Einzelbild herunterladen

Anmkreich.

Pari-, 3. Juni. Das JournalLa Paix" erklärt die Meldungen derAugsb- Allg. Ztg." über die Affnre de Sancy in Tunis für unbegrün­det. Das Blatt sagt, die aus drei Tunesen und drei Franzosen zusammen- gesetzte Commission sei nach eingehender Prüfung der Ansprüche Sancy's ein­stimmig zu der Ansicht gekommen, daß die Mehrzahl dieser Ansprüche begründet sei. Auch sei nicht richtig, daß der Finanzinspector Queille das Kreuz der Ehrenlegion erhalten habe. Queille sei vielmehr der Mission, die er in Tunis zu erfüllen hatte, enthoben worden.

England.

London, 3. Juni. DaSAmtsblatt" meldet: Der englische General- Consul für Ostrumelien, Michelle, wurde zum zweiten englischen Commisiär bet der ostrumeltschen Commission an Stelle Donugltmones ernannt. Nach­richten aus Stmla zufolge herrscht in Cashmtr große Hungersnoth. Der Nothstand ist auf's Höchste gestiegen. *D1e Regierung hat 3500 Tonnen Ge­treide nach Cashmir gesandt.

Italien.

Rom, 3. Juni. Ein päpstliches Schreiben an die Bischöfe von Turin, Vercellt und Genua lobt den Eifer derselben in der Verthetdigung der kirch­lichen Ehe und leugnet, daß die Ehe eine staatliche Schöpfung sei. Dieselbe sei vielmehr ausschließlich eine göttliche Einrichtung. Man dürfe sich nicht aus das Beispiel der katholischen Nationen berufen, welche durch sociale Revolu­tionen gezwungen zur Reform der Civilehe gelangten. Diese Reform sei stets von dem Gewiffen der guten Katholiken und der Kirche mißbilligt worden. Die Kirche beabsichtige keinen Eingriff in die Rechte des Staats, dem nur das Recht zustehe, die bürgerlichen Folgen der Ehe zu regeln. Der Papst bedauert das neue italienische Ehegesetz als der Freiheit der Gewiffen widerstrebend und sagt, er werde immer die heilige Sache der christlichen Ehe wahren und entbietet den treuen Priestern seinen Gruß.

Fiumänien.

Bukarest, 3. Juni. Die Session der neuen Kammer wurde heute mit einer Thronrede des Fürsten eröffnet. Dieselbe betonte nachdrücklich, daß die rumänische Nation niemals von dem Geiste religiöser Unduldsamkeit beseelt gewesen, im Gegentheile das Opfer ihrer oftmals bis zur Unvorsichtigkeit ge­triebenen gastfreundlichen Gesinnungen gewesen sei. Jndeffen müffe man aus den in Rumänien herrschenden legislativen Bestimmungen jene besettigm, die ihnen den Charakter der religiösen Ausschließung verleihen, und sie in Folge deffen mit dem großen Principe in Übereinstimmung bringen, daß Niemand wegen seines religiösen Bekenntniffes des Genuffes und der Ausübung eines Rechtes beraubt sein dürfe. Demgemäß werde Rumänien der allgemeinen Sorge Befriedigung gewähren, welche den Art. 44 des Berliner Vertrags dicttrte.Obwohl wir unsere Unabhängigkeit schon durch eigene Kräfte ge­wannen, haben die Großmächte doch verlangt, daß wir uns den in civiltsirten Ländern herrschenden allgemeinen Ideen anpassen, um uns in das Concert der europäischen Staaten zuzulaffen. Die Regelung der Detailfragen anlangend, so dachten sie nicht, konnten auch nicht daran denken, uns den vitalen Jn- tereffen des Landes widerstrebende absolute Lösungen aufzuzwingen. Weder die früheren Kammern, noch die Regierung haben irgendwie der Lösung der Frage vorgegrtffen. Die Frage liegt in ihrer Ganzheit vor uns. Wir haben die gebieterische Pflicht, sie einer raschen Lösung zuzuführen. Sobald diese Mission beendet, werden die Kammern andere von dem Bedürfniffe des Landes erheischte Gesetze und Reformen auszuarbetten haben. Die Revisions-Kammern werden sich so in gesetzgebende Kammern umzuwandeln haben." Die Thron­rede weist am Schluffe auf die Aufgaben hin, womit die Kammer nach Lösung der Toleranzfrage sich zu beschäftigen haben wird, und führt u. A. an, die Organisation der Dobrudscha, die Errichtung einer Escompte« und Verkehrs­bank und Sparbank, den Bau von Lagerhäusern und Hasendocks, die Reor­ganisation und Entwickelung des gewerblichen und des landwtrthschaftlichen Unterrichts. Die Rede wurde von den Volksvertretern und dem Publikum mit anhaltendem begeistertem Beifall ausgenommen. Suleiman Bey war in der Dtplomaten-Loge der einzige anwesende Gesandte, da Graf Hoyos in Folge von Erkrankung heute einen Urlaub angetreten hat. Das Consular- Corps war vollständig vertreten.

Telegraphische Depeschen.

Wagrrer's telegr. L-rrespondenr-Burea«.

Berlin, 4. Juni. DerReichs-Anz." meldet: Kaiser Alexander drückte heute telegraphisch Sr. Maj. dem Kaiser Wilhelm sein größtes Be­dauern aus, daß andauernd ungünstige Nachrichten über das Befinden der Großfürstin Wladimir ihn veranlaßten, den Besuch zum 11. Juni in Berlin auszugeben.

Mesfina, 4. Juni. Die Eruption des Aetna dauert fort. Der Schaden ist groß. Der Lavastrom bewegt sich gegen den Alcantara-Fluß langsamer.

Mantnn, 4. Juni. In Folge eines Sturmwindes hat ein Damm­bruch am rechten Ufer des Po zwischen Sermide und Revere stattgefunden. Die Gegend von Sermide bis Fergare ist überschwemmt. Der Schaden ist beträchtlich.

Petersburg, 4. Juni. In Folge eingetretener ungünstiger Wendung im Befinden der Großfürstin Maria Paulowna hat Kaiser Alexander die per­sönliche Thetlnahme an der Goldenen Hochzeitsseier des deutschen Kaisers ausgegeben.

Brüssel, 4. Juni. Die Repräsentantenkammer hat die Art. 1 und 2 des Gesetzentwurfs, betr. die Revision des Gesetzes über den Volksschulunter- richt, angenommen.

Algier, 4. Juni. Em Schiff mit 1600 Mann, zwei Sectionen Ar­tillerie und 110 Pferden an Bord, cte bestimmt find, die Unruhen bei dem Stamm Uled-Daud zu unterdrücken, ist gestern nach Phtlippopel abgegangen. Man bält die Unruhen für zieuilich bedeutungslos.

Berlin, 4. Juni. DieNordd. Allg. Ztg." erklärt das Telegramm der WienerMontagsrcvue", wonach die deutsche Regierung sich bei der bel­gischen energisch um Abkürzung, resp. Auflösung des belgisch-deutschen Handels­vertrages bemüht, jedoch entschiedene Ablehnung erfahren habe, für aller und

jeder Begründung entbehrend. Damit fänden auch die von der Redaction der Montagsrevue" dem Telegramm hmzugefügten erläuternden Bemerkungen von selbst tbre Erledigung.

Kopenhagen, 4. Juni. Die Festlichkeiten anläßlich des 400jährigen Jubiläums oer husigen Universität wurden bei Anwesenheit von 4000 Per­sonen mit großer Feierlichkeit in der Frauenkirche eröffnet; unter den Thetl- nehmern waren die königliche Familie, mit Ausnahme des Königs, welcher unwohl ist, das diplomatische Corps, die Geistlichkeit, der Reichstag, die Spitzen der Civil- und Militärbehörden. Der Rector magnificus Madvig hielt die Festrede.

Petersburg, 4. Juni. Durch kaiserlichen Befehl wird die Bewaff­nung sämmtlicher Polizeibeamten mit Revolvern angeordnet. Nach amt­lichen Meldungen aus Irkutsk vom 2. d. sind der Amur und deffen Neben- flüffe ausgetreten; Wiesen und Felder stehen unter Waffer, die Verbindungen find unterbrochen, der Telegraph ist beschädigt. Die Häuser werden von den Bewohnern verlaffen. Blagowetschensk ist ernstlich bedroht. Das Waffer steigt noch weiter. Es macht sich Hungersnoth fühlbar.

London, 4. Juni. Fürst Alexander von Bulgarien ist Nachmittags in Folkestone eingetroffen; derselbe begibt sich nach Eastwell-Park, um den Herzog von Edinburgh zu besuchen.

Paris, 4. Juni. In der Commission, welche mit der Vorberathung der Vorschläge, betr. die Recrutirung der Armee, betraut ist, erklärte der Kriegsminister, er werde einen Gesetzentwurf vorlegen, nach welchem der obli­gatorische Militärdienst auf 3 Jahre herabgesetzt, das Institut deS Einjährig- Freiwtlligen-Die. stes aufgehoben, dagegen aber halbjährlich stattfindende Prü- fungen eingeführt würden, wodurch ermöglicht werden solle, für die als die befähigtsten erkannten jungen Männer die Dauer des Dienstes herabzusetzen.

Lokales.

Gießen, 5. Juni. In einer Restauration in der Neustadt geriethen gestern Nach­mittag mehrere Herren beim Kegelspiel in die Haare und verarbeiteten sich mit den Fäusten gründlich und so lange bis ein Schutzmann den Streit schlichtete.

Auf dem Bahnhof wurde gestern einer jungen Dame aus denGrethchentaschchen" das Portemonnaie mit über 20 gestohlen. Wie gewöhnlich hatte auch sie erst das Taschentuch und dann das Portemonnaie in die Tasche gesteckt um so dem Diebe leichtere Arbeit zu machen.

Vermischtes.

* Alsfeld. Das Corr -Blatt des Äesarnrntvereins der deutschen Gesch.-Ver." schreibt über das Rathhaus in Alsfeld: Dem schönen spätgothischen Rathhause der oberhesstschen Stadt Alsfeld droht die Gefahr des Niederreißens. Der Bau, in dem Erdgeschoß aus Haus­stein errichtet und spitzbogige Arkadenstellungen zeigend, ist in den oberen Theilen ein interessanter Fachwerkbau mit prächtigen Erkern, von denen die zwei auf den Markt gerichteten bis vor nicht allzulanger Zeit noch mit spitzen Thurmhelmen über das Dach hinausragten. An Holz- und Schlosserarbett birgt das Innere noch Münchens Sehenswerthe. Baufällig ist das ganze nicht, es wäre um nicht bedeutenden Aufwand zu erhalten und auch eine vorsichtige Restaurirung würde keine beträchtlichen Mittel erfordern. Der Gemeinderath will gar nichts auf das Haus mehr verwenden, auch ein wegen der zur Erhaltung dienenden Arbeiten gemachter Voranschlag von 5600 JL ist ihm zu hoch, und so hat er denn kürzlich die Demolirung beschloffen. In dankenswerthcr Weise hatte der Großherzoglich hessische Kreisrath H o ff m a nn Einspruch gegen diesen Beschluß erhoben, aber die nächstberufene Instanz, der Kreisausschuß, hatte ihn trotz Der mahnenden Stimmen des Vereins für oberhesstsche Localgeschichte zu Gießen bestätigt. Der Kreisrath hatte die Sache nun an den Provinzialausschuß der Provinz Oberhesfen gebracht, wo sie demnächst verhandelt werden wird. Es ist za hoffen, daß unter Den Vertretern einer ganzen Provinz sich Männer genug finven, um das Verderben von dem alten Bau abzuwenden, in diesen Tagen ist noch ein Aufruf in öffentlichen Blättern erschienen, welcher sich an die Bürger Alsfelds wendet, um sie zu veranlaßen, aus eigener Initiative ihre Vaterstadt vor schwerem Vorwurf zu bewahren.

Berlin, 27. Mai. Jämmerliche Hilferufe, welche auS dem Hause Zimmerftraße 48 drangen, veranlaßten daselbst am Sonntag Morgen eine große Aufregung. Die Klagetöne, welche immer intensiver wurden, kamen aus der Wohnung des in jenem Hause wohnenden Schneiders Redlin und als die herbeieilenden Hausbewohner mit Gewalt in dieselbe eindrangen, fanden sie Den Mannfürchterlichster Aufregung, seine Ehefrau mit einem zehn Pfunv schweren Bügeleisen bearbeitend. Nur mit Mühe gelang es den vereinten Anstrengungen der Intervenienten den Wüthenden von weiteren Mißhandlungen seiner bereits besinnungslos am Boden liegenden Frau abzuhalten. Letztere lebte zwar noch, mußte jedoch schwer verletzt und in hoffnungslosem Zustande nach Bethanien gebracht werden, während der Mann inS Gcfängniß gebracht wurde. Ob ehelicher Zwist oder ob Geistesverwirrung den Mann zur That getrieben, wird die eingeleitete Untersuchung ergeben.

Vom Mittelrhein, 28. Mai. In Folge der allerdings wenigen aber recht warmen Temperatur mit nächtlichem Thau und Regen schöpfen unsere Winzer wieder neue Hoffnungen, obgleich nicht zu verkennen ist, daß die Reben noch sehr zurück sind; indeffen sind sie gesund, frei von Ungeziefer und in vollkommen tragfähigen Zustande und hat ihnen zudem der Frost keinen Schaden gebracht. Anhaltend warme Witterung kann noch vieles nachholen. Die Weinversteigerungen werden noch immer fortgesetzt, doch sind die Klagen über die erzielten Resultate permanent ungünstig. Freilich ist die Qualität der ausgebotenen Waare zumeist klein; würden Jahrgänge wie die von 1857, 1862, 1865, 1868 ausgeboten, würde das Ge­schäft flotter gehen. (F- A.)

Nizza, 23. Mai. Heute fand ein Jäger im Walde von Gainnut, etwa eine Viertel­stunde von Nizza entfernt, zwei männliche Leichen, die, wie die Untersuchung ergab, höchstens 3 Tage alt sein können. Es sind zwei Deutsche, der ältere heißt Franz Denglet aus Berlin, so lautet die in seinem Hute angebrachte Karte, der jüngere ist, wie sein Paß ergibt, der 21jäbrige Ferdinand Mörike aus Stuttgart. Zu ihren Füßen lagen zwei Revolver. Es liegt ein Selbstmord vor, der sich wahrscheinlich auf einen unglücklichen Besuch der Spielbank von Monaeo zurückführen läßt.

Bei (Sönnern warf sich vor einigen Tagen ein Handwerksbursche aus Verzweiflung über die längere Arbeitslosigkeit auf die Schienen, um sich überfahren zu laßen. Es gelang jedoch dem Loeomotivführer, die Maschine noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen; man setzte den Lebensmüden in den Güterzug und fuhr ihn nach Belleben, wo er hoffentlich Arbeit ge­funden hat.

Ein merkwürdiger Blitzschlag. Ein höchst seltenes, aber großartiges Natur- ereigniß erlebte am vergangenen Samstag das Zugpersonal und die Paßagtere des auf der Leipziger Babn abgegangenen Eisenbahnzuges, auf der Reise nach Thüringen. Als der Zug in Dresden Uhr abfuhr, thürmten sich in der Gegend nach Moritzburg zu gewaltige Gewitter- wölken auf und kaum hatte der Zug Kötzschenbroda erreicht, als auch schon das Gewitter mit aller Macht losbrach. Der Zug hatte eben Die letzten Häuser von Kötzschenbroda passirt, als plötzlich sich ein eigenthümliches Knistern bemerkbar machte, worauf sämmtliche Paßagtere in ihren Coupös und das Beamtenpersonal vom Zugführer bis zum Bremser in demselben Momente einen elektrischen Schlag erhielten, dem ein starker Krach folgte. Alle sahen sich momentan erstaunt an, allerdings nicht wenig erschrocken, aber der Zug ging ruhig weiter, als wenn nichts vorgefallen wäre. Erst in Riesa hatte man Gelegenheit, sich bei den Bahn­beamten zu erkundigen und so wurde denn die allgemeine Vermuthung bestätigt, daß der Blitz dicht hinter dem Zuge in das Geleis geschlagen habe. Der gegenseitige Meinungsaustausch über das eben Erlebte war höchst intereßant. Ein paar junge Leute, die am offenen Fenster gesessen hatten, behaupteten, der Blitz wäre ihnen über Die Beine gefahren, ein Dritter ging sogar lahm und sagte in treuherzigem Tone: es wäre etwas zum Fenster herein gefahren gekommen und ihm gerade auf den Fuß, aber eben so schnell wäre es wieder hinausgefahren. Die auf dem Zuge befindlichen Bahnbeamten hatten sämmtlich einen starken Schlag auf den Kopf erhalten und waren zum Theil momentan besinnungslos gewesen.

* Kalkutta, 26. Mai. Die Dampfer Ava, von hier nach London, und BcenhUda, von der Algra-Bai hiebet unterwegs, sind etwa 110km. von den Sandheads zusammengestoßen. Die Ava (ein eiserner Schraubendampfer von 2600 Tons) sank und es ertranken 66 Seeleute und 4 Passagiere; die Btenhilda (ein eisernes Schiff von 1400 Tons) wurde beschädigt, konnte aber Kalkutta erreichen.

_ Die 1 . 1lfl Dominik

S an,u"

"kleinen Stube' ZehrMnig m dn W 8^. wer et denn kurz und etwas <in, freuten sich Dichtigkeit, welc

Aus b< kr mit 2 Wnb< «erogen, wahrer stielte sich kutj Zwist, theilweist abgewiesen, hat Mn einem dor tet Angabe, se wurde ihm vom zuschreiten. Ar ermordet worde alt, ist Mutter Mann beim K war auf der när ging, durch ein« bat sich in Sau' hergegangcne ß haben. In La geschrieben wir' Nelins schließen

Friedb Freiherr zu Frc Seinen Hauptg!

Düsse seinen hundertst durch sein Hani

- Har Magdeburger Mhstand, gege siraße und in t besonders die e man dock annel arbeiten wollten todesmatt in dc Arbeit hatten, t «in Zeichen, daj Leuten btnidjenb her auch schon D

..M) Al zu bat katholisches 2971) 3(

föT

* 20, B«

Utlb Jtna g «* 1.30 fr, J H

3791) Eine Zustande befin ieck ist billig z Hxped. d. Bl.

II ok

1 Qualität