Gießener Volksküche.
Dienstag den 8. December wird die Volksküche im KreiSamts- gebäude auf dem Brand eröffnet. Die Ausgabe der Speisen beginnt täglich um 11 Uhr.
Die Volksküche bat den Zweck, der weniger bemittelten Bevölkerung eine gesunde, kräftige und schmackhafte Nahrung zu dem billigsten Preise zu liefern, doch so, daß die Käufer dadurch nicht zu Almosenempfängern werden.
Die Portion Effen von 3/i Liter kostet 10 Pfennig, die halbe Portion 5 Pfennig. Die Speisen können an der Verkaufsstelle in einem geräumigen Speisesaal genoffen werden. Zum Abholen werden sie nur an solche Personen verabfolgt, welche ganz reine Gefäße dazu mitbringen. Kinder, die zum Abholen geschickt werden, muffen sauber gewaschen und gekämmt sein.
Die Volksküche ist aber zugleich dazu bestimmt, dem Hunger der täglich hier durchziehenden sowohl, als der ansässigen Armen zu stillen, welche nicht im Stande sind, die Speisen zu bezahlen. Zu diesem Zwecke werden Marken ausgethetlt, welche zu Freiportionen berechtigen. Die durchreisenden Handwerksburschen erhalten solche Freimarken auf dem Polizeiamt und wir bitten alle Einwohner, bettelnde Handwerksburschen dorthin zu weisen.
Alle anderen wirklich bedürftigen Personen, welche Freimarken wünschen, wollen sich sobald als möglich an einen der nachbenannten Herren Almosen psteger wenden: 1) Herr Stieber, Strumpfwaarenhändler, 2) Herr Bier au. Glaser, 3) Herr Haßler, Schuhm., 4) Herr Pimper, Scvnerde - meister 5) Hrrr Hetnrick Vogt, Metzger, 6) Herr Emil Noll, Bäcker, 7) Herr Adam Huhn, Seiler, 8) Herr Louis Petri II., Weißbinder.
Wer Hausarme durch Schenkung von Freimarken unterstützen will, wende sich grfälligst zu diesem Zweck an Frau Profeffor Wtlbrandt.
In der Volksküche werden nur gegen baare Bezahlung oder gegen Freimarken Speisen verabreicht.
Um die Mittel zur Gewährung von Freimarken aufzubringen, müssen die bisherigen Sammlungen fortgesetzt werden. Reiche Beiträge sind bereits bet ter Redaction des Gießener Anzeigers etngegangen; nicht unbeträchtliche Summen sind auch aus den von uns ousgelegten Listen gezeichnet. Aber noch reichen diese M-ttel dem gegenwärtigen außerordentlichen Nothstand gegenüber nicht aus. Daher werden wir im Vertrauen auf die M ldthätigkeit unserer Mitbürger in den nächsten Tagen eine Hanscollecte veranstalten. Das Sr- gebniß derselben wird in diesem Blatt bekannt gemacht werden. Zur Ver- meidl ng jedes Mißbrauchs machen wir darauf aufmerksam, daß untere Listen von unseren Mitgliedern selbst herumgetraxen werden und polizeilich gestempelt sind.
Das Comite.
Georg Voll, Professor Bratuscheck, Vorsitzender. Schriftsührer. (7968
Alice - Stiftung.
Einladung jur constituirenden Generalversammlung.
Da die Sammlungen zur Alice-Stiftung, zu welchen durch Aufruf vom Januar l. I. etngeladen wurde, nunmehr als geschlcssen zu befrachten sind, erlaubt sich der unterzeichnete Vorsitzende M provisorischen Comiis alle Dieser igen, v elche Beiträge gezeichnet hab.n, zu einer Generalversammlung auf
Mittwoch den 17. l. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in den Saalbau zu Darmstadt
eirzuladen. In dieser Generalvcrsommlnng soll Beschlußfassung über die Statuten, und eventuell die Wahl des Vorstandes e> folgen. Der der Ve- raihung zu Grunde liegende Entwurf der Statuten wird an sämmtUche Unterzeichner des Aufrufs versendet und kann bei diesen in Empfang genommen werden.
Darmstadt, den 3. December 1879.
Dr. Goldmann, Oberem sistorial - Präsident, üorträflf i)is üdMßifÖfthgs - unö flemerßcocrcms.
7973) Der 3. Vorkrag des Herrn Professor Dr. Gareis über „die Reichsgesetzgebung" findet Dienstag den 9. December, Abends 8 Uhr, auf dem Lahn st ein statt. Der Vorstand.
Leinen.
Indem ich meiner verehrlichen Kundschaft hiermit ergebenst mittheile, daß ich von Mittwoch den 10. ds. an wieder in Gießen fein werde, verbinde ich damit die Bitte, wo es sich um Aufträge „für Weihnachten bestimmt" handelt, es mich im Hotel Kühne gütigst wissen zu lassen. Georg Benz aus Wiesbaden.
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Verantwortliche Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Ntetsch) in Gießen.
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