schleunigst zur Polizei, welche die Verhaftung des Herrn auch alsbald bewirkte. Bei der auf iiem Polizei Bureau vorgenommenen Visitation fand man denn auch wirklich eine wohlgefülltc Brieftasche mit lauter fälschen Scheinen Behufs weiterer Untersuchung ist der falsche Krösus »ach Frankfurt a. b. SD., wo die Fabrik jener famosen Papierchen existiren scheint, trans- -portirt worden, und man wtrv wohl demnächst Weiteres hierüber hören.
— [ginbalfamhung.J Nack einer amtlichen Bekanntmachung des Medicinalministers war «in Verfahren gegeben, das der Universitätspräparator Wickersheimer in Berlin erfunden und anwendet zur Conservirung von Leichen und Pflanzen, wie das auch in unserem Blatt mit; getheilt war. In diese Veröffentlichung hat sich nun nach neuerer Bekanntmachung des Ministers rin Fehler etngcschlichen. Die Lösung, mit welcher die Leichen sollen imprägnirt werden, war 'dort wie folgt angegeben: 3000 Gramm kochenden Wassers, 100 Gramm Alaun, 27 Gramm Kochsalz, 2 Gramm Salpeter, 60 Gramm Pottasche und 10 Gramm arseniger Säure; zu 10 Liter dieser Lösung sollen 4 L. Glycerin und 1 L Metyl Alkohol gefügt werden. Die Berichtigung geht nun dahin, daß nicht 10 Gramm, sondern 20 Gramm arseniger Säure zu nehmen sind. Die erste Bekanntmachung mit «usführltcher Beschreibung des Verfahrens befand 'sich in Nr. 251 des „Preuß. Staatsanzeigers."
— Wir lesen in den Blättern: Auf der langen Liste der Attentate in Rußland find "wieder zwei neue zu verzeichnen, von denen das eine in Moskau, das andere aber in Petersburg Kattgefunden hat. Als in Moskau am 9. d. M. der General-Gouverneur Fürst Dolgorukow, auf einer Spazierfahrt begriffen, in einem geschloffenen Wagen über die Obuchow'sche Brücke fuhr, ging plötzlich unter den Rädern der Equipage eine Petarde los. Ein Splitter des Ge- schoffes traf den auf der Brücke lehnenden Bauer Tarassow derart, daß derselbe zusammen- Mrzte und in ein Spital geschafft werden mußte Als man die Stelle, auf der die Explosion stattfand, untersuchte, fand man eine ganze Dynamitladung, die mit der zerplatzten Patrone in Verbindung war. Einen unglücklicheren Ausgang nahm das Petersburger Attentat, welches tm 10. ds. stattfand, jedoch unbekannt gegen wen gerichtet war. Auch hier wurde Dynamit in die neue Alexanderbrücke gelegt. Die Explosion fand aber erst statt, als ein Pferdewaggon die gefährliche Stelle passirt hatte. In Folge der Explosion wurde ein Loch in die Brücke ge- riffen uno die Pferdebahnschienen auf die Sette geworfen. Hierbei wurden drei Paffanten getroffen und gefährlich verletzt Man kann sich leicht denken, wie man alledem gegenüber bemüht ist, den Czaren vor einem neuen Attentate zu beschützen. Der russische Kaiser wird äußerst streng bewacht. Wenn er ausfährt, so begleiten ihn Leibtscherkeffen zu Pferde und außerdem werden alle Gensdarmen des Distrikts aufgeboten, welche die Straßen zu untersuchen und alle Fuhrwerke anzuhalten haben, die denselben Weg nehmen wie der kaiserliche Schlitten. Einige Dutzend Detectives vertheilen sich zu dieser Zett unter das Volk auf dem Wege. In Petersburg ist die Kapelle, die zum Andenken an die Errettung des Kaisers aus drohender Lebensgefahr im Jahre 1867 in der zweiten Straße der Peski erbaut worden ist und am 46. December eingeweiht werden sollte, In Brand gerathen. Wer dabei seine Hände im Spiele gehabt, dürfte nicht zweifelhaft sein. Aus der südrussischen Hafenstadt Nicolajew meldet man sogar einen offenen Kampf mit Nihilisten. Der dortigen Polizei wurde nämlich hinterbracht, 'raß ein Bürger und Gemeinderath von Nicolajew Namens Huffarenko dem Nihilismus huldige And sehr häufig Versammlungen von verschiedenen „verdächtigen" Personen beiderlei Geschlechts in seinem Hause veranstaltete. In Folge dieser Anzeige begab sich am 5. d. M. der dortige Prtstaw (Polizei-Oberst) in Begleitung von zwei Polizisten in die Wohnung Hussarenko's, fand -jedoch nur die Gattin dieses Letzteren zu Hause. Sofort begann der Pristaw die Wohnung zu
durchsuchen, als plötzlich Huffarenko nach Hause kam und dcn Pristaw in seinem Zimmer ate sperrte. Nun stürzte er sich auf den Pristaw — die Polizisten hielten unterdeffen vor de» Hausthüren Wacke -- entriß ihm aus der Scheide den Säbel und begann mit demselben auf den also Entwaffnctcn dreinzuhauen. Der mißhandelte Polizei-Oberst rief um Hülfe, jedoch vergebens. Die Polizisten konnten nicht in das Haus eindringen, weil die Thüren abgesperrt waren. Es blieb ihnen daher nichts ander s übrig, als Succurs zu holen. Als dieser aber herbeieilte, war das Haus Huffarenko's bereits von zahlreichen Nikolajewer Bürgern umringt, welche den Polizisten den Zutritt zu dem Hause mit aller Energie verwehrten. Es mußte militärische Hülfe angcwendet werden, worauf die Menge mit Bajonnetcn auseinandergejagt, die Thüren mit Gewalt erbrochen und der halb tobt geschlagene Pristaw befreit wurde. Huffarenko und siebzehn andere Bürger wurden verhaftet. — In Nowgorod wurde vor mehreren Tagen ein Ingenieur Namens Hartmann verhaftet, der im Verdachte stehen soll, die Minenarbeiten, welche das Moskauer Attentat vorbereiteten, geleitet zu haben. Hartmann soll identisch mit dem lange gesuchten Saschka sein, der bekanntlich durch einen unterirdischen Gang in die Cherson'sche Rentei eindrang und dieselbe um mehrere Millionen erleichterte
sandel sind Verkehr.
Limburg, 24. December. (Fruchtmarkt.) Rotber Weizen JL 19.50, Weißer Wetzen JL 00.00, Korn JL 14.00, Gerste JL 10.85, Hafer, 6.50, Erbsen «X —, Kartoffeln —, (Durchschnittspreis pro Malter.)
Frankfurt, 24. December. (Marktbericht., Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren, üeu kostete je nach Qualität der Eentner JC 2.50- 4, Stroh 2.43—3.40. Butter das Pfund im Großen 1. Qual, 1.10—0.0, 2. Qual JL 1, im Detail das Pfund
1.25—00, 2. Qual. JL 1.15—20. Eier das Hundert JL 6.80—9.00. Ganze Erbsen das Pfd. 28—32 geschälte Erbsen 32—38 H, Bohnen 27—30 Linsen 34—50 H Weißkraut
das Stück 15—23 H, 100 Stück — JL, Rothkraut, 1 Stück 20 — 30? H Kohlrabi 10—15 Kohlkraut 6 10 Blumenkohl 1 Stück — Wirsing 8—12 Kartoffeln 100 Kilo JL 7—9.00, Zwiebeln 25 Buno - Merrettiqe Stück —H, 1 Stück — H. Ochsenfleflch per Pfund 65—70 H, Rindfleisch 50-60 Kuh fleisch 50-60 H, Kalbfleisch 50—55 X Hammelfleisch 40—65 H, Schweinefleisch 65—70 ein Hahn JL 0.90—1.50, ein Huhn 1-2, eine Ente JL 2.50—0.00, Gans das Pfund 70 H, eine Taube 45—50 H.
ITrnFHO;' lllll lli IIll’IIBWUIWBIlililllHlllir nillilillinM
Paris. Nur gegen die wirklich guten Artikel macht sich die neidische Konkurrenz geltend.
Bei Schnupfen, Husten, Heiserkeit ober Halsweh — selbst bei schon veralteter Magen- und Nervenschwäche werden die weltberühmten Brustkaramels Maria Benno von Donat entweder roh gegessen, ober 5—6 Stück in heißem Kakao-Thee ober Milch aufgelöst, aber nur lauwarm getrunken.
Den bescheidenen Preis von 20 für einen echten himmelblauen Karton Kakao- Thee und 30 ober 50 H für einen Original-Karton Brustkaramels trägt gewiß nicht wenig zu bicfer raschen unb allgemeinen Verbreitung bei. Der echte Kakao-Thee Maria Benno von Dona*, bieses billige, wohlschmeckende unb nahrhafte Getränk für Kinber unb Erwachsene soll eine halbe Stunde in Wasser kochen.
Depot in Gießen bei Herrn Carl Schwaab. (8365
Bekanntmachung.
Das Ausleeren der Abortsgrube Der Werkstätte soll für das Jahr 1880 vergeben werden und wollen sich In- tereffenten bis zum 31. December l. I. unter Angabe ihrer Forderung schriftlich auf dem Bureau des Unterzeichneten melden.
Gießen, am 2. December 1879.
Der Maschinenmeister der Oberhesstschen Eisenbahnen.
8304)______Daudt.___________
AeUgeöotenes.
8360) Holzsehuhe, hohe, wieder eingetroffen. m _
Wtlh. Kohlermann, Neustadt.
Schellfische
treffen heute ein. (8367
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Pfund 45 H, Ziemer 75 H das Pfund zu haben bei
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Hahn in Ruh!
Das ruft ein Jäger allen Denen zu, die die Noth des halbverhungerten, so spärlich vorhandenen Wildes noch nicht zu dem Entschlüsse führte, von jetzt ab absolut zu schonen, damit die nächstjährige Wildbahn wenigstens nicht ganz verödet fein wird.
Um fo mehr empfiehlt er dem Raubzeuge, besonders dem Fuchse, eifrig nachzustreben, der unter dem ermatteten Wilde verheerend aufräumt. (8356
Kleinkinderfchule.
Seit einer Reihe von Jahren sckon haben Freunde unserer Anstalt beim Jahreswechsel statt der gebräuchlichen Neujahrsbesuche die Kleinkinderschule mit einer Gabe bedacht. Diejenigen unserer Mitbürger, welche auch dieses Jahr unserer Anstalt wieder gütig gedenken wollen, werden ersucht, ihre Gaben bet einem der Unterzeichneten abzugeben.
Gießen, den 27. December 1879.
Schlosser, Pfarrer. Schöner, Pfarrverwalter. LipS, Mttprediger. Jung, Lehrer.
Erste Auszeichnungen in Paris, Ulm, Wien unb Phila-1 7123) delphia.
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