Reinheim: Actuariatsaspirant Franz Schnellbächer in Reinheim. \ Seligenstadt: Actuariatsaspirant Adam Jäger in Seligenstadt.
Zwingenberg: Actuariatsaspirant Franz Gombert in Bad Nauheim. Gießen: Gerichtsaccesfist Ludwig Bötticher in Gießen.
Gertchtsaccessist Konrad Koch in Lauterbach.
Actuariatsaspirant Friedrich Neun in g in Nidda.
Alsfeld: Actuariatsaspirant Ludwig Adam Cramer in Darmstadt. Butzbach: Actuariatsaspirant Ludwig Christ in Gießen.
Friedberg: Actuariatsaspirant Karl Hohenstein in Altenstadt. Grünberg: Actuariatsaspirant Ludwig Kohlheyer in Vilbel. Herbstein: Actuariatsaspirant Karl Heutzenröder in Ortenberg. Schotten: Actuariatsaspirant Konrad Lind in Schotten.
Vilbel: Actuariatsaspirant Wilhelm Stein in Vilbel- Mainz: Actuariatsaspirant Wilhelm Hirt er in Alzey.
Actuariatsaspirant Philipp Mann in Bingen.
Alzey: Actuariatsaspirant Albert Ludwig Fritz in Alzey.
Bingen: Actuariatsaspirant Johann Heinrich Maus in Wallertheim. Oppenheim: Actuariatsaspirant Peter Engel in Mainz. Osthofen: Actuariatsaspirant Johann Ittel in Worms.
Worms: Actuariatsaspirant Heinrich Zimmermann in Mainz.
Hesterrerch.
Wien, 29. Septbr. Meldung der „Presse" aus Serajewo: Der Proceß gegen Hadschi Loja wurde am Samstag beendet; derselbe ist zu 5 Jahren schweren Kerker verurthetlt und vorgestern Nacht nach Theresienstadt in Böhmen transportirt worden.
— Abends. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel vom 28. d.: Die internationale Commission hat die militärische Grenzregulirung zwischen Bulgarien und Ostrumelien beendigt und dieselbe mit 5 Stimmen gegen die russische Stimme angenommen, während der französische Commissar sich der Abstimmung enthielt.
IranLreich.
Paris, 29. Septbr. Die offictellen Kreise Frankreichs fließen wieder einmal von Friedensliebe über. Zwar hat der Besuch des Kaisers im Elsaß und die glänzende Heerschau in der französischen Presie mancherlei feindliche und gehässige Bemerkungen Seitens galliger Chauvinisten gefunden, aber die gemäßigte Republik steht angeblich allen solchen Gehässigkeiten fern und desavoutrt sogar ein Mitglied der eigenen Regierung, wenn es, wie Herr Lepeyre in Mömpelgard und Belfort, nicht reinen Mund zu halten weiß. Die kleinen deutschfeindlichen Eretgntfle in Parts ziehen sich auf ganz private Kreise zurück; höchstens nimmt von ihnen ein Wtnkelblatt oder eine beliebte Chansonette Notiz und auch dann sucht die Censur ihre Freundschaft für Deutschland zu bekunden. Man erlebt endlich das merkwürdige -Schauspiel, daß eine so mäßige Aenderung in der großen Politik, wie sie die deutsch-österreichische Allianz durchführt, in Paris als etwas selbstverständliches betrachtet und kaum des Aufsehens werth gehalten wird. Kurzum, mit mehr Recht als das Kaiserreich vermag die Republik zu sagen, sie sei der Friede.
Diese Stimmung ist offenbar eine zu freundliche, als daß sie nicht verdächtig sein sollte Man wird daher gut thun, an ihrer Aufrichtigkeit etwas zu zweifeln, und sie mehr als das Product einer politischen Nothwendtgkett, denn als wahre Sympathie, die wir auch nicht verlangen können, zu betrachten. Frankreichs Staatsmänner sind klug. Was haben sie davon, wenn sie ihren Aerger über das herzliche Einvernehmen zwischen Deutschland und Oesterreich verlautbaren? Grevy, Waddington und selbst Gambetta ziehen es vor, zu schweigen, aber dabei fühlen sie überhaupt, wie das gesammte französische Volk, daß mit dem Besuche Bismarck's in Wien alle Hoffnungen auf eine künftige Bethetligung Oesterreichs an einer deutschfeindlichen Revanche-Liga eingesargt sind. Die französischen Staatsmänner stehen am Grabe dieser Hoffnung, und weil ihnen die Leichenbittermiene nicht gefällt, so heucheln sie Gleichgültigkeit.
Im Grunde aber sind sie um so mißgestimmter, als ihnen sogar die Hoffnung benommen ist, daß Oesterreich bet einem Revanche-Werk wenigstens neutral geblieben wäre. Die Allianz bedroht Frankreich nicht, aber die Heeres- solge Oesterreichs, wenn Deutschland von Osten ober Westen, oder von beiden Seiten zugleich bedroht werden sollte, ist doch ein sehr unangenehmer Faktor in der politischen Rechnung der Zukunft. Fürst Bismarck hat bereits in Wien, um jede Mißdeutung des Einvernehmens Deutschlands und Oesterreichs in der Ortentpolttik, wie überhaupt auszuschließen, dem französischen Botschafter Teifferenc de Bort seinen Besuch gemacht, und voller Courtotste es verstanden, Frankreich die bittere Pille verzuckert etnzugeben.
Nußland.
Petersburg, 29. Septbr. Telegramm aus Beurma vom 16. ds.: Während einer Recognoscirung am 9. ds. bei Heoktepe begegneten den Ruffen große Masten Tekke-Turkemenen, welche sich in Denziletepe stark befestigt hatten und verzweifelten Widerstand leisteten. Die Rusten beschosten 6 Stunden lang aus 12 Geschützen den Aul, woselbst sich über 30,000 Tekke-Turkmenen befan- den und besetzten am Abend die äußeren Befcstigungswerke. In der Nacht flüchteten die Turkemenen nach Verlust von mehreren 1000 Mann. Der russische Verlust betrug: 7 Officiere, 178 Soldaten tobt, 16 Officiere 234 Soldaten verwunde:.
Telegraphische Depeschen.
W«gner'S tclegr. Correspondenz - Bureau.
Hamburg, 30. Septbr. Heute Nacht gegen 3 Uhr explodirte auf der Süderelbe unweit Harburg der Ewer des Pulverschiffes „Boothby" aus St. Pauly, an besten Bord noch 3 Wagenladungen Pulver waren; die Besatzung des Fahrzeuges, aus 3 Mann bestehend, sowie angeblich einige in der Nähe fischende Fischer wurden getödtet. In Harburg und Hamburg wurde durch den Luftdruck mehrfacher Schaden verursacht.
London, 30. Septbr. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Simla: Dalka wurde am 29. ds. ohne Widerstand besetzt. In Kabul herrscht Ruhe. General Roberts hatte gestern eine Unterredung mit dem Emir, welcher versprach, durch Stellung von Transportmitteln und Proviantvorräthen Hülfe leisten zu wollen.
Bukarest, 30. Septbr. Der Fürst von Bulgarien ist heute Mittag auf dem Bahnhofe von Cotroceni, wo der Fürst Karl mit einer glänzenden
Suite und sämmtliche Minister zum Empfange erschienen waren, eingetroffen. Die Begrüßung zwischen beiden Fürsten war eine äußerst herzliche.
Straßburg, 30. Septbr. Nachdem der Oberpräsident v. Möller gestern eine große Anzahl Abschiedsbesuche von Beamten, Mitgliedern des Lan- desausschufles, von dem Directorium der Kirche Augsburger Cvnfesfion, sowie Notabeln des Landes empfangen und heute sich von seinen näheren Beamten verabschiedet hatte, reiste derselbe heute Mittag um 1 Uhr 10 Min. über Mainz und Frankfurt nach Kassel ab. Auf dem Bahnhofe waren der Gouverneur, General Schkopp, die Generäle Bauer und o. Ziemiatzky, sowie die Spitzen der Cioil- und Stadtbehörden versammelt. Von diesen verabschiedete sich Herr v. Möller in sehr herzlicher Weise. Damen überreichten dem Scheidenden Blumensträuße. Heute Nachmittag 3 Uhr ist Staatsseeretär Herzog, von einer Anzahl von Beamten empfangen, hier ein« getroffen. Herr v. Puttkammer ist gestern, Dr. Mayr letzte Nacht, Herr v. Pommer-Esche heute Mittag angekommen. Der Stadthalter Feldmarschall v. Manteuffel wird erst morgen erwartet.
Madrid, 30. Septbr. In Folge der Beschlagnahme von compro- mittirenden Papieren, welche im Besitze von Officieren der Armee gefunden worden, wurden in Saragoffa mehrere Personen verhaftet.
Die Schlußscene des Zulukrieges.
Während König Cetewayo, dessen Gefangennahme vor acht Tagen in der „Köln Ztg." ausführlich erzählt wurde, an Bord des Dampfers Natal als hoher Kriegsgefangener sich auf der Fahrt nach dem Cap befand, um einstweilen im dortigen Fort untcrgebracht zu werden, hatten sich in Ulunvi seine früheren Getreuen, darunter die obersten Häupter des Zululandes, eingefunden, um aus dem Munde Sir Garnet Wol- seley's die Grundzüge der künftigen Verwaltung des unterworfenen Landes zu erfahren. Es war gewissermaßen die Schlußscene des Krieges und gar interessant war der Anblick dieser merkwürdigen Versammlung. Sämmtliche anwesende Zulus erschienen in ihren Festgewändern und wurden in einem Viereck aufgestellt, in dessen Mitte die englische Flagge aufgepflanzt war. Beim Erscheinen Sir Garnet's begrüßte ihn die schwarze Versammlung mit lauten Rufen, worauf er mit seinem Gefolge die für ihn bereitstehenden Sitze einnahm. Auch für die Häuptlinge der Zulus waren Stühle beschafft worden. Den Ehrenplatz nahm Urnnyana, der frühere Premier Cetewayo's, ein. Abseits von ihm etwas getrennt saß der oft erwähnte John Dünn. Hinter ihnen saßen und standen die übrigen, während der gesammte Stab des englischen Oberbefehlshabers sich hinter des letzteren Sitz den Schwarzen gegenüber aufgestellt hatte. Sir Garnet's Ansprache, die über eine Stunde dauerte, wurde von Herrn Shepstonc Satz für Sah den anwesenden Zulus verdolmetscht. Sechs Jahre, so bemerkte er ihnen, seien es gerade, daß die Krönung Cetewayo's mit großem Glanze stattgefunden habe, und wenn er jetzt enthront und gefangen sei, so habe die Schuld lediglich an ihm gelegen, da er die dazumal gegebenen Zusagen wiederholt gebrochen, einen Aufruhr gegen England angestiftet und zuletzt einen Krieg gegen dieses begonnen habe Wohl sei die Königin von England milde und großmüthig im Verzeihen begangener Fehler. Aber wo es unumgänglich nothwendig sei, einen Feind zu vernichten, da zeige ftc entschlossen ihre gewaltige Macht. Dies habe sie nun im Zululande bewiesen. Cetewayo werde für alle Zeiten aus dem Lande verbannt bleiben, das Land werde unter die obersten Häuptlinge getheilt werden, die alle gleich hohen Rang besitzen sollten, und zu hoffen stehe, daß Cetewayo's Niederlage und Ende allen Denen, die sich zur Vertragszeichnung eingefunden, eine Warnung sein werde, selber jedweden Treubruch zu vermeiden. Nach diesen einleitenden Worten setzte er die Grundzüge der zukünftigen Verwaltung und die Bedingungen auseinander, die von den Häuptern der neu abgegrenzten Bezirke getreulich erfüllt werden müßten. Jeder einzelne der elf Punkte wurde von Sir Garnet erklärt, was man auf gut deutsch „motioirt" heißt; am Schlüsse aber bedeutete er die Häuptlinge in eindringlicher Weise, daß ihr Land kraft des Rechtes der Eroberung der Königin von England zu eigen sei und daß die Häuptlinge es als einen Beweis der Gnade betrachten müßten, daß es ihnen hiermit zur freien Verwaltung zurückgegeben werde. Mit dieser Auseinandersetzung schienen die anwesenden Zulus denn auch vollständig zufrieden zu sein und die Versammlung trennte sich unter landesüblichen Ergebenheitsbezeugungen. Auch in der Capcolonie herrschte im Großen und Ganzen Befriedigung über den Ausgang des unwillkommenen Krieaes. Doch fehlte es nicht an Stimmen, die gegen die Friedensbedingungen lebhafte Bedenken äußern, in so fern, als ihrer Meinung nach eine vollständige, offen eingestandene Einverleibung des eroberten Landes zweckmäßiger gewesen wäre, und es überaus fraglich sei, ob die britischen Residenten durch ihr bloßes Ansehen im Stande sein würden, einen Bruch der beschworenen Bedingungen hintanzuhalten. Was den gefangenen König betrifft, so benahm er sich mit großer Würde und ruhiger Ergebung in sein Schicksal. Die Engländer ihrerseits bezeigen ihm gegenüber diezenige Rücksicht, die der Sieger einem bezwungenen tapferen Feinde schuldig ist. Er wird vor zudringlichen Gaffern geschützt, mit Ehrerbietung behandelt, und wenn sie ihn aus politischen Rücksichten für immer von seinem Vaterlande fern halten müssen, so werden sie doch Sorae tragen, daß seine Verbannung eine erträgliche werde und er mit den ©einigen (drei Frauen, einer Tochter und vier Dienern) ein seiner früheren Stellung entsprechendes Dasein führen kann. (Köln Ztg.)
Lokales.
Gießen, 1. October. In hiesiger Stadt ereigneten sich in der Woche vom 21. bis 27. September im Ganzen 6 Todesfälle. Von 2 Kindern im ersten Lebensjahre erlag bas eine einem Darmkatarrh, das andere einer Gehirnentzündung. Bei 4 Erwachsenen ex folgte btt Tod je einmal durch Schlagfluß, organische Herzkrankheit, Leberentartung und in Folge Zerschmetterung eines Oberschenkels. 0.
Gießen, !• Octbr. Heute Vormittag wurde durch Herrn Geheimerath Hallwachs aus Darmstadt unter Anwesenheit sämmtlicher Gerichtsbehörden im Schwurgerichtssaale des Justizgebäudes die neue Gerichtsordung inaugurirt.
Gießen, 1. October. Gestern Nachmittag meldete sich auf der Polizei dahier ein lunger Mann von gutem Aussehen, aber gänzlich mittellos, mit bem ©enterten, baß er am 26. to. Mts. in Frankfurt in einem Gasthause, wo er logirte, biverse Kleidungsstücke gestohlen habe Er habe biese für 3 Jt sofort wieber verkauft, das Geld sei aber nun auch alle und da er nun bereits verfolgt würde, wolle er sich freiwillig stellen. Seinem Verlangen, ihn zu behalten, wurde seitens der Polizei bereitwilligst entsprochen.
V e r m i s ch t eS.
Witten a. d. R., 24. Sept. Der „Köln. Ztg." wird von hier geschrieben: Zu Ihrer Mittheilung über die in der Nacht vom Montag auf DienStag um 1'/. Uhr beobabachtete meteorische Erscheinung läßt sich von hier aus folgender Beitrag liefern. Es würbe hier um bif angegebene Zeit eine heftige Erschütterung wahrgcnornmcn. Man hielt bieselbe allgemein für ein Erdbeben. Unseren drei Banquierß in der Poststraße freilich stieg der Verdacht auf, eS seien tb« Geldschränke durch Dynamit gesprengt worden (wie es leider in der That vor einigen Tagen in den Bureaux einer benachbarten Zeche vorgekommen), und sie durchsuchten ihre Häuser; auch wurde ihnen die Bestätigung ihrer Befürchtung glücklich erspart. In vielen Häusern hallen die Gläser geklirrt, in einer Apotheke waren Bilder herabgestürzt und viele Bewohner der Stadt suchten die Straße zu gewinnen in der bekannten Angst, die den Menschen beim Erdbeben erfaßt Da indesien manche die Feuererscheinung beobachtet hatten, glaubte man wohl an eine Explosion der 11/? Stunde von der Stadt gelegenen Dynamitfabrik. Doch nichts fand sich bestätigt- nur die Mittheilung in Ihrem heutigen Ersten Blatt scheint die richtige zu sein, daß ein Meteor den Dunstkreis der Erde erreicht hat. Vielleicht findet sich durch andere Nachrichten noch weitere Aufklärung. (Auch in Gießen wurde in gedachter Nacht das Meteor beobachtet. Beamte der Post schildern das Licht so intensiv hell, daß sie im Momente die Packet-Abrcflen im Posthofe lesen konnten. D. R.)
— In Madrid ist kürzlich der Thirrbändiger Karoly während einer Production von einer Boa Constrictor erdrücke worden. Er hatte die gelehrige Schlange wie gewöhnlich um den Leib sich winden lasten, als sie plötzlich ihre Ringe enger zog. Karoly stieß einen heiseren Schrei aus, mehrere Zuschauer applaudirten, in der Meinung, es handle si um eine neue Schaustellung, aber der unglückliche Thierbändiger war binnen wenigen Augenblicken zerdrückt
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