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griffen haben sollte, hat in einheimischen und auswärtigen Blättern eine nach unserer Meinung über die Bedeutung jener Rchrigstellung hmausgehende Er- örterung wachgerusen. Wir haben ke-.ne Veranlassung, auf alle Commentare näher einzugehen, welche dazu in der Preffe austauchten; wenn man aber, wie hier und da geschehen, die Zuverlässtzkeir unserer Informationen in Zweifel riehen zu müssen glaubte, so müssen wir demgegenüber unsere Angaben in vollem Umfange ausrechterhalten. Manteuffel ist nur in Erfüllung des von Kaiser Alexander ausgesprochenen Wunsches, welcher preußische Osstciere den Manöver» seiner Truppen verwohnen zu sehen wünschte, an der Spitze einer Deputation preußischer Osstciere nach Warschau gesendet worden und hat, wie wir außerdem erfahren, dem Kaiser Alexander die Antwort auf einen Brief überbracht, welchen unser Kaiser von Seinem erlauchten Neffen vorher erhalten hatte-

Königsberg, 8. Septbr., Abends. Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzen nebst Gefolge wohnten dem von der Stadt gegebenen Abendfeste in der Flora bet. Ihre Majestäten wurden bet der Ankunft tn dem glänzend erleuchteten Garten von den nach Tausenden zählenden Anwesenden enthu- siasttsch begrüßt. Auf dem Wege vom Schloß nach Hufen war zahlreiches Publikum angesammelt, welches das Kaiserpaar mit nicht enden wollenden Zurufen begrüßte. Die Kaiserin verließ das Fest früher als die andern hohen Herrschaften wegen der auf Abends 10y3 Uhr festgesetzten Abreise nach Berlin.

England.

London, 8. Septbr., Abends. In Kings-County (Irland) hat es seit Samstag unaufhörlich geregnet; tn Folge der großen Ueberfluthungen ist viel neuer Hafer fortgeschwemmt und auch sonst viel Etgenthum beschädigt. Auch in der Umgegend von Monmouth ist durch gestern und heute gefallenen starken Regen die Getreide-Ernte beschädigt.

Türkei.

Konstantinopel, 7. Septbr. Der Minister des Auswärtigen, Savfet Pascha, erklärte dem österreichischen Botschafter, daß die Pforte es als ihr größtes Interesse erkenne, ihr vollkommenes Etnverständnitz mit Oesterreich- Ungarn möglichst deutlich zu markiren. Um diesem Einverständniß unzweideu­tigsten Ausdruck zu geben, ist Husni Pascha heute ausdrücklich angewiesen worden, die einrückenden österreichischen Truppen zu begleiten. Auch den übrigen Organen der Pforte im District Novtbazar wurden die Befehle des Sultans erneuert, dem Vormarsche der österreichischen Truppen möglichsten Vorschub zu leisten. ______________________________________________

Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. T-rresp-uvenz * »ureas.

Darmstadt, 9. Septbr. Großsürst Alexis von Rußland ist heute von Jugenheim nach Biarritz abgercist.

London, 9. Septbr. Reuter's Bureau" meldet aus Simla, der Gou verneur von Kandahar habe den Engländern seine Ergebenheit angezetgt.

Memphis, 9. Septbr. Die hiesigen Kirchen sind geschlossen worden, da daö gelbe Fieber wieder heftiger austritt.

Bukarest, 8. Septbr., Abends. Die Deputirtenkammer vertagte die Debatte über den Commisstonsbericht bezüglich der Verfassungs-Revision bls Montag, da Boerescu erst Ende der Woche zurückkehrt.

Wien, 9. Septbr. Ofstciell. Der Herzog von Württemberg telegra- phirt aus Han Kovacs vom 8. d., Mittags: Die Colonne des Generals Killic, welche um 6 Uhr früh von Cajnica ausbrach, erreichte nm 10 Uhr Vormittags die Grenze des Sandschaks und bezog um 12 Uhr Mittags beim Han Kovacs ein Lager. Die türkischen Posten in Goczd und Han Kovacs hatten sich zwei Stunden früher gegen Plewlje zurückgezogen. Die spärliche Bevölkerung zeigt sich durchaus friedlich. Von der Colonne des General­majors Obadich, welche gegen Priboj marschirt, ist noch keine Meldung eingelaufen.

DiePresse" meldet aus Banja bei Priboj vom 8. b.: Die nörd- llche Abteilung der österreichischen Truppen unter General Obadich ist heute Nachmittag um 3 Uhr von Vissegrad aus in das Paschaltk Novtbazar ein- marschtrt. Die Brücke über den Grenzfluß Uvaz wurde mit den Feldzeichen unter den Klängen des Radetzky-Marsches überschritten. Am türklschen User wurden die Truppen von dem nächsten Militärcomman'oanten, dem Katmakam und den Notabeln aus Priboj freundlichst begrüßt, sodann tn Priboj von dem Mudtr und dem Gemeindevorstand feierlich empfangen und von der Bevölke- rnng freundlich ausgenommen. Der Marsch ging mit Beobachtung aller kriegs­mäßigen Sicherheitsmaßregeln ohne den geringsten Zwischenfall bis über Banja hinaus, wo ein durch Vorposten gesichertes Lager bezogen wurde.

Paris, 9. Septbr. Die hiesige Ankunft des zweiten Transportes der Amnesttrten, 200 Personen zählend, ist heute srüh 6 Uhr ohne jede Ruhe­störung erfolgt.

Berlin, 9. September. Den Bemerkungen der heutigenNational- zeitung" zu der gestrigen Notiz derNordd. Allg. Ztg." über die Man- teuffel'scbe Mission gegenüber bezeichnet dieNordd. Allg. Ztg." in ihrer heutigen Abend-Ausgabe die diesbezüglichen Mittheilungen derNationalzeitung" vom 29. August nochmals und wiederholt als erfunden und hält ihre Rlchttg- stellung, sowie ihre Angaben über bte Manteuffel'sche Mission wiederholt in vollem Umfange aufrecht.

DieNordd. Allg. Ztg." constatirt ferner das Factum, daß die russische Presse, nachdem sie kurz vor der Reise des Czaren nach Warschau und der freundschaftlichen Sendung preußischer Osstciere unter der Führung des General- Feldmarschalls v. Manteuffel die Angriffe gegen Deutschland auf Weisung der Regierung eingestellt, nach der Zusammenkunft in Alexandrowo den Kampf wieder ausgenommen zu haben scheine. DerGolos" habe tn seinen Artikeln vom 4. und 5. ds. Mts. in einem an die frühere BerlinerReichsglocke" erinnernden Ton die gehässigsten Ausfälle gegen den Reichskanzler und die deutsche Politik gerichtet und dieAgence russe" habe den Artikel vom 5. ds. wörtlich reproductrt.

Königsberg, 9. September. Der Kaiser fuhr heute um 9 Uhr bis Medenau auf der Bahn und wohnte hierauf zu Pferde dem Feldmanöver zwischen Medenau und Katharinenhof bei. Bet letzterem Orte gab Se. Maj. die übliche Kritik unter dem Ausdruck der höchsten Anerkennungen für die Leistungen des Armeekorps. Der General der Infanterie und Commandeur des ersten Armeekorps, v. Barnekow, erhielt den schwarzen Adlerorden. Außer­

dem wurden viele Orden und Avancements den übrigen Generalen und Osstcieren zu Theil. Auch viele Civilbeamten sind durch Orden ausgezeichnet worden. Prinz Wilhelm hat der Preisoertheilung deö Thierschutzveretns in der Flora beigewohnt und bei dieser G legenheit eine Ansprache gehalten.

Wien, 9. Septbr. DiePolit. Corresp." meldet aus Barja: Die Nord-Colonne, unter dem Commando des Generals Obadich, überschritt am 8. ds., um 3 Ubr Nachmittags, von Viseg^ad nächst Priboj die Grenze des Sandschaks Novibazar und wurde von dem nächsten'kischen Militär-Com- Mandanten, dem Kaimakam aus Novavaros und dem Mudir aus Oriboi aus's Freundschaftlichste empfangen, sowie auch von der Bevölkerung Prtbojs freund« lich ausgenommen. Der Marsch ging bis über Barja hinaus, woselbst unter Sicherung durch Vorposten das Lager bezogen wurde.

Die Morgenblätter melden auS Han-Kovacs vom 8. ds., daß die österreichischen Truppen daselbst Mittags tn ihrem ersten Lager im Sandschak Novibazar etntrafen. Der Abmarsch erfolgte früh 6 Uhr von Tschainizza unter Commando des Generals Killic; es war auf den steilen Gebirgswegen ein sehr beschwerlicher Marsch. Die Nachrichten von Taschlidscha lauten befrie­digend; die türkischen Karaul-Wachen in Goczd hatten das Wachthaus vor Ankunft der Truppen geräumt. Die Abreise des Fürsten von Montenegro von Wien ist bis zum 11. d. M. verschoben.

Konstantinopel, 9. Septbr. Der Bestand des türkischen Cabinets Aarifi-Savfet wird neuerlich als sehr bedroht bezeichnet. Man erwartet sicher, daß nach dem Bairamfeste ein Cabtnetswechsel eintreten werde.

Wien, 9. Septbr. Ofstciell. Der Herzog von Württemberg meldet aus Cajnica: General Obadich überschritt am 8. d. um 2 Uhr Nachmittags mit seiner ganzen Colonne den Uoac und besetzte Priboj und schob den Rest der Colonne bis Banja vor. Der Einmarsch gestaltete sich durchaus friedlich. Die türkischen Truppmabthetlungen leisteten unseren Truppen Ehrenbezeugungen und behielten ihre Olslocalionen bei. Die Colonne des Generalmajors Killic erreichte heute ohne Hindernisse das Bivouak nächst Kotline. Die türkischen Posten sind überall abgezogen. Vor und nach dem Einmarsch sind im Lager bei General Killic Abgesandte von Plewlje mit friedlichen Versicherungen etngetroffen.

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Der I. deutsche Thierschutz-Congrest zu Gotha.

Es ist eine erfreuliche Thatsache, welche wir hiermit gerne constatiren, daß in unserem, meist als materiell verschriebenen Jahrhundert, gerade diejenigen Vereine und Bestrebungen, welche ideale Zwecke verfolgen, eine früher nie geahnte Ausdehnung und Unterstützung finden. Allüberall sehen wir Vereine, welche sich die Verbesserung des Menschenlooses zur Aufgabe gemacht haben, wie Vereine gegen Verarmung, zur Unter­stützung bereits Verarmter, zur Unterstützung der Invaliden, für Krankenpflege, für Hebung und Förderung der Erwerbsthätigkcit der Frauen zc entstehen, blühen und gedeihen. Und ein Gleiches ist von denjenigen Vereinen zu sagen, welche nicht nur des drückenden Looses so vieler Menschen gedenken, sondern auch derjenigen, welche dem Menschen untergeben sind, nämlich der Thiere, und welche versuchen, die unver­meidliche Bürde derselben so weit als thunlich zu erleichtern, in voller Anerkennung der Daseinsberechtigung der Thiere. Ueberall in der ganzen Welt sind solche Thier- schutz-Vereine gegründet worden und haben namentlich in den letzten 20 Jahren eine bedeutende Ausdehnung gewonnen und viel Gutes in ihren Kreisen gewirkt. Aber febr bald sah man ein, daß die einzelnen Vereine nicht im Stande waren, die großen, ganze Völker bewegenden Fragen des Thierschutzes zu lösen und man suchte daher nach einem gemeinsamen Bande, welches alle Vereine verbinden und so denselben ermöglichen sollte, mit vereinten Kräften ihre hohen sittlichen Ideale zu erreichen. Ein solches Band glaubte man darin zu finden, daß man sich zu sogenannten internationalen Con- gressen zusammenschaarte, auf denen ein reger Gedankenaustausch über alles auf dem Gebiete des Thierschutzes Vorkommende gepflogen wurde. Aber leider blieb es vielfach bei diesem Gedankenaustausch und nach vielen Worten blieben meistens die Thaten aus, so daß man sehr bald zu der Ansicht kam, daß die internationalen Thierschutz: Congresse, welche ja gewiß ihrerzeit volle Berechtigung und gewiß manches Gute gewirkt hatten zu einer Zeit, wo es noch weniger Vereine gab, denn jetzt, sich überlebt hätten, zumal die politischen Grenzen, die Sitten und Volksanschauungen, Gesetze und sonstige Verhältnisse ein einheitliches Wirken aller Vereine der Erde dock unmöglich machten Namentlich konnten sich diesen Bedenken gegen internationale Thierschutz-Congresse die deutschen Vereine nicht verschließen, und nachdem in unserem Vaterlande eine große Anzahl von Thierschutz-Vereinen gegründet worden waren, wurde gar bald das Be- dürfniß eines engeren Anschlüsse? derselben aneinander so laut und dringend, daß die Idee eines nationalen, eines deutschen Thierschutz-Eongresses, sobald sie aufgeworfen wurde, die allseitigste Zustimmung fand. Ein Comitee conftituirte sick zur Ausführung der Sache und so trat denn, als Erfolg dieser Bemühungen, am 17., 18. und 19. August ds. Js. der I. deutsche Thiers chutz - Eon greß in Gotha zusammen, beschickt von 88 deutschen Tierschutz-Vereinen mit 52 Delegirten und besucht von einer großen An­zahl von Gästen, theils aus Deutschland, theils aus dem Auslande, indem Abgesandte der Vereine in Graz, Kopenhagen, London, Wien, Klagenfurt, Lemberg und Prag anwesend waren, welche an der Arbeit der deutschen Vereine Theil nehmen wollten unb der Sympathie ihrer Vereine für die deutschen Vereine Ausdruck geben sollten.

Am Vorabend des Congresses, am 17. August, fand die Vorversammlung i® Gasthof zum Schützen statt, in welcher, nachdem die Delegirten durch den Vorsitzenden des Gothaer Vereins, Herrn Dr. v. Schwarz (Sohn der auf dem Gebiete des Thier­schutzes wohlbekannten Elpis Melena, welche ebenfalls den CongretzversammlungM beiwohnte) auf das Herzlichste begrüßt worden waren, unter dem Vorsitze Seiner Excellenz des Herrn Generalmajor a. D. v. Podewils-Görl tz als Alterspräsidenten die Wahl des Präsidenten, sowie der Vicepräsidenten und Schriftführer vorgenommm wurde. Dieser etwas langweiligen Procedur ging ein Namensaufruf der Delegirten voraus, um constatiren zu können, welche der Anwesenden Stimmberechtigte seien.

Aus der Urne gingen hervor:

Als Präsident: Schuldirector Bruno Marquart-Dresden;

als Vicepräsidenten: Kaufmann Otto Hartmann-Cöln, Dr. v. Schwär,-! Gotha und Hofthierarzt Sondermann-München;

als Schriftführer: Lehrer Angermeyr-Gotha, Kreisschulinspector Nink-Cöl', Kreisveterinärarzt Dr. Schäfer-Darmstadt und Departementsthterarzt Veterinär- assessor Dr. Ulrich-Breslau.

Auf dem vom Gothaer Vereine entworfene Programm waren öffentliche urä ' nicht öffentliche Sitzungen vorgesehen; in ersteren sollten nur Vorträge stattfinden, er letzteren neben denselben auch nock Debatten. Da man eigentlich die Zweckmäßigkeit. einer solchen Einrichtung nicht einsah, da der Congreß ja keine Geheimnisse zu ver-1 handeln habe, so wurde beschlossen, daß alle Sitzungen öffentüch sein und daß alle auf der Tagesordnung stehenden Fragen auch debattirt werden sollten.

Am 18. August, Vormittags 9 Uhr, wurde nun durch den Vorsitzenden dS j 1. Sitzung in Gegenwart- von etwa 50 Vertretern und vielen Gästen mit einer Bk- grüßung der Erschienenen und einem Nekrolog auf den um das Zustandekommen des; Congresses hochverdienten, vor Kurzem verstorbenen Vorsitzenden des Gothaer Vereins Herrn Oberlandforstmeister Deyßing, eröffnet, worauf Herr Bürgermeister Hüner^-I darf von Gotha den Congreß im Namen der Stadt willkommen hieß, indem er der hohen Aufgabe der Thierschutzvereine gedachte und hervorhob, daß die Bestrebung n derselben den Dank Aller verdienten, und den Berathungen des Congresses befhn \ Erfolg wünschte. Hierauf ergriff Herr Geh. Regierungsrath Jacobi von Gotha da» Wort und gab dem Interesse Ausdruck, welches die Regierung der Tbätigkeit und dell Erfolgen der Thierschutzvereine, welche er als zur Veredelung und Verbesserung der, Menschheit dienende anerkannte, entgegenbringe Er schloß mit dem Wunsche, daß bit , Vereine blühen und gedeihen möchten. '

Nachdem der Vorsitzende den beiden Vorrednern den Dank des Congresses aus-r gesprochen hatte, brachte er verschiedene Begrüßungsschreiben und Telegramme zur i Kenntniß der Versammlung.

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