am 15. April wurde dem Schulamts-Aspiranten Friedrich Müller aus Pfaffen- Beerfurth die Gemeinde-Schulstelle zu Ober-Sorg übertragen.
11. Dienstentlassung. Am 13. März wurde der Schullehrer an der Gemeinde-Schulstelle zu Bleidenrod Wilhelm Meyer mit Wirkung vom 1. Juni 1878 an auf sein Nachsuchen aus dem Dienste entlasten.
12. Ruhestandsversetzungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnäbigst geruht: am 3. April dem Polizei-Jispector bei der Polizei-Verwaltung der Stadt Bad Nauheim, Polizetrath Friedrich Gleim, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen und eifrigen Dienste, mit Wirkung vom 1. Mai 1878, am 10. April den Hauptstaatskafle- Dtrector Ernst Fetdel, und den Steuerausseher Karl Friedrich Dieffenbach. letzteren auf sein Nachsuchen, am 13. April den Oberrechnungsrevtsor bei der zweiten Abtheilung der Justificatur der Oberrechnungskammer Gustav Ludwig August Valentin Dittmar, auf sein Nachsuchen ohne Pension, in den Ruhestand zu versetzen.
Am 19. April wurde der Schullehrer Georg Nack an der zweiten Kna- benklafle der Gemeindeschule zu Heppenheim, auf sein Nachsuchen, in den Ruhe- stand versetzt.
13. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die Gemeinde-Schulstelle zu Nieder-Hilbersheim mit einem Gehalt von 771 oft 42 H ; die erste Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Nidda mit einem Gehalt von 857 JL 14 Dem Stadtvorstand zu Nidda steht das Präsentationsrecht zu; die neu errichtete zweite evangelische Schulstelle zu Bensheim mit einem Ansangsgehalt von 1028 cX 57 H.
14. Sterbefälle. Gestorben sind: am 18. April der Landrichter t. P. Friedrich Harbordt zu Friedberg; am 22. April der Krtegsministerial-Kanzlei secretär i. P. Heinrich Stamm zu Darmstadt; an dems. Tage der evang. Pfarrer Jacob Friedrich Böhler zu König; am 23. April der Oberförster Wilhelm Kallenbach zu Schotten; am 29. April der Gymnasiallehrer Prosesior Dr. Franz Blümmer zu Büdingen; am 30. April der Lehrer i. P. Johann Martin Zöckler zu Grünberg; am 7. Mai der Landgerichtsactuar Jacob Jöckel zu Ortenberg.
Berlin, 25 Mat. Die Voruntersuchung wider Hödel am hiesigen Stadtgericht ist, soweit dieselbe den gegen den Kaiser gerichteten Mordversuch betrifft, nunmehr beendigt, und die Acten werden voraussichtlich anfangs nächster Woche der Ober-Staatsanwaltschaft beim Kammergertcht zur weiteren Veran- laffung in dieser Sache zugehen. Nach den während der Voruntersuchung erfolgten Ermittelungen in Bezug auf das Attentat ist nicht der geringste Anhaltspunkt für die Annahme, daß noch andere Personen außer Hödel an dem Attentat direct betheiligt sind, vorhanden, und die Staatsanwaltschaft hat es aufgegeben, nach dieser Richtung hin wettere Ermittelungen anstellen zu lasten. Dagegen sind in der Voruntersuchung dafür, daß Hödel den Mord schon einige Zeit vorher geplant hat, besonders folgende drei Thatsachen ermittelt resp. festgestellt worden: erstens hat, wie zeugeneidlich feststeht, Hödel in einer Volksversammlung, welche in Schkeuditz bet Leipzig stattgefunden hat, mehrere Sätze ausgesprochen, in welchen er seine „Feindschaft" gegen den deutschen Kaiser hervorhob. Ferner spricht er in dem an seine Mutter einen Tag vor dem Attentat gerichteten Briese die Absicht aus, zu einer verhängnißvollen That zu schreiten; am gravirendsten sind jedoch seine bekannten Aeußerungen dem Photo : graphen gegenüber, wonach dieser mit seinem Bilde binnen Kurzem ein gutes Geschäft machen werde. Diese letztere Thatsache wird übrigens von Hödel zugestanden, mit der Motivirung, daß er bei dieser prahlerischen Aeußerung sick- gar nichts gedacht habe. — Trotzdem nach den erwähnten Ermittelungen das Attentat ausschließlich von Hödel ausgegangen ist und andere Personen daran nicht betheiligt sind, das gerichtliche Verfahren also mit besonderen Schwierigkeiten zur Klarlegung der Thatsachen nicht zu kämpfen haben wird, so wird doch der Staatsgerichtshof die Sache an sich ziehen und seinem Urtheilssenate zur Aburtheilung zuwetsen. Die Ober-Staatsanwaltschaft beim Kammergertcht beabsichtigt gutem Vernehmen nach von dem ihr zustehenden Recht, die Verweisung der Sache an daS hiesige Schwurgericht zu beantragen, keinen Gebrauch zu machen, weil das Gesetz vom 25. April 1853 als Regel hinstellt, daß der Staatsgerichtshof über Hoch- und Landesoerrathssachen entscheide, und zu einer Abweichung von dieser Regel in dem vorliegenden Hochverrathsprozeß keine Veranlastung vorliege. Dagegen werden von dem Verfahren bei dem Staatsgerichtshof die von Hödel begangenen concurrirenden Verbrechen der versuchten Tödtung bei seiner Verfolgung ausgeschlosten sein, weil diese begleitenden Verbrechen weder für die Entscheidung in der Hauptsache, noch für die Strasab- mestung — Im vorliegenden Fall kann bei einer Verurtheilung nur auf eine Strafe, und zwar auf den Tod des Attentäters erkannt werden — von Bedeutung sein können. Die mündliche Verhandlung vor dem Staatsgerichtshofe wird voraussichtlich öffentlich statifinden. (N. Frkf. Pr.)
Berlin, 25. Mai. Einer Petersburger Correspondenz der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge scheine in Folge der Freisprechung der Vera Saffulitsch der Justizminister Graf Pahlen entschlosten, vom Amte zurückzutreten. Als wahrscheinlicher Nachfolger werden genannt der Reichsraths- und Staatssecretär Solski, der Geheimrath Nabokoff, der Gehülfe des Domänen-Ministers Fürst Lieven, der Geheimrath Pobedonstzoff und der Gehetmrath Kluschin.
Oesterreich.
Wien, 25. Mai. Die heutigen Blätter registriren sämmtlich die günstigen Chancen des Congreffes. Die „Preffe" sagt: den Erfolg, daß der Eongreß gesichert, keineswegs unterschätzend, darf man sich doch nicht verhehlen, daß der Eongreß noch nicht der Friede ist und daß, wenn je, jetzt dringende Vorsorge zu treffen ist, damit der Friede sich den Interessen unserer Monarchie entsprechend gestalte. — Die „Neue fr. Preffe" meint gleichfalls, der Friede sei noch keineswegs gesichert, eher der Eongreß. Aber selbst dieser sei noch nicht über jeden Zweifel erhaben, da bisher die Bestätigung fehle, daß Rußland die englische Forderung angenommen, die Discussion aller Friedensartikel zugegeben habe. — Die „Deutsche Ztg." schreibt: die größere Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß, wenn es gelingen sollte, den Eongreß zusammenmbringen, dieser erfolgreich sein und den Frieden wahren würde. — Das gestrige Telegramm der „Polit. Corresp." aus Cattaro wird durch eine Meldung des „Fremden- blattes" aus Ragusa dahin ergänzt, daß man auf Beilegung der montene- grinisch-türkischen Differenz durch eine Zusammenkunft der beiderseitigen Ober- commandanten hoffe.
Wien, 25. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest: In Folge der Weisungen des russischen Hauptquartiers sind von dem die Linie
Giurgewo-Bukarest besetzt haltenden 11. Armee-Corps bereits 5 Geschützbarte- nen nach Rrszrad abgerückt, wohin noch weitere Truppenabtheilunzen dlrtgirt werken sollen. Die Bewegungen lassen auf Oie ernste Disposition des General Toileben schließen, nötigenfalls vor Allem die Räumung Schumlas mit Ge- walt durchzusetzen. — Die „Polit. Corr." meldet ferner aus Konstantinopel vom 24. d.: Nach allerlei Anzeichen gehen jetzt die Ruffen jeder neuen Compltca- tion vor Konstantinopel mit einer gewiffen Befliffenheit aus dem Wege. Man glaubt, die Ruffen werden auch den Kampf mit den aufständischen Lazen bet Batum vermeiden, obschon sich letztere bereits zu ansehnlichen Haufen gesammelt haben, welche sich noch täglich vermehren.
— Die „Preffe" schreibt: Officielle Mittheilungen über Schuwaloff'S Anerbietungen in London sind zwar bisher hier nicht eingetroffen, lndeß sind die hiesigen Regierungskreise soweit informirt, daß man den Eongreß als gesichert betrachtet.
Kuglaud.
London, 25. Mai. Dew gestrige Cabinetsrath, welcher die Vorschläge Lchuwaloff's berielh, dauerte 3 Stunden; heute wird die Berathung fortgesetzt. — „Standard" äußert: er könne mit ziemlicher Zuversicht die Mittheilung wiederholen, daß man im Begriff sei, die Schwierigkeiten zu heben und daß die Friedensaussichlen günstiger seien als seit geraumer Zeit.
London, 25. Mai. Im gestrigen Mlnisterrathe wurden die von dem Grafen Schuwaloff überbrachten Vorschläge der russischen Regierung berathen. Wie man wiffen will, dürfte die Entschließung der britischen Regierung über die vorliegenden russischen Propositionen zu einer bestimmten Entscheidung führen.
— „Reuters Büreau" meldet: Die Admiralität hat die Direction des Arsenals in Chatham benachrichtigt, daß bei der Vervollständigung der Ausrüstung der Panzerschiffe nicht mehr so große Eile, als früher anbesohlen wurde, nothwendig sei.
Spanien.
Barcelona, 24. Mai. Etwa 30 Individuen, die sich Republikaner nennen, sind in die Provinz Gerona etngedrungen. Dieselben werden lebhaft verfolgt. Im übrigen Catalonien herrscht vollkommene Ruhe.
Außland.
Petersburg, 25. Mai. Fürst Gortschakoff ist von Neuem durch einen heftigen Gichtansall am linken Fuße heimgefucht und muß wegen großer Schmerzen und eingetretenen Fieberzustandes wieder das Bett hüten.
— Nachdem die Regierung die Nothwendigkeit anerkannt hat, die Abur- theilung politischer Attentate und Gewaltthätigkeiten gegen Beamte in der Ausübung ihrer Dienstpflicht der Competenz der Schwurgerichte zu entziehen, ist man jetzt mit der Ausarbeitung der entsprechenden Specialentwürfe beschäftigt.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'» telegr» Eorresp-ndenr vurea«»
Paris, 26. Mai. Eine Note des „Journal des Dckbats" sagt: Die Reise des Grafen Schuwaloff hatte einen der befriedigendsten Erfolge: Rußland erklärt sich einverstanden, den Vertrag von San Stefano auf den Tisch des Congreffes zu legen. Alle Mächte haben zugestimmt, daß die erste Zusammenkunft der Congreßmächte in Berlin am 11. Juni staitfinden wird.
— Die „Agence Havas" meldet aus Ragusa: Montenegro hat Mannschaften zur Ablösung der entlang der Demarcationslinie lagernden Truppen einberufen. Anderweitige militärische Maßregeln wurden in Montenegro nicht getroffen. — Aus^ Athen meldet die „Agence Havas", daß auf den britischen Consul in Kreta, Sandwith, von türkischer Seite geschoffen wurde. Der Consul blieb unverletzt.
Wien, 26. Mat. Die „Preffe" meldet: Der österreichische Finanzminister wird den zuletzt im März prolongirten Rest von 10 Millionen Gulden auf den von der Nationalbank reeScomptirten Staatsvorschuß (25 Millionen Gulden) nicht mehr erneuern, sondern in zwei Raten am 8. und 16. Juni zurückzahlen.
London, 26. Mai. Der „Observer" erklärt die gestrigen Gerüchte von beabsichtigten Demissionen im Cabinete für unwahr. Der Staatssecretär des Krieges, Stanley, wohnte dem gestrigen Cabinetsrathe nicht bei. Abweichend von den Pariser Nachrichten, will der „Observer" wiffen, daß bezüglich der Vorschläge des Grafen Schuwaloff noch kein definitiver Beschluß der britischen Regierung gefaßt worden sei, doch hätten sich die Aussichten auf eine Verständigung in keiner Weise vermindert.
Das deutsche kronprinzliche Paar wohnte der gestrigen Parade zu Ehren des Geburtstages der Königin bei und erschien bei dem Empfange der Marquise von Salisbury Der Kronprinz nahm an einem Diner im auswärtigen Amte bei dem Marquis von Salisbury Theil, wozu auch die fremden Botschafter geladen waren. Der Prinz von Wales war durch eine heftige Erkältung an's Zimmer gefeffelt und wohnte weder der Parade noch dem Banket bei Lord Beaconsfield bei.
Konstantinopel, 26. Mai. Mahmud Damat Pascha ist zum Sera-- kier ernannt worden. — Die Ruffen haben durch ihre letzte militärische Bewegung ihre Truppen noch näher an Konstantinopel herangeschoben, aber nirgend- die türkischen Linien überschritten. — Viele Aerzte aus türkischen Spitälern traten in russische Dienste.
New'Uork, 26. Mai. Ein Orkan (Tornado) richtete in Wisconsin großen Schaden an Eigenthum und Saaten an. Es heißt, daß viele Personen getödtet oder verletzt worden seien.
Paris, 26. Mai. Die „Agence Havas" meldet: Das Einvernehmen zwischen Rußland und England wird bestätigt und hinzugesügt: Deutschland werde die Einladungen zum Congreffe erlaffen, sobald die Zustimmung aller Mächte eingelaufen sein werde, was wahrscheinlich morgen der Fall sei. Erwartet würden noch die zustimmenden Erklärungen Oesterreichs, Italiens und der Türkei, lieber die Grundlagen der Verständigung und über die Einladungsformel sei Näheres nicht bekannt.
Vermischtes.
Mannheim, 13. Mai. Der „Bad. Beob" berichtet Folgendes! In vorletzter Nacht ist dahier die Wtrthschaft „zur Landkutsche" ntederaebrannt. AlS die Flamme an dem auf dem brennenden Hause befindlichm Storchm-Nest emporschlug, flogen die
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