Folgen der contradictorisck oder durch Contumaz wegen Handlungen (n Bezug auf den Ausstand von 1871 gefällten Strafen können auf dein Gnadenwege erlassen werden.
— Die französische Regierung hat die Versicherung erhalten, daß Deutschland die neue Regierung in Frankreich unverzüglich anerkennen werde, zumal die Uebertragung der Staatsgewalten in so befriedigender Weise e> folgte. Deutschland und die andern europäischen Mächte werden ihren Vertretern in Frankreich keine neuen Beglaubig ingsschretben senden, sondern einfach aus die Anzeige Frankreichs in Betreff der Wahl Grevy's zum Präsidenten der Repu« blik Antwort ertheilen; es wird demnach hrer derselbe Brauch Platz greifen, wie bet dem Wechsel eines Präsidenten in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Sobald die Antworten der Mächte aus die sran- zöfische Anzeige vom Wechsel des Präsidenten in Parts eingetroffen sind, wird das diplomatische Corps dem officiellen Empfang im Elysöe anwohnen. — Der päpstliche Nunctus erhielt Weisung, sofort mit Grevy in Verkehr zu treten und zu erklären, die Haltung des Vaticans habe durch den Prästdentenwechsel keinerlei Veränderung erfahren.
Spanien.
Madrid, 2. Februar. Das Journal „El Globo" veröffentlicht einen Aufruf, unterzeichnet von Castelar und etwa 100 früheren Deputaten der Cortes von 1873, an die demokratischen Wähler, worin dieselben dringend aufgefordert werden, in den Wahlkampf einzutreten, um eine gesetzliche Vertretung der demokratischen Partei in den künftigen Wahlen zu den Corkes und in allen Wahlkörperschaften zu gewinnen. Der Aufruf ermahnt die Wähler, sich jeder Ungesetzlichkeit zu enthalten und auf dem Boden des Gesetzes zu bleiben.
Außlarrd.
Petersburg, 2. Februar- Ein officielles Telegramm aus Astrachan vom 31. Januar meldet: In Wetlianka und Umgegend hat kein neuer Erkrankungsfall stattgefunden. In Silistrenn befanden sich am 30. Januar 8 Kranke, von welchen zwei starben. Der dortige Arzt Podgorsky meldet, die Epidemie beschränke sich auf vier Bauernfamtlien, die mit einander verkehrten. Kein Heilmittel sei erfolgreich. Das einzige Präoentivmtttel sei die Jsolirung. — Die Sanitäts Commission der Moskauer Äerzte hat sich für folgende Vorsichtsmaßregeln entschieden: Einrichtung von Unterkunftsplätzen für 2000 Personen, Grattsverabreichung warmer Nahrungsmittel, Desinsectwn verdächtiger Ortschaften, Herstellung von Oesen in den Hospitälern behufs Verbrennung von Wäsche und Kleidern, Ueberwachung der Speiseanstalten und Schließung der ungesunden Erdgeschoffe.
Afrika.
Kairo, 2. Februar. Die Gerüchte von Differenzen im Schooße des Ministeriums find falsch; es herrscht vielmehr völliges Einvernehmen unter gen Ministern. — Rothschilds Hypothek auf die Domänen ist gestern vollzogen worden.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. (korrefpondenz - Bureau.
Bonn, 3. Februar. Der „Bonner Ztg." zufolge sprach der akademische Senat dem Mttgliede des Abgeordnetenhauses, Professor Naffe, seinen Dank für die Abwehr der im Abgeordnetenhause gegen die Universität Bonn erhobenen Angriff? aus.
Petersburg, 3. Februar. Die Zeitungsnachricht, wonach eine aus Wetltanka gekommene Person in Serpuchow erkrankt wäre, wird von glaubwürdigster Sette für unbegründet erklärt.
Karlsruhe, 3. Februar. Die zweite Kammer genehmigte heute die Grenzregulirung mit der Schweiz bei Konstanz. Die Genehmigung des Reichs bleibt Vorbehalten.
Loudon, 3. Februar. Gladstone schrieb an die Liberalen in Mid- lothtan, er nehme die Candidatur der Grafschaft für die nächste Parlamentswahl an. Die ungewöhnlichen Verhältnisse der Situation hätten ihn dazu bewogen, da es sich bei der nächsten Wahl um die ernste Frage handle, ob das Land die Fortsetzung der gegenwärtigen inneren und auswärtigen ministeriellen Politik wünsche. — „Times" melden aus Jellalabad vom 31. Jan.: Jakub Khan erwiderte dem Major Cavagnart, er lehne entschieden die britischen Forderungen ab und sei entschloffen, die Befehle Schir Ali's bezüglich der Vertheidigung von Kabul auszuführen. Vali Mahomed ist in Hazaipir angekommen; es verlautet, er suche die Unterstützung der britischen Regierung für seine eventuelle Candidatur zum afghanischen Thron nach.
Berlin, 3. Februar. Nach einer Vereinbarung zwischen den Telegra- phen-Verwaltungen Deutschlands und Oesterreich. Ungarns vom 2. Febr. tritt t>om 1. April an für den gegenseitigen telegrahischen Verkehr der beiden Länder der Worttarif in Geltung; die Grundtare ist auf 40 Pfg. und die Wort- taxe auf 10 Pfg. festgesetzt.
Berlin, 3. Februar. Die russtscherseits getroffenen Maßregeln zur Unterdrückung der Pest-Epidemie finden in hiesigen wissenschaftlichen competenten Kreisen volle Billigung; namentlich hebt man hervor, daß die Niederbrennung der inficirten Ortschaften bei der jetzigen strengen Kälte die einzige und beste Aussicht biete, die Pestkeime völlig zu ersticken und deren sonst leicht zu gewärtigendes Wiederaufleben in milderer Jahreszeit zu verhindern. Die deutschen Delegirten werden neben ihrer Wirksamkeit für die Unkerdrückung der Epidemie an Ort und Stelle ihre Thätigkeit vorzugsweise der bisher wenig aufgeklärten Frage des ersten Ausgangspunktes der Epidemie zuwenden. Die neuerdings aufgetauchte Annahme, daß die Pest seit 1863 in Kurdistan herrsche, stammt von dem früheren Leibarzt des Schahs von Persien und entbehrt bisher der wissenschaftlichen Begründung. Nachdem Profeffor Hirsch nunmehr definitiv die Mission nach den von der Pest-Epidemie heimgesuchtcn Orten angenommen bat, wird sich derselbe mit den Doctoren Sornmerbrodt und Küßner voraussichtlich Sonnabend nach Warschau begeben, um daselbst mit den österreichischen ärztlichen Delegirten zusammenzutreffen. Den deutschen ärztlichen Delegirten wird ein Beamter beigegeben. Ueber die Richtung der Weiterreise von Warschau ist noch nichts bestimmt; wahrscheinlich werden sich die Delegirten direct nach den inficirten Orten begeben. Die Berathungen der Subcommissionen der hiesigen Commission für Schutzmaßregeln gegen die Verbreitung der Pest dauern noch fort.
Berlin, 3. Februar. Der „Reichsanzeiger" publicirt eine von gestern bahrte kaierUche Verordnung, wonach vom 10. Februar an jeder aus Rußland kommende Reisende sich durch einen Paß ausweisen muß, welcher am Tage des Austritts des betreffenden Reisenden aus dem russischen Staatsgebiete ober an einem ber beiden voihecgehenben Tage von dem deutschen Botschafter in Petersburg oder deutschen Co.sularbehörden in Rußland vistrt ist. Zur Erlangung ber Visirung ist der glaubhafte Nachweis erforderlich, daß der Inhaber des Paffes innerhalb der letzten 20 Tage in keinem von der Pest inficirten ober verdächtigen Gebiete sich aufhielt. Der Paß ist bei dem Eintritt über die Re.chegrenze behufs Gestattung ber Weiterreise der diesseitigen Grenzbehörde zur Visirung oorzulegen. — Einer weiteren Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers zufolge sind aus Rußland kommende Reisende zum Eintritt über die Reichsgrenze nur zuzulaffen, wenn sie durch den obigen Vorschriften vollständig entsprechende Päffe sich ausweisen. Solche Reisende, welche einem von der Pst ergriffenen ober verdächtigen Gouvernement Rußlands durch Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt angehören, find zwar zur Reichsgrenze zuzulaffen, tollen aber vor Gestattung ber Weiterreise desinficirt werben. Von ber Kleibung, welche die Reisenden tragen, sind mindestens die Oberkletder zu desinficiren. Die Desinfection soll mittelst gasförmiger schwefeliger Säure derart erfolgen, daß die bezüglichen Gegenstände mindestens 6 Stunden in geschloffenem Raume der Einwirkung schwefeliger Säure ausgesetzt und mindestens 15 Gramm Schwefel auf den Cubikmeter lichten Raum verwendet weiden.
Wie», 3. Februar. Meldungen der „Polit. Corresp." Aus Konstantinopel, 3. ds.: In Folge diplomatischer Intervention des deutschen Botschafters tritt auch die Pforte den von den anderen Regierungen ergriffenen Vorsichtsmaßregeln gegen die Pest bei. Zunächst wurde dem deutschen Botschafter, deffen Schritten sich auch ber österreichische anschloß, seitens ber Pforte die Errichtung von Quarantaine-Anfi alten zugesagt. Der Gesundseitszustand in Konstantinopel und ber ganzen Türkei ist normal. Wie verlautet, beabsichtigt ber Kriegsminister, dem Sultan ein neues Organisationsstatut für ben türkischen Generalstab vorzulegen. — Aus Skutari (Albanien), 2. bs.: Alle Nachrichten über die schon erfolgte Uebergabe von Spuz und Podgorizza an Montenegro sind verfrüht. Türkischerseits wird die Eröffnung der Verhandlungen wegen der Übergabe gefliffentltch verzögert. Die türkischen Delegirten sind in Virbazar noch nicht etngetroffen. Auch scheinen die Bewohner von Podaorizza Widerstand leisten zu wollen.
Paris, 3. Februar. Präsident Grevy empfing heute im Elysee die Botschafter Marquis v. Molius, Lord Lyons und Fürst Hohenlohe, die ihren ersten officiellen Besuch machten. Man glaubt, daß die Bildung des neuen Eabimts morgen zu Stande kommen werde; daffelbe würde größtentheils aus den bisb-rigen Mimstern bestch n und nur 2 ober 3 neue Mitglieder zählen.
Wien, 3. Februar, Abends. Die amtliche „Wiener Ztg." vom Dienstag veröffentlicht eine Kundmachung des Ministeriums des Innern vvm 2. b., betr. die Bedingungen, unter denen Reisenden aus Rußland und deren Effecten ber Uebertritt über die Grenze zu gestatten ist.
Petersburg, 3. Februar. Der „Agence Ruffe" zufolge würde die Uebergabe von Spuz, Zabljak und Podgoritza an die Montenegriner Seitens der Pforte am 8. d. erfolgen ; alsdann würden die Montenegriner auch das von ihnen bisher noch besetzt gehaltene türkische Gebiet räumen.
Paris, 4. Februar. Dem „Journal des D^bats" zufolge würde das neue Ministerium folgende Zusammensetzung haben: Waddiugtoa Präsidium und Auswärtiges, Marcere Inneres, Say Finanzen, Leroger Justiz, JuleS Ferry Unterricht, Bardoux Cultus, Lepere Lanbwirthjchaft und Handel, Frey- cmet öffentliche Arbeiten, Gresley Krieg. Pothnau Marine, Krantz würde zum Civilgouvernenr von Algerien ernannt werden.
Lokales.
Gießen, 4. Februar. Im Monat Januar 1879 wurden von Seiten der Schutzmannschaft arretirt: Bettler 61, Obdachlose 11, wegen Ruhestörung 1, Trunkenheit 9 Prosti- tuirte 2, Diebstahl 9, Betrug und Unterschlagung 3, schwere Körperverletzung 6, aus Requisition wurden 13 Personen arretirt und Schulkinder 14. Anzeigen erfolgten in sanitatspolizeilicher Beziehung wegen schädlicher Ausdünstung 9, bösartiger Spiere »» m sicherhettspolizetlicker Beziehung gegen Bettler 64, Ruhestörung 131, Diebstahl 11, Betrug 5, schwere Körperverletzung 3, Meldewesen 19, sonstige Sicher- heitspolizet 4. Ferner gegen Prostituirte 2, wegen Concubinat 2, Übertretung der Feierabend- stunden 100, wegen falscher Maaße und Gewichte 71, Droschkenordnung 28, Straßenreini- gen „Fahrordnung 14, sonstige Straßenpolizei 79, Vergehen gegen die Feuer-Polizei 28, Feld-Polizei 6. Summa sämmtlicher Anzeigen 675.
Gießen, 4. Februar. (Außerordentliche Sitzung der Stadtverordneten am 3. Februar.) Anlaß zu dreier Sitzung gab ein Antrag des Herrn M. Homberger, Namens Großherzoa- licher Handelskammer Gießen, betr. den Verkauf des Hess. Antheils der Main- Weser-Bahn an Preußen. Dieser Antrag lautet in seinem Tenor:
a. eine Eingabe an Großh. Ministerium des Innern zu richten, durch welche gebeten wird: die Großherzogliche Regierung wolle zum Wohle des Landes und der Stadt Gießen der Frage naher treten, ob es unter den rc. vorerwähnten Umständen nicht höchst nothwendia und nützlich sei, von dem Verkauf des Hess. Antheils der Main-Weser-Bahn überhaupt abzusehen oder mindestens an den etwa beschlossen werden sollenden Verkauf die unerläßliche Bedingung zu knüpfen, daß der Bau der Linie Biedenkopf-Kolbe unterbleibe, dagegen aber die Herstellung der Linie Altenhunden-Biedenkopf-Kinzenbach-Gießen mit direkter Einmündung in die Oberh. Bahnen unter Sicherung der aus dieser Route resultirenden Gütertransporte für dieselbe sofort in Angriff genommen werden müffe.
d. Die 2. Kammer der Stände sowohl wie auch insbesondere die Abgeordneten Muhl, v. Rabenau und v. Buri in geeigneter Weise für die Sache in dem Sinne dieser Eingabe zu interessiren.
Die Versammlung nahm vorstehenden Antrag einstimmig an und beschloß, eine Petition an Großh. Ministerium in Darmstadt zu richten, auch die bezeichneten Herren Abgeordneten hiervon in Kenntniß zu setzen.
Vermischtes.
— Die Main-Weser- und die Hannoversche Bahn haben vom nächsten Monate ab eine nicht unerhebliche Steigerung der Einnahmen aus dem Personenverkehr- zu erwarten, indem im Mitteldeutschen und Mitteldeutsch-Schweizerischen Verbände die direkte Personenbeförderung zwischen Berlin, Potsdam und Magdeburg einerseits und allen südlich und westlich von Frankfurt a. M. gelegenen Stationen i Mainz allein ausgenommen) andererseits vom L Februar resp 1 März d. I. ab nicht mehr über die Linie Göttingen-Bebra, sondern über die zwar le'tet^w QbeT wi a- M. weit bessere Anschlüffe gewährende Route Kaffel- Gießen ge-
— (Vom braven Mann in Geißhaus bei St. Gallen) berichtet die „Elsässer Feuerwehr-Zeitung": Er heißt Weder und ist seines Zeichens Knecht in einem Bauernhöfe. Er wacht Nachts auf, hörts knistern und sieht alsbald das ganze Haus in hellen Flammen stehen. Im Hause oben und unten schlafen Mann und Frau und ihre sieben Kinder und zwei Mitknechte den Schlaf der Gerechten. Die zwei Knechte sind nicht zu erwecken, er wirft sie zum Bett heraus, daß sie aufwachen und sich retten; dann eilt er in die Kammer, Mann und Frau zu wecken, und von da zu den Kindern, reißt sie aus den Betten und trägt sie durch die Flammen ins Freie. Unten fragt er die Hausfrau: Sind alle Kinder gerettet? Nein, eins, das jüngste fehlt noch! — Da bringt er durch Rauch und Flamme noch einmal in da8
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— (Auch e großes vlumenbor gewichtigen Strau Segentheil, sie bli
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742) Mit be diesseitigen Loc 1877 ein Nacht enthält:
I. Eine Zusa Betriebsttk
II. Allgemeine Merclassij schlossenen
Die mit einem stimmungen habe ab Gültigkeit.
Die in dem enthaltenen BoH sämmtlichen, nach Wem bejieljenben Der feeren, an weh Verwaltung unterft sind, Anwendung.
Exemplare des Tc W von 40 H r Drucksachenverwaltu N'titifien Station iwnen käuflich m h, Ni«, den 1. F.
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