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löffeln werden >ua-laff-u, wenn sie vorher gewaschen und völlig von Erd- - Versuche der Störung der öffentlichen Ordnung au« beschlagnahmten Schrift. " |l n? ö ö " ' stücken beroorging.

v. Möller.

Madrid, 28. Septbr. Die Militärbehörde befahl die Verhaftung

eines Obersten und von zwei anderen Officieren, deren Theilnahme an einem überall, in der Kirche und

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gute Früchte getragen hat.

Straßburg, 30. September 1879.

eines Atelier«.

12. Gesuch der Otto Freund Wittwe zu Gießen um Erlaubntß zur Anlegung emes Kellerlochs auf dem städtischen Trottoir _ r

13. Gesuch des Gastwirths Wilhelm Wenzel um käuflich« Ueberlafiung von Basalt» steinen

14. Die Errichtung von Grabdenkmälern betr.

15. Die Denunciationsgebühren für Octroidrfraudationen.

16. Klage gegen Kupferschmied Zimmer.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Correspondenz - Bureau»

Baden-Baden, 29. Septbr. Der Erbgroßherzog von Baden ist heute Vormittag hier angekommen ; der deutsche Kronprinz und Prinz Wilhelm von Preußen sind Abends 7 Uhr cmgetroffen und im Großherzogltchen Schlöffe abgestiegen.

Berlin, 29. Septbr. Das Stadt »Schwurgericht hat den Arbeiter Kuhnke bet gewaltsamen Nothzucht und des Todtschlages, begangen an der ünfjährtgen Anna Friedrich, für schuldig erkannt, worauf der Gerichtshof den Angeklagten zu löjährigem Zuchthaus verurtheilte.

London, 29. Septbr. Meldung derDaily NewS" aus Allahabad vom 28. d.: Die britischen Truppen rücken in aller Eile vor. Der Ein» marsch in Kabul wird am 5. October erwartet; ob Widerstand geleistet wer. den wird, ist zweifelhaft, da die aufständischen Afghanen der Führer und Organisation ermangeln.

New-Uork, 29. Septbr. Die Getretdehändler beschloffen, die Ein» führung des adoptirten Gewichtssystems bis zum 1. Januar 1880 zu vertagen.

Straßburg, 30. Septbr. Der Oberpräsident v. Möller veröffentlicht beim Scheiden aus seinem Amte folgende Abschiedsworte:

Nachdem das Ober-Präsidium von Elsaß-Lothringen aufgehoben und die Leitung der Landesverwaltung anderen Händen anoertraut ist, lege ich mein Amt nach achtjähriger Verwaltung heute nieder und sage dem Reichslande und deffen wackerer Bevölkerung ein herzliches Lebewohl, Allen dankend, die mir bei der Lösung meiner Aufgabe Beistand geleistet haben.

Ich htnterlaffe dem Lande eine regelmäßige und auf allen Gebieten er« folgreiche Verwaltung, Ordnung und Gleichgewicht in den Finanzen bei Ver­minderung der Staatsabgaben und eine politische Vertretung, durch welche es auf dem rechten Wege sich weiter helfen kann.

Ich scheide mit dem Bewußtsein, daß mein beständiges Streben, der Bevölkerung den ruhigen Uebergang in die neuen Verhältnisse leicht zu machen,

Lokales.

Gießen, 30. September. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 2. Oktober 1879, Nachmittag- 4 Uhr, tm alten Nealschul» gebäude r

1. Die Prüfung der Rechnung der Löber'sckrn Stiftung pro 18* */79.

2. Den Voranschlag der evangelischen Kirche pro 1880 betr.

3. Definitive Anstellung von Schutzmännern.

Die Vergebung der Holzhauer- und Waldculturlöhne für daS Jahr 1880.

Die Anschaffung eines Nummerschlägels.

Die Verpachtung des StcinbruchS tm Hange'.stein.

Miethvertrag mit dem Turnverein bezüglich der Turnhalle.

Gesuch des br. I L. Jett um Bauerlaubntß.

Gesuch des Christian Keller um Bauerlaubniß.

10. Gesuch des Heinrich Schäfer II. um Bauerlaubntß.

11. Gesuch des Photographen Backofen in Darmstadt um Srlaubntß zur Erbauung

befreit Jlnb^ @ . 6etr- &en Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Verbrauchsgegenständen, bestimmt in § 5, daß für das Reich durch kaiser- liche Verordnung mit Zustimmung des Bundesrath zum Schutze der Gesund­heit Vorschriften erlaffen werden könnten, welche verbieten, bestimmte Arten der Herstellung, Aufbewahrung und Verpackung von Nahrungs- und Genuß­mitteln die zum Verkaufe bestimmt sind, das gewerbsmäßige Berkau en und Feilbalt'en von Nahrungs- und Genußmitteln von einer bestimmten Beschaffen- bett oder unter einer der wirklichen Beschaffenheit nicht entsprechenden Bezelch- nun», das «erlaufen und Feilhalten von Tht-nu, welche an bestimmten Krankheiten leiten, jum Zwecke des Schlachtens, sowie das Verkaufen und Mfoalten des Fleisches von Thieren, welche mit bestimmten Krankheiten be­haftet waren, die Verwendung bestimmter Stoffe und Farben zur Herstellung von Bekleidungs-Gegenständen, Spielwaaren, Tapeten,-, Tunk- und Koch-Geschirr, sowie das gewerbsmäßige Verkaufen und Feilhalten von Gegen­ständen, welche diesem Verbote zuwider hergestellt find, und endlich das gewerbsmäßige Verkaufen und Feilhalten von Petroleum von einer bestimmten Beschaffenheit. Wie verlautet, ist man jetzt im Relchs-Gesundheitsamt eifrig damit beschäftigt, das entsprechende Material zu sammeln, damit so bald als möglich die angedeuteten Vorschriften, die ja eigentlich den Kern des ganzen Gesetzes bilden, erlaffen werden können. Die Schwierigkeiten, denen man bei der Aufstellung der Vorschriften begegnet, find nicht- gering, da manche Fragen, i B. die, was man unter gutem Petroleum versteht, keineswegs leicht zu be­antworten sind. Der Hinweis auf fremde Gesetzgebungen erweist sich als nicht stichhaltig da man selbst in England, dem Musterstaate des Sanitätswesens, mit den entsprechenden Vorschriften schlimme Erfahrungen gemacht hat und gezwungen gewesen ist, einzelne Anordnungen wieder aufzuheben, bie sich in der Praxis nicht bewährt haben. ,

Berlin, 28. Septbr. Mit der Coalitton der deutschen Locomotivfabri- kanten, welche bei den Verhandlungen des Reichstags über die Eisenzölle eine große Rolle gespielt hat, geht es zu Ende. Den sechs süddeutschen Etabliffe- ments, welchen die Bahnen in Süddeutschlandzum Reffort" überwiesen waren, scheint ihr engeres Vaterland gar zu eng geworden zu sein; sie haben, ebenso wie die Firma Schichau in Elbing, das Bündniß gekündigt. Der Be­darf an Locomottven ist zur Zeit in Deutschland so gering, daß von den 16 der Coalitton angehörenden Fabriken bei Festhaltung des vereinbarten Verthet- lungsplanes keine einzige auch nur einigermaßen genügende Beschäftigung stndet. Der Trieb der Selbsterhaltung scheint demnach wieder zur freien Con- currenz zu drängen. Die Coalition ist im Jahre 1877 begründet. Nur zwei Jahre hat also das Muster vorgehalten, welches der Abg. Berger in seiner Rede über die Eisenzölle der deutschen Industrie überhaupt zur Nachahmung empfahl. Lehrreich aber ist das Schicksal dieser Coalition in Zwiefacher Be­gehung. Daß in einer Zeit regen Bedarfs, wo alle bestehenden Etablissements reichlich Arbeit finden, Verbindungen dieser Art überflüssig sind, bedarf weiter keines Beweises; daß sie aber in Zeiten schwachen Bedarfs unhaltbar sind, dafür liefert gerade dieser Fall, in welchem die schutzzöllnerische Mehrheit des Reichstages die Quintessenz wirthschaftlicher Weisheit zu sehen wähnte, em recht schlagendes Beispiel. Uebrigens scheinen auch die Tage einer anderen Coalition, der Coalition der deutschen Schienenfabrikanten, gezählt zu sein. Wenigstens verlautet, daß die preußische Regierung entschloffen sei, um sich der Dictatur dieser Coalition zu entziehen, die Schienenlieferungen für die Staatsbahnen freihändig zu vergeben. Wird dieser Entschluß zur Ausführung gebracht, so würde damit der Coalition der Boden entzogen, da dieselbe nur für die bei den Submissionen zu stellenden Preise Geltung hat. Das Miß- verbältniß zwischen der vorhandenen Nachfrage und der Productionsfähigkeit der noch in Betrieb stehenden Werke dürfte in diesem Falle kaum geringer fein, als in der Locomotiv-Fabrication.

__ Bei der am 1. October stattfindenden feierlichen Eröffnung des Reichsgerichts wird der Staatssecretär des Reichsjustizamts, Herr Dr. Fried­berg, nach einer Ansprache den Präsidenten des Reichsgerichts, Dr. Simson, und den Reichsanwalt Frhrn. v. Seckendorff als Reichsbeamte vereidigen und Herrn Dr. Simson ersuchen, den Mitgliedern des obersten deutschen Gerichts­hofes , soweit sie.nicht bereits im Reichsoberhandelsgericht im Dienst des Reiches fungirt haben, den Eid abzunehmen. Nachdem dies geschehen, wird Herr Präsident Dr. Simson das Wort zu einer Ansprache ergreifen und das Reichsgericht als constituirt erklären. Damit erreicht die officielle Feier, der Seitens der Juftizminlster der Einzelstaaten nur der sächsische, Herr v. Abeken, beiwohnt, ihr Ende. Zum Nachmittag hat Herr v. Abeken im Namen der sächsischen Staatsregierung Einladungen zu einem Diner ergehen laffen.

17. Kostendccreturen

18. Expropriationsverfahren gegen I. Friebel Wittwe dahier.

Gießen, 30. Septbr. In der festlich geschmückten Synagoge versammelten sich beute Morgen 10 Uhr die israelitische Gemeinde, die Deputationen der israelitischen Gemeinden der Provinz Oberhessen, sowie dieSpitzen der hiesigen Cw'l-Bebdrden , die Vertreter des Kreisamts, der städtischen Behörden, Stadtvorstand, Kreisschulmspector, sowie die Geistlichen der evangelischen und katholischen Gemeinde u. s. w. zur Feier oes fünfriajährigen AmtSjubiläumS deS Großh. Nabbinen Herrn Dr. Levi. Am 1 nctober 1829 erhielt der Jubilar von Er. Kgl. Hoheit dem hochseligen Groß­herzog Ludwig I. das Dekret als Rabbinen der Provinz Oberheffen. Am heutigen Tage sind 50 Jahre verflossen, innerhalb welcher der greise aber immer noch rüstige und frische Jubilar segensreich in seinen Gemeinden gewirkt hat. Se. Komgl. Hoheit Groüberzoa Ludwig IV. hat in Anerkennung dieser Verdienste darum auch beute an diesem Jubeltage den Jubelgreis mit dem Ritterkreuz 1. Klasse Philipps des Groß- müthigen decorrrt- Die eigentliche Feier anlangend, wurde der Jubilar am Eingang zur Synagoge vom Thoraträger empfangen, welche ihm die fcstlichst geschmückte Thora überreichte. Vor dem Jubilar gingen Mädchen, welcher Blumen streute,, Am Aller­heiligsten angelangt, wurde vom Gesangverein der Gemeinde Psalm 117 mehrstimmig gesungen. Hierauf erfolgte die Ansprache des 1. Vorstehers, Herrn M. Homberger, an dieser Gemeinde, im Namen deren Vertretung und tm Namen der

Gemeinden der Provinz Overhessen trete ich an dies^ heiligen Statte, geehrter Herr Dr. vor Sie hin, um Ihnen den wohlverdienten Dank auszusprechen für Ihr langjähriges segensreiches Wirken, dessen Sie sich in unserer Mitte beste,ß,gt haben und Ihnen darzuthun, wie alle Betheiligten ohne Unterschied des Alters wetteifern, Ihnen ihre Huldigungen darzubringen dafür, daß Sie es sich zur Aufgabe Ihres Lebens gemacht haben, die Wohlfahrt der Gemeinde durch Ihren Einfluß auf ihr sitt­liches und kirchliches Verhalten zu begründen .

Es sind heute 50 Jahre verfloßen, seitdem Sie zum ersten Male das Wort Gottes von der Kanzel heraboerkündeten und dieser Umstand allein schon wäre dazu anaetban daß man diesen Tag ob des so seltenen Ereignisses, welches nur wemgcn Menschen und nur einem sehr kleinen Thetle Ihrer Amtsgenossen beschieden ist, festlich beaebe Allein es acsellt sich zu diesem Umstande noch der hochwichtige, daß Sie das Wort Gottes mtt so großem Erfolge verkündet haben daß es Ihnen gelungen ist, in Ihnen selbst Stuie in Uen denjenigen, welche Ihrer Seelsorge anvertraut waren, die Ueberzeuauna zu befestigen, daß der Same der Moral, welchen Sie gesaet haben, wohl aufgegangen^ist und sich segensvoll über die weiten Gefilde Ihres Wirkungskreises vcrbreittt^hab alljährlich Mädchen und Knaben in das Wesen der Religion ihrer Väter einaefüb-'t Sie haben ihnen als Jungfrauen und Jünglingen das wachsame Auae nickt entwaen, Sie haben dieselben in vielen Fällen zu demjenigen Bunde ver­einigt, welchen nur der Tod 311 trennen vermag, Sie haben viele Heimgegangene zur ewigen Ruhestätte geleitet und die Hinterbliebenen durch frommen und beredten Trost in lhl em. <5ÄmersEinzelnen Ihrer Gemeinden in Frieden, Sie nahmen den innigsten und herzlichsten Antheil an Freuden und Leiden, Sie hatten Wohlgefallen daran wenn die Familien in Eintracht verkehrten und sind stets beschwuhttgend em- getretcn, wo dieses Verhältniß drohte gestört zu werden

Sic haben aber noch weit mehr gcthan, geehrter Herr Dr., und dieses ist kennzeichnend für das edle -Streben und die schönen Ziele welche Sie sich für Ihren hohen Lebensberuf vorgesetzt hatten. Sie haben neben den Pflichten des Geistlichen, . bic Gleichgültigen und Sorglosen zu überzeugen und die Zweifelnden zu berathen, ...... ' - nd aller Orten, wo sich Gelegenheit dazu darbot, Toleranz ge-

Arankreich.

Paris, 27. Septbr. Wie dieEstafette" ausguter Quelle" erfährt, hat der Minister des Aeußern dem österreichischen Geschäftsträger in Paris feine ganze Zufriedenheit über den ihm von Herrn Teifferenc de Bort hin­sichtlich der Wiener Reise des Fürsten Bismarck erstatteten Bericht ausge­sprochen. Herr Waddington hätte hinzugefügt, daß Frankreich von den fried­lichen Gesinnungen Oesterreichs und Deutschlands überzeugt sei.

Knglaud.

London, 27. Septbr. Aus Kairo wird von verläßlicher Seite gemel­det daß der junge Khedive durch die ernste Freundlichkeit seines Benehmens, die Sparsamkeit seines Haushalts und den guten Willen, den er nach allen Seiten hin bethätigt, mit jedem Tage an Ansehen gewinnt. Sein Vater scheint vorerst jede Hoffnung auf eine Rückkehr aus Europa aufgegeben zu haben. Er überwacht nun selbst die Ausstattung der Villa Favorita zu Neapel, die er soeben beziehen will, hat sich 24 Pferde aus Egypten kommen laffen und seinen beiden jüngeren Söhnen, die ihn begleitet hatten, die Erlaubniß ertheilt, nach Egypten zurückzukehren, woselbst sie ihre früher innegehabten Posten wieder einnehmen sollen. - Heute früh kamen in Harwich zwei von einem Leuchtschiffe abgelaffene Brieftauben mit der Meldung an, daß ein in großer Gefahr befindliches Schiff in Sicht fei, worauf sofort ein Rettungs­boot anSgesandt wurde. Es »st dies das erste Mal, daß die den Leuchtschiffen neuerdings zugetheilten Brieftauben zur praktischen Verwendung gelangten.

Kpanieu.