Telegraphische Depeschen.
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1) Montag, den 29. December, Vormittags 10 Uhr.
Di- Beschwerde der Israeliten zu Londorf wegen ihrer Berechtigung am Gemeindewald daselbst.
Der Beitrag der Gemeinden Schwabenrod und Münch-Leusel »u den Kosten h,r Fortbildungs- und Industrieschule zu Schwabenrod.
2) Dienstag den 30. December, Vormittags 9 Uhr.
Klage des Ortsarmenverbanves Gevern gegen den Ortsarmenverband Schotte» «eaen Unterstützung des Friedrich Dahmer. ®
Klage des Ortsarmenverbanvs Ortenberg gegen den Ortsarmenverband Schotten wegen Unterstützung des Friedrich Dahmer.
Klage des Ortsarmenverbanbs Gedern gegen den Lanvarmenverband Schotten weaen Unterstützung des Maurus Auth.
Klage des Ortsarmenverbands Homberg a. Ohm gegen den Lanvarmenverband Ms- feld wegen Unterstützung des Franz b'Avis.
Klage des Ortsarmenverbands Hainchen gegen den Ortsarmenverband Bellmutb wegen Unterstützung der Marie Kropp. 9
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Lokales.
k m besten, 27 December. Nächsten Montag und Dienstag finden öffentliche Sitzuaaen Verh?ndk!ng°^lausschuffes der Provinz Oberheffen statt. Folgende Angelegenheiten komme« zur
Wagner'S telegr. Correspondenz - Bureau.
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w.i.6» £e.inem ^esigen Hotel nahm vor einigen Tagen ein Mann von feinem
Aeutzcren Logis, der sich für einen begüterten Edelmann der Provin, Posen ausgab. Bald ae- lang eS ihm die Freundschaft des Hotelbesitzers und seiner Familie zu erwerben und da täglich dm ««geben« Namen im Hotel cintrafen, so zweifelte man keinen Augenblick an der Echtheit des Grafen. Besonders ehrend war es für die Familie, daß der hochgeborene «uge auf die schöne Tochter Emma warf, und der Alte, sowie die Frau Mama sagten, hochbeglückt „Ja , als der Graf um die Hand der Tochter anhielt. Die Verlobung sollte jedoch noch so lange geheim bleiben, bis sich Vater und Tochter auf den Gütern des Grafen umae- R-tk- ' ehrliche Edelmann; und Vater, Braut und Bräutigam unternahmen ihre
vtetse. Am zweiten Tage danach schon kehrten der Hotelier mit seiner Emma zurück und Ersterer erzählte seiner Gemahlin, daß er kein Bedenken getragen, dem Eidam vierhundert Thaler zu borgen, daß aber danach auf einer kleinen Bahnstation der Graf für immer verschwunden sei
?henen Capital hat der Gauner noch die goldene Uhr Emmas und zwei Ringe des Vaters mitgenommen, sowie vergessen, seine nicht unbedeutende Hotelrechnung zu begleichen. Harpstedt, 17. December. Der Halbmeier Heinr. Strodthoff in Horstedt, welcher ,elner $*5bL?*öty ?? Qn ber W, ftisch gedroschenes Lupinenstroh, 7 ! r° •? <? o‘Tr trocken eingefahren war, zum Füttern vorwarf, hatte das Unglück, daß ,hm Tags darauf sammtliche Schafe erkrankten,' biß jetzt find bereits HO Stück cnjjnt und es ist sehr wahrscheinlich, daß auch nicht ein einziges wieder gesund wird.
~ Warnung theüen wir folgenden traurigen Fall mit, der sich vor Kurzem in Schneeberg zutrug^ Daselbst hatte eine Frau, die Verletzung eines Fingers nicht achtend Sauer- kraut m cmer Schüssel eingewassert, worauf sich nach kurzer $eit starke Anschwellung deS be- treffcnden Fingers mit bedeutenden Schmerzen einstellte. Die Anschwellung ghm auf den Arm ÄXÄÄ raHTte 8,U‘* w.?ch°-r 3ti. k.Ä
fc' be,m Drte, in welchem Huß den Scheiterhaufen bestieg, neuen Glanz zu verleihen Der W.nam£? &e8en die Faulheit der Mitglieder des BürgerauSschuffes nschei«n? ^u?vätÄnmrn^^ Bürgerausschuß.Mitglieder sind in Zukunft wegen Wid)b E’ÄBigbor Schluß der Sitzung in eine Strafe -u vev- Taxe hat der Stadtrath festgesetzt: 3 für das „Schwänzen" und 1 JL für
b ^b«kommenden oder zu früh Weglaufendcn. Ob das wohl helfen wird?
schreibt bit. ^'n falscher Krösus.) In einem hiesigen vankhause, ßett unb »a 7 tCn .e,n?em Äußeren nach den besseren Ständen angehörmder
L-d legte zwe Tausendmarknoten auf den Kassentisch, welche er gewechselt zu habe«
i jedoch^vorersttttantite sofort in den Noten Falsifikate, e/ließ sich 1 $ b "st nicht« merken und sandte, indem cr den Fremden durch einen Borwand «ufhielt,
Türkei.
«inc ' l4' I)“6r' Di« griechischen Eommissare richteten
«!fti?M.AaÄd^""''°''C6,'U”n- ^Sitzung tütrfl«nanf.3b«
Aste».
Nach einem von der Regierung der Skuvicktina vorgelegten Gesetzentwurf soll der Regierung die Ermächtigung ertkellt wer- Handelsverträge hinfichttlch der Einfuhr »oNlnen mw®UKb Wiederausfuhr, sowie hinsichtlich der Ortstaren und Zollformalitäten provisorische Reciprocitärsverträge auf Grund der Meiltb?- gunstlgung in Form von Deklarationen abzuschließen. Die bisberiafn Nroni f. ÄÄiJ’Äa*“' “•
Vermischtes.
•* Srkenntniß des Reichsgerichts, II. Strafsenat, vom 3 November 1879 fällt sKnves Urtheil: Beleidigt ein Dienstbote seine Herrschaft durch Schimpfworte oder Thät- Mit-n oder begeht er -ine andere Handlung, welche der Herrschaft das Recht zu sofortiger Dienstentlassung gibt so kann die Herrschaft mit der sofortigen Dienstentlassung die «ufforde- sbefn' Dienstbote aus ihrer Wohnung entferne. Leistet der entlassene
J?b£te 7*€T Aufforderung feine Folge, so ist er wegen Hausfriedensbruches zu bestrafen
Lenr^er ? Enstboten in der an die Herrschaftßwohnung anstoßcnoen Treppen- resp. Hausflur, an welcher die Herrschaft mit anderen Hausbewohnern zugleich ein Mitbenutzung« aüch darauf^sich erstrI “ to£nn bie Aufforderung der Herrschaft zur Entfernung
Gießen, 27. December. Unsere Universität hat einen schmerzlichen Verlust erlitten Am 1. Feiertag Vormittags 3/i9 Uhr verschied der Großherzogl. Professor ber Pharmakoloaie Herr Dr. Rudolf Buchheim. Die Beerdigung findet morgen, Sonntag, den 28. December Vormittags 11 Uhr Statt. Möge ihm die Erde leicht sein I
— Drei Herren, welche etwas angesäuselt bei einem Droschkenkutscher heute Nacht einen Schlitten verlangten, auch ohne Erlaubniß einen solchen aus dem Hofe bugsirten, liefen etwas übel an. Einer der Kutscher nahm den Herren die diversen Vertheioigungsmittel ab und wurden ihnen diese später wieder durch dritte Hand zugestellt. Ein Protokoll wegen Ruhestöruna und vielleicht sonst noch was wird nachfolgen. ö
— Der Handwerksbursche, bei welchem vor Kurzem Dolch und Revolver voraefunden wurde, hat einen der in letzter Zett verübten Ladendiebstäyle cingestanden, während man hofft daß er auch noch andere beichtet. Ec scheint sich zu einem Rinaldo ausbilben zu wolle»! *
— Drei Handwerksburschen wurden am Mittwoch theils wegen Ruhestöruna tbeils wegen Dieostahlverdachtß eingesponnen 8 9 1 9' 9<U0
— Am Dienstag Abend wurde einem auf Besuch hier eingetroffenen Herrn auf dem Bahnhof der Koffer mit werthoollem Inhalt entwenbet. lieber den Dieb fehlt bislang jede Spur, dagegen hat man am Eisenbahnvamm hinter dem Geilfuß'schen Dielenlage zwei Paar Stiefel gefunden, welche zum Inhalt des Koffer« gehörten. - Soeben wird "uns die Mit- theilung, daß auch der Koffer aufgefunden sei und zwar in dem Keller des MontanuS'icken Neubaues; freilich seines Inhalts beraubt.
— Während der Feiertage sind zwei Recurrenskranke, einer Im Hofgerichtsgebäude und einer in der Klinik, verstorben. ö
, 77 ,?on verschiedenen Vereinen ist die Idee ausgenommen worden, in den nächsten Taaen
ein Wohlthätigkeits-Concert oder theatralische Aufführung zu veranstalten. Der Ertrag b»" selben soll zur Unterstützung Nothleidender verwendet werden. Die Joee ist nur zu begrüßen und wünschen wir den allerbesten Erfolg Eine Frage möchten wir hierbei nur berühren. Jedenfalls ist es den Mitwirkenben einerlei, für wen sie arbeiten und da uns nun einmal das Hemd naher als der Rock ist, so möchten wir die Bitte ausiprechen, daß der zu erhoffende Ertrag für die Nothleidenden in unserer Provinz, im Vogelsberge, verwandt würde. Für Oberschlesien haben sich bereits zahlreiche Hände geregt und viel Geld ist schon für dasselbe eingegangen. Warum sollen wir unsere eigenen Landesanqehörigen hungern und darben lassen und den Geld- betrag nach Außen senden. Der Staat Preußen ist groß und reich genug, daß er für feint Nothleidenden in erster Linie sorgen kann. Wir Hessen wollen in unserem Lande Umschau halten und da den Hunger stillen, wo er herrscht. Daß er herrscht, beweisen die zwar vorerst noch schüchternen Nothrufe aus dem Kreise Schotten u s. w. Hierauf aufmerksam zu machen, hielten wir für Pflicht und wir denken, daß es nur dieser Anregung bedarf, um bas Augenmerk der maßgebenden Personen hierauf zu lenken.
. — Heut« Morgen hielt eine Herrschaft bei ihrem Dienstmädchen Revision ab, welche zur
Folge hatte daß diverse Sachen, u A. das Portemonnaie des Dienstherr, bei ihr gefunden wurden. Sie gestand auch mehrere kleine Diebstähle ein. Nach Erstattung des Gestohlenen verzichtete die Herrschaft auf Strafantrag. 9
.77 3" Gegensätze zu Offenbach und Darmstadt, wo in den Suppenanstalten bie ftefefr e^xmAn ?d)<nien bDrt keinen Hunger zu haben), wurde in unser-r Volksküche richtig gekocht. Die Suppe war mit einem tüchtigen Stück Fleisch versehen und munde e vortrefflich Vertheilt wurden am 1. Feiertag 470 Portionen; hieran wurden nur 5? verkauft. Am 3. Feiertag 45! Portionen, hiervon nur 33 verkauft Heute kamen 516 Vor- Honen jur SSertbedung wovon 61 verkauft wurden. Wie man sieht, war das Bedürfniß auch ZarancrFennuig! *crblencn bi< Damen und Herren, welche ihre Zeit opferteE
terrei! - 2 :3 affeu hatten. Kapitän und zweiter
-Steuermann find nach Aussage der Leute auf dem sinkenden Schiffe verblieben. Passagiere und Mannschaft daben sich auf 7 Booten eingeschifft. Die Ueberlebenden befürchten , daß von diesen keiner gerettet ist, sie sahen ein Boot untergehen. Der Dampfer hatte 180 Passagiere und 54 Mannschaften.
Liverpool, 24. Decbr., Abends. Die Eigenthümer der „Borussia" glauben, der Dampfer jd noch flott, weil er mit wasierdichten Abtheilungen construirt ist. Dieselben vermuthen auch, daß die übrigen Pasiagtere noch ge- rettet werden, da das Schiff sich auf einer von amerikanischen Dampfern stark benutzten Route befand.
Liverpool, 24. Decbr., Abends. Die deutsche Bark „Fulda" landete 5 spanische Paffagiere der „Borussia"; der Verlust an Menschenleben wird auf ungefähr 169 angegeben. Das Handelsamt hat eine Untersuchung anae- ordnet. — Das Truppenschiff „Euphrates" ist mit 1200 Mann zur Verstärkung" der Truppen nach Indien abgesegelt. — Der Herzog und die Herzogin von Edinburgh reisen Montag nach Cannes ab.
Nußlaud.
Petersburg, 23. December. Die Nachricht von der zwischen dem russischen Kaiser und seinem ältesten Sohne, dem G oßfürsten-Tbroufolger. herrschenden Spannung wird anscheinend durch eine neue Thatsache bestäiigt. Am 7. ds. Mts. besuchte nämlich, wie der Petersburger „Nowoje Wcemja" vom 15. ds. Mts. schreibt, Kaiser Alexander Zarskoje-Selo, ohne hierbei den Großfürsten Alexander, welcher sich zu dieser Zeit mit Gemahlin und Kindern noch in Zarskoje-Selo befunden habe, empfangen oder überhaupt gesehen zu haben. Im Bahnhof von Zarskoje-Selo wurde der Kaiser von dem Bürgermeister von Zarskoje-Selo, General-Adjutant K. G. Reb nder, dem Grrntions- Lommandanlen P. A. Stepanow und dem Gymnastal-Director Ptskarew begrüßt, wobei Letzterer dem Kaiser Salz und Brod überreichte und denselben zu seiner glücklichen Errettung beglückwünschte. Der Kaiser nahm das Salz und Brod entgegen und erwiderte wörtlich: „GL6e Gott, daß die studtrenoe Jugend Rußlands dem Vaterlande zum Nutzen gereiche, daß dieselbe zu guten Patrioten herangebtldet werde, wie ich bereits in Moskau gesagt habe. Ich freue mich, meine Herren, Sie zu sehen." Hierauf fuhr der Kaiser nach seinem Schlöffe und gab Befehl, „Niemandem den Eintritt in M Schloß zu gewähren." Am 8. ds. kehrte dann der C;ar wieder nach Petersburg zurück. Von dieser ganzen Reise des Kaisers wußte in Petersburg Niemand, und erst Lm 14. ds. brachte hierüber der „Regier.-Bote" die erste Nachricht. — Es gewinnt überhaupt den Anschein, als ob die Panslavisten doch ihrem Ziele alle Gewalt m ihren Händen zu vereinen, noch nicht sehr nahe wären. Vor tnr?CtL.?üaC? c eß es, General Jgnatieff soll? zum russischen Botkck)aftex am
"nannt sein ; slavophile Blätter knüpften an bies'?N^chricht ^^jecturen. Nun aber wird der „Poltt. Corresp." officiös £ m ^tigen Ministerium des Aeußeru, welches wohl
in erster Reihe über die betr. Absicht der russischen Regierung tnformtrt wor- 1U>ärC' ,nit^ Wort vorltege, welches auf den Wunsch der russischen Regierung schließen lassen könnte, eine Veränderung in der Person ihres römischen Vertreters vorzunehmen. Im Falle einer hierauf bezüglichen Anfrage würde die italienische Regierung — wie das officiöse Blatt seiner Meldung hiaru- fugt, - gewiß nicht gezögert haben, gegen die Person eines Diplomaten "zu MI°ß^eb-n' könnte. @rnCnnm'8 aUf bie'e" unliebsamen Schlüssen
Petersburg, 23. December. Die Machtbefugnisse de« Genera!- knsgedehnt 80n aUrtCn aUf b-s G°n-e-n-ment von Tambow
22 .Petersburg, 21. Decbr Osficielle Meldung aus Cannes vom 22. ds.. Bel Hustenanfäüen verbrachte die Kaiserin eine schlechte Nacht. Bluttemperatur gestern Abend und heute früh 38 Grad, Puls 120 ftrüfc Ls-"- Memlostgke.t mit H-rzk^psen. Wt mit der Pleuritis v-rbundmen
Der Minister des Innern hat der Monais- fchrlft „Slowo eine zweite Verwarnung ertheilt.
Serbien.


