dem Präsidenten des Seine Tribunals eine Klage aus vorläufige Enchhetbung an. Der Äiräfckt bat dagegen den Competenz-Einwand erhoben. Der Präsident des I »Munals vermiß di- Sache an die erste Sammet des Tribunals, welche Mitt- w!ch darüber verhandeln wtrd. - SD« Präsekten scheinen übereinstimmend vor7ua°hen. Auch m Lille erhob der Präfekt den Competenj-Conflict. - Die ftabl b« demissionirenden richterlichen Personen hat abermals gugenommen.
Paris, 3. 3uli. Senat. Amnestie-Vorlage. Jules F-rry und Victor Hugo treten iür die Vorlage ein. Jules Simon spricht gegen dieselbe. Er bestreitet, daß die Amnestie Wunsch des Volkes sei. U-br.g-ns dürse man den Volkswunschen nicht immer nachgeben und Grundsätze nicht ausopfern, wenn sie aufhorten, populär ju fein. M^n würde sich gegen Frankreich und die Republik v-rg-fi-n, wenn man d,e Mörder und Bdandsti er amnestiren wollte. Er könne niemals sich dazu verstehen zumal die Schuldigenkeinerlei Reue zeigten und in ihrem Hasse verharrten. Em einseitiges Ver- aeifen sei nur Schwäche. Eine Amnestie sei keine Vereinigung. Eine Vereinigung mit aewalt hängen Menschen sei eine Utopie. Zugeständnis,e würden nur neue Zuge,iand- n Ne h rvorrusen. Jules Simon erinnert an Thiers der Frankreich bezüglich seiner Fmanzen seiner Armee und seines Richter,iandes wieder herstellte und fahrt dann Finanz , l gethan? Nichts. Ihre einzige Sorge ist die Furcht, die
smnMpn fhnnten sich unter dem Gesichtspunkte der Amnestiefrage vollziehen. Die
" könn en sich unter o^ Ordern Gesichtspunkte der Wahl zwischen einer Voliük de^Gewaltthätigkeit und einer Politik der Freiheit, zwischen «in« Politik ohne unb Urtbeil und einer Politik, welche dte Gewissens- und Glaubensfrethett will, welche dch Ümchhängigk°it"der Religion und die Gerechtigkeit achtet. Um die Gemüther m beruhigen, dürfe man Muth nicht blos ans der Straße sondern auch ,m Parlamen baden S sonders gegen jene Art von Ausruhr, der nicht mit Gewehren sondern mit l “ ° bewerkstelligt werde. - Frepcinet erwidert: Die Regierung habe ihre An-
Nchten nicht geändert Sie sei stets der Meinung gewesen daß die Amnestie vor den Neüivahlen stattfinden müsse: zu Gunsten der Amnestie bestehe eine lebhafte Strömung. Da« Eabinet müsse mit der Majorität des Parlaments regieren. Das Cablnet wolle Re Amnesti im Jnt7refi° des Landes und der Republik. Es fei gefährlich, gegen das allgemein Stimmrecht anzukämpfen und nothwendig, die extreme Partei daran zu Verbindern daß sie die Amnestie ausbeute, um die Mafien irre zu fuhren; die Amnes ie sei eine Frage der Opportunität, nicht der Prmcipien. Die Lage des Cabmets sei chw erig wenn die Amnestie abgelehnt werde. Freycmet fordert den Senat dringend auf" zum Zweck der Uebereinstimmung mit der Kammer der Depustrten seine Meinung zu 'opfern und mit einer schmerzlichen Vergangenheit abzurechnen, welcher diesen,gen, welche ^vorder gesprochen, nicht fo fremd gegenüberständen, wie die Mieder des Cabinets Jules Simon proteftirt gegen die letzte Aenßerung Freycmets. Der Gegen- entwurf Labiche, mit welchem die Regierung sich einverstanden erklärt hatte wurde mit 145 gegen 133 Stimmen abgelehnt und das Amendement Bozeriau, welches allen Ver- urtbeilten des Commune-Aufstandes, mit Ausnahme der Mordbrenner und Mörder, die Amnestie bewilligt, mit 143 gegen 138 Stimmen angenommen.
Vermischte».
Ems, 4. Juli, 10 Uhr, 50 Min. Die Probefahrten zu der heute Nachmittag stattfindenden Regatta haben solgende Resultate erzielt: Der Kölner Ruderclub siegte gegen di- Kölner Rudergesellschaft um 4 Längen: der Heidelberger Ruderclub gegen den Rotterdamer Turn- und Ruderverein um 4Vs Langen und die Coblenzer Rudergesellschaft schlug den Coblenzer Ruderverein um 3 Bootslänge.
— Ein neuer Damen-Sport ist in Paris soeben erfunden und sofort von der vornehmen Gesellschaft adoptirt worden. Es handelt sich um ein Jagdvergnügen inmitten der gesetzlichen Schonzeit, wobei in Ermangelung anderen jagdbaren Gethiers der . . . Frosch als Wild dient.
Tritgraphischr Kepeschrn.
Wagner'» telegr. Garresp-ndr«, ■ «Bwmä
Frankfurt a. M., 4. Juli. Der Verein „Concordia", welcher beute hterselbst unter dem Vorsitz von Kalle Bibrich tagte, beschloß nach län- aerer Bcratbung über die von dem Ceulralausschuffe beschlossene Gründung eines allgemeinen deutschen Atbeiter-Vetsicherungsvereins und desicn Antrag, diesem Verein für das erste Jahr 10,000 JL zuzuwenden, auf Antrag des Dr. Hirsch-Berlin, di- Gründung eines Verstcherungs-Jnstttuts zu vertagen bis nach Anhörung einer im Dctvber einzuberufenden Generalversammlung.
Brüffel, 4. Juli. In der vom 30. Juni dattrten Zuschrift, womit 'f-'^inifieT deS Auswärtigen, Freie Orban, dem päpstlichen Nuntius die
-»ustellte, heißt es: Im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit bin zötbigt, meine Aeußerungen vom 28. Juni und die Richtigkeit der That- tch gen . halten, welche durch vage und vermessene Ableugnungen nicht werden können. Der Minister protcstirt gegen die Behauptung des er (der Minister) habe bei der Mittheilung des Resultats der Ver- mit der Curie an die Kammer gewußt, daß seine Schlußfolgerungen yandtunm 2leu.eningeu beg Cardinal-StaatSsecretärs Nina den Intentionen des m b p nicht entsprächen und erklärt in seiner Zuschrift schließlich dem Run-
Ohne Ihre diplomatische Eigenschaft würde ich Ihnen dar Recht nicht Inden haben, darüber zu uitheilen, was der Politik deS Landes entspricht, zugesta^ . 5. Juli. Das Gesetz über die Trennung von Staat und Kirche L tn der gestrigen Volksabstimmung mit 9306 gegen 4064 Stimmen ab- ®[^6nt. Dte Zahl der eingeschriebenen Stimmberechtigten betrug 17,431. Mthschliisie, wie man den vom Frost beschädigten Obstbäumen
Aus allen Gegenden laufen fortwährend Bericht- über den großen Schaden ein, melwen der Kraft an fo vielen Qbstbäurnen lind namentlich an den Aepfelbaumen an- a-rickitet bat" Eine sehr große Zahl dieser Bäume ist vollständig abgestorben und fb cho viel- haben nur in der dürftigsten Weife . «usgetrieben, mit Mühe ihr Leben friftenb Wenn wir diesen Bäumen nicht in der einen oder der andern Weise zu Hilfe kommen so werden noch viele davon an Erschöpfung zu Grunde gehen ooer von dem Froste des nächsten Winters getödtet werden. „ ü Ist es nun auf der einen Seite nicht möglich, die durch den Frost zerstörten Rinden- und Holztheile wieder lebensfähig zu machen, so können und sollen wir doch andererseits versuchen, die Bäume in ihrem Bemühen, unter ber tobten Rinde eine neue und lebensfähige Holz- und Rindenschichte zu erzeugen, thunlichst zu unterstützen. <x, mebr ein Baum Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen kann, desto leichter wird die Bildung der genannten Schichten vor sich gehen und desto sicherer wirb sich ber Baum erholen. nucu$r DOn Nährstoffen bewerkstelligen wir durch eine zweckmäßige Düngung. Da flüssiger Dünger am schnellsten wirkt, so bereiten wir uns eine Mischung von Stalljauche (Puddel) und Wasser zu gleichen Theilen und setzen dieser Mischung nuf iede Gießkanne eine Hand voll Holzasche zu. Das Ganze bleibe vor ber An- wtnbuiTö 24 Stunden stehen, damit sich die Asche gehörig auflösen kann.
Schütten wir den Dünger um tue kranken Baume auf den Boden, so wirb nur Hn aaiu kleiner Theil ober gar nichts davon den Wurzeln zu Gute kommen, weil die Mnrreln des Grases und die Feldfrüchte den Dünger für sich in Anspruch nehmen. Bedenken wir, daß nur die äußersten und feinsten Wurzelspitzen im Stande sind, süahmnfl aufzusuchen und bedenken wir ferner, daß diese Wurzelspitzen sich beim erwachsenen Baume zum größten Theile 1 und 2 Meter tief an den äußersten Enden der Wurleln im Boden befinden, so werden wir begreifen, daß die Düngung nur dann wirksam werden kann, wenn mir unter den äußersten Zweigen (also da, wo feine gnUri.'[n in aroßer Zahl für uns erreichbar sind) je nach der Größe des Baumes mehr oder weniger Löcher (3—8) von 70 Zentimeter bis 1 Meter Tiefe um den Baum herum arabei- oder mit dem Erdbohrer bohren und in jedes dieser Löcher eine oder zwei Gießkannen unseres flüssigen Düngers hineinschütten.
Diese Düngung ist möglichst bald auszuführen und nach 14 Tagen zu wieber= holen- es handelt sich darum, den Bäumen schnell zu helfen.« Die Löcher können offen bleiben da das Eindringen der Luft in den Boden höchst wahrscheinlich einen günstigen Emfluß auf die Wiederbelebung ber Bäume ausüben wird. Es empfiehlt sich, aus demselden Grunde, den Boden um die Stämme herum sorgfältig und tief zu lockern und. alle Schädlinge, wie z. B. Misteln, zu entfernen. „
Fernerhin ist es bei Bäumen mit stark gebräunter Rinde rathsam, mit der Düngung ein Schröpfen ber Rimde mittelst Längsschnitten in dieselbe zu verbinden,


