Cabinet aus seinen Entschließungen hinsichtlich der Reduction und späteren
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Pavia, 15. October.
lassenen Proclamationen. dieser Analyse bestritten.
Italien.
Abends. Ministerpräsident Cairoli hielt heute
Methode der Conventionaltarife treu. — Die kirchliche Frage anlangend, läßt sich das Cabtnet von der skrupulösesten Achtung des in Kraft bestehenden öffent- iichen Rechtes leiten, ohne schwach oder aggressiv sein zu wollen." Die Regierung werde den Kammern Gesetzentwürfe über Wahl- und Verwaltungsresorm vorlegen. — Aus die auswärtige Politik übergehend, constatirte Cairoli, daß das Wirken der Zeit viele Jrrthümer corrtgirt habe. — „Die italienischen Bevollmächtigten, welche in Berlin treue Dolmetscher der ihnen von der Regierung des Königs zugegangenen Weisungen waren, sehen heute, wie auch die öffentliche Meinung Italiens das Urtheil ratificirt, welches das gesammte liberale Europa über ihre Haltung auf dem Congreffe gefällt hatte. Indem sie der von den Verhältnissen vorgezeichneten Richtschnur folgten und sich genau aus die versöhnliche Rolle beschränkten, welche der einstimmige Wille des Landes und der Regierung angewiesen hatte, bemühten sich die italienischen Bevollmächtigten, nach Maßgabe der Möglichkeit speciell mit Bezug auf Rumänien und Griechenland den Grundsätzen Geltung zu verschaffen, welche die Grundlage unseres nationalen Bestandes sind. Sie unterstützen lebhaft alle auf Reltgions- und Handelsfreiheit gerichteten Bestrebungen. Was die Occupation Bosniens und Der Herzegowina durch Oesterreich betrifft, so haben die italienischen Bevollmächtigten den ihnen zugegangenen Weisungen gemäß dem einstimmigen Votum ihrer College» nicht opponirt und sich aus die Formulirung von Forderungen beschränkt, welche eine bessere Feststellung des Characters der Occupation bezweckten. So ist Italien aus dem Congresse hervorgegangen, ohne sich den Gefahren der Jsolirung oder den Chancen abenteuerlicher Unternehmungen ausgesetzt zu haben. Es befindet sich heute — und will dies auch fernerhin bleiben — allen Mächten gegenüber in herzlicher Freundschaft und wird an seiner festen, würdigen und jeder gewagten Vellettät fremden Politik festhalten." Der Minister schloß seine Rede mit einem Trinkspruch auf das Vaterland und aus den König, welcher als Erbe der väterlichen Tugenden Italien seinen glorreichen Geschicken entgegenführe.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'» telegr. TorrespOudenz-Bnrea«.
Berlin, 17. October. Eine Verständigung der beiden conservativen und der nationalliberalen Fraktion über die noch streitigen Punkte des Socialisten- gesetzes soll dahin erfolgt sein, daß zu § 6 die Com nisstonsfassung beibehalteu und zu § 16 hinzugefügt wird: ein Agitator muß mindestes 6 Monate seinen Wohnort in der betreffenden Ortschaft gehabt haben, um der ohne weiteres erfolgenden Ausweisung zu entgehen. § 19 soll einen Zusatz erhalten, wonach dem Kaiser die Ernennung eines zehnten Mitgliedes der Recurs - Commission zusteht. Diese Amendements sollen von den gedachten drei Fractionen gemeii- sam eingebracht werden.
Wien, 17. October. Meldungen der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel. Die Aeußerungen Savfet Paschas nach der vorgestern stattgefundenea Mittheilung der österreichischen Antwort aus das Circular der Pforte trugen das Gepräge größter Versöhnlichkeit und vollsten Vertrauens gegenüber der Politik Oesterreich-Ungarns, und schienen den frischen Eindruck der eben auf der Pforte angelangten, überaus günstig aufgenommenen Nachricht von der bevor- stehenden Reduction der österreichischen Occupationsarmee zu refiectiren. Auch wird es authentisch als unbegründet bezeichnet, daß der Großoezir die Zurück- Weisung der österreichischen Occupation des Districts Novibazar angedroht hab», als solche Eventualität kürzlich zwischen ihm und Z'chy zur Sprache qekomnea sei. — Baker Pascha hat das Commando der in der Umgebung von Konstant!« nopel concentrirten Truppen übernommen. Nach mehreren von Truppen entblößten Ortschaften mußten zur Aufrechterhaltung der Ordnung starke Garnisonen verlegt werden. — Aus Ragusa. Gerüchtweise wird aus Cettinje gemeldet, daß Plevljr und Sienitza von österreichischen Truppen besetzt worden seien, inck- dem der Mufti von Plevlj? mit 3000 Insurgenten nach Ljelopolje geflüchtet wäre.
London, 17. October. Aus Simla vom Heutigen wird gemeldet: D< Zusammenziehung afghanischer Truppen im Khyber-Passe erzeuge eine gewir« Beunruhigung, da über deren Bestimmung und Absichten Nichts bekannt U- Gerüchtweise verlaute ferner von der Ankunft beträchtlicher afghanischer Bet« stärkungen in Alt-Musjid und Kandahar. Die britischen Garnisonen in Pesht« wer und Kohat seien verstärkt worden, und in Thull drei Pendschab-Regimentr eingetroffen, mit denen sich die Mannschaften des Stammes der Afridis ver- einigen sollten.
— Das Journal „Globe" schreibt: In Simla betrachtet man den Kri'g mit Afghanistan als sicher, und wäre der sofortige Vormarsch starker Truppeimassen gegen Kandahar zu erwarten; andere Expeditionen würden zur Unten : stützung dienen. Auf dem Wege nach Kandahar sei man nur geringen Widerstandes gewärtig.
— Einem Telegramm des „Standard" aus Simla vom 16. d. zufolze ' findet eine fortwährende Truppenbewegung nach der Grenze hin statt. Mehrere Regimenter haben die ihnen angewiesenen Stellungen bereits eingenommen ; Der Bote der indischen Regierung mit der Antwort des Emirs von Afghani-
gänzlichen Aufhebung der Mchlsteuer beharre. Die Lage des Staatsschatzes gestatte diese Maßregeln, welche vom Lande mit Recht feit langer Zeit gefordert würden. Das Budget für 1879 weise einen Ueberschuß der Einnahmen von 60 Millionen auf; die ausfallende Steuer brauche daher nicht ersetzt zu werden; abgesehen von unvorhergesehenen Ereignissen, in welchem Falle das Land ich nicht weigern werde, ein neues Opfer zu ertragen. „Die Einführung des allgemeinen Zolltarifs im Verkehr zwischen Italien und Frankreich, zu welcher die Erfordernisse der Lage nöthizten, hat die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern durchaus nicht getrübt und ebensowenig die Hoffnung auf em baldiges Zustandekommen einer Vereinbarung beeinträchtigt. Die Verhandlungen mit Oesterreich versprechen guten Erfolg. Auch mit der Schweiz wurden solche wieder ausgenommen. Die Regierung des Königs bleibt der
^sehlt
während empören.
Wien, 16. October. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel von heute: Der ungünstige Eindruck der türkischen Ctrculardepesche bet allen Großmächten scheint Savfet Pascha zu häufigeren Besprechungen mit dem Grasen Zichy behufs Erörterung der schweberden Fragen zwischen Oesterreich- Ungarn und der Pforte zu drängen, bet denen die Eventualität der militärischen Besetzung Novibazars durch Oesterreich von Savfet Pascha spontan berührt wurde. In den der Pforte nahestehenden Kreisen schließt man daraus auf die Geneigtheit der Pforte, mit Oesterreich wegen der Besetzung Novibazars zu einem militärischen Abkommen zu gelangen. Savfet gab dem Grafen Zichy Aufklärungen über den Zweck der Truppen-Concentrirungen im Vtlajet Kossowo. — Aus Bukarest von heute: Höhere rumänische Officiere gingen nach der Dobrudscha behufs der Dispositionen für den Einmarsch der rumänischen Truppen ab. Die russischen Truppen in Rumänien treffen Vorbereitungen für ihren Abmarsch. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat den Fürsten zur Unabhängigkeits-Erklärung beglückwünscht.
Akankreich.
bet einem ihm zu Ehren von seinen Wählern veranstalteten Banket ein« Rede, in welcher er die Akte seiner Verwaltung und die Anschauungen, von reichen dieselben geleitet wird, darlegte. Es heißt darin: die Achtung des Gesetzt war und wird immer das Grundprtncip der Regierungspolitik sowohl hinsichtlich des Vereins-, wie des Versammlungsrechtes sein. Die Wahlfreiheit muß eite voll-
TürKei.
Konstantinopel, 16. October. Der Erzbischof von Solontchi wurde zum griechischen Patriarchen erwählt.
— Der russische Botschafter Lobanoff ist hierher zurückgekehrt.
— Der Metropolit von Salonichi, Joachim, der (wie bereits gemeldet) heute einstimmig zum öcumenischen Patriarchen gewählt wurde, soll von anti- russischer Gesinnung sein.
Paris, 15. October. Deutschland ist Hiob, Hiob krank an tausend Wunden! Der Soctalismus ist es nicht allein, was das Deutsche Reich zerfrißt. Auch die Moral des deutschen Volkes ist sehr verwildert und die Klerikalen haben die Fülle von Gründen zu Hohn und Schadenfreude I So lauten, kurz gefaßt, die Randglossen, welche die französischen Blärler zu den jetzigen Reichstagsverhandlungen machen. Der „Moniteur Universel" ist besonders groß in diesen Liebenswürdigkeiten gegen Deutschland, die der Welt freilich nur von Neuem beweisen, wie wenig der Franzose, trotz aller Bemühungen der letzten Jahre, im Stande ist, sich ein unbefangenes Bild von den Zuständen im Nachbarlande zu machen. Näher auf die einseitigen Auslassungen der Pariser Blätter einzuqehen, hieße Mohrenwäsche treiben. Das Gefährliche dabet ist, daß diese Selbsttäuschungen leicht wieder zu unruhigen Bewegungen in der auswärtigen Politik führen können. In diesem Augenblick fühlt zum Glück ein so ruhiger, umsichtiger Mann, wie Waddington, das Steuerruder.
Ergkand.
London, 16. October. Die „Times" veröffentlicht folgende Analyse der österreichischerseits auf die Ctrculardepesche der Pforte ergangenen Antwort. Oesterreich erhebe zunächst der Pforte gegenüber den Vorwurf, daß dieselbe bei den Mächten so schwere Beschuldigungen gegen Oesterreich vorgebracht habe, ohne sich vorher wegen Ertheilung von Renseignements an Oesterreich gavendet zu haben. Oesterreich würde der Pforte jede Gelegenheit gegeben Haber, sich zu überzeugen, daß die Beschuldigungen durchaus unwahr seien. Hiernächst bestreite die Antwort aus's Bestimmteste, daß Serajewo von den österreichischen Truppen geplündert und angezündet worden sei. Zugleich ziehe die Altwort einen Vergleich zwischen dem Verhalten der Oesterreicher bet Besetzung Bosniens und dem Auftreten Omer Paschas und seiner Truppen im Jahre 1851. End-
einbar erachtet, so schwere Anklagen auf sichtlich irriger Grundlage zu erbeben, ohne sich vorher an die Kaiserliche Regierung zu wenden, die ihr jede Möglich- ' leit zur Erlangung der Ueberzeugung von der Unwahrheit der btr Jßforte zune- kommenen Berichte geboten hätte. — In Banjaluka beschränkten sich die österreichischen Truppen auf die Zurückweisung des Angriffs barbarischer Horden gegen das Hospital. In Serajewo wurde» nur einige Häuser verbrannt als natürliche Folge des Straßenkampfes und nicht als Repressalie. Diese Stadt wurde weder geplündert noch in Brand gesteckt. Kein Plünderungssall ist vorgekommen; im Gegentheil thaten die Truppen der von den Einheimischen verübten Plünderung Einhalt. Die Pforte möge die jetzige Occupation mit der Occupation Omer Pascha's in den Jahren 1851 und 1852 vergleichen! „Wtr kämpften gegen dieselben Elemente, welche von den türkischen Ministern noch jüngst als unbändig wild dargestellt wurden, und vollbrachten in zwei Monaten, wozu Omer Pascha zwei Jahre brauchte. Während die türkische Armee Omer Pascha's von Requisitionen lebte und der Pascha lange Proscriptions- und Executions-Listen (die wir zur Disposition der Pforte halten) anfertigen ließ, auf denen viele Personen aller Religionen, auch mehrere Paschas und viele Begs figuriren, haben wir den Truppenunterhalt mit baarem (Selbe bezahlt, und die Militärgerichte ließen nur einzelne Individuen hinrichten, bei welchen die sorgfältigste Untersuchung die Thetlnahme an entsetzlichen Mordthaten, begangen an unseren Soldaten und türkischen ober fremben Beamten, zur Evibenz ergab." Die Pforte möge dieses humane Verhalten der Truppen mit der Niedermetzelung und Verstümmelung unserer Verwundeten vergleichen! „Betreffend die Anklage wegen der Jnternirung türkischer Soldaten, die nicht am Kampfe theilgenommen hätten, können wtr über den Mangel an Gedächtniß, den die Pforte verräth, nicht genug erstaunen. Tausende solcher Männer wurden mit militärischen Ehren in die Heimath zurückgeschickt, die die Theilnahme an der Jnsurrection ablehnten. Mit Befriedigung constattren wir, daß im Allgemeinen die anständigen Klassen an der Bewegung nicht Teilnahmen, ausgenommen einige Orte und einzelne Individuen, die, um Confiscationen oder Massacres zu entgehen, bis zur Ankunft unserer Soldaten das Joch der Insurgenten erdulden mußten. Der Geist, in welchem wir die Occupation unternahmen, geht aus der Proklamation hervor. Hätten wir, anstatt die Achtung aller Con- fessionen, die Fahne der Besreiung der Christen entfaltet, so hätte uns die Arbeit geringere Opfer gekostet. Dies wäre das Signal zur Ausrottung der Muselmänner gewesen, die sowie die Christen zu schützen, unsere Pflicht war. Die kaiserliche Armee hielt es für ihre Ehrensache, trotz hinterlistiger Ueber- sälle ihre Mission im Geiste des europäischen Mandats und unserer Proklamation auszuführen. Die gegen sie erhobenen gehässigen Verleumdungen berühren sie nickt, aber dieselben werden das öffentliche Gewissen in Oesterreich-Ungarn sort-
ommene sein. Die finanzielle Frage berührend, erklärte Cairoli, daß das
lich wird hervorgehoben, daß die österreichische Armee im Bewußtsein ihrer Eore gehandelt habe und genau im Sinne der bet Beginn der Occupatdn er- Jn diplomatischen Kreisen wird die Richtigkeit
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