Ausgabe 
23.3.1878
 
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und den für die deutsche Kunst bestimmten Raum besichtigt. Derselbe be­findet sich nicht, wie verschiedene deutsche Blätter angeben, am Eingänge dem Trocadero gegenüber, wo überhaupt keine Kunstausstellung stattfindet, sondern auf der entgegengesetzten Seite des Champs de Mars, zunächst der Militär schule. Für die deutsche Kunst sind der große viereckige Salon am Eingänge der Kunstausstellung und außerdem zwei anstoßende Seitengallerien bestimmt." Die Kosten der Versendung und Ausstellung trägt das Reich.

Die panslavistischen Organe wagen sich bereits wieder an eine leise Kritik der Regierungspolitik, speciell der Behandlung Rumäniens und Ser­biens. Katkow'sMosk. Ztg." schreibt:Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß sich in Rumänien eine Mißgunst gegen uns zeigt, die zu vermindern sicher- ltcy nicht schwer gewesen wäre. Die Rumänen scheinen durchaus nicht das Stückchen von Bessarabien, das durch den Traktat von 1856 der Türkei abge treten wurde, ausgeben zu wollen; wie es jetzt aus dem Memorandum des Grafen Schuwalow bekannt geworden ist, hatte Rußland bereits im vergange­nen Sommer bet Aufstellung des Programms für einen zukünftigen Friedensschluß die Rückerwerbung dieses seines früheren Gebiets im Auge und benachrichtigte hiervon sowohl England als die übrigen Mächte. Jndesien hat die rumänische Regierung offenbar von dieser Absicht sehr spät erfahren, während es das Ein-! fachste gewesen wäre, sich mit ihr über diesen Gegenstand auseinanderzusetzen. Eine andere Ungeschicklichkeit, die die Eigenliebe unserer Bundesgenoffen berührt hat, ist die, daß die Friedensverhandlungen ohne ihre Thetlnahme geführt sind. Wenn ihr Fernbleiben eine Concession an die Pforte war, der es unangenehm sein konnte, mit ihren früheren Vasallen Verhandlungen zu führen, so war diese Concession überflüssig und konnte wohl kaum die Pforte mit den wesentlichen Verlusten, aus die sie eingehen muß, aussöhnen. Die Anwesenheit eines rumä Nischen, eines serbischen und eines montenegrinischen Agenten bei den Friedens­verhandlungen konnte keinen großen Einfluß aus das Resultat üben, würde aber unseren Bundesgenossen die Möglichkeit geboten haben, ihre Wünsche auszu­sprechen und würde ihr nationales Gefühl befriedigt haben..... Im Orient

haben wir über allen Einseitigkeiten zu stehen. Unsere Hauptkraft ist dort die in Wahrheit heilige Sache des orientalischen Christenthums. Alle anderen Jn- tereffen müssen ihr untergeordnet werden. Uns liegt es ob, zu versöhnen, nicht aber die verschiedenartigen Elemente der christlichen Welt im Oriente in Streit zu bringen und durchaus nicht dort nur als Partei zu erscheinen. Wir müssen gl. ich gerecht den Bulgaren und Griechen, den Rumänen und Serben sein und nicht unser Interesse von dem, ihnen Allen gemeinsamen Interesse trennen. Alle diese Völker gehören mit uns zu einem großen Systeme und keinerlei Ränke werden sie uns abwendig machen, wenn wir selbst nicht sie uns abwen­dig machen."

Hesterreich.

Wien, 20. März. DiePolit. Corresp." meldet aus Athen vom heu­tigen Tage: Die kretensische Nationalversammlung beschloß, zur Vertretung ihrer Interessen 4 Delegirte zum Congreffe nach Berlin zu senden. Dieselbe setzte eine Regierung unter dem TitelProvisorische Administration" ein. DerPolit. Corresp." wird aus Bukarest gemeldet: Die Russen beabsichtig­ten in der Nähe des Bahnhofs von Galatz ein Spital zu erbauen und eine Telegraphenlinie über rumänisch-bessarabisches Gebiet zu leiten. Die Stadtbe­hörden von Galatz und die rumänische Regierung erhoben Einsprache dagegen.

DiePol. Corr." schreibt: An der unteren Donau mehren sich täg­lich die Anzeichen einer lange andauernden russischen Occupation und, was Bessarabien anbetrifft, sogar einer Besitzergreifung. In ganz Rumänisch- Bkssarabien, von Reni bis zum Schwarzen Meere, wimmelt es von russischen Militär- und Civilbeamten, welche die Grenzposten reoidiren, Locale für die Behörden vorbereiten, mit einem Worte alle Anstalten treffen, um im geeig­neten Augenblicke mit einer vollständigen Organisation vom Lande Besitz zu ergreifen. Unter den obwaltenden Umständen kann von einem Plebiscit nicht die Rede sein, weil die Russen, wenn sie es nicht unter der Pression ihrer Bajonnette veranstalten, es kaum daraus ankommen lassen dürften, trotzdem General Jgnatieff seinerzeit dem rumänischen Ministerpräsidenten Bratiano damit gedroht har. Herr Bratiano brachte die Plebiscit-Velleitäten Jgnatieff's bald zur Ruhe, als er ihm anbot, das Plebiscit nicht blos auf Rumänisch- Bessarabien zu beschränken, sondern aus ganz Bessarabien auszudehnen. In Galatz, Braila und Umgebung stehen jetzt beinahe keine russischen Truppen mehr, aber desto mehr Vorbereitungen werden getroffen, welche auf eine lang andauernde russische Occupation schließen lassen. Administrations-, Intendanz-, Sanitätsbeamte und allerlei andere uniformirte Persönlichkeiten richten sich häuslich ein. Dieselben haben größtentheils ihre Familien aus Rußland mrtgebracht und miethen Häuser für 6 Monate und theilwetse auch auf ein Jahr. Im Allgemeinen hat der Truppennachschub aus Bessarabien nach Rumänien stark nachgelassen. Es sind sogar einige Abtheilungen, welche bis Jassy und Roman angelangt waren, zurück­beordert worden. Dafür hat aber der Rückmarsch starker russischer Abtheilungen aus Bulgarien in der Walachei angefangen. Dieselben marschiren aber nicht durch, sondern concentriren sich in Rumänien, um in Divisions-Formation den Rückmarsch nach Rußland anzutreten. Mit diesem hat es aber noch lange Zeit, de>in^vor drei Monaten dürften die verschiedenen Corps nicht beisammen sein.

Telegraphische Depeschen.

Wagner's telegr» Eorrespondenz-Bureau.

Berlin, 21. März. Der Reichstag überwies in seiner heutigen Sitzung den Gesetzentwurf über den Feingehalt von Gold- und Silber Maaren in erster Lesung an eine besondere Commission, erledigte die Rechnung der Oberrechnungskammer-Kasse pro r1?7!5 Jn Ori,tcr Lesung entsprechend den Beschlüssen der zweiten Losung und genehmigte schließlich in zweiter Lesung auf den Antrag der Budget Commtsston bad Capitel des Ausgabe-Htatü über die Controle der Zölle und Verbrauchssteuern. Sodann oertagle fich das Haus auf Dienstag.

Berlin, 21. Marz. I» der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses erklärte der Handtlsministers auf eine Anfrage Berger's: Gemäß dem Beschlüsse des Hauses betreffenb den Bau der Eisenbahn Suhl-Grimmenthal seien bereits Untersuchungen an« gestellt und auf Grund der gewonnenen Resultate die Vorarbeiten begonnen worden. Hi.raus wurde die Gesrtzvorlage bezüglich der Berliner Stadtbahn in dritter Lesung grnehmigt Das Haus erledigte sodann eine Reihe von Anträgen und Petitionen und überwhö u. a. die Petition des Magistrats und der Handelskammer zu Breslau bezüg­lich der Anlegung etn^s Oder-Hafens drr Regierung zur Berücksichtigung. Für Sonn­abend rouibe die rrste Lesung des heute eingegangenen Nachtragsetats aus die Tages ord.mng gesetzt. Mindthorst (Meppen) zeigte an, daß er hierzu auf Grund des § 60 bei Verfassung die Anwesenheit des Finanzmintsters beantiagen werde.

Berlin, 21. Marz. Das Herrenhaus genehmigte heute in einmaliger Schluß- beruthung den vom Abgcordneteuhause angenommenen Nachtra^setat, sowie die Gesetz­entwürfe über den Rechtszustand der standesherrlichen Häuser Bentheim-Tecklenburg

und Sayn Mittgenstein-Berleberg unverändert tßit der wiederholten Berathung deS Ausführungsgesetzes zum Gcrichtsoerfassungsgesetze stellte das Haus bei den SS 21 (S tze und Bezirke der Amtsgerichte), 27 (Gerichtsstand der Standesherren) und 49 a iComp-tenz des Oberlandesgerichts zu Berlin) seine früheren Beschlüsse wieder her, und zwar bei S 27 in namentlicher Abstimmung mit 59 gegen 15 Stimmen. Die übrigen SS uröen in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen.

Berlin, 21. März. Die Verhandlungen mit dem Grafen Stolberg wegen Uebernabme des Postens als Viceprästdent des Ministeriums dauern fort, haben bisher aber noch nicht zum Ziele geführt. Es heißt, wegen Ueber- nahme des Finanzministeriums seien mit dem hier eingetroffenen Regierungs- Präsidenten Hoffmann aus Danzig Verhandlungen im Gange. Der Reichs-Anz." publicirt das Gesetz über die Stellvertretung des Reichskanzlers.

Aus parlamentarischen Kreisen wird mitgetheilt die definitive Besetzung des Ministeriums des Innern sei erfolgt, indem der seitherige Oberpräsident der Provinz Hannover, Graf Eulenburg, dieses Portefeuille übernommen habe.

Athen, 21. März. Die Verhandlungen Hobart Pascha's mit den Delegirien der provisorischen Regierung Thessaliens sind gescheitert, weil die Aufständischen auf Vereinigung Thessaliens mit Griechenland bestehen.

London, 20. März. Lord Loftus erhielt am 18. Febr. eine Note der russischen Regierung des Inhalts, daß ein Telegramm aus dem Hauptquartier die Nachricht bestätige, daß drei Aerzte und ein Correspondent englischer Natio­nalität als Kriegsgefangene behandelt und trotz des Befehls des General Gurko sie freizulaffen, durch Unterofficiere ungebührlich behandelt worden seien. Der Oberst Commandirende bedauere lebhaft dies Vorkornmniß und habe unverzüg­liche Untersuchung und strenge Bestrafung der Schuldigen angeordnet.

Wien, 21. März. In der heutigen Sitzung der österreichischen Dele­gation wurde die Debatte Über den 60 - Millionen - Credit fortgesetzt; für die Bewilligung sprachen Grocholski, Baron Fluck, Teuschl, Weber und Greuter, gegen dieselbe Bareuther, Tomaszczuk, Strernwitz und Kuranda. Sodann wurde auf Antrag des Cardinals Kutschker die Debatte geschlossen. In der Abendsitzung werden als Generalredner Herbst gegen und Sueß für den Cre­dit sprechen.

Versailles, 21. März. Die Deputirtenkarnmer hat das ganze Budget der Einnahmen fast einstimmig bewilligt. Der Senat genehmigte die Budgets des Innern und des Krieges.

London, 21. März. Im Oberhause erklärte Lord Derby anläßlich der Debatte über den Antrag Stratheden's in Betreff der Vorsichtsmaßregeln vor dem Congreffe: England habe nicht als nothwendig verlangt, daß Grie­chenland auf dem Congreffe auf gleichem Fuße mit den Großmächten zugelassen werde, sondern nur, daß es seine Ansprüche entwickeln könne. In Betreff der Vorlage des Gesammtvertrages habe England verlangt, daß sämmtliche Artikel dem Congreffe behufs der Discussion zugehen. Rußlands Antwort darauf sei noch ausstehend; die Forderung Englands sei billig und mäßig. Wenn sie nicht zugestanden werde, sei der Congreß nutzlos.

Petersburg, 21. März, Morgens. Der russisch-türkische Friedens­vertrag ist heute veröffentlicht worden. Derselbe führt den Titel:Friedens­präliminarien". In dem Vertrage wird bestimmt: Montenegro erhält Gatzko, Bihoo (Bilek?), Roshai, Niksic, Spuz, Podgoritza und Zabliak. Die Schiff­fahrt auf dem Bogana-Flusse wird durch eine europäische Commission geregelt werden. Bis zum Abschlüsse des Vertrages, durch welchen die Beziehungen zwischen Serbien und der Pforte festgestellt werden sollen, werden die Serben in der Türkei nach dem internationalen Rechte behandelt werden. Die Serben werden dasjenige Gebiet räumen, welches bei der Türkei verbleibt. Rumänien wird seine Rechte auf Kriegskosten-Entschädigung geltend machen, die zwischen Rumänien und der Türkei festzustellen ist. Bulgarien wird ein autonomes Tri- butär-Fürstenthum mit einer christlichen Regierung und einer nationalen Miliz. Im Falle einer Vacanz des Thrones wird der neue Fürst von Bulgarien nach den in dem Vertrage näher angegebenen Bestimmungen gewählt werden. Die türkische, griechische und wallachische Bevölkerung soll an den Wahlen theil- nehmen. Ein besonderes Reglement wird den Rechten derselben Rechnung tragen. Die Pforte wird über das Kriegsmaterial der Donaufestungen sowie der Festungen Varna und Schumla verfügen, und die Donaufestungen, sowie Schumla und Varna abtreten. Die russischen Occupationstruppen unterhalten ihre Verbindung mit Rußland über Rumänien, Varna und Burgas. Nach den Durchschnitts-Einnahmen Bulgariens wird ein Tribut berechnet werden. Die Mohamedaner behalten ihr Eigenthum selbst für den Fall, daß sie Bulgarien verlassen. Einzusetzende Commissionen sollen über die Fragen bezüglich des Elgenthums entscheiden. Nach Ablauf von 2 Jahren soll das bis dahin nicht reclamirte Eigenthum verkauft und der Erlös desselben zum Besten der Wittwen und Waisen der im Kriege Gefallenen verwendet werden. Die in der Türkei sich aufhaltenden Bulgaren sind den ottomanischen Gesetzen unterworfen.

Die Pforte verpflichtet sich zur Feststellung der türkisch-persischen Grenze. Die von der Türkei an Rußland abzutretenden Gebietstheile sollen einen We-th von 1100 Millionen Rubel repräsentiren. Außerdem hat die Türkei an Ruß­land 300 Millionen Rubel Baar zu entrichten. Das Nähere über die ZahlungS« weise dieser Summe soll später vereinbart werden. Die Einwohner der an Rußland abzutretenden Gebietstheile sollen ihre Güter verkaufen und das Land verlassen können. Die russische Gesandtschaft in Konstantinopel und die russischen Consulate in der Türkei haben den Schutz über die russischen Pilger unb Mönche in der Türkei auszuüben. Die Dardanellen sollen sowohl im Falle eines Krieges wie im Frieden den Handelsfahrzeuzen der neutralen Mächte ge­öffnet bleiben. Die Pforte soll fortan im Schwarzen Meere keine fictive Blo- kade errichten dürfen. Die russischen Truppen haben die von ihnen in Asien besetzten Gebietstheile innerhalb 6 Monaten von dem Tage des definitiven Friedensabschlusses an gerechnet, zu räumen. Die beiderseitigen Commissare werden die Auswechselung der Gefangenen in Odessa und Sebastopol reg'ln. Die Pforte wird die Unterhaltungskosten für die Gefangenen zahlen und zwar in 18 Teilzahlungen innerhalb 6 Jahren. Neber den Ort und den Zeitpunkt des definitiven Friedens wird man sich später einigen.

Wien, 21. März. DiePolit. Corresp." bringt folgende Meldungen: Aus Athen : Die Aufständischen in Thessalien erlitten bei Ayhia eine Schlappe und mußten diesen Ort aufgeben; die Türken erlitten hierbei große Verluste. Hobart Pascha veranlaßte die bei Volo kämpfenden Insurgenten vom Pelivn, ihre Führer zu einer Begegnung mit ihm nach einem ad hoc für neutral er­klärten Orte zu entsenden, und offerirte den letzteren im Namen des Sultans die autonome Verwaltung Thessaliens. Die Insurgenten sind jedoch angeblich entschlossen, den Kampf für die Vereinigung mit Griechenland fortzusetzen. Aus Bukarest: Fast sämmtliche rumänische Truppen sind aus Bulgarien zurückge-

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