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Vermischtes.

Butzbach 5 Sevtbr. Bei der heute stattgehabten Bürgermeistir - Wahl machten von 424 stimmberechtigten Wählern 330 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Das Resultat war Folacndes - Fabrikant % W. Küchel erhielt 161 Stimmen, Conrad Hagemann II. W2 Stimmen, Avochekrr H Doat 67 (Stimmen. Da keiner der Kandidaten die absolute Mazorttat = 166 Stimmen Ahiett, so muß in Folge dcsien eine Stichwahl zwischen Küchel und Hagemann stattfinden. , _ f L

Marienschloß 2. September. Unser Landeszuchthaus wäre beinahe ein Raub der -Flammen geworden. Gestern Abend sah man Rauch an der westlichen Seite aufsteigen. In der Cigarrenfabrtk hatte sich auf eine bis jetzt noch nicht aufgeklarte Weise eine Parthre Tabak entzündet. Schnelle Hülfe verhinderte einen größeren Schaden.

Dortmund 5 Septbr. Der Oberstaatsanwalt in Hamm hat an sämmtliche Polizei-. -Verwaltungen vor kurzer Zeit eine Verfügung erlösten, nach welcher ein Jever welcher bei «inem Streite ein Mester, einen Kugelstock, ein Bierglas oder sonst em gefährliches Instrument gebraucht, sofort verhaftet werden soll.

Friedberg 7. September. (Ausgrabungen auf der Capersburg.) Der im Berichte i>ont 31 August erwähnte Jnschriftstcin ließ bei seiner Abtrocknung schon einen Fehler im Lesen «rkennen, indem sich beim Abfallen von anhängender Erde das in der dritten Zeile vermeintliche O in I. verwandelte. Im Uebrigen scheint die Inschrift richtig gelesen zu sem und wird sich auch größtentheils entziffern lasten. Hoffentlich ist der Stein rm Laufe der Woche so weit abqetrocknet, daß ein Abwaschen vorgenommen werden kann.

Die Ausgrabungen sind wieder gut vorangeschritten und wird sich schon ein recht voller Plan über das Castell zeichnen lasten, da außer den bereits erwähnten Gebäuden noch weitere von großer Ausdehnung zum Vorschein traten. . .

Ein ganz besonders gut erhaltenes Befestigungswerk mit gut ausgefuhrtem und gut -erbaltenem Mauerwerk tritt in großer Ausdehnung und eigenthümlichen Einrichtungen zwischen dem Castelle und dem Polgraben zu Tage, daS besondere Aufklärung über diese Befestigungs­art, die meistens für einen einfachen Thurm gehalten wurde verspricht.

Als Fundstücke sind zu erwähnen: Eiserne Chamterbander; Haftkloben, einige so gut erhaltene Nägel, daß man sie für neu halten möchte; ein Eimcrhenkel; eine spitze schlanke

Rittmeister o-Luck-Wiesbaden stellte den Antrag, Seine Majestät den Kaiser 1<nh (Sefne Hoheit den Herzog von Coburg-Gotha telegraphisch zu begrüßen, was so­fort mtt Acclamation angenommen und alsbald ausgMhrt wurde.

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KiEN, 10. September. (Sterblichkeit in Gießen.) Während des Monats August . m,n m hiesiger Stadt 45 Todesfälle vor. Unter den Gestorbenen befanden sich 8 Kinder im X8 b<n«j4« (K-ämps-3, Hirnmtzündung, B-uchf-ll-ntzündung D°rm-<tt«rrh»n ».Vmilcfc fflUbun«6feM« ie 11 und 8 Sinter, di- im 2. bi8 15. Lebensjahr« standen (je 2 _n H,ineni,ündung und Bronchienentzündung, jr 1 an Scharlach, Diphtheritis, Rnod,enfro(i und Abzebruna). Bon den 29 verstorbenen erwachsenen Personen erlagen 8 der Lungenschwind­sucht 3 starben an Altersschwäche, je 2 an organischen Herzleiden Schlaganfallen und Knochen- Irast je eine an Lungenentzündung, Lungenemphysem, Ettererguß in die Brusthöhle Hirnenizun- duna Briabtische Nieren!rankheit, Leberentartung, Krebs, Vergrößerung der Prostatadruse. Eine W^nerin starb an Kindbettfjeber und eine an Verblutung. - Die Leichen von 3 ertrunkenen Personen wurden aus der Lahn gelandet, ebenso °>e Leiche eines Soldaten, der sich ertrankt

Die qahl der Sterbfälle ist eine ungewöhnlich bohe, wie es noch in keinem Monate dieses Jahres war und übertrifft auch die des Monats August 1878 um ein Bedeutendes da in diesem letzteren nur 26 Sterbsälle sich ereigneten, wovon 5 bei Kindern im ersten und 4 bei Kindern vom 2. bis 15.. Lebensjahre. ________________

Messerklinge; Reste von mit verschiedenen Farben bemalten Wänden; viele Reste von Fenster­scheiben, welche sämmtlich eine rauhe und eine glatte Fläche tragen, also wohl durch Gießen auf eine Fläche hergestellt sind. Es befinden sich einige Randsiücke und ein Eckstück unter den­selben, und da dieselben sorgfältig gesammelt wurden, läßt sich vielleicht auch noch ihre ursprüngliche Form construtren; einige Stücke aus terra sig. mit interessanten Figuren, andere mit Einritzungen; ein Boden mit dem Stempel NASSO; ein Glasgefäßstück, auf welchem mitgegossen außer einem unkenntlichen Buchstaben noch FEC (rückwärts zu leien) sich befinden; außer einigen anderen Stempeln der Leg. XXII pr. p. f. ein solches mit verschiedenen kleineren Halbmonden; ein Stempel der Leg'. VIII augusta mit einer Ligatur des A und V; endlich eine sehr intereffante und schöne, in dunkelbraunen Carneol geschnittene Gemme. Die ein­geschnittene Figur scheint die eine Krone darreichende Fortuna vorzustellen. (Darmst. Ztg).

Elbing. Viel Aufsehen erregt hier eine Erklärung des Rabbiners Dr. Klein, der in derAltpreuß. Ztg." Folgendes veröffentlicht: Ein Polizetdtener meldete mir gestern im Laufe des Vormittags, daß die gesammte Geistlichkeit der Stadt, dem Befehl, das ehrwürdige Re­gentenhaupt am Bahnhof zu begrüßen, Folge leisten solle. Ich habe diesen Auftrag gan- natürlich gefunden, hat doch der jüdische Seelsorger mit dem christlichen die hohe Aufgabe gemein, durch Leben und Lehre das Wort Gottes zu bethätigen und zu verkündigen; auch für ihn heißt es:Es wird befestigt durch Liebe der Thron (Jes. 16. 15)". Ferner bin ich es seit Jahre» gewöhnt, daß ich mit gleichem Maße gemessen werde. Die gestrige Affaire hat mich jedoch eine- Befferen belehrt. In der zwölften Stunde hat ein zweiter Beamte die erste Ein­ladung anullirt. Den Grund erfuhr ich nicht, bin darum zum Herrn Oberbürgermeister ge­gangen, um mich über die Ursache dieses merkwürdigen Verfahrens aufklären zu lasten. Herr Oberbürgermeister war so freundlich, mir den Bescheid zu geben, daß in dem Reglement nur von der Geistlichkeit beider Confessionen die Reve ist und hielt es kaum der Mühe werth, ein Wort der Entschuldigung über das Mtßverständniß hinzuzufügen. Ich habe kein Recht, oder will es mir jetzt nicht nehmen, meine Meinung über dies Reglement zu äußern. Aber dazu hübe ich ein Recht zu fragen: Wäre das Verbrechen ein so großes gewesen, wenn die städtische Behörde, diesmal gegen den Buchstaben des Gesetzes, es bei der ersten Einladung hätte be­wenden lasten? Unser allverchrter Kaiser, besten Herz warm schlägt für Göttliches und HeiligeS, für den es nicht umsonst in der Apostelgeschichte (10, 35) heißt:Unter allerlei Volk, wer ihn (Gott) fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm," hätte ganz entschieden nicht die feierliche Stimmung, die sich Aller beim Anblicke des hohen Herrschers bemächtigte, durch den Ruf getrübt.Was will der Jude hier?!"

Eingesandt.

Gegenwärtig bat der Stadtvorstand über eine Frage zu berathen, die für die ganze hiesige Bürgerschaft von so großem Interesse ist, daß dieselbe verdient, öffentlich besprochen zu werden.

Schon vor mehreren Jahren wurde die Ansicht lebhaft vertreten, daß durch den Ankauf und die Niederlage des ganzen Häuser.Complexes zwischen dem Marktplatze und der Wetter­gaste ein großer und schöner Marktplatz könne geschaffen werden, der im Herzen der Stadt der­selben nur zur Zierde gereichen könne. Später wurden 2 von jenen Häusern baufällig und die Stadt kaufte lic Plätze an, so daß der ganzen Nachbarschaft etwas Luft und Licht geschaffen wurde. Jetzt sind aber wieder 2 dieser Häuser in einem so bedenklichen Zustande, daß ihretwegen energisch eingcschritten werden muß, wenn dieselben nicht über kurz oder lang zusammen­fallen sollen.

Einer der Häuserbesitzer ist um Abtretung eines Theils des d:r Stadt gehörigen freien Platzes beim Stadtvorstand eingekommen, um denselben zu verbauen, und das ist die Frage, welche Einsender dieses von hoher Bedeutung hält. Ist es überhaupt räthlich, an dieser Stelle neue Gebäude aufzusühren? Wäre es nicht vielmehr besser, wenn die Stadt die durch Weg­nahme der beiden Häuser frei werdenden Räume ankaufte? Vorerst wäre dadurch wenigstens ein freier Platz geschaffen, der genügend zur Aufstellung der Töpferwaaren an Markttagen sich eignet, und dann wäre es nach und nach leicht möglich, die sogenannte Insel ganz wegzuräumen.

Möge darum der Stadtvorstand diese Frage recht genau prüfen, ehe er Bau-Erlaubniß ertheilt oder gar Gelände abtritt.D-

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